Kolumbien: Helikopter-Exorzismus für sündige Stadt geplant

Symbolbild
Helikopter (Symbolbild)

In der westkolumbianischen Stadt Buenaventura sind Armut und Verbrechen weit verbreitet. Nach dem grausamen Mord an einem 10-jährigen Mädchen soll nun mit der Unterstützung des kolumbianischen Militärs eine Gegenmaßnahme ergriffen werden. Jedoch nicht in Form von Gewaltprävention oder Einsätzen gegen den Drogenhandel, sondern mittels Exorzismus, der die Stadt vom Bösen reinigen soll.

Für dieses Wochenende, während der jährlichen Feier für den Schutzheiligen der Stadt, plant Buenaventuras Bischof Rubén Darío Jaramillo Montoya nach Angaben des Guardian einen Exorzismus für die gesamte Stadt. Die Unterstützung des Militärs, welches einen Hubschrauber stellen soll, hat der 2017 durch Papst Franziskus in sein Amt berufene Bischof sich bereits gesichert. Aus dem Hubschrauber will Montoya Weihwasser auf die Stadt Buenaventura und ihre etwa 430.000 Einwohner regnen lassen und mittels Gebeten die Dämonen austreiben, die den Ort mit ihren Verbrechen heimgesucht hätten.

Die Nichtregierungsorganisation Human Rights Watch kommt in Bezug auf den Drogenhandel, Folter, Entführung und Mord zu einem anderen Ergebnis. Nicht Dämonen sind schuld an Verbrechen, sondern paramilitärische Menschengruppen, die ganze Stadtteile kontrollieren und menschliche Drogenkartelle.

Es bleibt abzuwarten, ob die Kriminalitätsrate in einer der gefährlichsten Städte Kolumbiens sinkt, wenn ein Gebete brüllender 52-jähriger verkeimtes Wasser aus einem Hubschrauber gießt. Da für das Wochenende in Buenaventura ohnehin Regen und Gewitter vorhergesagt wurden, dürfte das Weihwasser in homöpathischer Verdünnung Drogenhändler, Entführer und Mörder durchweichen.

Kommentare (8)

Klaus Bernd (nicht überprüft)

Fr. 12 Jul 2019 - 13:01

"dürfte das Weihwasser in homöpathischer Verdünnung Drogenhändler, Entführer und Mörder durchweichen."
dann dürfte es ja besonder wirksam sein !!!

G.B. (nicht überprüft)

Fr. 12 Jul 2019 - 13:18

Da sieht man einmal mehr in welcher Welt d.h. in welchem Narrative die Geistlichkeit lebt.
Anstatt sich dafür zu Engagieren, das das Verbrechen bekämpft wird zu beten und "Weihwasser" zu versprühen, sollte diese versuchen das Übel an der Wurzel zu packen.

Hans Trutnau (nicht überprüft)

Fr. 12 Jul 2019 - 14:47

"Weihwasser ... regnen lassen" - wie geil ist das denn? Wie echte Chemtrails.

Günter Rack (nicht überprüft)

Sa. 13 Jul 2019 - 10:31

Ja aber wenn das Weihwasser nichts nützt?
Dann hilft wohl nur noch Feuer und Schwefel wie weiland bei Sodom und Gomorrha!!!
Ich fass mir an den Kopf!!!

kater abraham (nicht überprüft)

Sa. 13 Jul 2019 - 14:37

was für ein geniestreich gegen den satan! da hat gabriele amorth (2016 in den himmel aufgefahren), chefexorzist im vatikan, in 30 hingebungsvollen und engagierten lebensjahren, nach eigenen angaben schlappe 70.000 erfolgreiche exorzismen durchgeführt und dann kommt da so ein junger schnösel, ordert einen hubi und versprüht mal locker weihwasser über 430.000 einwohner. wow!
aber das würdigt hier ja mal wieder keiner!

Dieter Bauer (nicht überprüft)

Sa. 13 Jul 2019 - 22:12

Dass päpstlich geduldetes dümmliches Bischofsgehabe wenig nützt, wird dann offensichtlich, wenn die Regengüsse abflauen. Welche Dummschwätzerei wird uns dann serviert?

Siegbert (nicht überprüft)

Mo. 15 Jul 2019 - 13:04

Da wird Technik benutzt (Verbrennungsmotor, Elektronik, ...), die auf jahrzehntelange, gar jahrundertelange Forschung und Entwicklung beruht, die sich immer wieder gegen Aberglauben und religiöse Verfolgung durchsetzen musste, um...was zu machen?

Hella Camargo

Jahrgang 1980, hat Germanistik und romanische Philologie studiert. Da sie in eine römisch-katholische Familie hineingeboren wurde und dreieinhalb Jahre auf einer katholischen Grundschule verbracht hat, war der Grundstein zum Atheismus früh gelegt. Heute baut sie lieber auf ihren Gerechtigkeitssinn als auf kirchliche Gebote.

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