Armin Pfahl-Traughber

Prof. Dr. Armin Pfahl-Traughber, Jg. 1963, ist hauptamtlich Lehrender an der Fachhochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung mit den Schwerpunkten "Politischer Extremismus" und "Politische Ideengeschichte". Außerdem gibt er seit 2008 ebendort das "Jahrbuch für Extremismus- und Terrorismusforschung" heraus.

Artikel des Autoren

Biographie eines antisemitischen Hetzers

(hpd) Der Historiker Marco Sennholz legt mit “Johann von Leers. Ein Propagandist des Nationalsozialismus” eine umfangreiche Biographie über einen Funktionsträger des Nationalsozialismus vor, welcher nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs zum Islam konvertierte und seine antisemitische Hetze gegen Israel in Ägypten fortsetzte.

Neofaschisten in Griechenland

(hpd) Der Journalist Dimitris Psarras legt mit seinem Buch "Neofaschisten in Griechenland. Die Partei Chrysi Avgi" eine Gesamtdarstellung zu Entwicklung, Ideologie, Organisation und Strategie der Partei "Goldene Morgenröte" dar. Die Publikation beschreibt und untersucht informativ und kenntnisreich den Aufstieg einer offen rechtsextremistischen Partei zu einer etablierten Wahlpartei in einem EU-Land in der Krise.

Kompendium der Religions- und Kirchenkritik

(hpd) Der Jurist und Publizist Gerhard Czermak präsentiert mit seinem Buch "Problemfall Religion. Ein Kompendium der Religions- und Kirchenkritik" mit einem breit angelegtem Anspruch und Inhalt eine Gesamtdarstellung zum Thema. Da der Autor informativ und kenntnisreich, sachlich und unpolemisch schreibt liegt mit dem reflexionswürdigen und systematischen Band eine gelungene Einführung und ein nützliches Nachschlagewerk vor.

Wie Antisemiten heute reden

(hpd) Monika Schwarz-Friesel und Jehuda Reinharz legen eine Auswertung von über zehntausend Einsendungen an die Israelische Botschaft und den Zentralrat der Juden vor. Dabei gelingt es ihrer qualitativen Studie, durch eine Kombination historischer, linguistischer und politologischer Methoden einen tiefen Einblick in die Manifestation des Verbal-Antisemitismus der Gegenwart zu geben.

Die Schattenseiten des Martin Luther

(hpd) Der ehemalige Professor für Wirtschafts- und Zivilrecht Bernd Rebe legt in seinem Buch "Die geschönte Reformation. Warum Martin Luther uns kein Vorbild mehr sein kann" zwei Aufsätze vor, welche sich mit der Legitimationskrise der Religionen und der Schattenseite des Martin Luther beschäftigen.

Faschisten des 3. Jahrtausends

ITALIEN. (hpd) Der Publizist Heiko Koch liefert in seinem Buch "Casa Pound Italia. Mussolinis Erben" die Darstellung eines rechtsextremistischen Netzwerks in Italien, das durch die Adaption von Aktionsformen und Lifestyle von "Linken" und Subkulturen auf sich aufmerksam macht.

Jahrbuch für Antisemitismusforschung, Band 22

(hpd) Das "Jahrbuch für Antisemitismusforschung" liegt in seiner 22. Ausgabe mit zwölf Aufsätzen zu drei Themenkomplexen vor. Es beschreibt die Angst vor einer angeblichen "jüdischen Rache" nach 1945, den Antisemitismus in der Migrationsgesellschaft und Fallstudien zu historischen Aspekten des Antisemitismus. Alle Beiträge stammen von Kennern der jeweiligen Thematik.

Die Schattenseiten des "Antifaschismus"

(hpd) Die Politikwissenschaftlerin Bettina Blank macht in ihrer Studie deutlich, dass Engagement gegen Extremisten von rechts mitunter auch von Extremisten von links ausgehen kann. Anhand einer Fülle von Details verdeutlicht die Autorin dabei die Instrumentalisierung eines ansonsten lobenswerten politischen Engagements durch Kreise, welche ein gegen alle Formen von Diktatur, Extremismus und Gewalt gerichtetes Politikverständnis ablehnen und bekämpfen.

Antisemitismus, Linke und Nahost-Konflikt

(hpd) Der Soziologe Peter Ullrich nimmt in seinem Buch eine Analyse einschlägiger Debatten um die Einstellung zum Staat Israel im genannten politischen Lager vor. Das Buch beeindruckt durch eine differenzierte und reflektierte Sicht auf das Thema, wirkt aber durch den Abdruck von bereits erschienenen Texten insgesamt aber etwas fragmentarisch.

"Praxisratgeber" zur "Politischen Ethik"

(hpd) Die beiden Göttinger Politikwissenschaftler Walter Reese-Schäfer und Christian Mönter wollen in ihrem Buch eine Art "Praxisratgeber" zur Anwendung "politischer Ethik" vorlegen. Zwar verdienen die zahlreichen präsentierten Beispiele sicherlich Interesse und Reflexion, doch von einer angekündigten Systematik im Sinne eines Handbuchs mit Ausführungen zu Regeln kurzer und mittlerer Reichweite kann leider nicht die Rede sein.