Hella Camargo

Jahrgang 1980, hat Germanistik und romanische Philologie studiert. Da sie in eine römisch-katholische Familie hineingeboren wurde und dreieinhalb Jahre auf einer katholischen Grundschule verbracht hat, war der Grundstein zum Atheismus früh gelegt. Heute baut sie lieber auf ihren Gerechtigkeitssinn als auf kirchliche Gebote.

Artikel der Autorin

Das Rathaus von Boston mit den drei Fahnenmasten

Satanic Temple will Fahne am Bostoner Rathaus hissen

Religiöse Fahnen am Rathaus – muss das sein in einem Land, in dem Staat und Religion getrennt sind? Wenn es nach dem Supreme Court geht, schon. Einer christlichen Organisation war das hissen ihrer Fahne am Bostoner Rathaus während einer Veranstaltung verboten worden. Der Kopf der Organisation hatte geklagt und Recht bekommen. Nun fordert auch der Satanic Temple das Recht ein, seine Fahne zur "Satanic Appreciation Week" im Juli am Rathaus hissen zu dürfen.

Adoption nur mit der richtigen Religion?

Offiziell sind Staat und Kirche in den Vereinigten Staaten von Amerika getrennt. Trotzdem können staatlich finanzierte und religiös geführte Adoptionsagenturen ihre Dienste Adoptionswilligen verweigern, wenn diese eine andere Religion haben. So geschehen ist das Elizabeth und Gabriel Rutan-Ram sowie sechs weiteren Personen, die nun mit Unterstützung von Americans United, einer Organisation im Einsatz für die Trennung von Staat und Kirche, das Department of Children's Services in Tennessee verklagen.

Symbolbild

Spanien: Kirche zögert bei Zusammenarbeit mit Ombudsmann

Die spanische katholische Kirche hat jahrzehntelang sexualisierte Gewalt gegen Minderjährige aus ihren eigenen Reihen vertuscht. Kinder, Jugendliche und Eltern wurden zum Schweigen gebracht, Priester auf andere Kontinente versetzt. Erst seit kurzem gibt die Kirche einige hundert Fälle zu. Der mit der weiteren Untersuchung betraute Ombudsmann soll kanonische Archive einsehen dürfen, eine Teilnahme an der Untersuchung schließen die Bischöfe jedoch aus.

Supreme Court Building in Washington, D.C.

Trumps Saat zum Verbot sicherer Abtreibung geht auf

Während seiner Amtszeit besetzte der damalige Präsident Donald Trump drei Posten an der Spitze des Obersten US-Gerichtshofes mit Konservativen. Da nun ein großes Ungleichgewicht zu ungunsten der Liberalen besteht, ist zu befürchten, dass das per Verfassung geschützte Recht auf legale Abtreibung gekippt wird und sich einzelne Bundesstaaten mit strikten Verboten überbieten. Ein von Samuel Alito, Richter am Supreme Court, im Februar verfasstes Dokument lässt Schlimmes ahnen. Landesweite Proteste fordern den Erhalt legaler Schwangerschaftsabbrüche.

Kirchenruine in Schottland

Nur noch 33 Prozent der Schotten sind christlich

Im Zusammenhang mit dem schottischen Zensus hat die Humanistische Gesellschaft Schottlands nicht nur die Menschen aufgerufen, die Fragen zur Religion ehrlich zu beantworten, um Kirchenprivilegien abbauen zu können, sondern auch eine eigene Befragung dazu durchführen lassen. Demnach bezeichnen sich nur noch 33 Prozent der Schott*innen als christlich. 2011 waren es noch 53 Prozent.

Atheistischer durch die Pandemie

Obwohl Spanien einst als katholisches Land galt, verliert die spanische katholische Kirche seit Jahrzehnten Gläubige. Geschuldet nicht nur der Tatsache, dass jüngere Menschen seltener eines religiösen Glaubens bedürfen, sondern auch der Missbrauchs- und Finanzskandale der Kirche.

USA: Atheist fordert, Bibeln aus Floridas Schulen zu verbannen

Bibeln und alle Bücher, die sich auf die Bibel beziehen, sollen aus Floridas Schulen verschwinden, wenn es nach Chaz Stevens geht. Die Forderung ist eine Antwort auf den konservativen Angriff auf moderne Schulbücher, in denen Rassismus doch tatsächlich hinterfragt wird und Menschen sogar eine Sexualität haben. Der Angriff in Form eines als "Stop WOKE Act" bezeichneten Gesetzes soll Kinder vor Inhalten schützen, die sie sich schlecht oder schuldig fühlen lassen oder zum Hass aufeinander führen könnten.

Symbolbild

USA: "Atheist Street Pirates" entfernen illegale religiöse Propaganda

Während sich in Deutschland die Straßenwerbung mit religiösem Inhalt meist auf bezahlte Anzeigen eines TV-Senders und mit Kreide auf Seitenstraßen geschmierte "Jesus lebt"-Slogans beschränkt, sieht das in den USA anders aus. Bibelzitate und ungebetene Auskünfte zum Aufenthalt Jesu sowie Anweisungen zum Umgang mit ihm zieren ganze Schilder und Banner, die illegal an Straßen angebracht werden. Die "Atheist Street Pirates" sammeln die Orte und leiten die Entfernung unrechtmäßig angebrachter Schilder ein.

USA: Ex-Bischof Hubbard gibt jahrzehntelange Vertuschung von Missbrauch zu

Um Skandale zu vermeiden und das Ansehen seiner Diözese zu schützen, soll Ex-Bischof Howard Hubbard jahrzehntelang den sexuellen Missbrauch katholischer Amtsinhaber an Minderjährigen vertuscht haben. Erst in diesem Monat wurde eine knapp 700-seitige Aussage bekannt, die Hubbard im vergangenen Jahr tätigte. Über Jahrzehnte soll er dutzende Verbrechen von elf Priestern gedeckt haben. Missbrauchsvorwürfe gegen sich selbst weist er zurück.