Religionen

Ein kritischer Volltreffer

Mein Urteil vorweg: "Argumente kontra Religion" sprengt als ein Werkzeugkasten der Religionskritik den Rahmen bisher vorgelegter religionskritischer Veröffentlichungen. So kann ich mich trotz jahrzehntelanger Lektüre religionskritischer Literatur nicht daran erinnern, jemals einen Band in der Hand gehabt zu haben, der auf vergleichbar beschränktem Raum eine so breit angesetzte, verständlich formulierte, zum Mitdenken stimulierende, selbst informierte Leser überraschende Palette religionskritischer Argumente präsentiert.

Demokratie kommt vor Religion

Das Berliner Neutralitätsgesetz regelt in bundesweit vorbildlicher Weise die staatliche Pflicht zur religiösweltanschaulichen Neutralität für den öffentlichen Dienst. Es gewährleistet die religiöse und weltanschauliche Gleichbehandlung der rund 250 religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisse in Berlin. In der Justiz, bei der Polizei, im Strafvollzug und auch an allgemeinbildenden Schulen geht die Neutralität vor. Demonstrative religiöse und weltanschauliche Symbole dürfen von den Beschäftigten während ihrer Dienstzeit nicht getragen werden.

Hauptgebäude der Universität Leipzig

"In nach wie vor heiterer Gelassenheit"

In der vergangenen Woche veröffentlichte der hpd einen Artikel von Gabriele Röwer, in dem sie die Einrichtung einer Professur für Religionskritik in Leipzig kritisch hinterfragt. Der Inhaber dieser Stiftungsprofessur, Horst Junginger, kommentierte den Artikel ausführlich. Die Redaktion hat nach Rücksprache mit Prof. Junginger entschieden, die Replik als eigenen Artikel zu veröffentlichen.

Das letzte Gebet der Christen im Circus Maximus, Ölbild von Jean-Léon Gérôme

Immer eine Schlagzeile wert: Christenverfolgung

Wieder einmal geistert die Mär von der Christenverfolgung in Deutschland durch die Medien. Ende letzter Woche informierte dpa, dass das Bundeskriminalamt im vergangenen Jahr 100 Angriffe auf Christen erfasst hat. Darunter seien ein mutmaßlicher Mord, neun Körperverletzungen und eine Brandstiftung. Der Großteil der Taten jedoch richtete sich gegen Kirchen und christliche Symbole.

Art. 1 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte

Haben die Menschenrechte biblische Wurzeln?

Immer wieder wird von religiöser Seite behauptet, dass die "Zehn Gebote" oder die in der Bibel verkündete "Gottesebenbildlichkeit" des Menschen die Wurzeln der Menschenrechte seien. Tatsächlich sind die "Zehn Gebote" Befehle Gottes, bzw. der Priesterschaft, zur Errichtung einer hierarchischen Ordnung, zur Beschränkung der individuellen Freiheit und auch zur Aufstellung ethischer Verhaltensregeln.

Reichstagsgebäude in Berlin, Sitz des Deutschen Bundestags

Christen als Staatsbürger

In der Welt durfte vorgestern der schweizerische Generalvikar Martin Grichting zu Wort kommen und darüber parlieren, ob man ein gläubiger Mensch und gleichzeitig ein guter Staatsbürger sein kann.

Karlheinz Deschner

Religionskritik mit "heiterer Gelassenheit"?

In Leipzig gibt es seit Beginn dieses Jahres – neben der an vielen anderen hiesigen Universitäten etablierten Religionswissenschaft – erstmals im deutschsprachigen Raum eine Professur für Religionskritik. Der Stifter Adolf Holl, namhafter "innerkirchlicher" Kirchenkritiker, habe, so Horst Junginger, Inhaber dieser Stiftungsprofessur, "ein sehr entspanntes Verhältnis" zur Kirche, das "auch anderen an(zu)raten" sei. Junginger versteht Religionskritik als eine "systematische Wissenschaft": Vor dem "Richterstuhl der menschlichen Vernunft" im Sinne Kants könnten "weltanschauliche" Religionskritiker, zumal mit dem "Aggressionspotential" des "wohl profiliertesten deutschen Kirchenkritiker(s)" Karlheinz Deschner, nicht bestehen. Kritische Anmerkungen von Gabriele Röwer zu einem Beitrag von Christian Röther für "Tag für Tag – aus Religion und Gesellschaft" im Deutschlandfunk (DLF) am 22. Januar 2018.

Pfarrbrief wird zum Internet-Hit

Das ist wohl in die Hose gegangen: In dem aktuellen Pfarrbrief wollte die Pfarreiengemeinschaft Illingen bloß auf das Fest des Heiligen Blasius am 3. Februar hinweisen. Doch ein zweideutiges Bild auf der Titelseite verbreitet sich nun viral im Internet.

Was will Gott?

In regelmäßigen Abständen ermahnen uns die Vertreter der Gottheiten auf Erden, den Willen Gottes zu tun. Würden wir ihn missachten, hätte das schlimme Folgen für jeden einzelnen, für das Gemeinwesen und für das ganze Menschengeschlecht. Es drohten nicht nur alle Übel dieser Welt, Krankheiten, Kriege und Naturkatastrophen, auch ewige Strafen im Jenseits. Daraus müsste jedem klar werden, dass es für uns keine wichtigere Frage geben kann als die Frage: Was will Gott? Wie können wir seinen Willen erfahren und ihn erfüllen?