HVD Rheinland-Pfalz/Saarland

Gemeinsamer Werteunterricht in der Grundschule gefordert

Der HVD Rheinland-Pfalz/Saarland fordert gemeinsamen Werteunterricht in der Grundschule

Der Humanistische Verband Rheinland-Pfalz/Saarland fordert eine Diskussion um die Neuregelung des Religionsunterrichts im Saarland und plädiert für gemeinsamen Werteunterricht schon in der Grundschule.

Wie das saarländische Bildungsministerium mitteilt, wird ein seit dem vergangenen Schuljahr laufender Modellversuch zum islamischen Religionsunterricht um vier Jahre verlängert. Bislang nehmen vier
Grundschulen in Saarbrücken und Völklingen teil. Nun könnte der Versuch auf
weitere Standorte ausgeweitet werden.

Der Humanistische Verband Rheinland-Pfalz/Saarland e. V. (HVD RLP/Saar)
nimmt diese Meldung zum Anlass, auf die Situation konfessionsfreier Kinder in
den Grundschulen hinzuweisen. Da ein Ethikunterricht im Saarland erst ab
Klassenstufe 5 angeboten wird, legen die Verantwortlichen den
konfessionsfreien Eltern oft nahe, ihre Kinder sollten eines der konfessionellen
Angebote wahrnehmen. Anderenfalls müssten Kinder in anderer Weise
beaufsichtigt werden.

Der HVD RLP/Saar plädiert dafür, der wachsenden Vielfalt an religiösen und
nichtreligiösen Weltanschauungen dadurch gerecht zu werden, dass schon in
Grundschulen ein gemeinsamer Werteunterricht eingeführt wird. Eine
entsprechende Petition einer Elterninitiative in Rheinland-Pfalz wird durch den
Humanistischen Verband ausdrücklich unterstützt.

"Wir würden es sehr begrüßen, wenn eine solche Diskussion aus der Mitte der Gesellschaft auch im Saarland in Gang käme", so die Vorsitzende des Humanistischen Verbands Rheinland-Pfalz/Saarland e. V. Hedwig Toth-Schmitz.

Kommentare (7)

Gerhard Baierlein (nicht überprüft)

Mo. 23 Sep 2019 - 10:52

Zu diesem vernünftigen Vorschlag habt ihr meine volle Unterstützung.

A.S. (nicht überprüft)

Mo. 23 Sep 2019 - 12:09

Wer am konfessionell getrennten Religionsunterricht festhält, hält sich die Option für "Mission in der Schule" offen oder nutzt diese bereits jetzt.

Gerhard Baierlein (nicht überprüft)

Mo. 23 Sep 2019 - 14:29

Diese Forderungen zu erfüllen ist der einzig gangbare Weg aus dem Teufelskreis des Religionsunterrichts zu kommen.

Unechter Pole (nicht überprüft)

Mo. 23 Sep 2019 - 18:29

Bei den gegenwertigen Verhältnissen wäre ein "gemeinsamer Werteunterricht" eine Pflichtwerbeveranstaltung für alle Religionen.

Edgar Schwer (nicht überprüft)

Di. 24 Sep 2019 - 08:09

Im Gesetz Nr. 812 zur Ordnung des Schulwesens im Saarland heißt es in § 14:
„Die Eltern können die Teilnahme ihrer Kinder am Religionsunterricht ablehnen. Nach Vollendung des 18. Lebensjahres steht dieses Recht der Schülerin oder dem Schüler zu. Die Erklärung über die Abmeldung vom Religionsunterricht ist der Schulleiterin oder dem Schulleiter von den Erziehungsberechtigten oder von der Schülerin oder dem Schüler schriftlich abzugeben.
Diese Vorschrift gilt auch für Privatschulen“. In unserem Nachbarland Luxemburg ist das Fach Religion jetzt auch an den Grundschulen abgeschafft und durch einen neutralen Werteunterricht ersetzt worden. An den weiterführenden Schulen hatte das neue, für alle Kinder verpflichtende Fach „Leben und Gesellschaft“ bereits vorher den Religionsunterricht ersetzt. Das Großherzogtum ist davon nicht untergegangen.

Resnikschek Karin (nicht überprüft)

Mi. 25 Sep 2019 - 11:32

Neutraler, d.h.säkularer Werteunterricht für alle ist das Gebot der Stunde. Religionskunde ja - Glaube- und Religion in Ethik nein.
Es ist nicht hinnehmbar, dass Islamunterricht forciert wird (für 5% Muslime) aber für Konfessionsfreie (43%!!!) nichts getan wird bzw. diese Kinder abgeschoben und damit ausgegegrenzt werden.
Dass es keine gründliche Uniausbildung gibt - nur halbherzige Philosophieangebote - wohl aber islam.-theol. Fakultäten, ein weiterer Skandal, das sei ganz nebenbei erwähnt. Karin Resnikschek, Tübingen

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