Evolution

Affen

Die Seltenheit der Ordnung

Es ist eines der berühmtesten Gedankenexperimente: Man nehme eine unendliche Anzahl Affen, die unendlich lange auf Tastaturen hauen – und irgendwann werden sie die gesamten Werke Shakespeares geschrieben haben. In metaphysischen Diskussionen wird das "Infinite Monkey Theorem" häufig angeführt um zu zeigen, dass die Existenz des Universums mit seinen fein abgestimmten Naturgesetzen eben kein Beweis für die Existenz eines intelligenten Schöpfers ist, sondern durchaus auch zufällig entstanden sein kann. Wenn man lange genug wartet, dann wird auch im größten Chaos ein Gebiet entstehen, in dem Ordnung herrscht.

Erste Führung auf dem neuen Evolutionsweg in Düsseldorf

Die spannendste Geschichte der Welt

Der "Düsseldorfer Aufklärungsdienst" (DA!) hat seinen Evolutionsweg mit einem Fest wiedereröffnet. Neu gibt es jetzt einen jederzeit von überall abrufbaren Audioguide, der die 20 Schilder auf dem Weg der Geschichte der Erde und des Lebens besonders anschaulich und spannend erklärt. So spannend, dass ein Besucher am Sonntag sagte: Es wäre doch schön, wenn die Printversion dieser Schöpfungsgeschichte in den Nachtschränkchen von Hotelzimmern läge.

Nahaufnahme eines menschlichen Auges

Das (gar nicht) perfekte Auge

Augenarzt Dr. Michael Wieder erklärte bei einer Veranstaltung in Düsseldorf anschaulich, wie sich unser Auge in hunderten Millionen von Jahren aus lichtempfindlichen Flecken entwickelt hat. Und dass dennoch von Perfektion und wundersamer Arbeit eines weisen Schöpfers nicht die Rede sein kann.

773.000 Jahre alter Unterkiefer

Abstammungslinie nahe dem Ursprung von Homo sapiens entdeckt

Ein internationales Forschungsteam berichtet über die Analyse neuer Homininenfossilien aus der Fundstätte Thomas Quarry I (Casablanca, Marokko). Mithilfe einer hochauflösenden magnetostratigraphischen Analyse lassen sich diese Fossilien sehr genau auf ein Alter von 773.000 ± 4.000 Jahre datieren. In der in "Nature" veröffentlichten Studie werden afrikanische Populationen nahe der Basis der Abstammungslinie beleuchtet, aus der schließlich der Homo sapiens hervorging. Zudem liefert die Studie neue Erkenntnisse über die gemeinsamen Vorfahren von Homo sapiens, Neandertalern und Denisova-Menschen.

Savanne

So gelang dem Menschen der Weg aus Afrika

Heute weiß man, dass alle Nicht-Afrikaner von einer kleinen Gruppe von Menschen abstammen, die sich vor etwa 50.000 Jahren nach Eurasien wagten. Fossile Aufzeichnungen zeigen jedoch, dass es vor dieser Zeit zahlreiche gescheiterte Ausbreitungsversuche gab, die keine erkennbaren Spuren bei lebenden Menschen hinterlassen haben.

Planet in einer Staubwolke

Die Evolution des Lebens beginnt vermutlich im Weltall

Ein Forschungsteam unter der Leitung von Abubakar Fadul vom Max-Planck-Institut für Astronomie hat mit dem Alma-Teleskopnetzwerk komplexe organische Moleküle in der protoplanetaren Scheibe des jungen Sternvorläufers V883 Orionis entdeckt – darunter wahrscheinlich erstmals Ethylenglykol und Glykolnitril. Diese Verbindungen gelten als Vorstufen der Bausteine des Lebens. 

Alkohol und der Aufstieg komplexer Gesellschaften

Seit langem vermuten Forschende, dass Alkohol eine wichtige Rolle bei der Förderung breit angelegter Kooperationen und der Entwicklung komplexer, hierarchischer Gesellschaften gespielt haben könnte – die "Drunk Hypothesis" (Trunkenheitshypothese). Eine Analyse von 186 nicht-industriellen Gesellschaften ergab einen positiven Zusammenhang zwischen dem Vorhandensein traditionell hergestellter fermentierter Getränke (wie Met, Wein und Bier) und einem höheren Grad an politischer Komplexität. Der Einfluss von Alkohol war jedoch eher gering. Dies deutet darauf hin, dass andere Faktoren, wie beispielsweise die Landwirtschaft, für die Entstehung komplexer Gesellschaften wichtiger waren.

Anubispaviane (Papio anubis)

Evolutionäres Erbe: Welches Geschlecht ist dominant?

Neue Erkenntnisse von Forschenden der Universität Montpellier, des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig und des Deutschen Primatenzentrums in Göttingen erklären, warum sich Primatenarten darin unterscheiden, welches der Geschlechter die Macht hat. Durch die Analyse von aggressiven Interaktionen zwischen Männchen und Weibchen in 253 Populationen von 121 Primatenarten zeigt die Studie, dass in den meisten Fällen keines der Geschlechter eine klare Dominanz über das andere hat.