Wunder

Profitwunder statt Wunderheilung

Immer wieder berichtet die Polizei von spektakulären Betrugsfällen durch selbsternannte Wunderheilerinnen, Schamanen und spirituelle Lebensberater. Allein in Bayern verloren Opfer in München und Regensburg zuletzt mehrere hunderttausend Euro. Die perfide Masche: vermeintliche Reinigungsrituale, Kräuter, Gebete und ein gefährlicher Cocktail aus Esoterik, Spiritualität und religiösem Vokabular, der tief in die Heilpraktiker- und Glaubensszene hineinreicht.

Trumpverehrung

Gerettet durch Gottes Hand?

Als Donald Trump im vergangenen Jahr einem Attentat nur knapp entging, stand für seine Anhänger fest: Hier hatte niemand Geringerer als der Allmächtige selbst seine schützende Hand im Spiel. Der heutige US-Außenminister Marco Rubio twitterte noch in der Nacht: "God protected President Trump". Was wie ein bizarrer Einzelfall klingt, fügt sich nahtlos in eine lange Reihe von Ereignissen ein, die als "göttliche" Eingriffe gedeutet werden.

Das Turiner Grabtuch

Das Turiner Grabtuch: Stoff für Legenden

Einige Christen verehren das Turiner Grabtuch als Leichentuch Christi. Doch eine überwältigende Anzahl von wissenschaftlichen Befunden spricht dafür, dass es sich bei dem Stoffstreifen mit dem Umriss einer menschlichen Gestalt um das Werk eines mittelalterlichen Künstlers handelt. Ein spanischer Forscher liefert nun eine weitere Bestätigung.

"Maria Lactans"

Zwischen Offenbarung und Schweineblut

Mit den neuen Richtlinien für die Anerkennung übernatürlicher Phänomene hat der Vatikan seine Maßstäbe für göttliche Wunder verschärft. Seit Verkündung dieser Normen im Mai dieses Jahres wurden schon zwei angebliche Marienerscheinungen als "eindeutig nicht übernatürlichen Ursprungs" abqualifiziert. Eine dritte Offenbarung der Muttergottes hält den Prüfungen bis jetzt Stand.

Milbe

Blutende Madonna: Milben statt Wunder

Ein vermeintliches "Blutwunder" lockte im März zahlreiche Gläubige in eine Kapelle in der Oberlausitz. Von einer Madonnenfigur mit Kind schien eine rote Substanz herabzurinnen. Ein Zoologe von der TU Dresden fand die profane Erklärung: Eine Ansammlung von Milben hat das Phänomen verursacht.

Hosianna, es ist ein Wunder!

Ostern ist es wieder soweit: Es wird die Auferstehung eines Menschen von den Toten gefeiert. Ein Musterfall dessen, was man gemeinhin als Wunder bezeichnen würde. Doch der Wunderglaube gerät bei den Deutschen aus der Mode: Auf die Frage, ob sie an Wunder glauben, hatten bei einer Umfrage des "Allensbach"-Instituts für Demoskopie im Jahr 2006 noch 56 Prozent mit "Ja" geantwortet. 2020 fragte das Forschungsinstitut "Consulere" nochmal die Wundergläubigkeit der Deutschen ab. Da waren es nur noch 29 Prozent, die glauben, "dass Gott auch heute noch Wunder vollbringt".