Wissenschaft

Reichsbrücke in Wien, Leopoldstadt

Prävention entscheidend bei Verschwörungsglauben

In einer Untersuchung von 25 Studien kommen Forschende an den irischen Universitäten zu Cork und Dublin zu dem Ergebnis, dass Präventionsmaßnahmen und kritisches Denken das wirksamste Gegenmittel gegen Verschwörungsdenken darstellen. Die Metastudie zeigt auch, dass Personen, die einmal begonnen haben, an Verschwörungsmythen zu glauben, durch Faktenchecks und logische Argumente kaum mehr zu beeinflussen sind.

Vorsicht Heilpraktiker!

Der Mediziner und renommierte emeritierte Professor für die Erforschung von Alternativmedizin, Edzard Ernst, widmet sein neuestes Buch einer fundierten kritischen Analyse der Ansprüche und Praxis von Heilpraktikern. Er beleuchtet die verschiedenen Aspekte des Heilpraktiker-Berufes, darunter deren Ausbildung und die rechtliche Situation in Deutschland sowie die meist fehlende wissenschaftliche Evidenz der Wirksamkeit alternativer Heilmethoden mit der Einschätzung potenzieller Risiken für die Patienten.

Klima- und Biodiversitätskrise dürfen nicht isoliert betrachtet werden

Der Klimawandel hat zusammen mit dem intensiven Nutzen und Zerstören natürlicher Ökosysteme einen beispiellosen, fortschreitenden Artenschwund ausgelöst. Häufig werden die Klima- und die Biodiversitätskrise aber wie getrennte Katastrophen behandelt. Ein internationales Team aus Forschenden, an dem auch das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) beteiligt ist, fordert nun ein Umdenken.

"Der Racial Contract" – ein moderner vertragstheoretischer Klassiker erstmals in deutscher Sprache

Charles W. Mills Monographie "The Racial Contract" von 1997 gilt heute als moderner vertragstheoretischer Klassiker, kritisierte er darin doch frühe Denker aufgrund ihrer Ignoranz gegenüber dem Rassismus. Berechtigt macht der Autor auf diese Defizite aufmerksam, ignoriert dabei aber, dass man das gemeinte Denken auch und gerade gegen diese Ignoranz wenden kann, was eben gerade dessen Modernität und Offenheit veranschaulicht.

Skeptiker 1/2023 erschienen

Die Akupunktur gilt als altehrwürdige fernöstliche Tradition – obwohl ein chinesischer Kaiser sie schon Anfang des 19. Jahrhunderts aus dem Lehrangebot der Medizinischen Akademie strich, weil sie die Ausbreitung der modernen Medizin behindere. Die Karriere dieser Lehre als chinesischer Exportschlager im Westen hat Udo Endruscheit bereits in der vorhergehenden Ausgabe des "Skeptiker" nachgezeichnet. Doch wie steht es um die wissenschaftliche Evidenz? Dieser Frage widmet sich Endruscheit im zweiten Teil seines Artikels, nachzulesen im aktuellen Heft 1/2023.

"Wir bestehen darauf, dass Menschen weiterhin das letzte Wort haben"

Am 20. März hat der Deutsche Ethikrat seine Stellungnahme "Mensch und Maschine – Herausforderungen durch Künstliche Intelligenz" veröffentlicht. Die 287 Seiten starke Schrift untersucht die Auswirkungen digitaler Technologien auf menschliches Selbstverständnis und gesellschaftliches Miteinander. Professor Armin Grunwald vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) gehörte als Mitglied des Ethikrats der multidisziplinären Arbeitsgruppe "Mensch/Maschine" an, welche die Stellungnahme federführend erarbeitet hat.

Javaneraffen verwenden Steinwerkzeuge, um an Nahrung zu gelangen.

Steinwerkzeuge von Affen und frühen Menschen überraschend ähnlich

Forschende haben in Thailand von Altweltaffen geschaffene Artefakte entdeckt, die Steinwerkzeugen früher Vertreter der Gattung Homo ähneln. Bisher ging die Fachwelt davon aus, dass unsere frühen Vorfahren diese scharfkantigen Steinwerkzeuge absichtlich gefertigt haben und diese den Beginn der Steinwerkzeugproduktion – einem Alleinstellungsmerkmal während der Evolution der Homininen – einläuteten. Eine neue Studie stellt nun bisherige Erkenntnisse über die Ursprünge der bewussten Werkzeugherstellung in unserer eigenen Abstammungslinie in Frage.

"Das Zeitalter der Unschärfe"

"Man kann die Welt nicht beobachten, ohne sie zu verändern", lautet einer der Kernsätze des Buches, das der Wissenschaftsjournalist und Mathematiker Tobias Hürter dem "goldenen Zeitalter der Physik" widmet: Dem Zeitalter, das die Einsichten in die Welt sowie das Denken der Menschen und damit die Welt selbst veränderte; dem Zeitalter, das in ihrem glänzenden Teil zu vor 100 Jahren noch völlig unvorstellbaren Errungenschaften der Technik und Physik und in ihrem dunklen Teil zur Entwicklung und dem Einsatz der Atombombe führte.