Rezensionen

Sammelband zum Mensch-Tier-Verhältnis

Ambivalenzen zwischen Projektionen und Unterwerfungen

BONN. (hpd) Der von Renate Brucker u.a. herausgegebene Sammelband "Das Mensch-Tier-Verhältnis. Eine sozialwissenschaftliche Einführung” enthält neun Beiträge zu unterschiedlichen Aspekten des Themas. Zwar handelt es sich nicht um eine wirkliche Einführung, die Beiträge machen aber auf die vielschichtige Dimension des Themas aus sozialwissenschaftlicher Perspektive aufmerksam.

Eine Studie zur Lobby-Arbeit

Der Einfluss der Kirchen auf die Politik

BONN. (hpd) Der Politikwissenschaftler Carsten Frerk untersucht in seiner Studie "Kirchenrepublik Deutschland. Christlicher Lobbyismus” den Einfluss der Kirchen auf die Politik sowohl von außen wie von innen. Die Fülle von Informationen beeindrucken und liefern einen überzeugenden Beleg für demokratietheoretisch überaus problematische Einflussnahmen, womit eine Lücke in der bisherigen kritischen Lobby-Forschung geschlossen wird.

Weltwirtschaft und neue Ökonomie

Ökonomisches Denken nach dem Crash

BERLIN. (hpd) John Komlos, emeritierter Wirtschaftshistoriker und Ökonom, zeigt mit seiner "Einführung in eine realitätsbasierte Volkswirtschaftslehre" die Diskrepanz zwischen Realwirtschaft und dem in Hörsälen gelehrten volkswirtschaftlichen Standardmodell auf, dessen "meiste Lehrbücher nicht wirklich geeignet sind, um die Grundlagen des real existierenden Kapitalismus in der globalisierten Welt des 21. Jahrhunderts zu verstehen."

Rezension

Anarchistische Staatsverständnisse – ein Sammelband

BONN. (hpd) Der Politikwissenschaftler Peter Seyferth hat mit "Den Staat zerschlagen! Anarchistische Staatsverständnisse" einen Sammelband veröffentlicht, welcher Beiträge zum Thema meist bezogen auf Theoretiker von Bakunin über Kropotkin bis Landauer enthält. Die einzelnen Aufsätze zeichnen sich durch hohe Sachkenntnis mit einer aber meist apologetischen Dimension aus. Dabei sind sie insgesamt Bestandteil eines doch sehr fragmentarischen Projektes.

Sammelband mit Texten von Joseph Stiglitz

Die Folgen sozialer Ungleichheit

BONN. (hpd) Der bekannte Ökonom Joseph Stiglitz, 2001 erhielt er den Nobelpreis für Wirtschaft, legt in seinem Buch "Reich und Arm. Die wachsende Ungleichheit in unserer Gesellschaft" eine Sammlung von früheren Artikeln zu den sozialen und wirtschaftlichen Folgen sozialer Ungleichheit vor. Den Kennern seiner Bücher liefert er keine neuen Informationen, einzelne Texte können aber gut als Einführung zu den Folgen von gesellschaftlichen Demokratieverlusten und sozialer Ungleichheit gelesen werden.

Eine journalistische Darstellung mit klugen Beobachtungen

Die Türkei im Umbruch

BONN. (hpd) Karen Krüger und Anna Esser, die beide in Istanbul aufgewachsen sind, legen mit ihrem Buch "Bospours reloaded. Die Türkei im Umbruch" eine journalistische Beschreibung und Kommentierungen von Entwicklungen in dem Land in den unterschiedlichsten Bereichen der Gesellschaft vor. Die eingängige Darstellung und lockere Schreibe gehen dabei mit klugen Beobachtungen und kritischen Reflexionen einher.

Uwe Lehnerts "Warum ich kein Christ sein will" neu aufgelegt

"Wer mehr weiß, glaubt weniger!"

DEIDESHEIM. (hpd) Der Marburger Tectum Verlag präsentierte Uwe Lehnerts Buch "Warum ich kein Christ sein will" in erweiterter Neuauflage. Mit wissenschaftlicher Akribie und doch allgemein verständlich ohne jede Polemik zeichnet der Autor nicht nur seinen persönlichen Weg aus Glaube und Religion nach, sondern stellt auch ein Kompendium für sachliche Kritik am Christentum vor.

Rezension

Einwände gegen Tierversuche: Antworten auf 80 Fragen

BONN. (hpd) Der von der Tierärztin Corina Gericke verfasste Band "Was Sie schon immer über Tierversuche wissen wollten. Ein Blick hinter die Kulissen" enthält Antworten auf 80 Fragen, welche die ethische Begründung und den medizinischen Nutzen von Tierversuchen in Zweifel ziehen. Auf engem Raum werden relevante Fragen angesprochen und tragfähige Gegenargumente genannt, welche die Anhänger von Tierversuchen in Legitimationsnotwenigkeit bringen.

Gamble, Gowlett und Dunbar entdecken das soziale Gehirn

Am Anfang war das Lachen

BERLIN. (hpd) Das menschliche Denken beschäftigt sich, wie das der Affen, zum größten Teil mit seinen Artgenossen. Das Nachsinnen über deren Absichten und die Herausforderung, mit ihnen klar zu kommen, machten den Menschen immer schlauer. Das Gehirn passte sich an und wuchs. Lange vor den Werkzeugen schufen sich die Menschen Instrumentarien aus Sprache, Musik und Tanz, was sie befriedete und zusammenhielt, so die These von Gamble, Gowlett und Dunbar.

T. Colin Campbells neues Buch

Ernährungsforschung zwischen Erkenntnistheorie und Ökonomie

BONN. (hpd) Der Ernährungswissenschaftler T. Colin Campbell, Autor der berühmten "China Study", legt mit "InterEssen – Ernährungswissenschaft zwischen Ökonomie und Gesundheit" ein neues Buch vor, welches in einem reduktionistischen Denken und ökonomischen Interessen die Gründe für die Prägung des Nahrungsverhaltens in der westlichen Welt sieht.