Forschende haben am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig Teile des Erbguts von zwei etwa 120.000 Jahre alten Neandertalern aus Deutschland und Belgien sequenziert. Die Analysen dieser Erbgut-Sequenzen ergaben, dass die letzten Neandertaler, die vor etwa 40.000 Jahren lebten, zumindest teilweise von diesen etwa 80.000 Jahre älteren europäischen Neandertalern abstammen.
In der Reihe "Geist in Fürth 2019" stellten Burger Voss, André Sebastiani und Michael Schmidt-Salomon ihre neuen Bücher vor, in denen es um den gesellschaftlichen Wert von Atheisten, haarsträubende Aspekte der Anthroposophie und hilfreiche Erkenntnisse für den richtigen Umgang mit sich selbst geht.
Die Biologin Jitka Polechová erstellte in einem vom Wissenschaftsfonds FWF finanzierten Projekt ein theoretisches Modell zur Beschreibung der Ausbreitung von Tier- und Pflanzenarten. Sie konnte zeigen, dass die zugrundeliegenden Mechanismen einfacher sind als bislang gedacht, was wichtige Konsequenzen für den Artenschutz hat.
Der von dem studierten Historiker Vojin Saša Vukadinović herausgegebene Sammelband "Freiheit ist keine Metapher. Antisemitismus, Migration, Rassismus, Religionskritik" enthält fast 40 Texte, welche die kulturrelativistischen Aussagen und Konzepte aus der postmodernen Linken kritisieren.
Klimawandelleugner und -relativierer bedienen sich unterschiedlicher Narrative, um wissenschaftliche Erkenntnisse zu diskreditieren. Ncht selten werden die Prognosen von Klimaforschern bezweifelt oder abgelehnt. Prof. Andreas Oschlies vom GEOMAR Zentrum beleuchtete in seinem Vortrag "Worauf wir uns verlassen können: Unsicherheiten in der Klimamodellierung" im Rahmen der Ringvorlesung "Wissenschaft und Alternative Fakten IV" die Aussagekraft aktueller Klimavorhersagen an der CAU Kiel.
In der zweiten Hälfte des Kortizes-Symposiums "Hirn im Glück" ging es in sechs Vorträgen aus Psychologie, Wirtschaftswissenschaften und Philosophie um Fragen wie: Was passiert neuronal, wenn wir singen oder im Takt wippen? Welche Widrigkeiten lauern auf dem Weg zum Lebensglück? Und: Ist Weisheit mit Glück vereinbar?
Eine Studie aus dem Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte wirft ein neues Licht auf die Evolution und Kulturgeschichte des Apfels. Ursprünglich hatten sich die Früchte entwickelt, um vor der letzten Eiszeit große Säugetiere anzulocken und darüber ihren Samen zu verbreiten. Später brachten Händler die Bäume zusammen mit anderen Nutzpflanzen über die Seidenstraße in viele Gegenden Eurasiens.
Nord- und Zentralasien wurden in Untersuchungen zu frühen menschlichen Migrationen bislang vernachlässigt, da Wüsten und Gebirge als unüberwindliche Barrieren angesehen wurden. Die Studie eines internationalen Forschungsteams argumentiert nun jedoch, dass der Mensch unter feuchteren klimatischen Bedingungen in der Vergangenheit diese extremen Lebensräume durchaus durchquert haben könnte. Demnach wäre es naheliegend, zu überdenken, wo wir nach den frühesten Spuren unserer Spezies in Nordasien suchen sollten und in welchen Regionen es möglicherweise zu Begegnungen mit anderen Homininen wie Neandertalern und Denisovanern gekommen sein könnte.
Bisher dachte man, dass unsere Vorfahren frühestens vor 2,58 bis 2,55 Millionen Jahren Steinwerkzeuge systematisch angefertigt und genutzt haben. Die Entdeckung einer neuen Fundstelle in Äthiopien beweist jedoch, dass die Ursprünge der Produktion solcher Werkzeuge älter als 2,58 Millionen Jahre sind. Eine Gruppe von Wissenschaftlern unter der Leitung von David Braun von der George Washington University und dem Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie vermutet, dass Steinwerkzeuge mehrmals auf unterschiedliche Weise erfunden wurden, bevor sie zu einem wesentlichen Bestandteil im täglichen Leben unserer Vorfahren wurden.
Brauchen wir Sinnerfüllung? Wie finden und halten wir innere Balance? Um die Wissenschaft menschlichen Wohlbefindens ging es Mitte April beim Kortizes-Symposium "Hirn im Glück". Dies ist Teil 1 des Berichts über die Veranstaltung mit einem Überblick über die ersten 6 Vorträge aus Psychologie, Psychiatrie und Biologie.
Die rasante Entwicklung von CRISPR‐Cas und anderen Techniken zur Genom‐Editierung werfen eine Vielzahl wissenschaftlicher, rechtlicher und ethischer Fragen auf. Die Max-Planck-Gesellschaft möchte die Expertise ihrer Wissenschaftler in die wissenschaftliche und gesellschaftliche Debatte einbringen. In einem Positionspapier hat sie deshalb ihren Standpunkt zur Genom-Editierung formuliert.
Die Kulturgeschichte der Menschheit ist eng mit der Biene verknüpft. Als Lieferantin für Honig, Met und Wachs wurde sie gepriesen, für ihre Staatenbildung und Blütenbestäubung verehrt und wegen ihres Giftes gefürchtet. Das kleine Tier ist seit jeher eine riesige Projektionsfläche für Religion, Politik und sogar Sexualmoral. Ihre Entmystifizierung durch die Forschung war vielen religiösen Anfeindungen ausgesetzt.
Von religiösen Menschen, vor allem von Theologen, wird immer wieder in den Raum gestellt, Wissenschaft sei auch nur eine Form von Glaube. Diesem Denkfehler müssen Argumente entgegen gestellt werden.
Der hpd veröffentlichte Ende April den Artikel "Ein Moralkompass für Maschinen". Darin wurde gesagt, dass "die Debatte um eine sinnvolle und praktikable Maschinenethik gerade erst begonnen hat." Dem widersprach Professor Oliver Bendel und stellte dem hpd einen Artikel zur Verfügung, der bereits im Februar 2018 in der Zeitschrift "Aus Politik und Zeitgeschichte" veröffentlicht worden ist.
Ist Künstliche Intelligenz Veränderungsmotor oder Manipulator, wird sie Partner werden oder technischer Organismus? In vier Vorträgen aus Informatik und Zukunftsforschung widmete sich die Kortizes-Veranstaltungsreihe "Vom Reiz der Sinne" diesmal dem Schwerpunktthema KI.