Rezension

„Antideutsche“ in der politischen Linken

(hpd) Der Publizist Anton Stengl will in seinem Buch „Antideutsche! Entstehung und Niedergang einer politischen Richtung“ eine politische Strömung innerhalb der Linken in kritischer Absicht darstellen. So informativ und materialreich das Buch ist, so ist es doch weitgehend ohne Sorgfalt und Stringenz zusammengestoppelt.

Von links nach rechts

(hpd) Der Historiker Manuel Seitenbecher geht in seiner Studie der politischen Entwicklung mancher Alt-Achtundsechziger von links nach rechts nach. Es handelt sich um eine überaus informative Darstellung mit differenzierten Einschätzungen, worin aber Analyse und Stringenz eine höhere Bedeutung hätten haben können.

Zum Selbstverständnis von Philosophie

(hpd) Der von Kurt Salamun herausgegebene Band erhält Erläuterungen und Texte zum Philosophie-Verständnis bedeutender philosophischer Richtungen im 20. Jahrhundert. Es handelt sich aufgrund der guten Strukturierung um einen wirklich gelungen Einführungsband zum Thema, der sich um eine differenzierte und faire Kommentierung bemüht.

Wohnt hier das Böse?

Berlin. (hpd) Der Wissenschaftler Felix Hasler hat den "Neuro"-Wahn untersucht und festgestellt, dass die Vorsilbe "Neuro" seit der in den 1990er Jahren von George Bush ausgerufenen "Dekade des Gehirns" jeden Wissenschaftszweig zum Medienereignis machen kann. Sein kritisches Buch "Neuromythologie" wurde im Festsaal der renommierten "Berlin School of Mind and Brain" vorgestellt.

Berichte zum Rechtsextremismus in Europa

(hpd) Der Sozialpädagoge Martin Langebach und der Journalist Andreas Speit legen eine Art Reise­bericht über Eindrücke vom Rechts­extremismus in unterschiedlichen Ländern vor. Durch die journalistische Darstellung erhält man einen anschaulichen Eindruck von den verschiedenen Facetten dieses politischen Phänomens, an analytischen Betrachtungen mangelt es dem beschreibend gehaltenen Buch indessen.

Israels Siedlungspolitik in der Kritik

(hpd) Der liberale US-amerikanische Journalist und Politikwissenschaftler Peter Beinart kritisiert scharf die israelische Siedlungspolitik und die apologetische Einstellung vieler jüdischer Organisationen in den USA. Er selbst schreibt als orthodoxer Jude und überzeugter Zionist aus einer menschen- und völkerrechtlichen Perspektive, der es um den Erhalt von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit auch in Israel geht.

Zur „Grammatik der Freiheit“

(hpd) Der Politikwissenschaftler Peter Graf Kielmansegg legt in seinem Buch acht Erörterungen vor, die sich etwa auf die Auffassung von „Direkter Demokratie“ oder das Verhältnis „Demokratie-Marktwirtschaft“ beziehen. Sie offenbaren einen guten Kenner der Materie und reflexionswürdigen Analytiker moderner Demokratie.

Jahrbuch für Antisemitismusforschung, Band 21

(hpd) Das „Jahrbuch für Antisemitismusforschung“ liegt in seiner einundzwanzigsten Ausgabe vor. Einen Themenschwerpunkt bilden Beiträge zum Antisemitismus in Litauen, darüber hinaus findet man aber in bewährter Qualität auch beachtenswerte Abhandlungen zur Judenfeindschaft in anderen Ländern und zu anderen Zeiten.

Politische Denker im systematischen Überblick

(hpd) Der Politikwissenschaftler Frank R. Pfetsch legt eine systematische Darstellung zu den einschlägigen Denkern von der Antike bis zur Gegenwart vor. Da er seine Arbeit auch vergleichend anlegt, hebt sie sich trotz der mitunter unverständlichen Auswahl der Porträtierten wohltuend von anderen Darstellungen ab.

Mangelnde Gleichheit als Gefahr für Demokratie

(hpd) Der französische Historiker Pierre Rosanvallon schildert die ideen- und real­geschichtliche Entwicklung der Gleich­heits­vor­stellungen in den westlichen Demokratien. Seine Warnungen vor einem Auseinander­driften der politischen und sozialen Ebene von Demokratie verdienen Beachtung, mitunter fehlt es aber an der notwendigen Klarheit und Präzisierung.