Reformen

Nathalie Becquart

Nathalie Becquart: Reform oder Feigenblatt?

Viele Menschen katholischen Glaubens hoffen, dass die Reformen innerhalb ihrer Kirche ausreichen, um mit dem Wandel der Gesellschaft schrittzuhalten. Doch ein genauerer Blick auf die tatsächlich stattgefundenen Veränderungen ist sehr ernüchternd: Keine der fragwürdigen Strukturen wurden abgeschafft oder zumindest dahingehend angepasst, dass diese keinen Schaden mehr anrichten können. Auch die erste Frau mit Stimmrecht in der Bischofssynode kann darüber nicht hinwegtäuschen.

Ein Gewinn für die offene Gesellschaft

Am Freitag eröffnete Seyran Ateş, Mitglied im Kuratorium des HVD, gemeinsam mit anderen liberalen MuslimInnen in Berlin die Ibn Rushd-Goethe-Moschee. Ein Ort für alle, die einen modernen, friedlichen und toleranten islamischen Glauben leben wollen.

Titelblatt der Freiburger Deklaration (Ausschnitt)

Vision eines humanistischen und aufgeklärten Islam

Am vergangenen Freitag haben Reformmuslime aus Deutschland, Österreich und der Schweiz eine "Freiburger Deklaration" veröffentlicht: Sie werben damit für eine tiefgreifende Reform im Islam, für einen menschenrechtlich orientierten humanistischen Islam. Die Reformmuslime möchten "Menschen erreichen, die einen zeitgemäßen am Humanismus orientierten Glauben leben möchten."

Toleranz oder Rassismus?

BERLIN. (hpd) Ahmad Mansour, der Mann aus einem arabischen Dorf bei Tel Aviv, ist gläubiger Muslim, der gegen Islamismus, gegen Radikalisierung von Jugendlichen, gegen religiösen Fundamentalismus kämpft. Selbst zeitweilig Islamist, weiß er aus eigener Anschauung, worum es dabei geht und warum Jugendliche von salafistischen und anderen islamistischen Rattenfängern eingesammelt werden können.

Wie hältst Du es mit dem Islam?

BONN. (hpd) Soll man den Islam ablehnen oder reformieren? Über diese Frage führten der Politikwissenschaftler Hamed Abdel-Samad und der Theologe Mouhanad Khorchide ein Streitgespräch mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten. Dieses macht die Differenzen deutlich und fordert zur Selbstpositionierung auf. Dabei kann man aber eine inhaltliche und eine strategische Ebene unterscheiden.

Dr. Abdel-Hakim Ourghi

Der Islam und sexuelle Diskriminierung

BERLIN. (hpd) Die Ereignisse der Silvesternacht, die massenhafte sexuelle Belästigung in Köln und anderen Städten, sind ein Präzedenzfall in der Geschichte Deutschlands, der möglicherweise auch in Zukunft das Verhältnis zwischen den Einheimischen und den zugewanderten Fremden definieren wird. Fest steht, dass die Täter aus der muslimischen Minderheitsgesellschaft stammen und die Opfer wehrlose Frauen aus der Mehrheitsgesellschaft sind. Diese komplett neue Dimension sexueller Gewalt und organisierter Kriminalität ist eine große Herausforderung für den Umgang nicht nur mit der Integration der neu angekommen Flüchtlinge, sondern auch mit ihrer islamischen Religionszugehörigkeit.