Flüchtlinge

Werner Hager

Säkularität als Fluchtgrund sichtbar machen

Die säkulare Einstellung von Menschen gehört auch zu den Gründen, weshalb Menschen in ihren Heimatländern verfolgt werden und ins Exil gehen müssen. Dieser Fluchtgrund wird jedoch kaum beachtet und der "Abfall vom Glauben" als Fluchtgrund häufig nicht anerkannt. Werner Hager fordert, den Verfolgungsgrund "Säkularität" als Fluchtursache anzuerkennen.

Grundlegende Kenntnisse: Nur wer Deutsch lernt, kann hier Fuß fassen. Solange sich Asylverfahren hinziehen, kriegen die Betroffenen jedoch keinen Sprachkurs – teils monatelang.

Jedes Zimmer eine Kultur für sich

Seit dem Jahr 2015 kamen etwa 1,2 Millionen Flüchtlinge nach Deutschland. Sie möchten hierzulande Zuflucht oder eine neue Heimat finden. Wie gut der Start ins neue Leben klappt, hängt von vielen Bedingungen ab. Wissenschaftlerinnen vom Max-Planck-Institut zur Erforschung multireligiöser und multiethnischer Gesellschaften in Göttingen untersuchen genauer, welche Bedürfnisse und Ziele die Flüchtlinge haben – und ob sich diese erfüllen.

Hilfe für säkulare Flüchtlinge

"Ich hatte das Gefühl, Saudi-Arabien nie verlassen zu haben!" Mit diesen Worten charakterisierte die Ex-Muslimin Rana Ahmad die Situation in dem Kölner Flüchtlingslager, in dem man sie nach ihrer Flucht aus Saudi-Arabien untergebracht hatte. Die besonderen Probleme von Ex-Muslimen, die vor dem politischen Islam nach Deutschland geflüchtet sind und in Flüchtlingslagern mit streng gläubigen Muslimen zusammenleben müssen, werden noch immer sträflich ignoriert. Um diesen Missstand zu beheben, wurde in Köln der Verein "Säkulare Flüchtlingshilfe" gegründet, der am vergangenen Freitag beim internationalen Festakt "10 Jahre Ex-Muslime" der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.

"Wenn Probleme nicht ernst genommen werden, dann hilft das nur denen, die gegen Ausländer hetzen."

Die Bundestagswahlen machten deutlich, dass sich das politische Klima in Deutschland verändert hat. Der hpd sprach mit der Vorsitzenden des Zentralrates der Ex-Muslime, Mina Ahadi, über das Erstarken von islamistischen Kräften im Lande und den Reaktionen darauf, die auch darin bestehen, dass die AfD mit mehr als 12% Wählerstimmen in den Deutschen Bundestag eingezogen sind.

Rosenkranzgebete an den Grenzen

Am Wochenende haben sich zehntausende polnische Katholiken an den Landesgrenzen versammelt, um für die "Rettung Polens und der Welt" zu beten. Die katholische Kirche in Polen wies den Vorwurf von sich, dass es sich dabei um eine rassistische und insbesondere gegen Muslime gerichtete Aktion gehandelt habe.

MOAS Rettungsaktion

Seenotrettungsinitiative MOAS stoppt Einsatz im Mittelmeer

Seit Beginn der Einsätze auf See im August 2014 hatte die Initiative MOAS mehr als 40.000 Menschen auf der Flucht vor dem Ertrinken gerettet. Doch politische Restriktionen machen weitere Hilfe für Flüchtlinge im Mittelmeer unmöglich. Die Rettungsinitiative startet deshalb nun eine Mission für Rohingya-Flüchtlinge in Südostasien.

Irgendwie "Idomeneo"

Die Produktion des "Idomeneo" beim Luzerner Sommer Festival bleibt weit hinter dem zurück, was man von Zuflucht Kultur e.V. nach der äußerst gelungenen "Zaide" (Januar 2017, München) hätte erwarten können. Auf musikalisch hohem Niveau schlägt der Versuch der Integration durch Kunst, so es einer gewesen sein soll, leider fehl.

Selbstverständliches als Provokation?

"Wir können in der Tat nicht allen helfen". Diese Kernaussage des Buchs von Boris Palmer ist richtig und wegen ihrer Selbstverständlichkeit auch derart umstritten. Sie untergräbt das persönliche Selbstverständnis vieler, die ihre persönliche Moralität mit politischem Handeln verwechseln. Die gegen Palmer und seine Positionen vorgebrachte Polemik ist in der Sache vielfach unpräzise. Ihr eigen ist der Duktus höchster Empörung verbunden mit einem bisweilen nebulösen Umgang mit unangenehmen Fakten.