Schülerzahlen im Lebenskundeunterricht steigen, Teilnahme am Religionsunterricht stagniert

Berlin: Jeder fünfte Schüler erhält Lebenskundeunterricht

Der Humanistische Lebenskundeunterricht verzeichnete wie in den Jahren zuvor einen deutlichen Zuwachs von 60.257 im vergangenen Schuljahr auf aktuell 62.644 teilnehmende Schüler und Schülerinnen (+2.387). Damit besucht fast jeder fünfte Schüler in Berlin den Weltanschauungsunterricht des Humanistischen Verbandes. Dies geht aus den aktuellen Zahlen für den Religions- und Weltanschauungsunterricht im Schuljahr 2016/17 der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend, Wissenschaft hervor.

Beim Religionsunterricht stagnieren hingegen die Teilnahmezahlen, aktuell besuchen 80.032 SchülerInnen den evangelischen Religionsunterricht (2015/16: 79.549; +483), am katholischen Religionsunterricht nehmen 24.106 Kinder teil (2015/16: 24.234; -128). Am Religionsunterricht der Islamischen Föderation nehmen in diesem Jahr 4.987 SchülerInnen teil (2015/16: 4.991; -4).

Insgesamt nehmen in Berlin in diesem Schuljahr mehr SchülerInnen am freiwilligen Religions- und Weltanschauungsunterricht teil (175.875) als im Vorjahr (173.135). Aufgrund der höheren Gesamtzahl der SchülerInnen ist die Teilnehmerquote von 51,5 % im Vorjahr auf gegenwärtig 50,8 % zurückgegangen.

Humanistische Lebenskunde ist mit einer Teilnahmequote von 18,1 % das zweitbeliebteste Fach unter den schulischen Religions- und Weltanschauungsangeboten. Nur der evangelische Religionsunterricht verzeichnet eine höhere Quote (23,1 %). Danach folgen der katholische (7 %) und der islamische Religionsunterricht (1,4 %). An den öffentlichen Grundschulen ist der Humanistische Lebenskundeunterricht aber bereits die beliebteste Option, wenn es um die Wahl des freiwilligen Religions- und Weltanschauungsunterrichts geht (36,2 %), gefolgt vom evangelischen (29,1 %) und katholischen (7,6 %) Religionsunterricht.

"Es ist schön zu sehen, dass sich jedes Jahr mehr und mehr SchülerInnen mit der humanistischen Lebensauffassung auseinandersetzen möchten", freut sich David Driese, Abteilungsleiter des Bereichs Bildung im Landesverband Berlin-Brandenburg. "Die große Nachfrage am Humanistischen Lebenskundeunterricht rechtfertigt unserer Ansicht nach die Einrichtung eines Lehrstuhls für Humanistik an einer Berliner Universität. Ein solcher Lehrstuhl würde analog zu den theologischen Lehrstühlen der wissenschaftlichen Erforschung des Humanismus sowie seiner philosophischen, pädagogischen und praktischen Aspekte dienen."

Um der steigenden Nachfrage nach Lebenskundeunterricht an Berliner Schulen nachkommen zu können, bietet der HVD Berlin-Brandenburg e.V. ab dem Semester 2017/2018 zunächst ein neu konzipiertes Weiterbildungsstudium an. "Zukünftig werden angehende LebenskundelehrerInnen ein zweijähriges berufsbegleitendes Studium absolvieren. Neben einer verbesserten inhaltlichen Vorbereitung auf den herausfordernden Lehrberuf können wir damit auch die Ausbildungskapazitäten erhöhen", erklärt David Driese.

Pressemitteilung des Humanistischen Verbandes Deutschland - Landesverband Berlin-Brandenburg e.V.

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