Predigtverbot für Priester nach "Pegida"-Auftritt

Dem Emmericher Pfarrer Paul Spätling wurde nach seiner Rede bei der "Pegida"-Demonstration in Duisburg die Predigtbefugnis entzogen.

"Der Geistliche dürfe sich innerhalb und außerhalb von Gotteshäusern nicht mehr im Namen der Kirche äußern, teilte das Bistum am Dienstag mit." 

Der Pfarrer hat bei einer Demonstration des Duisburgers Pegida-Ablegers davon gesprochen, dass die kath. Kirche seit 1.400 Jahren gegen den Islam kämpft. Nach seiner Ansprache führte er den Demonstrationszug an.

Der Bischof von Münster, Felix Genn, hat Spätling anschließend mitgeteilt, dass er solche Reden nicht "dulden kann und will". Der Bischof hat ihm deshalb die Predigtbefugnis entzogen und ihm damit verboten, innerhalb und außerhalb von Kirchen öffentlich im Namen der Kirche zu sprechen.

Quelle

Kommentare (2)

Horst Herrmann (nicht überprüft)

Mi. 21 Jan 2015 - 11:03

Paul Spätling hat vor Jahrzehnten bei mir studiert und mich nicht sonderlich geschätzt. Dennoch frei nach Rosa Luxemburg: Es ist die Freiheit der Andersdenkenden, die auf dem Spiel steht. Auch wenn ich mich aus guten Gründen niemals der Pegida anschließen würde, Paul Spätling hat das Recht des Andersdenkenden. Oder dürfen nur Lila- oder Purpurkäppchen eine Meinung äußern? Oder gar ein Joseph Ratzinger, der in seiner Regensburger Papst-Rede nicht gerade freundlich mit dem Islam umgegangen ist?

Er ist eben nicht auf der Höhe des bischöflichen Zeitgeistes, der Herr Spätling: Frühling ist nämlich neuerdings in der Catholica angesagt, ein arabischer, ein islamischer Frühling. Das klang Jahrhunderte hindurch ganz anders, oder nicht? Muss Spätling nicht nachsitzen, wann immer seine Oberen eine Kehrtwende vollziehen?

Und zum Predigtverbot: Eine ganz unverhältnismäßige Reaktion. Es juckt mich in den Fingern, dem Gemaßregelten kirchenrechtlich und medial beizustehen. Warum hat sich die politisch korrekte Münsteraner Kurie in dieser Sache nicht gleich auf das Reichskonkordat berufen, jenen Schandvertrag mit Hitler, der katholischen Priestern die politische Betätigung verbietet und als einziges faschistisches Konkordat bis heute in Geltung ist? Und das mitten in einem Abendland, das die Pastorentochter in Berlin alternativlos für christlich hält.

Reden darf nur ein Papst, Herr Spätling. Dieser Herr Bergoglio entlarvt sich freilich soeben vor aller Augen und muss sich schon einen Gottesgaukler nennen lassen: Franziskus und die Karnickel, jene Tiere, die das Alte Testament, das Gotteswort, noch als Wiederkäuer eingeordnet hat. Und die Faustschläge dieses Herrn? Ein Bischof hat mir gegenüber Rosa Luxemburg als "kommunistische Schlampe" beleidigt. Wäre ich so gewaltbereit gewesen wie Bergoglio, hätte ich zugeschlagen.

Noncredist (nicht überprüft)

Do. 22 Jan 2015 - 01:06

Antwort auf von Horst Herrmann (nicht überprüft)

Ihm die Lehrbefugnis zu entziehen, ist im Rahmen der kath. Kirche nichts neues. Wer sich nicht nach der RKK-Lehre verhält, bekommt ärger. Ist das nun wirklich überraschend? Die Pegida-Bewegung strömt einen Gestank der religiösen Inakzeptanz aus, der freilich nicht zu einer pluralistischen Gesellschaft gehört. Sich "mit denen" zu Identifizieren, gefällt der RKK anscheinend nicht und möchte hier ein Zeichen setzen. Es sind schon Menschen für keinere Vergehen als eine öffentliche Darstellung als Anführer einer islamfeindlichen Demonstration von der Kirche gefeuert worden. Die Kirche darf bekanntlich selbst bestimmen, wie und wann sie Leute einstellt und feuert. Das sie nicht sehr viel von persönlicher Freiheit hält, dürfte allen wohlbekannt sein.

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