Interview

"Wie bewahrt man eigentlich seine Würde in dem ganzen Wahnsinn?"

Professor Thomas Metzinger.

Der Klimawandel ist eines der großen Themen der Gegenwart. Während die einen noch versuchen, das Schlimmste zu verhindern, beschäftigen sich andere bereits mit der Frage, wie die Folgen des Klimawandels abgemildert werden können. Der Philosoph Thomas Metzinger findet, dass es dringend an der Zeit wäre, uns dem Klimawandel auch auf geistiger Ebene zu stellen und mentales Katastrophenmanagement zu betreiben. hpd-Redakteurin Daniela Wakonigg sprach mit ihm über sein neues Buch "Bewusstseinskultur".

hpd: Herr Prof. Metzinger, der Klimawandel dürfte das größte Problem sein, mit dem die Menschheit gegenwärtig konfrontiert ist. Es wird ja momentan intensiv darüber diskutiert, was sich auf technischer Ebene ändern müsste, damit das Schlimmste verhindert werden kann. Auch in Ihrem Buch geht es um den Umgang mit dem Klimawandel – aber nicht um die technischen Aspekte.

Thomas Metzinger: Ich schließe das durchaus nicht aus, dass irgendjemand eine neue und wirklich gute Idee hat und dass irgendeine technische Zwischenlösung kommt. Aber genau dieses Versprechen von neuen Technologien, die die Schäden beseitigen, die durch das aktuelle Wachstum entstehen, das ist eben schon lange integraler Bestandteil dieser kapitalistischen Wachstumsrhetorik. Und ich fände es unethisch, systematisch immer weiter Schaden anzurichten unter diesem weltanschaulichen Vertrauen auf immer neue Technologien. Auch die technische Entwicklung wird irgendwann einmal an rein physikalische Grenzen stoßen – es wäre eine ziemlich unseriöse Wette, ernsthaft etwas anderes anzunehmen. Wir diskontieren seit Jahrzehnten die Lebensqualität und die verbleibenden Handlungsoptionen für zukünftige Generationen – und wir tun dies wissentlich. Aber trotzdem könnte es natürlich passieren, dass hier etwas ganz Neues entwickelt wird. Ich glaube aber nicht, dass das passiert.

Ein konkretes Beispiel, das viele Leute verstehen werden, ist die Kernfusion. Nehmen wir mal den besten denkbaren Fall, wir würden alle technischen Probleme mit der Kernfusion tatsächlich lösen, bis 2040. Das ist extrem optimistisch, so etwas wirklich zu glauben. Aber nehmen wir an, es klappt, dann müsste es ja noch einen Rollout für diese Technologie geben. Das heißt: Es müssten sehr viele Fusionsreaktoren auf der ganzen Welt noch rechtzeitig gebaut und erfolgreich in Betrieb genommen werden. Und das in dem Zeitfenster, das uns noch zur Verfügung steht, wenn wir nicht vollständig die Kontrolle verlieren und einen katastrophischen Verlauf verhindern wollen, der sich bei einer Erderwärmung von mehr als zwei Grad sicher ergeben würde. Und das ist eben nicht zu realisieren. Es geht ja nicht nur darum, irgendwelche technologischen Möglichkeiten zu entdecken, sondern das Problem ist ja:  Diese Technologien müssen dann weltweit implementiert werden, in allen Ländern. Und das halte ich nicht mehr für machbar. Deswegen würde ich nicht alleine auf die Technologie-Karte setzen wollen.

Sie setzen vor allem auf die Kopf-Karte, wenn man es so formulieren möchte. Sie plädieren in Ihrem Buch dafür, dass sich angesichts des Klimawandels vor allem in unseren Köpfen etwas ändern müsste. Was konkret?

Einiges. Das Buch ist zwar recht kurz, aber trotzdem steht ziemlich viel drin. Die erste These ist, dass wir uns jetzt zuallererst radikal ehrlich machen müssen. Ich glaube, es gibt im Moment schon viele Leute, die wissenschaftlich gut informiert sind und die bereits deutlich sehen "Das geht sehr wahrscheinlich schief mit der Rettung der Erdatmosphäre. Wenn man die globalen Zahlen anschaut, dann wird die Katastrophe kommen.". Sie haben aber das Gefühl, das darf man nicht sagen – man darf es nicht aussprechen, weil das insbesondere den jungen Leuten den Mut nimmt und sie deprimiert, weil das auch politisch gefährlich ist und zu Fatalismus führt.

Was vermutlich nicht ganz von der Hand zu weisen sein dürfte …

Vielleicht. Aber Zweckoptimismus und Oberflächlichkeit sind in dieser Situation eben noch viel gefährlicher. Was wirklich politisch gefährlich ist, ist ein wahnhafter und verlogener Zweckoptimismus.

Thomas Metzinger ist Philosoph und Kognitionsforscher. Er war Professor für theoretische Philosophie an der Universität Mainz. Er arbeitet seit vielen Jahren an der Schnittstelle zwischen Philosophie des Geistes und kognitiver Neurowissenschaft. Er beschäftigt sich außerdem mit den ethischen, anthropologischen und soziokulturellen Konsequenzen des Fortschritts in den Neurowissenschaften und der Künstlichen Intelligenz. Metzinger ist Mitglied im Beirat der Giordano-Bruno-Stiftung (gbs) sowie des Hans-Albert-Instituts (HAI).

Warum?

Weil man ihn psychologisch und politisch nicht durchhalten kann. Weil der Zweckoptimismus, der nicht nur bei Liberalpopulisten und Leugnern, sondern auch in Teilen der Klimabewegung weit verbreitet ist, zu emotionalem Ausbrennen führt, zu Verbitterung und Zynismus. Im Buch habe ich geschrieben: "Das Festhalten am Zweckoptimismus raubt uns darüber hinaus die geistige Energie, die wir gerade jetzt so dringend brauchen, denn es verursacht einen permanenten inneren Konflikt: Ein Teil von uns weiß, dass das, was wir nach außen hin als unser persönliches oder politisches Ziel formulieren und einfordern, in Wirklichkeit etwas ist, wovon wir selbst nicht vollständig überzeugt sind. Ein Teil von uns würde zwar immer noch gern daran glauben; ein anderer Teil hat schon längst damit aufgehört." Die Klimabewegung hat da meiner Meinung nach ein psychologisches Nachhaltigkeitsproblem, ein emotionales Nachhaltigkeitsproblem. Denn der Klima“wandel“ – wie Sie es beschönigend nennen - und seine Folgen sind ja Dinge, die wir alle bis ans Ende unseres Lebens aushalten müssen. Schon das Wort "Klimakrise" ist ja eine Beschönigung, weil eine Krise einen Anfang und ein Ende hat. Was wir aber jetzt in Gang gesetzt haben, wird die Menschheit viele Jahrhunderte begleiten, selbst wenn wir schon morgen alle Emissionen stoppen. Deshalb argumentiere ich, dass die allgemeine Einstellung, die wir jetzt dazu haben, letztlich kontraproduktiv ist und dass man sie auch rein psychologisch nicht durchhalten kann. In der allgemeinen Bevölkerung ist es aktuell noch etwas schlimmer, aber auch das wird sich ändern. „Augen zu und Daumen lutschen“ – so hat es eine bekannte deutsche Zen-Meisterin einmal beschrieben. Und deshalb sollten oder müssen wir erstmal diesen unglaublich schweren Schritt machen, ehrlich zu sein, ehrlich zu sehen, wie schlimm es wirklich aussieht. Es geht jetzt um Schadenbegrenzung und um intelligentes Katastrophenmanagement.

Außer dem Zweckoptimismus: Was konkret machen wir denn Ihrer Meinung nach falsch?

Ganz wichtig in dieser Debatte ist immer, sich klar zu machen, worauf sich das Wort "wir" eigentlich jeweils bezieht. Heißt "wir" die 8 Milliarden Menschen auf dem Planeten? Heißt "wir", die 83,7 Millionen Deutschen; meinen wir mit "wir" die wissenschaftlich informierten säkularen Humanisten? Heißt "wir" die Leute, die Bücher lesen oder sogar schreiben? Das sind ganz unterschiedliche Wirs. Es gibt Täter, es gibt Opfer, und es gibt Leute die so tun, als ob sie schlafen. Leute, die so tun, als ob sie schlafen, kann man nicht wecken. Nehmen wir mal an, "wir" wäre die Bundesrepublik Deutschland. Ein Fehler, den wir machen, ist, dass wir meinen, dass dauerhaftes grünes Wachstum tatsächlich möglich wäre. Oder dass eine vernünftige CO2-Bepreisung gegen die deutsche Wirtschaftslobby – oder die USA, Indien und China - tatsächlich durchsetzbar wäre. Ich muss deutlich sagen, dass ich Philosoph bin und kein Wirtschaftswissenschaftler, aber für mich als Laien sind bestimmte Argumente wie zum Beispiel die von Ulrike Herrmann von der taz wirklich überzeugend, dass emissionsfreie Energie aus verschiedenen Gründen auch in Zukunft sehr teuer bleiben wird. Das heißt, wir können nicht – wie viele Leute noch glauben – an dem auf permanentem Wirtschaftswachstum aufgebauten Modell festhalten, weil wir denken, dass es bald nicht-fossile Energie im Überfluss geben wird. Das wird so nicht laufen, da gibt es jede Menge technische Probleme, das Zeitfenster ist einfach zu klein. Und das bedeutet, dass wir in den reichen Ländern aus dem Wachstumsmodell aussteigen müssen. Es gibt zwei Möglichkeiten, das zu tun: Entweder so schnell wie möglich, um unsere eigenen Kosten gering zu halten, oder eben, indem wir gezwungen werden auszusteigen, weil wir das Ding tatsächlich gegen die Wand fahren. "Transformation by Design" oder "Transformation by Desaster" - das ist die Formel, die manchmal in der angelsächsischen Debatte auftaucht. Und wenn man sich anschaut, dass heute 67 Prozent der bundesdeutschen Bevölkerung gegen ein Aus des Verbrennungsmotors sind, wenn man sieht, wie sich etwa Herr Wissing und Herr Lindner und Herr Merz in vollständiger Kenntnis der Tatsachen verhalten, wenn man die 18% AfD-Wähler sieht, dann ist noch nicht einmal klar, ob wir hier im kleinen, reichen Deutschland unter allerbesten Randbedingungen die Energie- und Verkehrswende schaffen. Und das, obwohl wir eines der wenigen Länder sind, die es wirklich schaffen könnten. Es gibt immerhin eine dritte logische Alternative zu "Transformation by Design" oder "Transformation by Desaster": Desaster (without Transformation).

Jetzt sind wir dann aber doch irgendwie wieder bei technischen Dingen gelandet. Kommen wir doch lieber noch einmal zu dem zurück, was in den Köpfen von Menschen angesichts des Klimawandels schiefläuft.

Das, was immer noch große Teile der Allgemeinbevölkerung nicht richtig verstehen, ist die Trägheit physikalischer Systeme, also das Beharrungsvermögen des Weltklima-Systems, wenn das erst einmal ins Rutschen und Rollen geraten ist. Das ist so ähnlich, als würde man in einem Auto bei Tempo 100 auf der Autobahn den Motor ausmachen und es im Leerlauf weiter rollen lassen. Haben Sie es schon mal probiert? Man wundert sich, wie lange das noch rollt. Es ist kontraintuitiv.

Leider sind nicht nur manche physikalische Systeme träge, sondern auch wir selbst. Da ist zum Beispiel die Trägheit unserer politischen Institutionen. Es werden starke Statements gemacht von der UNO, von der EU, von unabhängigen Politikern, aber es wird trotzdem einfach nicht genug getan, weil die politische Institutionen stark von der Wirtschaftslobby unterwandert sind. Ein anderes Beispiel dafür ist die „Debatte“ um die künstliche Intelligenz. Wir erleben also gerade, dass wir nicht mehr schnell reaktionsfähig sind auf politischer Ebene, auch weil die notwendigen Massnahmen einfach nicht durchzusetzen sind, leider gerade auch in Demokratien. Hinzu kommt aber auch das menschliche Gehirn mit seinen 83 Milliarden Neuronen, das in weiten Teilen einfach starr ist. Es wird immer gerne viel über kognitive Flexibilität und Neuroplastizität geredet - das ist ein mediengängiges Modethema - aber die funktionale Architektur unserer Gehirne, die wir aus der biologischen Evolution ererbt haben, die ist in recht großen Teilen eben doch starr. In der Welt unserer Vorfahren haben sich bestimmte Eigenschaften bewährt, die uns heute in große Gefahr bringen. Eine ist Gier, eine ist Neid, eine andere ist Angela Merkels "Auf Sicht fahren". In hochgefährlichen und hochkomplexen Umgebungen wie denen unserer Steinzeitvorfahren war es gut, sich nicht an feste, lange Zukunftspläne zu halten, keine großen Visionen zu haben, weil es einfach darum ging, die nächste Stunde zu überleben. Man musste gierig sein, wenn es einmal etwas zu essen gab. Neid hat den Fortpflanzungserfolg erhöht. Und das führt jetzt eben dazu, dass wir die Lebensqualität zukünftiger Menschen auf dem Planeten total diskontieren, dass wir Kosten systematisch externalisieren und auch dazu, dass die Politiker einfach keine Anreizstruktur vorfinden, lohnt ernsthaft in die Zukunft zu denken. Was sich lohnt – siehe Lindner, Wissing und Merz – ist gut gemachte Beihilfe zur Selbsttäuschung. Im Grunde ist das ja das Geschäftsmodell der organisierten Religion.

Dass die Menschheit unter einer gewissen kollektiven Trägheit leidet, ist sicher nicht zu bestreiten, aber vollkommen starr können unsere Hirne ja nun auch nicht sein, denn dann hätte es ja nie irgendeine Art von Entwicklung in der Menschheitsgeschichte gegeben.

Beispielbild

Es gibt da zwei Komponenten. Die eine ist die Evolution, die funktionale Architektur unserer Gehirne. Aber die Frage ist natürlich, was ist wirklich fest verdrahtet und was lässt sich vielleicht in der Kindheit in einem bestimmten Zeitfenster der Entwicklung noch ändern? Wir müssten dringend mehr Ressourcen in diese Art von Forschung investieren. Aber da tut sich dann gleich das nächste Problem auf, denn unser Selbstmodell entsteht ja in verkörperten, kulturell eingebetteten Gehirnen. Nehmen wir zum Beispiel die Religion. Wenn man die Zahlen des Pew Research Instituts zugrunde legt, wird bis 2050 die Zahl der religiösen Menschen auf der Erde steigen, während die Zahl der Konfessionsfreien im Verhältnis abnehmen wird. Das heißt, während sich die Klimakatastrophe voll entfaltet, wird wahrscheinlich ein Großteil der Menschheit fest in einem religiösen System verankert sein. Ich sage auch das Entstehen neuer Religionen voraus. Und natürlich ist die Grundbotschaft fast aller Religionen die der Sterblichkeitsverleugnung. Das heißt, es gibt immer ein Hintertürchen: Dieses Leben wird nicht das einzige und nicht das letzte sein. Und das führt natürlich dazu, dass es den Druck aus dem menschlichen Handeln herausnimmt, es in diesem Leben gut zu machen, sich geistig weiterzuentwickeln. Religion ist ja ein adaptives Wahnsystem – so formuliere ich es in meinem Buch – und das Leben in einem Wahnsystem schließt natürlich toxische Informationen aus dem eigenen Realitätsmodell aus. „Immunisierungsstrategie“ ist nicht einfach nur ein ideologiekritischer Begriff, der dann von Hans Albert in die Wissenschaftstheorie eingeführt wurde – es ist auch eine erfolgreichen komputationale, ganz und gar nicht-begriffliche Strategie, die menschliche Gehirne entwickelt haben um in einer gefährlichen Umwelt zu überleben. Unsere eigenen Gehirne sind sozusagen unseriös. Und genau das verhindert Veränderung. Religiöse Menschen haben grundsätzlich bestimmte Bereiche in ihrem Wirklichkeitsmodell, die durch wissenschaftliche Evidenz und rationale Argumente nicht berührt werden – wie die „firmware“ in einem Computer, die man nicht so leicht ändern kann. Das ist der ganze Trick dabei. Und in Amerika sieht man ja derzeit, was das für Auswirkungen in Hinblick auf den Klimawandel haben kann. Dort glauben die streng religiösen, fundamentalistischen, evangelikalen Gruppierungen fest daran, dass der Klimawandel eigentlich nicht existiert. In der Summe sind das etwa 44% der Amerikaner. Er wird als Lüge dargestellt.

Dass religiöses Denken nicht besonders progressiv ist, darin werden sicherlich die meisten Leserinnen und Leser des hpd zustimmen. Trotzdem weiß ich jetzt noch immer nicht, was wir Ihrer Meinung nach angesichts der auf uns zurollenden Folgen des Klimawandels in unserem Denken ändern sollten. Der Titel Ihres Buchs lautet ja "Bewusstseinskultur". Was ist damit gemeint?

Bewusstseinskultur heißt, dass man eine ethische Einstellung zu den eigenen geistigen Zuständen einnimmt. In der klassischen Ethik fragt man ja "Was ist eigentlich eine gute Handlung?" "Was macht eine Handlung zu einer guten Handlung?" Ich schlage vor, dass wir komplementär die Fragen hinzufügen "Was ist eigentlich ein guter Bewusstseinszustand?", " Was wären wertvolle Bewusstseinszustände oder welche wollen wir politisch, sozial, kulturell als wertvoll behandeln?" Übrigens: Es geht vielleicht gar nicht so sehr darum, etwas "in unserem Denken zu ändern". Die Evangelikalen haben nicht einfach nur falsche Überzeugungen oder "denken nicht progressiv genug" – das wäre eine viel zu oberflächliche Betrachtungsweise.

Und? Was sind wertvolle Bewusstseinszustände?

Ich habe natürlich ganz persönlich eine Meinung darüber, was ein wertvoller Bewusstseinszustand und eine gute Bewusstseinskultur wären. Ich kann mir aber auch vorstellen, dass andere Leute da ganz andere Vorstellungen haben als ich. Worum es geht in dem Buch ist, zuerst einmal eine Diskussion darüber zu eröffnen, was ein etwas etwas tieferer, weiterführender gesellschaftlicher Kontext sein könnte, um mit dieser neuen historischen Epoche umzugehen, die jetzt anbricht und in der die Menschheit möglicherweise scheitert. Ich denke, es ist nicht mehr intellektuell redlich, noch Optimist zu sein. Und wenn man sich dieser Diskussion stellt, ergeben sich ganz viele Fragen. Was sind zum Beispiel wertvolle Formen des bewussten Erlebens? Was können wir in einem normativen Sinne darüber sagen? Und wenn es richtig ist, dass wir in den reichen Ländern unseren Lebensstandard werden absenken müssen, wenn es ohne Verzicht einfach nicht gehen wird, dann ist eine wichtige Frage, wie man das so machen könnte, dass es noch attraktiv ist. Lässt sich vielleicht eine Form des Zusammenlebens finden, die attraktiver ist als diese von Gier getriebene Konsumkapitalismus, den wir jetzt haben? Denn die Bevölkerung macht es ja sonst nicht mit.

Natürlich wäre es ein Missverständnis, dass wir jetzt alle meditieren sollen, um den Klimawandel noch aufzuhalten. Das sage ich nicht. Ich sage: Wenn man ganz realistisch schaut, sind unsere Optionen auf Schadensbegrenzung und intelligentes Katastrophenmanagement begrenzt. Und das, was ich mit Bewusstseinskultur auch meine, das ist genau die Frage nach einem wirklich nachhaltigen, intelligenten Katastrophenmanagement.

Geht es primär darum, durch die Entwicklung einer neuen Bewusstseinskultur effektiver Dinge tun oder lassen zu können, die dem Klimawandel dann zuträglich sind oder ihn abschwächen? Oder geht es dabei primär darum, das wir den Klimawandel mental erträglicher erleben?

"Ertragen" ist, glaube ich, ein gefährliches Wort, ein falsches Wort. Bewusstseinskultur ist für mich nicht Palliativmedizin oder so etwas. Es gibt da ganz verschiedene Ebenen. Eine Ebene ist eher abstrakt. Ich behaupte, die Menschheit verliert im Moment gerade ihre Würde und sie wird diese Tatsache auch irgendwann erkennen. Auch das Bild des Menschen wird sich dann ändern. Was gerade geschieht, beschädigt unser Selbstwertgefühl als Mitglied einer solchen Gesellschaft, einer genau solchen Spezies, weil wir unsere eigene Handlungsunfähigkeit und das wahrscheinliche Scheitern erkennen müssen. Auf einer abstrakten Ebene meint Bewusstseinskultur: Wie bewahrt man eigentlich seine Selbstachtung innerhalb dieses ganzen Wahnsinns? Wie kann man sich selbst noch im Spiegel angucken? Wie kann man für sich eine Rolle finden in dieser historischen Epoche, die es doch noch erlaubt, zu sagen "Ich wäre ein Teil der Lösung gewesen, wenn es denn eine gegeben hätte - an mir hat es nicht gelegen"? Unterhalb dieser Würde-Ebene gibt es dann auch eine psychohygienische Resilienz-Ebene. Die Psychiater merken bereits, dass sich da ein größeres Problem anbahnt, denn es gibt heute bereits Leute, die kommen in Behandlung, weil sie diese ganzen schlechten Nachrichten einfach nicht mehr aushalten können. Also ist die Frage, wie wir eine Form von Resilienz entwickeln können, die wir brauchen, um nicht innerlich zugrunde zu gehen als in einer solchen Epoche lebende Menschen. Ein bisschen pseudokritisch zu posieren wird nicht mehr helfen. Bewusstseinskultur könnte dann zum Beispiel etwas zu tun haben mit dem, was die alten stoischen Philosophen gesagt haben, dass man überlegen sollte, was man überhaupt beeinflussen kann und was nicht, um dann das zu ändern, was man ändern kann, und das ruhen zu lassen, was man eben nicht ändern kann. Vielleicht ist auch die buddhistische Philosophie eine Ressource, die der säkulare Humanismus noch nicht erkannt hat. Ihre Hintergrundannahmen über die Struktur des menschlichen Geistes sind mittlerweile wissenschaftlich wesentlich plausibler als die des Rationalismus und der Aufklärung.

Nun machen Sie in Ihrem Buch ja auch Vorschläge, wie der Weg zu einer neuen Bewusstseinskultur aussehen könnte. Zum Beispiel, indem man die Rationalität der westlichen Philosophie mit östlichen Techniken des Nicht-Denkens verbindet, die spiritueller sind.

Vorweg: Ich verkünde hier nichts, ich predige auch keine neue Moral und es gibt zunächst auch keine politische Agenda. Ich sage: Uns fehlt da etwas und wir sollten einmal ehrlich darüber reden, was genau es ist, das uns fehlt. In diesem neuen historischen Kontext müssen wir das einfach tun. Ich glaube, wir sind in einer dermaßen kritischen Situation, dass wir uns jetzt in einer Art Blütenlese das Beste aus allen Menschheitstraditionen nehmen müssen ohne in philosophischen Fachdebatten abzugleiten oder einfach nur „unser Denken zu ändern“. Und die asiatische und die indische Kultur haben einfach über viele Jahrhunderte ein enormes Praxiswissen im Umgang mit dem eigenen Geist entwickelt, von dem ich behaupte, das könnte jetzt gerade hilfreich sein. Natürlich sind die philosophischen Modelle dahinter, die metaphysischen Vorstellungen, für uns nicht haltbar. Und natürlich könnte meine Annahme auch falsch sein. Man müsste es halt mal ausprobieren, ob man es schafft, durch eine etwas ernsthaftere Meditationspraxis, ohne metaphysisches Disneyland und jenseits des üblichen Eso-Geschwurbels, tatsächlich sein Verhalten zu ändern und ob man es schafft, auf diese Weise mit weniger auszukommen.  

Nun stellt sich für mich aber die Frage, warum ich mir das alles antun soll mit der anstrengenden Entwicklung einer neuen Bewusstseinskultur und dem Verzicht. Wenn ich davon ausgehe, dass der Drops mit dem Klimawandel eh schon gelutscht ist, kann ich doch auch einfach auf die Pauke hauen, solange es noch geht.

Klar. Man könnte auch einfach sagen: Alles Quatsch, wir brauchen eine hedonistische Bewusstseinskultur! Wenn wir guten Rotwein trinken und schön immer weiter tote Tiere essen, dann können wir das alles am besten ertragen. Großes Leid wird kommen, also rächen wir uns und bringen einfach vorsätzlich noch mehr Leid in die Welt. Einen gut organisierten Tanz auf dem Vulkan machen bestimmt auch große Teile der Bevölkerung mit. Aber ein Kriterium für eine gute Bewusstseinskultur ist meines Erachtens: Sie muss vor dem Panikpunkt und nach dem Panikpunkt funktionieren, der ja irgendwann kommen wird. Und ob so eine asozial-hedonistische Einstellung nach dem Panikpunkt noch funktioniert, da habe ich meine Zweifel.

Wie sieht es denn mit Ihrer eigenen Bewusstseinskultur und Ihrer persönlichen Resilienz in Sachen Klimawandel aus? Wie geht es Ihnen, wenn Sie Menschen begegnen, die den menschengemachten Klimawandel leugnen? Oder wenn der Nachbar eine neue Ölheizung einbaut und im Urlaub um die Welt fliegt? Oder wenn Sie sehen, dass der Einsatz neuer Technologien verzögert wird, bloß weil Akteure in Politik und Wirtschaft sich ihre Pfründe sichern wollen?

Es funktioniert leider nur begrenzt. Was ich versuche, was aber gleichzeitig auch unglaublich schwierig ist, das ist, irgendwie doch noch eine annehmende und auch mitfühlende Haltung zu Leuten zu haben, die man als rationale Personen eigentlich aufgegeben hat. Bei allem auch immer zu sehen, dass genau dieselben Leute, die ganz viele schreckliche Sachen tun und sagen, auch gleichzeitig bezaubernde und entzückende menschliche Seiten haben können. So sind wir eben. Aber wie gesagt: Es gelingt mir nur schwer. Weil alles, was ich so erlebe – auch die positiven Reaktionen auf das Buch, durch das sich anscheinend viele junge Leute von der Philosophie gesehen fühlen - eigentlich zeigt, wie absolut hoffnungslos das ist.  Und da nicht aggressiv zu werden und nicht in Menschenverachtung abzugleiten, ich glaube, dabei hilft mir zum Beispiel meine eigene Meditationspraxis.

Glauben Sie denn, dass das, was Sie da in Ihrem Buch skizzieren, überhaupt großflächig funktionieren könnte?

Ich denke nicht. Ich persönlich traue uns das eigentlich nicht zu. Es ist aber nicht verboten, einfach das Richtige zu tun, auch wenn es wenig Aussicht auf Erfolg gibt. Im selben Sinne, darf man auch einfach mal versuchen, das aufzuschreiben, was man selbst für das Richtige hält, . Ich denke, es besteht trotz allemein Wert darin, überhaupt erstmal diese Diskussion zu ermöglichen, eine erste Plattform zu schaffen. Vielleicht haben andere Leute dann viel bessere Ideen.

Die Frage, die mir während des Lesens eigentlich die ganze Zeit im Kopf herum ging war: Für wen schreibt der Metzinger dieses Buch eigentlich? Die allermeisten Menschen haben meiner Erfahrung nach eigentlich überhaupt kein Interesse daran, ihr Inneres zu erforschen und mentale Prozesse zu kultivieren. Und von den wenigen, die daran Interesse haben, sind die einen extreme Rationalisten, die bei Begriffen wie "Spiritualität" und "Meditation" die Augen verdrehen, und die anderen sind spirituell Interessierte, die aber Rationales extrem unattraktiv finden und denen Ihre Aussagen über Religion und die ganze düstere Sicht auf die Dinge nicht gefallen dürfte.

Ich weiß. Es ist ein gezielter Versuch, sich vollkommen zwischen alle Stühle zu setzen. Nur so kann man etwas wirklich Neues entdecken. Einige werden sagen "Jetzt wird der alt, jetzt kommt der uns mit Meditation!". So werden bestimmte viele "kritische Humanisten" und artige Altlinke aus meiner Generation reagieren. Die eher oberflächlichen der jungen Klimaaktivisten werden schockiert sein wegen der düsteren Vision, weil manche von ihnen vielleicht eine Selbstwirksamkeits-Illusion kultivieren, die das Selbstwertgefühl stabilisiert: "Wir können es noch reißen, wir müssen das jetzt drehen, wir haben die historische Verantwortung!" Manche der Meditierenden werden dagegen sagen: "Oh, das macht mir jetzt aber kein schönes Gefühl! Da steht ja jetzt was über reines Bewusstsein und dann soll es vielleicht trotzdem keinen Gott geben und kein Leben nach dem Tod? Puh, das fühlt sich irgendwie nicht richtig an… Zu verkopft!" Ist es nicht hervorragend, ein Buch zu schreiben, das fast jeder irgendwie ärgerlich findet?

Na ja, wirklich jeder?

Was für mich wirklich überraschend war ist, dass in den Monaten, seitdem das Buch erschienen ist, bis auf eine einzige Person niemand, aber wirklich niemand, gesagt hat: "Das ist doch alles Quatsch mit dem Pessimismus, wir können das schaffen!" Es gibt dagegen viele Reaktionen von Leuten, die sagen: "Ich habe mir das schon die ganze Zeit genau so gedacht, ich sage es aber nicht öffentlich." Es gibt anscheinend bereits eine schweigende Mehrheit von Leuten, die das Gefühl haben, man darf den Leuten nicht die Party verderben und die Wahrheit aussprechen. Und das wollte ich einfach mal outen, weil ich dachte, es hat vielleicht einen eigenen Wert, wenn sich einer mal hinstellt und das offen ausspricht. Übrigens habe ich so auch erfahren, dass es Leute gibt, die schon einen Schritt weiter sind. Denen ist es völlig klar, dass der Kollaps kommt, also auch ein zivilisatorischer Kollaps. Denen ist das, was ich schreibe, noch nicht finster, noch nicht realistisch genug. Ein führender Kollapsologe hat mir neulich gesagt, den Panikpunkt, von dem Sie, Herr Metzinger schreiben, den wird es nie geben. Die Stumpfheit und die Beharrungskraft der Allgemeinbevölkerung ist so groß, dass es so lange keine Panik geben wird, bis die Katastrophe sich völlig entfaltet. Und erst dann wird man das alles in der historischen Retrospektive erkennen und richtig verstehen, etwa so wie es zum Beispiel mit der Entstehung des Dritten Reiches war.

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Kommentare (81)

Roland Fakler (nicht überprüft)

Fr. 14 Jul 2023 - 14:33

Das Problem ist doch, dass die Politiker jahrzehntelang Spaßkonferenzen und Gipfelfeste mit maximaler CO2- Vernebelung abgehalten haben, dass Stars die Verschwendung vorgelebt und dadurch multipliziert haben, ohne dem Ernst der Lage gerecht zu werden und dass es eines jungen Mädchens bedurfte, um ihnen das Feuer unter dem Hintern anzuheizen. Der Club of Rome hat schon 1972 vor den Grenzen des Wachstums gewarnt. Wenn die Politiker ihre Hausaufgaben gemacht hätten, gäbe es jetzt keinen Grund in Panik zu geraten. Es nützt ja auch nicht viel, wenn der kleine Mann am Benzin spart, entscheidend sind doch die Großverschmutzer. Der Flugverkehr hat sich in 10 Jahren vervielfacht, im letzten Jahr ist die Weltbevölkerung wieder um 82 Millionen gewachsen und die Kath. Kirche ist immer noch gegen Empfängnisverhütung. Gute Nacht!

karin reinhardt (nicht überprüft)

Sa. 15 Jul 2023 - 14:45

Antwort auf von Roland Fakler (nicht überprüft)

Einverstanden, auch gute Nacht! Allerdings: Es nützt m.E. doch, wenn der "kleine Mensch" Benzin spart z.B. Wenn dieses Verhalten auf einer ethischen Grundlage basiert und kommuniziert wird, kann es beispielhaft wirken, eine Auseinandersetzung anfachen, die dahin führen kann, das gesamte Konsumverhalten zu verändern, der Gier abzuschwören, Verantwortung zu übernehmen ...

Helmut Lambert (nicht überprüft)

Mo. 17 Jul 2023 - 14:01

Antwort auf von Roland Fakler (nicht überprüft)

Herr Fakler, wenn Sie den Club of Rome mit seiner Prognose von 1972 zitieren, haben Sie das Buch - und mehrere nachfolgende Zwischenberichte - nicht gelesen. Da würde nämlich in erster Linie vor dem Ende unserer Ressourcen Erdöl etc gewarnt. Dabei hätte man damals schon wissen können, dass das sich über Verknappung, Verteuerung, Ersatz...von alleine geregelt hätte. Das Problem trifft uns heute ja von der entgegengesetzte Seite: Es sind die Ressourcen noch alle da, aber wir werden ihre Rückstände nicht los! Das hat der CoR auch erst weit nach 2000 entdeckt und es mit einem Wust von anderen Faktoren aufgeführt.
Das Problem sehe ich in zwei anderen Dingen: 1. Wir haben keine Lösung 2. Wenn wir sie hätten: Wie dann die Welt davon überzeugen?

Roland Fakler (nicht überprüft)

Mo. 17 Jul 2023 - 17:01

Antwort auf von Helmut Lambert (nicht überprüft)

Herr Lambert, es geht im Bericht von 1972 doch nicht nur um Erdöl. Ich zitiere aus Wikipedia: "Das benutzte Weltmodell diente der Untersuchung von fünf Tendenzen mit globaler Wirkung: Industrialisierung, Bevölkerungswachstum, Unterernährung, Ausbeutung von Rohstoff-Reserven und Zerstörung von Lebensraum. So wurden Szenarien mit unterschiedlich hoch angesetzten Rohstoffvorräten der Erde berechnet und eine unterschiedliche Effizienz von landwirtschaftlicher Produktion, Geburtenkontrolle oder Umweltschutz angesetzt. "

Helmut Lambert (nicht überprüft)

Di. 18 Jul 2023 - 13:27

Antwort auf von Roland Fakler (nicht überprüft)

Narürlich nicht! Aber um eine solche Fülle von Problemansätzen, dass die CO2-Problematik darin unterging, und von denen sich viele als alarmistisch herausgestellt haben. Was will man mit solchen Gutachten anfangen?

Siegfried Hönig (nicht überprüft)

Mo. 17 Jul 2023 - 18:35

Antwort auf von Helmut Lambert (nicht überprüft)

Lieber Herr Lambert,
Es gab schon Lösungen in der Form, dass die Produktionsverhältnisse andere waren als der wachstumsabhängige Finanzkapitalismus. Und wie die Menschen davon überzeugen? Das geht nur mit ehrlicher Information und gutem Beispiel voran. Und Verzicht, sonst funktioniert das nicht. Vor allem die reichen Industrieländer, in denen ein Drittel der Menschen auf Kosten von zwei Drittel der Menschen bei dreifachem Ressourcenverbrauch leben. Wer fängt an? Natürlich die USA, wer sonst. Wenn die sich entsprechend zurück nehmen, geht ein Aufatmen um die Welt und glauben Sie mir, viele würden folgen. Aber eher geht ein Kamel durchs Nadelöhr,...!

Helmut Lambert (nicht überprüft)

Di. 18 Jul 2023 - 13:32

Antwort auf von Siegfried Hönig (nicht überprüft)

"Lösungen, in denen die Produktionsverhältnisse andere waren..." Da sind mir nur die Staaten des realexistierende Sozialismus bekannt, ein Katastrophe in jeder Hinsicht! Wenn Sie andere kennen: Raus mit der Sprache! Bin gespannt.

Siegfried Hönig (nicht überprüft)

Mi. 19 Jul 2023 - 14:45

Antwort auf von Helmut Lambert (nicht überprüft)

Lieber Herr Lambert,
Die Produktionsverhältnisse werden hauptsächlich von Eigentumsverhältnissen an den grundlegenden Produktionsmitteln bestimmt, und da gibt es nur zwei: privatkapitalistisches Eigentum und gesellschaftliches Eigentum, wie das z. B. in der DDR vorherrschte. Für einen historisch kurzen Zeitraum im Rahmen der Systemauseinadersetzung hat das bei uns nicht funktioniert. Die Grundlagen bleiben aber nach wie vor gültig. Mit den jetzigen Produktionsverhältnissen und der entsprechenden Produktions- und Konsumtionsweise fahren wir ungebremst gegen die Wand. Nehmen wir doch den Gedanken einer planmäßigen und proportional Entwicklung der Weltwirtschaft wieder auf. Ohne zerstörerische Konkurrenz, ohne America first. Die Welt würde aufatmen.

Helmut Lambert (nicht überprüft)

Do. 20 Jul 2023 - 13:16

Antwort auf von Siegfried Hönig (nicht überprüft)

Oh Gott! Ich dachte es mir schon! Ein Altmarxist, der selbst durch das noch so schlimme Scheitern seine Theorie in der Realität nicht zu überzeugen ist. Nee, nee!

Diva D (nicht überprüft)

Fr. 21 Jul 2023 - 16:26

Antwort auf von Helmut Lambert (nicht überprüft)

@ Helmut Lambert "Oh Gott!" sagt der Atheist – oder bist du kein Atheist? Um den "Sozialismus" schlecht zu machen, muss selbst "Gott" herhalten. Die Gehirnwäsche war erfolgreich.

Siegfried Hönig (nicht überprüft)

Sa. 22 Jul 2023 - 06:46

Antwort auf von Helmut Lambert (nicht überprüft)

Lieber Herr Lambert,
mit meinen direkten Erfahrungen aus zwei Systemen kann ich sagen, dass alles eingetreten ist, was wir über diesen Kapitalismus gelernt haben. Wo die Entwicklung hingeht, sehen sie ja selbst.
Warum nicht mit unseren Erkenntnissen und den wissenschaftlich-technischen Möglichkeiten der Gegenwart einen neuen Anlauf nehmen?
Das Umdenken ist schwer, aber gerade darin liegt der Schlüssel.
Wir wurden oft als "Betonköpfe" stigmatisiert. Glauben Sie mir, ich habe mindestens genau solche nach der Wende im Westen kennengelernt. Unwillig, vielleicht auch unfähig, in die Zukunft zu denken.

Diva D (nicht überprüft)

Mo. 24 Jul 2023 - 11:41

Antwort auf von Siegfried Hönig (nicht überprüft)

@ Siegfried Hönig lass doch Helmut Lambert seine Träume weiterträumen ... "it's called the american dream because you have to be asleep to believe", George Carlin

Helmut Lambert (nicht überprüft)

Mo. 24 Jul 2023 - 12:40

Antwort auf von Siegfried Hönig (nicht überprüft)

Herr Hönig, 1. Ist nicht alles eingetreten, was der Marxismus über den Kapitalismus vorausgesagt hat (Verelendung ..). 2. Gilt das gleiche für den Sozialismus (Erlösung, Glück): Ich habe seit 1976 die DDR mehrmals besucht und habe dort von 1991-2002 in Sachsen und Brandenburg mehrere Büros geleitet. Es war ein total heruntergekommenes System, das selbst das Erbe seiner Eltern und Großeltern hat verkommen lassen, dessen Altstädte teilw. schon zusammengefallen waren, das die Umwelt auf unvorstellbare Weise versaut hat....., das sich nur mit Propaganda und Stasiterror noch behauptete. Und das wollen Sie +/- mit der BRD gleichsetzen?? Da erübrigt sich jeder weitere Kommentar! Machen Sie mal Ihre Hausaufgaben in Sachen Realitäten.

Siegfried Hönig (nicht überprüft)

Mo. 24 Jul 2023 - 18:53

Antwort auf von Helmut Lambert (nicht überprüft)

Lieber Herr Lambert,

Diese von Ihnen gemachten Erfahrungen sind die negative Seite unseres Sozialismus gewesen, zweifellos. Wir konnten eben nicht auf Kosten von anderen Menschen in der Welt leben wie in der Bundesrepublik, die auch die DDR ausgeplündert hat. Da kann ich schon mal Bedingungen schaffen wie im Schlaraffenland.
Prof. Metzinger sprach auch von Stopp des Wachstums und Verzicht, wenn wir den Klimakollaps verhindern wollen und nicht den Panikpunkt überschreiten dürfen.
Was glauben Sie, wer eher dazu in der Lage ist?
Sehen Sie, soziale Sicherheit ist ein ebenso hohes Gut wie persönliche Freiheit. Die Freiheit des Kapitals habe ich als ehrenamtlicher Stadtrat nach der Wende erlebt, als die Investoren aus der BRD wie Heuschrecken einfielen. Der größte Raubzug in Friedenszeiten. Ich habe auch wohltuende Hilfe aus der Partnerstadt aus dem Ruhrgebiet erlebt.
So, nun zurück zum Thema Umdenken.
Ich bin sicher, meine Hausaufgaben gemacht zu haben.
Und Lösungsansätze habe ich. Sie auch?

Freundliche Grüße
Siegfried Hönig

David Z (nicht überprüft)

Di. 25 Jul 2023 - 07:45

Antwort auf von Siegfried Hönig (nicht überprüft)

Meinen Sie das wirklich ernst?

Nach all den ausschliesslich negativen Erfahrungen, die die Menschheit in ihrer Geschichte mit sozialistischer Planwirtschaft und den darauf fussenden totalitären Strukturen machen durfte, werben Sie um eben diese Idee?

Meinen Sie tatsächlich, dass SIE den wahren Sozialismus kennen und mit Ihrer Version diesmal würde alles super werden würde? Erkennen Sie wirklich nicht die Gleichzeitigkeit von Ignoranz und Arroganz in Ihren Worten?

@David Z,

können Sie die Frage präzisieren?

Freundliche Grüße
Siegfried Hönig

David Z (nicht überprüft)

Mi. 26 Jul 2023 - 13:00

Antwort auf von Siegfried Hönig (nicht überprüft)

Ja. Wie kann man angesichts der zahlreichen negativen Erfahrungen, die wir in der Geschichte mit sozialistischer Planwirtschaft weltweit gemacht haben, immer noch für diese Idee werben?

@David Z,

ob man eine künftige bessere Gesellschaft als den gegenwärtigen Finanzkapitalismus Sozialismus nennen wird, weiß ich nicht, ist ja auch egal. Und totalitäre Strukturen wird diese Gesellschaft auch nicht haben. Aber mehr Planung auf allen Ebenen auf jeden Fall, angefangen vom Ressourcenverbrauch bis zum Bevölkerungswachstum. Damit auch noch was für künftige Generationen zur Verfügung steht.
Glauben Sie nicht auch, dass man aus Fehlern lernen kann?
Diesen Erkenntnisgewinn würde ich nicht Ignoranz und Arroganz nennen.

David Z (nicht überprüft)

Mi. 26 Jul 2023 - 18:45

Antwort auf von Siegfried Hönig (nicht überprüft)

"Aber mehr Planung auf allen Ebenen auf jeden Fall, angefangen vom Ressourcenverbrauch bis zum Bevölkerungswachstum"

Ehrlich gesagt, klingt diese Vorstellung jetzt schon ziemlich gruselig.

Ja, aus Fehlern kann man lernen, das ist doch genau mein Punkt: Wir haben aus zahllosen Begebenheiten durch die Geschichte weltweit gelernt, dass Sozialismus und Planwirtschaft nicht funktionieren und nahezu immer in Blut, Tränen und Totalitarismus enden.

Diese Erkenntnis zu ignorieren halte ich nach wie vor für entweder ignorant oder arrogant bis grössenwahnsinnig. Letzteres deshalb, weil sich eine solche Person hinstellt und alle Erfahrungen der Menschheit diesbezüglich in den Wind schlägt und allen ernstes glaubt, dass es diesmal wunderbar funktionieren würde, weil diese Person diesmal genau weiss, wie man es "richtig" macht.

@David Z,

leider sehe ich nicht alle Kommentare bis zum Schluss, deshalb klinke ich mich hier aus.
Um beim Interview mit Prof. Metzinger zu bleiben: Das Nachdenken ist wichtig und nicht das Beharren auf bisherigen Erfahrungen. Die Zukunft wird uns viel abverlangen. Hoffentlich können wir uns das auch alles vorstellen, welche Klimakatastrophen und welche Verteilungskämpfe in der Welt auftreten werden, sollte es uns nicht gelingen, das Steuer schnell herumzureißen.
Freundliche Grüße
Siegfried Hönig

Henry Burchardt (nicht überprüft)

Fr. 28 Jul 2023 - 23:16

Antwort auf von Siegfried Hönig (nicht überprüft)

Hallo Siegfried, du bist herzlichst eingeladen auf meiner Domain mal einen politischen Beitrag der o. beschriebenen Art zu schreiben: www.generalkritik.de

Siegfried Hönig (nicht überprüft)

Mo. 31 Jul 2023 - 15:14

Antwort auf von Henry Burchardt (nicht überprüft)

Hallo Herr Burchard,

danke für das Angebot. Ich melde mich.

Freundliche Grüße
Siegfried Hönig

David Z (nicht überprüft)

Sa. 29 Jul 2023 - 12:59

Antwort auf von Siegfried Hönig (nicht überprüft)

Wenn Sie auf "Antworten" klicken, wird der Text vollständig angezeigt, auch bei den anderen posts.

Nachdenken ist immer gut. Da bin ich bei Ihnen, obwohl das ja eigentlich eine Selbstverständlichkeit seien sollte.

Was meinen Sie mit "Beharren auf Erfahrungen". Wenn man nachweislich wiederholt schlechte Erfahrungen mit X gemacht hat, inkl. schlechter Erfahrungen mit Variationen von X, dann ist das Verwerfen von X kein "Beharren auf Erfahrung" sondern rationale Konsequenz der Erfahrung.

Ihre ultra-pessimistischen Zukunftsprognosen teile ich nicht.

Siegfried Hönig (nicht überprüft)

Mo. 31 Jul 2023 - 15:11

Antwort auf von David Z (nicht überprüft)

@David Z,

vielen Dank für den Tipp.

Nun doch noch einen.
Zu den schlechten Erfahrungen mit den Variationen von X:
In der Mathematik mag das stimmen, beim Menschen kommen manchmal erstaunliche Ergebnisse heraus.
Ich bin vom Naturell Optimist, musste von meinem letzten Beruf her den worst case vordenken.
Ich bin überzeugt, dass wir das Steuer noch rechtzeitig herumreißen, aber nicht mit der gegenwärtigen dominierenden sozialökonomischen Ordnung in der Welt.
Ich möchte das politische System des untergegangenen Sozialismus auch nicht mehr haben. Aber die sozialökonomischen Grundlagen (Produktionsweise, Produktionsverhältnisse, Charakter der Arbeit etc.) bieten meiner Erkenntnis nach die bessere, möglicherweise die einzige, Chance, diese Riesenaufgabe der Abwendung des Klimakollaps zu bewältigen.
Mit den gegenwärtigen ökonomischen, politischen und diplomatischen Mitteln dauert es viel zu lange, um den Kipp-Punkt nicht zu überschreiten. Dann wird Waterworld wahrscheinlich.
Freundliche Grüße
Siegfried Hönig

Adam Sedgwick (nicht überprüft)

Fr. 14 Jul 2023 - 21:50

Habe am Ende noch einen Satz zu meinem Kommentar hinzugfügt, also hier die Version für eine Veröffentlichung:

Hpd Leserbrief 14. Juli 2023
Ja, betrachtet man die letzten 23 Jahre, also das gesamte bisherige 3. Jahrtausend, kann einem angst und bange werden. Also ich gestehe, dass ich das Buch vom Kollegen Thomas Metzinger noch nicht gelesen habe, dafür natürlich das hier vorliegende Interview mit und von ihm.
Wenn es vielleicht beim hpd nicht so gerne gesehen ist, will ich dennoch mit einem Luther Zitat beginnen: „Wenn die ganze Welt morgen unterginge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen.“ Genau das haben wir im vorigen Jahr bereits getan, und das Bäumchen wächst überzeugend gut! Zum Glück steht noch etwas von der Welt, trotzdem einfach weiterpflanzen!
Nun eine mehr oder weniger vollständige Aufzählung von paar Ursachen und Möglichkeiten zur Rettung der Weltlage:
Mehr als die Hälfte aller auf der Erde vorhandenen Güter sind menschengemacht, und damit totes Material. Nur die lebendige Natur kann uns retten und nicht tote Dinge wie AKWs, Fusionsreaktoren, Computerchips, Autos, Windräder, Solarpanele usw.; nein, nur die Pflanzung von Bäumen, das Aufbrechen all der unnötigen Boden-Versiegelungen, Förderung der Aufforstung, auch die Meere einfach mal für 10 Jahre in Ruhe zu lassen, keine Fischerei betreiben. Die Renaturierung von Mooren ist schon mal ein guter Anfang.
Ferner die Wiederverwendung von den bereits in ausrangierten Laptops vorhandenen Milliarden noch intakter Prozessoren, auch Computerchips genannt, wozu eine neue Chip Fabrik in Magdeburg? Ebenso hilft die Reparatur von Autos, nicht der Neubau von PKW, usw., kurzum weniger Verbrauch zur Ressourcen-Schonung.
Eine Ursache für die aufziehende Apokalypse besteht natürlich durch die Überbevölkerung, 8 Mrd. Menschen. Denen allen einen menschwürdigen Lebensstandard zu ermöglichen, kostet eine Menge Ressourcen. Das Wachstum der Bevölkerung kann durch Einführung von Sozialsystemen wie Renten, Krankenkassen, Versicherungen und natürlich durch gute Ausbildungen, vor allem auch für Frauen, abgeschwächt werden.
Ja, es ist richtig, dass die Charaktereigenschaften wie Gier, Habsucht, Neid und Missgunst die Triebkräfte des Kapitalismus, überhaupt unserer Gesellschaften sind, von diesen können sich die Reichen, Superreichen, und viele Aktionäre leider nicht trennen, deswegen erfolgt die Fahrt in den Abgrund unaufhaltsam immer schneller. Wahrscheinlich wird es nur eine gewaltsame Befreiung vom Übel geben, ob es dann besser wird, ist allerdings auch sehr fraglich.
Von der Politik ist nicht viel zu erwarten, wie das Versagen in der Ahrtalkatstrophe gezeigt hat oder das seelenruhige Betrachten der im Mittelmeer Ertrinkenden durch hohe EU Vertreter. Ich glaube, diese Beispiele für kaltschnäuziges Verhalten reichen für die Ursache einer Politikverdrossenheit und das mangelnde Vertrauen in die Politikerkaste, dazu kommt noch die Kriminalisierung der besorgten Klimaaktivisten, anstatt das Gespräch mit Ihnen zu suchen.
Wenn das Wort „Wir“ durch das Wörtchen „Ihr“ ersetzt wird, dann merkt man, dass die Politiker manchmal ein „ehrliches“ Völkchen sind: Merkel in der Flüchtlingskrise: „Wir schaffen das!“ sie meinte ehrlicherweise: „IHR schafft das!“ und so war es dann auch! Die ärmere Bevölkerung hat es geschafft.
Es gibt viele Modelle, wie das Leben auf dem Globus verbessert werden kann, diese sind beispielsweise in originellen Beiträgen nicht nur von Philosophen, sondern auch etlichen Künstlern vorgestellt. So kann man dann seine Würde im ganzen Wahnsinn behalten.

Gerfried Pongratz (nicht überprüft)

Fr. 14 Jul 2023 - 22:07

Eine Sternstunde! Den Gehalt und die Bedeutung der Aussagen, aber auch die Fragen der Interviewerin betreffend.

(Meine) Schlüsselsätze:
"Wie bewahrt man eigentlich seine Selbstachtung innerhalb dieses ganzen Wahnsinns? Wie kann man sich selbst noch im Spiegel angucken? Wie kann man für sich eine Rolle finden in dieser historischen Epoche, die es doch noch erlaubt, zu sagen "Ich wäre ein Teil der Lösung gewesen, wenn es denn eine gegeben hätte – an mir hat es nicht gelegen"?
"Also ist die Frage, wie wir eine Form von Resilienz entwickeln können, die wir brauchen, um nicht innerlich zugrunde zu gehen als in einer solchen Epoche lebende Menschen. Ein bisschen pseudokritisch zu posieren wird nicht mehr helfen."

Das Buch zu lesen sei hier nochmals eindringlich empfohlen:
https://hpd.de/artikel/neues-leitbild-fuer-planetare-krise-21208

Andreas Leber (nicht überprüft)

Fr. 14 Jul 2023 - 23:29

In irgendeiner StarTrek-Folge geht es um eine Gruppe hyperintelligenter Außerirdischer, die unter gleichzeitiger Berücksichtigung sehr vieler Parameter die Zukunft weit voraus berechnen können. Sie sagen regelmäßig Ereignisse voraus, die sonst niemand ahnt. Doch werden sie am Ende eingesperrt, nachdem klar wird, dass diese Fähigkeit eine Illusion und es gefährlich ist, auf sie zu vertrauen. Zu viele Parameter, zu viele bloße Zufallstreffer. Niemand verfügt tatsächlich über diese Glaskugelfähigkeit.

Wir wissen nicht, wie die kommenden Jahrzehnte verlaufen werden. Manches erscheint wahrscheinlicher als anderes. Bedrohungsszenarien werden entwickelt, genauso wie Beschwichtigungsszenarien.

Mancher bekommt Angst, mancher reagiert mit Eskapismus und steckt den Kopf in den Sand. Warum, wir wissen es doch nicht. Wirklich nicht. Also weiter machen. Wenn ich "weiß", dass morgen die Welt untergehen wird, heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen. (Ausgerechnet ein Lutherzitat, sorry. Aber wer schon hat denn _immer_ Unsinn geredet und nicht auch mal einen Treffer gelandet.)

Vielleicht ein Ansatz für Psychohygiene: Sich einfach nicht so sicher sein. Sich die eigene Begrenztheit bewusst machen. Da gibt es gute Gründe für.

Hier erst einmal eine kleine Geschichte von meinem Schwager: Der sagt: Ich sei schuld an der Misere durch mein Konsumverhalten". Dabei hat er mich nicht richtig verstanden, nur weil ich gerne Autofahre, heißt das aber nicht, dass ich viel fahre und mich nur mit dem Auto fortbewege. Nein, natürlich fahre ich auch viel mit dem Rad. Allerdings ist das Thema "Schuld“ ein typisch abendländisch-christliches "Kulturerzeugnis", mit der Wirkung von den wahrhaft Schuldigen abzulenken. Meine Antwort war: Besitze ich eine Autofabrik, oder eine Fluggesellschaft, oder Erdölfelder, Bergbau-Minen etc. oder gar ein Berg Aktien dieser Firmen? Die Antwort ist: NEIN! Mich würde es sehr interessieren, ob die Vorstände dieser Wirtschaftsbereiche Argumente für ihren eigenen Seelenfrieden haben, wie könnten sie denn argumentieren, die wahrhaft Schuldigen, um uns Normal-Habenichtse zu überzeugen, dass sie sich ethisch einwandfrei verhalten? Bisher habe ich noch nichts gehört.
Nun zum Thema Apfelbäumchen pflanzen. Ich habe es so gemeint, man macht damit nichts falsch, aber man macht mehr als Nichts in die richtige Richtung. Was Luther angeht, hat er doch der katholischen Kirche das Fürchten gelehrt, mehr als die Hälfte verließen diese Kirche, das haben noch nicht mal Woelki und Konsorten geschafft- - gut sie verdingten sich dafür dann den Protestanten – immerhin für die damalige Zeit. Dem Thema Apfelbäumchen hat in den 70er Jahren Hoimar von Dithfurth ein ganzes Buch gewidmet. Es ging damals schon um die Rettung der Welt, davon handelt das Buch. Und das Beeindruckende an H v D war auch noch, dass er es abgelehnt hatte, im großen Pharmauntenehmen Boehringer Ingelheim den angebotenen Vorstandsposten anzunehmen, obwohl er eine junge Familie zu ernähren hatte.

Ich hatte Sie nicht zitiert; Ihr Beitrag mit dem Apfelbäumchen war noch nicht zu sehen, als ich meinen schrieb. Das Buch von H. v. Ditfurth kenne ich auch.

karin reinhardt (nicht überprüft)

Sa. 15 Jul 2023 - 14:51

Bravo, Herr Metzler, möge Ihr Buch und dieses Interview dazu beitragen, dass intellektuelle Redlichkeit und Spiritualität zusammen gehen können und dass den Leugnern und Beschönigern der Ersthaftigkeit unserer Situation ein Feuer unterm Hintern entzündet wird.

Thomas Spickmann (nicht überprüft)

Sa. 15 Jul 2023 - 20:48

Ich kann mit diesem Artikel wenig anfangen. Der Possibilismus von Schmidt-Salomon gibt mir mehr Orientierung, obwohl es in der Vergangenheit nicht jedem hpd-Leser gefallen hat, wenn Schmidt-Salomon zum Thema Klimawandel (mal was anderes als Religionskritik) geschrieben hat.

Uli Schoppe (nicht überprüft)

So. 16 Jul 2023 - 18:22

An wem der sich als einziger kritisch geäußert hat soll denn da rumgemäkelt werden?

G.B. (nicht überprüft)

Mo. 17 Jul 2023 - 15:38

Der Klimawandel ist m.E. nicht eines der großen Themen der Gegenwart, sondern das
überlebenswichtigste Thema der Gegenwart.
Die Menschheit muss alles tun um das Ruder noch herumzureißen, ansonsten war es das mit der "Krönung" der "Schöpfung".
Anscheinend ist das noch nicht in den Köpfen der Mehrheit angekommen, dass es nicht mehr 5 vor 12 ist, sondern bereits 10 nach 12 ist und wir alle erdenklichen Maßnahmen ergreifen müssen um die Erde lebensfähig zu erhalten.

David Z (nicht überprüft)

Di. 18 Jul 2023 - 09:43

Panikmache und Jammermentalität war noch nie ein guter Ratgeber.

Kein Mensch auf dieser Erde kann die ferne Zukunft prognostizieren. Welches der vielen Berechnungsmodelle eintreffen wird, weiss niemand. Und Gesellschaftsveränderungen mit der Brechstange sind in der Geschichte regelmässig gescheitert. Oft mit viel Blut und Tränen.

Diva D (nicht überprüft)

Di. 18 Jul 2023 - 15:16

Antwort auf von David Z (nicht überprüft)

@David Z Einfach weiter mit Vollgas gegen die Wand fahren – und sich dabei darum reissen, wer vorne sitzen darf. Tschuldigung, der Platz ist in Deutschland schon vergeben, an die AFDP.

Da Sie so schön polemisierend überteiben, erlaube ich mir das gleiche:

Wenn 83 Millionen Deutsche in Zukunft wie Steinzeitmenschen leben, ist nicht das geringste gewonnen. Und als Ausgleich für diesen Nicht-Gewinn darf die Bev dann auch noch all die Probleme erleiden, die ein Steinzeitmensch zu erleiden hatte.

Aber vielleicht ist ja genau das das Ziel: Leiden und Entbehrungen. Damit wäre der Klimaaktivismus dann ziemlich nahe an der christlichen Erlösungsphilosophie.

Na weil ich sie in Form unserer derzeitigen Regierung ständig vor mir habe. Denn eines ist glasklar: wenn man Atomkraftwerke durch Kohlekraftwerke ersetzen kann, dann kann der Klimawandel so dramatisch nicht sein.

Diva D (nicht überprüft)

Sa. 22 Jul 2023 - 09:46

Antwort auf von David Z (nicht überprüft)

@ David Z kommt aus der Zukunft, wo es nur noch Atomenergie und Rechte gibt, die wissen, wie man’s macht.

David Z (nicht überprüft)

Di. 25 Jul 2023 - 07:30

Antwort auf von Diva D (nicht überprüft)

Nö, um die logische Schlussfolgerung zu erkennen, dass der Abbau von bestehenden Atomkraftwerken und der gleichzeitige Aufbau von Kohlekraftwerken diametral der Intention entgegen steht, die co2 Emissionen zu reduzieren, muss man weder in die Zukunft reisen noch "rechts" sein. Man muss einfach nur denken können.

Diva D (nicht überprüft)

Di. 25 Jul 2023 - 19:22

Antwort auf von David Z (nicht überprüft)

@ David Z auf rechte "Denker" wie dich hat die Menschheit lange gewartet. Halt! gab es da nicht schon mal ...?

Du irrst. Logik hat nichts mit links oder rechts zu tun, sondern mit richtig und falsch.

Auf wen du wartest ist in diesem Zusammenhang völlig irrelevant.

DS (nicht überprüft)

Di. 18 Jul 2023 - 15:42

Ein sehr interessantes Interview!
Ich persönlich gehöre eher zu denen, die zwar sehr dafür sind, kleinteilig zu versuchen, den völligen Kollaps nach Kräften zu verhindern; aber meinen hedonistisch-konsumistisch-abundanten Lebensstil möchte ich dabei nicht völlig aus den Augen verlieren, weil er für mich durchaus sinnstiftend ist. Ob welche Maßnahmen genau am Ende für wen reichen, bleibt abzuwarten. Klar ist m.E. auch, dass es kein auskömmliches und zugleich ökologisch verträgliches Leben für ca. 8 Milliarden Menschen auf diesem Planeten geben wird; auch diesbezüglich sollten wir uns - mit Metzingers Formulierung - ehrlich machen. Da man post festum bekanntlich öfter mal schlauer ist als vorher: die Gattung hätte ein solches Menschenwachstum - von jeher das Tabu aller Wachstumskritik - niemals erlauben dürfen.
Die ökologische Krise treibt eine Frage m.E. mit voller Radikalität an die Oberfläche: was soll das alles? Warum retten, bewahren etc.? Ernsthaft für kommende Generationen, die doch gar nicht kommen würden, wenn man auf Zeugung breit verzichtete?
Da ich der Ansicht bin, dass wir bei der meaning-of-life-Frage trotz vergangener Jahrtausende und ihres Nachdenkens weiter völlig blank dastehen und ich zudem kein Humanist bin, der die ganze Menschheit im wertschätzenden Blick hätte, neige ich zu der Ansicht, dass ein ökologisch verträgliches Fortbestehen der Menschheit nur unter der Bedingung von deren Abnahme in Milliardenhöhe möglich wäre; nur dann würden Flora und nicht-menschliche Fauna in den Stand versetzt, weiterhin eine solcherart diverse Ökologie auszubilden (unter Einbezug des Menschen), die zumindest temporär eine hinreichende Gesamtstabilität aufweist. Dass dieser Aspekt der Menschenabnahme wenigstens auch (!) auf der Agenda erscheinen würde, sehe ich - jedenfalls im ökologischen Mainstream - nicht. Stattdessen soll (um)erzogen und natürlich auch weiter gezeugt werden. Schade!

Peter Schwarz (nicht überprüft)

Mi. 19 Jul 2023 - 13:14

Antwort auf von DS (nicht überprüft)

@ DS Ich fass mal deinen Kommentar zusammen: Du wünscht dir, dass dich deine Mutter abgetrieben hätte. Weil sie das nicht getan hat, kannst du jetzt in Saus und Braus leben – scheiss was auf die anderen!

Michael Fischer (nicht überprüft)

Do. 20 Jul 2023 - 13:50

Antwort auf von Peter Schwarz (nicht überprüft)

Diesen Wunsch hat er ja interessanterweise gerade nicht geäußert, obwohl es schon irgendwie konsequent gewesen wäre.

DS (nicht überprüft)

Sa. 22 Jul 2023 - 14:28

Antwort auf von Michael Fischer (nicht überprüft)

Noch ein Nachtrag: Was der Gezeugte so wünscht oder nicht, ist leider völlig belanglos, weil bereits von den Zeugenden vollendete Tatsachen geschaffen wurden; das ist das Perfide dieses Vertrags zu Lasten eines Dritten zwischen den Zeugenden und "der Welt" (damit kann man es vielleicht vergleichen). Die Zeugenden und die Welt bekommen - wenn die Sozialisation funktioniert - Kinder, Arbeitnehmer, Beitragszahler, Versorger, Mitmenschen usw..
Das Geschenk vorzeitig zurückgeben könnte der Gezeugte nur um den Preis des Suizids, was aber keine Rückgabe im eigentlichen Sinne ist und ihm abverlangt, der Todesangst zu trotzen; und natürlich dem auf "Weiterleben" ausgerichteten gesellschaftlichen Druck, wie man jüngst an der Diskussion um Selbstbestimmung am Lebensende besichtigen konnte.
Dass die Zeugenden i.d.R. wissen, dass sie durch die Produktion eines neuen Menschen diesen nach heutigem Stand unvermeidlich dem Tod aussetzen, und es trotzdem tun, ist m.E. bemerkenswert. Da wird der Lebenszeit - sofern man überhaupt darüber nachdenkt - offenbar einiges an "Kompensation" zugetraut, eine - wie ich meine - äußerst fragwürdige Annahme.

DS (nicht überprüft)

Do. 20 Jul 2023 - 22:18

Antwort auf von Peter Schwarz (nicht überprüft)

Abtreibung ist eine Möglichkeit; besser allerdings wäre es gewesen, gar nicht erst zu zeugen.
Der moralische Skandal der Zeugung ist so gründlich ausgeblendet und die Selbstverständlichkeit von Reproduktion so fundamental verankert, dass für eine zeugungskritische Sicht zumindest im Mainstream kaum Raum bleibt. Unverständlich ist diese Tiefenverankerung m.E. nicht, denn jede Spezies ist darauf angelegt, sich zu erhalten. Und die einzige Spezies, die - soweit wir wissen - ab einer gewissen Stufe ihrer "reflexiven" Entwicklung aus dem zweifelsfrei natürlichen Zeugungsmuster aussteigen könnte, tut dies nicht, sondern schickt weiter Generation um Generation in das umfassende "Werden und Vergehen" und euphemisiert die Lebenszeit des Einzelnen nach Kräften (Geschenk des Lebens).
Dem Gezeugten wird aber nichts geschenkt! Jedoch wird er nach den Launen des Zufalls in diverse Werte- und Normenwelten und insofern Weltanschauungen hineingebracht, die er sich aneignen und denen er sich (mehr oder weniger) fügen soll; ihm wird angebliche Verantwortung aufgebürdet. Dabei schuldet JEDER Gezeugte der Welt NICHTS! Saus und Braus? Es gibt Schlechteres.

Michael Fischer (nicht überprüft)

Mo. 24 Jul 2023 - 14:34

Antwort auf von DS (nicht überprüft)

Tja, aber der Gezeugte ist nunmal da. Wieso sollte er für sich irgendwelche Sonderrechte reklamieren können?
Seine Eltern haben ihm seine Existenz eingebrockt - warum soll die Gemeinschaft das jetzt auslöffeln und ihm auch noch einen Saus und Braus-Egoismus finanzieren?

Wieso sollte er sich eine Umerziehung zu weniger Egoismus nicht gefallen lassen müssen?

Michael Fischer (nicht überprüft)

Mi. 19 Jul 2023 - 19:06

Antwort auf von DS (nicht überprüft)

Schön und gut, aber wenn es um Energieverbrauch/Einwohner geht, stehen wir Deutsche ganz schlecht da.
Wir sind ja so gesehen ein völlig überbevölkertes Land.

Wie wir dastehen in diesem Kontext, ist so lange unerheblich, bis die relevanten Staaten nicht anfangen, ihren Energieverbrauch bzw Emissionen unter Kontrolle zu bekommen.

Nachteile zu verursachen ohne Vorteile zu gewinnen, bewertet man für gewöhnlich als dummes Handeln.

Michael Fischer (nicht überprüft)

Di. 25 Jul 2023 - 20:17

Antwort auf von David Z (nicht überprüft)

Zu blöd, wenn man im Rettungsboot sitzt und einfach keiner zu Rudern anfangen will.

Deutschland liegt beim Primärenergieverbrauch weltweit auf Platz 7. Wir stehen zwar nicht auf dem Treppchen, aber da liegen jede Menge Länder hinter uns und die sehen das natürlich ganz genauso wie Ihre Wenigkeit.

Nur mal so: Wer hat eigentlich am meisten zu verlieren?

David Z (nicht überprüft)

Mi. 26 Jul 2023 - 13:12

Antwort auf von Michael Fischer (nicht überprüft)

Oh, daran ist überhaupt nichts blöd: denn die crew weiss, wenn sie anfängt zu rudern, kentert das Boot.

Es ist völlig unerheblich, auf welchem Primärverbrauchsplatz D steht. Fakt ist: Egal, was D macht, am Klima wird sich nicht das geringsten ändern. Klingt gemein, ist aber so.

Michael Fischer (nicht überprüft)

Mi. 26 Jul 2023 - 17:43

Antwort auf von David Z (nicht überprüft)

Tja, der Ignoranten gibt es leider nicht wenige: "Hier bewegen wir uns politisch häufig im libertären bis rechtskonservativen Lager, welches sich aus Prinzip jedwedem links angehauchten Anliegen entgegenstellt. In mannigfaltigen Trotzreaktionen wird ein „high carbon lifestyle“ verteidigt."

https://www.philomag.de/artikel/klima-der-angst?utm_source=pocket-newtab-global-de-DE

Michael Fischer (nicht überprüft)

Do. 27 Jul 2023 - 13:58

Antwort auf von David Z (nicht überprüft)

Das unterschätzt vermutlich die Kompexität einer globalisierten Welt maßlos.

Was passiert, wenn eine der größten Volkswirtschaften und Technologienationen in großem Stil auf Dekarbonisierung setzt? Keiner weiß es. Sie auch nicht.

Das hängt von der Dringlichkeit des Problems ab.

Auf Sonne und Wind zu setzen macht einen auf jeden Fall in hohem Maße unabhängig.

Was passiert, wenn man sich hochgradig abhängig macht, noch dazu von demokratiefeindlichen Regimen, sehen wir aktuell. Das kostet teuer.

Das hängt weniger von der Dringlichkeit ab sondern vielmehr davon, wie man die bestehenden Energiequellen zu ersetzen gedenkt und welche sozialen und ökonomischen Auswirkungen man bereit ist, in Kauf zu nehmen.

Fakt ist: wer bestehende Atomkraftwerke abschaltet und stattdessen Kohlekraftwerke anschmeisst, dem kann das Klima so wichtig nicht sein.

Michael Fischer (nicht überprüft)

Di. 18 Jul 2023 - 16:41

P.S.: "Hitze, Dürre, Starkregen: So schlecht ist Deutschland vorbereitet"

https://correctiv.org/aktuelles/klimawandel/2023/07/12/wasser-mangel-hitze-starkregen-duerre-deutschland-landkreise-unvorbereitet-extremwetter/?utm_source=pocket-newtab-global-de-DE

Michael Fischer (nicht überprüft)

Do. 20 Jul 2023 - 13:58

"Aber ich habe trotzdem den Eindruck, dass viele noch nicht die ganze Dimension begriffen haben.
...
Und wenn Sie, liebe Leserinnen und Leser, Ihrem Rasen hinterhertrauern, dann bedenken Sie bitte: Das ist erst der Anfang. Ich weiß, wovon ich spreche, leider."

https://www.spiegel.de/ausland/klimakrise-in-afrika-jetzt-merkt-ihr-s-auch-a-81b843e9-df20-4de3-82ab-f91c905a1b49?utm_source=pocket-newtab-global-de-DE

Michael Fischer (nicht überprüft)

Fr. 28 Jul 2023 - 11:10

Antwort auf von David Z (nicht überprüft)

Galgenhumor.

Aber es ist schon faszinierend, was Science so alles zu Tage fördert: "Weite Teile der Insel (Grönland) waren noch vor 400 000 Jahren eisfrei, zeigt die Analyse jahrzehntealter Bodenproben. Das lässt nichts Gutes für die Zukunft ahnen."

https://www.sueddeutsche.de/wissen/groenland-eisfrei-schmelze-bohrkern-vorhersage-1.6051954?utm_source=pocket-newtab-global-de-DE

Hamburg adé, scheiden tut weh...

David Z (nicht überprüft)

Sa. 29 Jul 2023 - 13:33

Antwort auf von Michael Fischer (nicht überprüft)

Schöner Artikel, der zeigt, dass es auch schon ohne den Menschen Phasen der Klimaerwärmung gab.

Panikmache ist kein "Galgenhumor" sondern eine Form der emontionalen Erpressung und für einen redlichen Humanisten unwürdig.

Michael Fischer (nicht überprüft)

Fr. 21 Jul 2023 - 13:58

"Juli wahrscheinlich heißester Monat seit Jahrhunderten"

https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/nasa-heisser-monat-100.html

David Z (nicht überprüft)

Di. 25 Jul 2023 - 08:01

Antwort auf von Michael Fischer (nicht überprüft)

Eine einzelne Wetterlage hat nichts mit dem Klima zu tun. Ich hatte angenommen, dass sich das inzwischen herumgesprochen hat.

Dumm ist nur, wenn man nicht weiß, was man unter einer Wetterlage versteht. Sie haben den Unterschied anscheinend bislang nicht kapiert. Der verlinkte Artikel hat jedenfalls nicht das Geringste mit einer Wetterlage zu tun.

Wetterlage ist die Bezeichnung für den vorherrschenden Wetterzustand über einem begrenzten Gebiet während eines kurzen, höchstens eintägigen Zeitintervalls.

Selbstverständlich hat der verlinkte Artikel mit einer Wetterlage zu tun. Und zwar mit der ganz spezifischen Wetterlage im Juli 2023.

Tja, durchsuchen Sie doch mal den angegebenen Text nach "Wetterlage". Dreimal dürfen Sie raten - obwohl, Sie dürfen öfter -, warum Sie nicht fündig werden.

Michael Fischer (nicht überprüft)

Fr. 28 Jul 2023 - 10:40

Antwort auf von David Z (nicht überprüft)

Falsch geraten.

Aber ein gutes Beispiel dafür, wie Strohmannargumente entstehen. Eine ungeschriebene Faustregel fürs Kommentieren lautet daher: Verwende ausschließlich das Vokabular, das im Text verwendet wird! Führe keine neuen Fachausdrücke ein!

David Z (nicht überprüft)

Sa. 29 Jul 2023 - 13:05

Antwort auf von Michael Fischer (nicht überprüft)

Wie bitte???

In beiden von Ihnen genannten Artikeln wird"Juli" genannt und/oder auf diesen Monat Bezug genommen.

Leugnen Sie dieses Faktum?

Aktuelle Hitzewellen ohne Klimawandel "unmöglich" (https://www.tagesschau.de/wissen/klima/hitzewellen-klimawandel-102.html)

Michael Fischer (nicht überprüft)

Mi. 26 Jul 2023 - 18:25

Antwort auf von David Z (nicht überprüft)

Seufz, nein, da geht es um eine Attributionsstudie.

Ich könnte Ihnen da ein Buch empfehlen...à propos Lesen: Wieso bin ich eigentlich so bescheuert und lese Troll-Kommentare? Muß ich mir echt abgewöhnen.

David Z (nicht überprüft)

Do. 27 Jul 2023 - 14:33

Antwort auf von Michael Fischer (nicht überprüft)

Doch. Auch eine "Attributionsstudie" vermengt Klima mit Wetterlage. Das ist doch nun offensichtlich. Die irre Behauptung: ohne den Klimawandel ist die aktuelle Hitzephase unmöglich - obwohl wir wissen, dass es in jeder Klimaphase extreme Wetterphänomene geben kann.

Der Artikel ist das Paradebeispiel für die unsachliche und womöglich bewusst unlautere Vermengen von Klima und Wetter. Die "Studie" dürfte im Bereich der Junk-Studien einzuordnen sein.

PS: In den Alpen hat es grade richtig heftig geschneit. Total krass und aussergewöhnlich! Ist der Klimawandel folglich vorbei, ja?

Michael Fischer (nicht überprüft)

Fr. 28 Jul 2023 - 10:51

Antwort auf von David Z (nicht überprüft)

"In der Attributionsforschung (Zuordnungsforschung) wird untersucht, inwieweit der menschengemachte Klimawandel für auftretende Wetterextreme verantwortlich ist. Es gibt nur wenige lange Klimareihen, mit denen aktuelle Ereignisse verglichen werden können. Deshalb wird das Klima in Modellrechnungen simuliert, wie es ohne die vom Menschen eingebrachten Treibhausgase herrschen würde. Die Rechenergebnisse können dann mit aktuellen Ereignissen verglichen werden. Demnach wären einige der zuletzt weltweit beobachteten Hitzewellen ohne den menschengemachte Klimawandel sehr unwahrscheinlich bzw. nahezu unmöglich gewesen."

https://www.tagesschau.de/wetter/wetterthema/hitze-mittelmeer-100.html

Wie ich sagt, junk science. Da brauch man sich nur Poppers Falsifizierungsprinzip vergegenwärtigen, um zu dieser Erkenntnis zu gelangen.

Fakt ist: Wetterextreme gab und gibt es in jeder Klimaperiode. Und es gab und gibt sie auch in die andere Richtung, also Kälte.

Der Versuch, eine Verknüpfung zwischen einem singulären Wetterphänomen und einer Klimaveränderung zu behaupten, ist und bleibt Scharlatanerie.

Werner Helbling (nicht überprüft)

Di. 1 Aug 2023 - 16:03

Immerhin hat dieses Interview zu einer tollen und vielseitigen Meinungsäusserung geführt, zu einem wirklich brennenden Thema. Gratulation zu ihren tollen Thesen und Ausführungen, Herr Thomas Metzinger.

dieses Interview hat zur grossen "David Z"-show geführt ... immerhin ist jetzt beim hpd dokumentiert, wie ein rechter Klimawandelleugner auftritt

(...)

Stimmt auch wieder, spätestens seit Donald T. weiß man, dass es Leute gibt, denen in punkto sich dumm stellen in der Öffentlichkeit nichts zu peinlich ist.
Da schießen die Rechten wirklich den Vogel ab.

Daniela Wakonigg

Die Autorin ist studierte Philosophin, Theologin und Germanistin. Sie lebt in Münster (Westf.) und arbeitet als freie Autorin und Journalistin für Hörfunk- und Print-Medien. Sie ist u. a. Redakteurin der Zeitschrift MIZ und war von 2016 bis Anfang 2024 stellvertretende Chefredakteurin des hpd.

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