Armin Pfahl-Traughber

Prof. Dr. Armin Pfahl-Traughber, Jg. 1963, ist hauptamtlich Lehrender an der Fachhochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung mit den Schwerpunkten "Politischer Extremismus" und "Politische Ideengeschichte". Außerdem gibt er seit 2008 ebendort das "Jahrbuch für Extremismus- und Terrorismusforschung" heraus.

Artikel des Autoren

Nicolas Hénins provokative Thesen

BONN. (hpd) Der Journalist Nicoals Hénin, der selbst vom IS entführt worden war, formuliert in seinem Buch "Der IS und die Fehler des Westens. Warum wir den Terror militärisch nicht besiegen können" bezüglich Europas und der USA provokative Thesen zu deren Verantwortung. Es handelt sich mehr um eine essayistische Betrachtung, weniger um eine systematische Erörterung – wobei die mitunter allzu leichtfertig dahingeworfenen Reflexionen sehr wohl inhaltliche Relevanz beanspruchen können.

Aufstieg des Rechtspopulismus und Krise der Ökonomie

BONN. (hpd) Die Publizisten Joachim Bischoff, Elisabeth Gauthier und Bernhard Müller legen mit dem Buch "Europas Rechte. Das Konzept des 'modernisierten' Rechtspopulismus" eine "Flugschrift" zum Thema vor. Der informative Band stellt zutreffend auf Folgen der sozioökonomischen Krisenentwicklung ab, argumentiert dabei aber trotz gegenteiliger Bekundungen mitunter etwas zu "ökonomiezentriert".

Einführung in die moderne Tierethik

BONN. (hpd) Die beiden Hochschullehrer für Philosophie Heriwg Grimm und Markus Wild legen mit "Tierethik" eine Einführung mit einem Schwerpunkt auf den modernen Vertretern vor. Dafür fehlen klassische Ansätze, während dafür die neuere Debatte thematisiert wird, was den Band zu einer informativen Einführung macht.

Kein Kultbuch für eine neue Kapitalismuskritik

BONN. (hpd) Der Journalist Paul Mason begründet in seinem Buch "Postkapitalismus. Grundrisse einer kommenden Ökonomie", warum der Kapitalismus aufgrund von neueren Widersprüchen in einen "Post-Kapitalismus" übergehen müsse und welche konkreten Praktiken das dortige Wirtschaften prägen würden. Auch wenn der Autor eine Fülle von Problemen des gegenwärtigen Wirtschaftens benennen kann, überzeugt seine Darstellung aus unterschiedlichsten Gründen in der Gesamtschau nicht, wobei seine einseitigen und schiefe Fixierung auf die Informationsökonomie einer der größten Kritikpunkte wäre.

Die Fleischlüge

BONN. (hpd) Der Fachjournalist Hans Ulrich Grimm macht in seinem Buch "Die Fleischlüge. Wie uns die Tierindustrie krank macht" auf die Folgen industrieller Massentierhaltung zur Nahrungsproduktion aufmerksam. Dies geschieht gelegentlich mit alarmistischem, aber auch gut begründetem Ton, wobei aber auch die Bedingungsfaktoren für die beklagten Zustände größere Aufmerksamkeit hätten finden können.

Schweden – vom idealen Volksheim zum neoliberalen Staat

BONN. (hpd) Der Journalist Rasso Knoller, der lange Jahre in skandinavischen Ländern lebte, bringt in "Schweden. Ein Länderportrait" eine lockere Beschreibung der Entwicklung in dem Land – vom Alltagsleben über Gesellschaft und Politik bis zur Wirtschaft. Mit lockerer Schreibe informiert der Autor über die Besonderheiten und Entwicklungen in dem skandinavischen Land, zwar nicht tiefschürfend – was nicht die Absicht war – aber auch nicht unkritisch.

Bei einer Demo der "English Defence League" in London (09.09.2013)

Die neue "rechte Welle"

BONN. (hpd) Der Extremismus-Experte und hpd-Autor Armin Pfahl-Traughber sprach am vergangenen Wochenende in Frankfurt/M. über die neue "rechte Welle". Er gab eine Einschätzungen zu Extremismusgrad, Gefahrenpotential und den Ursachen dieser Entwicklung. Er resümiert, dass der Aufstieg der "rechten Welle" durch eine Kombination von Politikversagen und Rahmenbedingungen erklärbar ist.

Peter Singers Deutung des effektiven Altruismus

BONN. (hpd) Der Philosoph Peter Singer erläutert in seinem Buch "Effektiver Altruismus. Eine Anleitung zum ethischen Leben" die Grundlagen und Praktiken zum "Gutes tun". Dabei arbeitet der Autor mehr mit Fallbeispielen weniger mit philosophischen Reflexionen – kann aber auch das Problem der Vergleichbarkeit nicht lösen.

Was ist Populismus?

BONN. (hpd) Der Politikwissenschaftler Jan Werner Müller will in seinem Buch "Was ist Populismus?" die selbstgestellte Frage mit dem Hinweis auf die Kombination von einem antielitären und einem antipluralistischen Politikverständnis beantworten. Damit bereichert er die Debatte um ein immer noch nicht geklärtes Verständnis, ist aber entsprechend des Untertitels "Ein Essay" dabei mitunter etwas fragmentarisch und unsystematisch unterwegs.

Wie hältst Du es mit dem Islam?

BONN. (hpd) Soll man den Islam ablehnen oder reformieren? Über diese Frage führten der Politikwissenschaftler Hamed Abdel-Samad und der Theologe Mouhanad Khorchide ein Streitgespräch mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten. Dieses macht die Differenzen deutlich und fordert zur Selbstpositionierung auf. Dabei kann man aber eine inhaltliche und eine strategische Ebene unterscheiden.