Heimkinder

Kinderheim Köln-Sülz, 1914

Ein Martyrium, das ein ganzes Leben dauert

Erich Scheuch geriet im Alter von fünf Jahren in die Fänge einer brutalen Erzieherin. Erst nach sieben Jahren Prügel und Demütigung wurde er erlöst. Doch das Leid verfolgt den 67-Jährigen noch heute Tag und Nacht. Peter Kurz sprach für den hpd mit dem Missbrauchsopfer.

Missbrauch in schottischen Ordensheimen

In Schottland hat die Kommission zur Untersuchung von Kindesmissbrauch einen Zwischenbericht zum Missbrauch von Kindern in Heimen der Nazarethschwestern vorgelegt. In dem 140 Seiten umfassenden Bericht wurden die Aussagen von über 70 ehemaligen Heimkindern aus den Jahren 1933 bis 1984 aufgenommen. Sie berichten von Demütigungen, Misshandlungen und Vergewaltigungen. Die katholischen Nazarethschwestern haben eine Entschuldigung veröffentlicht.

Kölner Dom, innen

Kirchenopfer außerhalb von Heimen gehen leer aus

Am 1. Juli tritt das Heimopferrentengesetz (HOG) in Kraft und verspricht allen Betroffenen ab Erreichen des Regelpensionsalters die Zuerkennung einer Eigenpension von 300 Euro monatlich. Ab Inkrafttreten des HOG wird aber zugleich auch das Verbrechensopfergesetz geändert und es kann kein Ersatz Verdienstentgang aus Schädigung dieser Verbrechen mehr geltend gemacht werden. Die "Plattform Betroffener kirchlicher Gewalt" rät daher dringend, die Zeit bis zum 30. Juni 2017 nicht verstreichen zu lassen, ohne nach dem Verbrechensopfergesetz einen Verdienstentgang und damit Pensionsansprüche geltend zu machen.

Grosser Betsaal der Evangelischen Brüdergemeinde Korntal

Regelmäßige "Einzelfälle"

Das ARD-Magazin Report Mainz berichtete am Montagabend über die evangelische Brüdergemeinde Korntal. Aufklärer bestätigen in dem Bericht schweren sexuellen Missbrauch und Gewalt an Kindern in Korntal. Bereits vor 3 Jahren wurde bekannt, dass ein Opfer die "Brüdergemeinde" auf eine Million Euro Schadensersatz verklagte.

Verfallenes Kinderheim im Zeitzer Forst

Heimkinder als Versuchskaninchen

Jüngst wurde bekannt, dass in der Zeit zwischen 1950 und 1970 mehr als 50 Medikamentenversuche an Kindern durchgeführt worden sind. Brisant daran ist, dass es sich dabei um Heimkinder handelte, von denen einige bis heute an den Nachwirkungen der Tests leiden.

Filmpremiere: "Die Kinder lassen grüßen"

Erstmals in Österreich sprechen Menschen, die von Priestern und Nonnen missbraucht wurden, offen über das, was ihnen angetan wurde. Begleitet von der Kamera suchen die Betroffenen die Tatorte von damals auf, viele machen ihre Geschichten erstmals öffentlich, ihre Familien erfahren mitunter zum ersten Mal von diesem verschwiegenen Schmerz. Nach zweijähriger Drehzeit liegt ein Sittenbild der Gewalt, Vertuschung und der Heuchelei vor, ein Einblick in das wohl größte Verbrechen der Nachkriegszeit, von dem rd. 16.000 Menschen betroffen sein dürften. Der sexuelle Missbrauch durch Kirchenangehörige bleibt ein Trauma quer durch die Gesellschaft.

Premierenblumen für den Filmemacher:  Peter Bringmann-Henselder

Filmpremiere "Eine ganz normale Kindheit"

In der URANIA Berlin zeigte der Filmemacher Peter Bringmann-Henselder, selber ein ehemaliges Heimkind, seine Dokumentation über evangelische, katholische und städtische Kinder-, Waisen- und Behinderten-Einrichtungen in Ost- und Westdeutschland. Lange Zeit, so sagt der Filmemacher, hat man die Heimkinder zum Schweigen gebracht. "Jetzt reden wir!" ist der Tenor seines Filmes.