Rezension

Die Muslimbruderschaft – Wandel zur Demokratie?

(hpd) Christian Wolff untersucht in seiner Studie "Die ägyptische Muslimbruderschaft. Von der Utopie zur Realpolitik" die politische Entwicklung der "Mutterorganisation" des Islamismus. Ob der von ihm konstatierte Wandel hin zur Demokratie auch im Sinne eines demokratischen Verfassungsstaates überzeugend erfolgte, darf mit guten Gründen bezweifelt werden.

Was glauben Atheisten?

(hpd) Franz M. Wuketits, österreichischer Philosoph mit Schwerpunkt Biowissenschaften, legt mit seinem Buch “Was Atheisten glauben” eine Abhandlung zur Frage der Moralbegründung von Atheisten und Gläubigen vor. Gut verständlich und sachlich vorgetragen liefert der Autor eine überzeugende Begründung dafür, dass Moral nicht notwendigerweise auf religiöse Legitimation angewiesen, sondern ganz im Gegenteil eine säkulare Begründung viel lebensnäher ist.

Salafismus – erster deutschsprachiger Sammelband

(hpd) Die beiden Islamwissenschaftler Hazim Fouad und Behnam T. Said legen mit ihrem Sammelband “Salafismus. Auf der Suche nach dem wahren Islam” den ersten deutschsprachigen Sammelband zum Thema mit Beiträgen auf dem aktuellen Stand der Forschung vor. Das beachtenswerte und gelungene Werk liefert empirische Fallstudien und theoretische Reflexionen zum Thema “Salafismus”, ohne nur auf die sicherheitspolitische Dimension fixiert zu sein.

Hamas und Muslimbruderschaft im Vergleich

(hpd) Jan Künzl nimmt in seiner Studie “Islamisten – Terroristen oder Reformer? Die ägyptische Muslimbruderschaft und die palästinensische Hamas” einen Vergleich der im Untertitel genannten Organisationen vor. Dabei werden viele Unterschiede angesichts der unterschiedlichen historisch-politischen Rahmenbedingungen deutlich, wobei der Autor bei der Analyse aber noch etwas systematischer hätte vorgehen können.

Atheismus oder Kulturchristentum?

(hpd) Ein hochinteressantes Projekt: Ein Biologe und Wissenschaftstheoretiker sowie ein Religions- und Kulturwissenschaftler, beide als Universitätslehrer und Buchautoren sehr renommiert, beschreiben atheistisches und kulturchristliches Denken. Die sich daraus ergebende Grundfragen bilden - neben umfassender Wissensvermittlung - die zentralen Bestandteile des Buches.

Die "Muslimbruderschaft" nach dem Umbruch in Ägypten

(hpd) Die Journalistin Petra Ramsauer nimmt in ihrem Buch “Muslimbrüder. Ihre geheime Strategie. Ihr globales Netzwerk” eine Art “Bestandsaufnahme” zur Entwicklung der islamistischen Organisation nach dem Umbruch in Ägypten vor. Entgegen des dramatisierend wirkenden Untertitels handelt es sich keineswegs um eine spekulative Darstellung, hält sich die Autorin doch mit Einschätzung leider häufig allzu sehr zurück.

Grundrechte-Report 2014

KARLSRUHE. (hpd) In 42 Beiträgen nimmt der Bericht die bundesdeutsche Verfassungswirklichkeit kritisch unter die Lupe und behandelt anhand sehr konkreter Fälle die ganze Bandbreite von Einschränkungen der Grund- und Menschenrechte durch Gesetzgeber, Behörden und Unternehmen aus.

Befunde zum Antiamerikanismus

(hpd) Der Sozialwissenschaftler Heiko Beyer präsentiert in “Soziologie des Antiamerikanismus. Zur Theorie und Wirkmächtigkeit spätmodernen Unbehagens” eine auf der ideengeschichtlichen Entwicklung basierende Theorie des Antiamerikanismus verbunden mit einer Studie zur Verbreitung des Antiamerikanismus in der deutschen Bevölkerung.

Cover Andreas Altmann "Verdammtes Land"

Hass macht blöd

(hpd) Andreas Altmann war in Palästina und in Israel, um zu verstehen. Er sprach mit vielen Menschen, Frauen und Männern, die unterschiedliche Perspektiven haben, mit Religionsvertretern, Soldaten, Taxifahrern, Widerständlern, palästinensischen und israelischen Kämpfern für die Freiheit Palästinas, Studentinnen, Barbetreibern und Hoteliers. Er kommt den Menschen teilweise sehr nah. Sie werden greifbar, so wie er.

Die Sicherheitsbehörden und die NSU-Mordserie

(hpd) Die beiden Journalisten Stefan Aust und Dirk Laabs legen mit ihrem Buch “Heimatschutz. Der Staat und die Mordserie des NSU” eine beschreibende Rekonstruktion des Umgangs der Sicherheitsbehörden mit der jahrelang unerkannt agierenden Neonazi-Zelle vor. Zwar liest sich der fast 900 Seiten starke Band mitunter spannend wie ein Krimi, leider wimmelt er aber auch von vielen Detailfehlern und es fehlt eine genauere Analyse und eine wirkliche Einschätzung.