Wissenschaft

Der Fehlschluss der Atypikalität

SCHWEIZ. (hpd/gbs) David Stove veranstaltete einmal einen Wettbewerb, um das schlechteste Argument der Welt zu finden, aber er verlieh die Auszeichnung seinem eigenen Vorschlag, der obendrein seine eigenen Ansichten befürwortete. Die ganze Angelegenheit war also kein besonders objektiver Prozess.

Sprechen ohne Mythen

(hpd) Es gibt Sprachen, die ganz anders funktionieren als unsere. Die Pirahā am Amazonas zählen nur bis zwei und bilden keine Verben in der Vergangenheitsform, auch nicht in der Zukunftsform. Dafür erfordert es ihre Grammatik, bei jedem Ereignis, über das sie reden, anzugeben, ob sie es selbst gesehen oder gehört, von jemandem anderen erfahren haben oder aus Anzeichen schließen. Woher kommen die Sprachen und woher kommen ihre Unterschiede, fragt sich Daniel Everett.

Ideologie und Verbrechen

(hpd) Der Historiker Frank-Lothar Kroll und die Politikwissenschaftlerin Barbara Zehnpfennig legen mit "Ideologie und Verbrechen. Kommunismus und National­sozialismus im Vergleich" einen Sammel­band zum Thema vor, worin zwölf Beiträge unter­schiedlichste Aspekte des Themas behandeln. Darin geht es um durchaus interessante Fall­studien zu Einzel­phänomenen, wobei es aber an allgemeiner gefassten Betrachtungen zum Thema eben auch in der angekündigten vergleichenden Perspektive mangelt.

Legende von christlich-abendländischer Kultur

BERLIN. (hpd) Die vorherrschende politische Meinung, Mainstream-Medien und klerikale Kreise führen hierzulande in allen gesellschaftlichen Auseinandersetzungen immer stärker das Schlagwort von der "christlich-abendländischen" Kultur bzw. Identität ins Feld. Das ist sachlich falsch. Und sie beschwören voller Inbrunst die "christlichen Wurzeln" Europas; oftmals sogar als "christlich-jüdisch" bezeichnet. Mit dieser frommen – und sehr interessengeleiteten – Legende setzt sich der Historiker Rolf Bergmeier in seinem jüngsten Buch "Christlich-abendländische Kultur" auseinander.

Der falsche Märtyrer

(hpd) Seit ein paar Monaten berichten die Medien immer wieder über Küngs Klage, dass er vielleicht bald sterben werde. Davon aufgeschreckt, hat auch "Der Spiegel" in seiner Nummer 50 vom 9.12.13 ein Interview mit ihm veröffentlicht, das sich wie eine große Hommage auf diesen katholischen Theologen am Ende seines Lebens liest.

Montaigne für Skeptiker

(hpd) Nicht der Tod und nicht das Jenseits, sondern das Leben wurde mit Montaigne erstmals das Wichtigste in der Philosophie. Einer Philosophie ohne letzte Wahrheiten, entstanden in unsicheren Zeiten. Einer bescheidenen Philosophie eines Mannes, der es sich erlaubte, seine Überlegungen in alle erdenkliche Richtungen unterwegs sein zu lassen. Saul Frampton aus Oxford hat einen anschaulichen und poetischen Essay über diesen vorurteilsfreien Mann geschrieben.

Der Schmetterlingseffekt

(hpd) Wir können im Überfluss schwelgen, wenn wir intelligent verschwenden. Michael Braungart und William McDonough, die Begründer des "Cradle to Cradle" Konzepts, haben nachgelegt und stellen in "Intelligente Verschwendung" das Prinzip des "Upcycling" vor: Alles wird so produziert, dass es nach seiner Verwendung die Welt befruchtet, gar verbessert, im biologischen wie im technischen Bereich.

Freier Wille

Branislav Petrovic setzt sich in seinem fast stichpunktartigem und philosophischen Text mit einigen Definitionen auseinander, die ein etwas anderes Bild vom Freien Willen aufzeigen.

Kritik der monotheistischen Götter

(hpd) Der Publizist Alfred Binder nimmt in seinem Buch "Jahwe, Jesus und Allah. Eine kurze Kritik der monotheistischen Götter" eine kritische Kommentierung der Vorstellungen von den Göttern und Propheten in den "heiligen Schriften" von Judentum, Christentum und Islam vor.