Rezension

Nachrichten von Erwin Strittmatter

BERLIN. (hpd) Kurz vor dem Erscheinen einer neuen und nicht unumstrittenen Biografie von Anette Leo legt der Aufbau-Verlag den ersten Band der Tagebuchaufzeichnungen Erwin Strittmatters vor. Der Leser erlebt die Jahre 1954 bis 1973 aus der Sicht des meistgelesenen Schriftstellers der DDR.

Das Leben eines „Nadelstreifen-Kommunisten“

(hpd) Der britische Historiker Tristram Hunt legt eine umfangreiche Biographie des Mitstreiters von Karl Marx vor. Die gut geschriebene und überaus informative Lebensbeschreibung deutet Engels mit überzeugenden Argumenten als einen eher undogmatischen und wandlungsfähigen Denker.

Wo sind die uneigennützigen Samariter?

WEIMAR. (hpd/fgw) Hat es sie denn überhaupt je gegeben? Oder handelt es sich nur um eine gern geglaubte Mär, mit der die christlichen Priesterkasten die Existenz ihrer monopolartigen Sozialkonzerne begründen wollen? Und was verbirgt sich hinter diesen konzernartigen Gebilden Caritas (katholische Kirche) und Diakonie (evangelische Kirchen)?

Kunst, Karikatur und Aufklärung

REUTLINGEN. (hpd) Innerhalb kurzer Zeit legt die edition Spinoza des Verlags freiheitsbaum einen vierten Band vor. Schwerpunkt des vorliegenden neuen Bands sind ästhetische Fragen, d.h. Kunst und Karikatur als sehr effektives aufklärerisches Hilfsmittel, illustriert anhand des Lebens und Werkes des Eduard Fuchs.

Schulden: Die ersten 5.000 Jahre

(hpd) Der als Vordenker der Occupy-Bewegung geltende David Graeber liefert in „Schulden. Die ersten 5.000 Jahre“ eine Alternativ-Geschichte der ökonomischen Entwicklung der Menschheit, welche im Verhältnis von Gläubigern und Schuldnern den Kern der historischen Konflikte und gegenwärtigen Probleme sieht.

Ein neues NPD-Verbotsverfahren?

(hpd) Der Jurist Eckart Klein legt in der kurzen Abhandlung sowohl eine kursorische Gesamtdarstellung zu Parteienverboten sie eine Erörterung verfahrensrechtlicher Fragen vor. Durchaus zutreffend wird hierbei auf Rechtsprobleme unterschiedlicher Art verwiesen, wobei Klein noch nicht einmal auf die inhaltlichen Fragen im engeren Sinne eingeht.

„Rettung im letzten Augenblick“

(hpd) Der Historiker Sune Persson schildert die Befreiung Tausender KZ-Häftlinge durch das schwedische Rote Kreuz am Ende des Zweiten Weltkriegs. Erstmals liegt damit eine umfangreiche Darstellung zu einer wichtigen humanitären Aktion vor, worin der Autor auch zu Vorwürfen gegen Folke Bernadotte inhaltlich Stellung nimmt.

Vereinsverbotspraxis und Demokratie

(hpd) Die Politikwissenschaftlerin Julia Gerlach legt mit „Die Vereinsverbotspraxis der streitbaren Demokratie. Verbieten oder Nicht-Verbieten?“ die erste umfangreiche Studie zum Thema vor und fragt darin nach den Einflussfaktoren einer Risikoperzeption des Extremismus und dem Spiel in der politischen Arena.

Aspekte des „Occupy“-Phänomens

(hpd) David Graeber gilt als Vordenker der „Occupy“-Bewegung und beschreibt kommentierend Positionen, Strategie und Taktik der kapitalismuskritischen Protestler. Dies geschieht mehr aus persönlicher und subjektiver Perspektive, welche gleichwohl einen interessanten Einblick in das Innenleben einer bedeutenden Protestbewegung der Gegenwart gestattet.

Kindheitsvergiftung und Ketzereien

(hpd) Ganz aktuell ist bei Alibri ein neues Buch von Ludger Lütkehaus erschienen. Darin erzählt er die Geschichte einer Kindheit unterm Kreuz: der Kindheitsvergiftung. Gegenüber der Erstveröffentlichung im Jahre 1994 wurde dem Buch noch eine Sammlung von Aphorismen, die der Autor „Ketzereien“ nennt, hinzugefügt.