Rezensionen

Charles Darwin für Anfänger

(hpd) Die Journalistin Julia Voss liefert mit ihrem Buch „Charles Darwin zur Einführung" eine informative Gesamtdarstellung zu dem bedeutendsten Begründer einer Evolutionstheorie. Mitunter hätte man sich aber schon eine genauere Herausarbeitung der allgemeinen Linien von Darwins Lehren - auch und gerade im Lichte heutiger Rezeptionen - gewünscht.

Himmlers letztes Aufgebot

(hpd) Der Historiker und Journalist Volker Koop zeichnet aufgrund von erst nach 1990 zugänglichen Archivmaterialien ein detailliertes Bild der von Legenden umrankten „Werwolf"-Gruppen, die 1944 und 1945 vornehmlich eigene Landsleute ermordeten.

Willi Michels - Ein Leben für den Neuanfang

(hpd) Frank Bünte, Journalist und langjähriger Chefredakteur der Westfälischen Rundschau, zeigt in dem kürzlich erschienenen Buch den Lebensweg Willi Michels auf, der bis zu seinem Tod 2003 Mitglied des Humanistischen Verbandes war.

Von Primaten und Philosophen

(hpd) Der bekannte Primatenforscher Frans de Waal geht in seinem neuen Buch „Primaten und Philosophen" mit Verweis auf seine Forschungen mit Bonobos und Schimpansen davon aus, dass moralische Verhaltensweisen wie Empathie und Rücksichtnahme bei Menschen wie Tieren als Vorteil im Evolutionsprozess aufkamen. Damit widerlegt er mit dieser besonderen Argumentation erneut die Auffassung, wonach der Mensch durch den gnadenlosen Vorgang der natürlichen Auslese selbst zu einem gnadenlosen Wesen geworden sei.

Religion als natürliches Phänomen

(hpd) Der US-amerikanische Philosoph Daniel C. Dennett plädiert in seinem neuen Buch „Den Bann brechen" für eine wissenschaftliche Analyse der Religion als natürliches Phänomen - demnach aus evolutionsbiologischer Sicht. Bei aller fragmentarischer Begrenzung und kritikwürdiger Weitschweifigkeit liefert es doch wichtige Anregungen zur Erforschung des Aufkommens und des Überlebens der Religionen aus naturalistischer Sicht.

„Jüdischer Schwabe, atheistischer Philosoph“

(hpd) In der Buchreihe Klassiker der Religionskritik des Aschaffenburger Verlags Alibri liegt nun der zehnte Band vor. Wurden bisher Denis Diderot, Johann Most, Albert Dulk, Jakob Stern, Fritz Lamm, Friedrich Hecker, Peter Maslowski, Rosa Luxemburg und zuletzt August Bebel porträtiert, steht nunmehr August Thalheimer (1884-1948) im Mittelpunkt.

Komplizierte Konfliktlinien

(hpd) Pakistan gilt als Land auf dem Weg zum failed state. Der Politikwissenschaftler Jochen Hippler legt eine gegenüber dieser eindimensionalen Sicht der Dinge differenzierter argumentierende Studie zur politischen Entwicklung des Landes vor.

Im Spannungsfeld von Tradition und Moderne

(hpd) Der Publizist Gerhard Schweizer, ausgewiesener Kenner der islamischen Welt, nimmt in seinem „Türkei"-Buch eine auf Geschichte und Gegenwart bezogene Analyse des tiefgreifenden Umbruchs im türkischen Islam vor. Trotz mancher etwas unkritischer Kommentare zur aktuellen AKP-Regierung liefert er ein kenntnisreiches und lesenswertes Buch zum Thema.

Verarmt, verscharrt, vergessen?

(hpd) Haben Tote Menschenwürde oder nur „Totenehre“? Wem gehört die Asche eines eingeäscherten Menschen und wem sein ehemals hilfreicher Herzschrittmacher? Wo liegen beim Bestatten die Grenzen der Pietät? Wie sollte mit neuen Methoden der körperlichen Dekomposition umgegangen werden, z.B. dem „Schockfrieren“? Warum werden Rituale der Human- und Tierbestattung immer ähnlicher? Diese und ähnliche Fragen werden im vorliegenden Buch diskutiert.