„Lach doch mal" und „Tigerente"

HUSUM. (hpd) Bis Ende August gibt es ein im Norden Deutschlands seltenes Kunstereignis in einer Husumer Galerie zu sehen:

eine Ausstellung von Janosch-Bildern.

 

In der Galerie Tobien, in der Innenstadt von Husum, werden vom vergangenen Samstag bis Ende August insgesamt 77 Farbradierungen, Aquarelle und Acryl-Bilder von Janosch gezeigt. Es ist eine Verkaufsausstellung und Werksübersicht aus den verschiedensten Schaffensperioden

In kräftigen Farbrahmen ist nicht nur die bekannte Tigerente zu sehen - alleine, mit Bär oder Bärenschwein -, sowie „Hase und Bär", Farbradierungen aus den „Hasenkindern" und „Frau Cafekatze" oder „Frau Lühlein trank ein Glas Burgunder", auch „Pater mit Kreuz" , „Soldat Gottes" und „Oh du fröhliche" präsentieren sich den überwiegend irritierten Besuchern. Diese Seite von Janosch kannten bisher nur Wenige.

Auf Stelltafeln, in der Mitte des Ausstellungsraumes, Größerformatiges in Acryl auf Leinwand: „Napoleon benötigt keine Hilfe und schon gar nicht bei Waterloo" oder „Meine Frau mit den Locken und ich mit der irren Krawatte".

Zustande gekommen ist die Ausstellung, die Marid Taubert von der Galerie Tobien schon seit einigen Jahren gerne in ihrer Galerie gesehen hätte - da das SWR-Fernsehen an einem Portrait von Janosch arbeitet, dabei alles Lebensorte von Janosch besucht (Polen, Friesland, München, Teneriffa,...) und da man ja bereits in Bad Zwischenahn und Oldenburg in Westfriesland gewesen war, hatte sich die günstige Gelegenheit für die Ausstellungsrealisierung in diesem Jahr in Husum ergeben.

Janosch ist bester Stimmung, sitzt auf dem orange-roten Bezug des großen Ecksofas und signiert mit leichter Hand die vielen Janosch-Bücher, die von den zahlreichen Besuchern in dicken Einkaufstüten mitgebracht worden waren und ihm nun, wenn auch meist zögerlich, entgegengehalten werden. Wer Glück hat oder Janosch gefällt, der bekommt auch noch eine kleine Zeichnung neben das Autogramm. Es ist auch besser, das er sitzt, nicht nur wegen der Bequemlichkeit, sondern weil er sonst die meisten der Anwesenden um einen Kopf überragen würde und die Besucher noch mehr Respekt vor ihm gehabt hätten.

In einem sonnigen Vorgespräch hatte Janosch auf die Frage, als was er sich verstehe - als Atheist, Agnostiker, Humanist -, unterbrochen und knurrend festgestellt: „Ich bin ein Ketzer!" Und zu seinen aktuellen Projekten verrät er, dass er ein Buch in Arbeit habe, mit dem Titel: „Gott ist schuldig!" Allerdings habe es bisher noch kein Verlag haben wollen.

Auch wenn die meisten Besucher ihn nur als „Kinderbuchautoren" kennen und schätzen, ist ihm diese religionskritische Seite seines Werkes wichtig, auch wenn sie in der Zahl seiner Zeichnungen nur einen vergleichsweise geringen Umfang habe.

CF

Fotografien © Evelin Frerk

Ausstellung Janosch – Galerie Tobien – Neustadt 8-10, 25813 Husum
Öffnungszeiten: Mo.-Fr. 9:00 bis 18:00 Uhr, Sa. 9.00 bis 16:00 Uhr.
Telefon: (04841) 64 800

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