Die rechte Hand Laschets und die linke Hand Gottes
Foto: © Moritz Kosinsky, Wikipedia CC BY-SA 3.0
Nathanael Liminski gründete vor 15 Jahren als 20-Jähriger den ultrakonservativen katholischen Jugendverband "Generation Benedikt" und schrieb dazu auch ein Buch mit gleichem Titel. Später trat er unter anderem als Redner beim "Forum deutscher Katholiken" auf, einem Sammelbecken von rückwärts gerichteten Anhängern der katholischen Kirche, die die Werte des vorkonziliaren Katholizismus vertreten und jede Reform in Richtung von mehr Mitbestimmung von Laien und die Gleichstellung von Frauen in der Kirche ablehnen. In Talkshows profilierte er sich unter anderem als Vorkämpfer gegen freie Sexualität, deren Verfechter*innen er wegen ihres Lebenswandels massiv angriff ohne ihr Recht auf Privatleben auch nur im Ansatz zu respektieren.
Über diesen katholischen Fundamentalisten müsste man kein Wort verlieren, wäre er nicht zum Büroleiter bei Kanzlerkandidat Armin Laschet (CDU) aufgestiegen und inzwischen sogar Staatssekretär und Chef der Staatskanzlei in NRW geworden. Mit seinem Fleiß und seiner eisernen Disziplin hat er sich dort offensichtlich unverzichtbar gemacht, denn Laschet gilt nicht als guter Büro-Organisator.
Dass Liminski mit diesem religiösen Hintergrund innerhalb der CDU in die zweite Reihe abgetaucht ist, wundert nicht, denn jüngeren (und meist nicht mehr besonders religiösen) CDU-Wählern ist eine solche Person eher suspekt, und Wechselwähler werden davon geradezu abgeschreckt. Doch hinter den Kulissen spielt dieser streng konservative Macher eine wichtige Rolle in der CDU-Führungsriege.
Fazit: Wer für Laschet votiert, wählt den katholischen Fundamentalismus gleich mit. Oder wie Jan Böhmermann so schön formulierte: Liminski ist die rechte Hand Laschets und die linke Hand Gottes.
Siehe dazu auch:
- "Der Mann hinter Armin Laschet" (Rhein-Neckar-Zeitung)
- "Sie nennen ihn Laschets Schattenmann" (Spiegel-Online)
- "Laschets neue rechte Hand" (Deutschlandfunk)

Kommentare (9)
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Mit diesem Artikel hat sich
Mit diesem Artikel hat sich Laschet, für mich, als Kanzlerkandidat erledigt. Wir brauchen in der Politik mehr vorausschauende Menschen und keine Rückwärts gewanden, verklemmte
Christen in der Regierung, welche uns nicht weiter bringen, sondern nur nach dem Motto agieren, halte du sie dumm - wir halten sie arm. Dieser Zustand MUSS sich in Richtung Selbstbestimmung und Freiheit der Gedanken und Handlungen verändern, das nennt man dann Fortschritt. Kirche ist m.E. ein Auslaufmodell und sollte nicht künstlich weiter ernährt werden, diese Gelder werden an anderer Stelle vernünftiger eingesetzt und dringlichst gebraucht.
Hier sieht man deutlich, dass
Hier sieht man deutlich, dass die Arme unseres Parasiten Kirche bis in die hintersten Ecken reichen. Nun wundert mich auch Laschets Haltung zu Woelki und der "Selbstaufarbeitung" nicht mehr.
Nicht "linke Hand Gottes"
Nicht "linke Hand Gottes" sondern linke Hand des Teufels.
Die Religionen sind das Werk teuflisch schlauer, machtgeiler Menschen, die erkannt haben wie gut sich das abergläubge Wesen Mensch mit wunderbaren Verheißungen und höllischen Drohungen manipulieren lässt.
Es ist immer die Machtgier einiger, die vielen andern das Leben zur Hölle macht.
Ich bin aus diesem Verein
Ich bin aus diesem Verein ausgetreten, weil ich mein Leben nicht auf Märchen, sondern auf Wahrheiten gründen wollte. Die kriminelle Geschichte dieses Vereins hat meinen Entschluss dann noch wesentlich befördert. Nun rätsle ich, was diesen jungen, intelligenten Mann so eifrig für diese Kirche eintreten lässt, die stets die Demokratie, die Menschenrechte, die Wissenschaft, das freie Denken bekämpft hat? Ist es Tradition, frühkindliche Indoktrination, finanzielle und karrierefördernde Lobbyarbeit der Kirche?
Dieser Mann stammt schon aus
Dieser Mann stammt schon aus ein straff erzkatholischen Familie. Sein Vater war sehr prägend. Mal bei Wikipedia nachlesen. Der Vater heisst Jürgen Liminski.
Was diesen jungen,
Was diesen jungen, intelligenten Mann so eifrig für die Kirche eintreten lässt? Da hätte ich ein paar Hypothesen anzubieten:
- die eiserne Faust Gottes im Nacken. Die ist zwar nur virtuell, aber wirkt bei Gläubigen wie eine echte.
- das Faszinosum der Macht. Macht ist die Schnittmenge zwischen Religion und Politik, die Grundlage für den Bund von Thron und Altar. Oder auch der Grund für Zwist, wenn es darum geht, wer in der Machthierarchie Ober bzw. Unter ist (Investiturstreit, Canossa).
Religiöser Glaube macht nicht generell dumm. Er schafft nur eine Tabuzone für's Denken, in die der Gläubige sich nicht gedanklich hinein traut. Tut er's doch, wird er über kurz oder lang zum Atheisten. So ging es mir.
Die Tabuzone im Hirn wird bei Gläubigen mit Dogmen überbrückt, so dass die Tabuzone ihm selber nicht auffällt.
Danke A. , das hast du wieder
Danke A. , das hast du wieder sehr tiefschürfend erklärt!
Hatte jemand Armin Laschet
Hatte jemand Armin Laschet für akzeptabel gehalten? Der religiöse Fundamentalist wir das Land noch mehr ausbremsen als diese lutherische Pfarrerstochter aus der Uckermark. Es wäre der Schritt von einer Stockkonservativen zu einem Vorgestrigen. Das Problem heißt CDU. Kann man das Problem nicht lösen, dann sollte man sich von ihm trennen.
Einflussreiche Schaltstellen
Einflussreiche Schaltstellen in administrativen Bereichen der Gesellschaft sind mit Vertretern besetzt, deren Weltbild archaischen Vorstellungen entsprechen. In aller Öffentlichkeit schwadronieren sie über ihre Begegnung mit ihrem Gott. Sie führen intensive Dialoge, bekommen Zeichen, fühlen sich geleitet und bestimmt. Nicht etwa mit einem Augenzwinkern, oder Hinweis auf eine althergebrachte Redewendung wie: " Mein Gott, Armin"! Nein, mit ultimativem Statement! Siehe vier Jahre Präsidentschaft des von `Gott Gesandten` Donald Trump.
Ihre religiöse Dogmatik und Erklärungsmuster der Bibel lassen sie mit geschickter Rhetorik im Licht der Evolution erscheinen. In Wahrheit, ein unüberbrückbarer Widerspruch! Liminski, als Spiritus Rector der CDU, ist nur ein Beispiel für das Streben religiöser Eiferer, Errungenschaften der Demokratie und des weltlichen Humanismus auszuhebeln. Eine gerechtere Gesellschaft ist mit dieser religiösen Ideologie nicht machbar!