Rezensionen

Vergebene Chance eines Handbuchs

(hpd) Der französische Historiker Stephané Courtois legt ein voluminöses Nachschlagewerk zum Kommunismus im 20. Jahrhundert mit einem besonderen Beitrag zum Kommunismus in Deutschland vor. Leider kommt der Band ohne genaue Belege für Einschätzungen und Informationen aus und hat trotz seines hohen Informationsgehaltes noch eine Reihe weiterer Mängel.

Warum ich kein Christ sein will (2)

(hpd) Der frühere Bildungsinformatiker Uwe Lehnert legt mit seinem Buch eine Begründung zur Ablehnung von Christentum und Religion aus moralischer und naturwissenschaftlicher Sicht vor. Es handelt sich um eine überaus informative Gesamtdarstellung zum Thema, die mit Ausnahme der langen Ausführungen zu einem naturalistischen Weltbild auch gut als Einführung oder Gesamtdarstellung zum Thema genutzt werden kann.

„Ich esse meine Freunde nicht“

(hpd) Der Tierethiker Helmut F. Kaplan kritisiert aus moralischer Sicht die Rechtfertigungen für den Fleischkonsum und die Tiertötungen. Er macht dabei unter Rückgriff auf die Argumentation anderer Tierethiker wie Tom Regan oder Peter Singer überzeugend auf Brüche und Ungereimtheiten in der Rechtfertigung eines von Leiden und Schmerz geprägten Umgangs mit den Tieren aufmerksam.

Antisemitismus und radikale Rechte

(hpd) Der Sammelband enthält 22 Aufsätze, die Forschungsergebnisse jüngerer Wissenschaftler zu den unterschiedlichsten Aspekten des Antisemitismus präsentieren. Es handelt sich um ein überaus informatives Werk, dessen Inhalt aber weit über den in der Titelgebung gesetzten Schwerpunkt hinausgeht.

Normatives Selbstverständnis sozialer Integration

(hpd) Der Politikwissenschaftler Jan-Werner Müller liefert eine Einführung und Gesamtdarstellung zum Thema. Es handelt sich um eine informative und kenntnisreiche Darstellung, die neben den ideengeschichtlichen und politischen Kontexten des Konzepts auch ausführlich auf die unterschiedlichen Einwände dagegen eingeht.

Wie viel Moral verträgt der Mensch?

Der Biowissenschaftler und Evolutionstheoretiker Franz M. Wuketits plädiert in seinem Buch angesichts diverser gesellschaftlicher Krisen nicht für ein Mehr, sondern für ein Weniger an Moral. Seine Begründung für ein individualisiertes und reduziertes Moralverständnis wird auf Basis einer naturalistischen Perspektive gut strukturiert und verständlich vorgetragen.

Ein Plädoyer für den Vegetarismus

(hpd) Der Schriftsteller Jonathan Safran Foer legt eine Mischung aus autobiographischen Betrachtungen und journalistischer Recherche vor, wobei er die Praxis der Massentierhaltung beschreibt und kommentiert. Durch die Schilderung eindrucksvoller Beispiele macht er auf die negativen Folgen der Herstellung von „Industriefleisch“ für Mensch und Tier aufmerksam.

Kulturrelativismus oder Universalismus

(hpd) Die Politikwissenschaftlerin Imke Leicht gibt in ihrem Buch einen Überblick zu aktuellen Debatten zum Thema im Spannungsfeld von Kulturrelativismus und Universalismus. Das Buch verdient sowohl als Einführung in die Thematik aber auch aufgrund seiner kritischen Positionierung Beachtung: Basis eines selbstkritischen Universalismus müssten die individuellen Menschenrechte sein.

Der lange Weg zur Gleichberechtigung

(hpd) Helga E. Hörz, geboren 1935, legt in diesem Jahr eine bemerkenswerte Publikation vor. In „Der lange Weg zur Gleichberechtigung“ beschreibt sie faktenreich präzise und in sehr lesbarer Form das Leben von Frauen in der DDR. Dabei bleibt Hörz aber nicht in den Grenzen der DDR stehen, sondern beleuchtet ihr Thema in seiner historischen Entwicklung und in seinen internationalen Zusammenhängen.  

Erbgut im Dialog

(hpd) Der Biologe und Fachjournalist Jörg Blech kritisiert in seinem Buch „Gene sind kein Schicksal. Wie wir unsere Erbanlagen und unser Leben steuern können“ einen neuen Glauben an die Allmacht der Biologie.