6.9.1943
Er träumt von einer Welt ohne Religionen Mehr...
Wien 31.7.1914
(* 31. Juli 1914 in Wien; Δ 17. April 1945 bei Feldkirch) war eine deutsche Sozialistin, Publizistin und Widerstandskämpferin.
Sie gehörte dem Internationalen Sozialistischen Kampfbund an, einer strikt antiklerikal ausgerichteten linkssozialistischen Organisation, zu deren Grundsätzen es gehörte, aus der Kirche auszutreten. In Zeitschriften, Büchern und Rundfunksendungen rief sie im englischen Exil, unter dem Pseudonym Hilde/Hilda Monte zum Widerstand gegen den Nationalsozialismus auf. Obwohl als Sozialistin und Jüdin ohnehin stark gefährdet, unternahm sie wiederholt geheime Aktionen, die sie nach Deutschland, Österreich und in die Schweiz führten. Die letzte kostete sie das Leben.
Hilde Meisel wird in einem bürgerlich-jüdischen Elternhaus geboren. Seit 1915 wächst sie in Berlin auf. Mit 15 Jahren beginnt sie im ISK mitzuarbeiten. Drei Jahre später schreibt sie für die ISK-Zeitung „Der Funke" Artikel über ökonomische Fragen in Frankreich, Spanien und England.
1932 geht sie nach London, wo sie zunächst ein Kunststudium beginnt, bald aber zur Nationalökonomie wechselt. Sie unterstützt den Widerstand gegen den Nationalsozialismus, versorgt ihre Gesinnungsgenossen in Deutschland mit Literatur und Informationen und hilft auch einigen bei der Flucht aus Deutschland. Über den ISK knüpft sie internationale Verbindungen, schreibt unter dem Pseudonym Hilde Monte für die „Sozialistische Warte, die Exilzeitschrift des ISK und zunehmend auch in englischen Zeitungen. Sie beteiligt sich auch an der internationalen Kampagne zur Freilassung des Anwalts Hans Litten, der sich in diversen politischen Prozessen vor 1933 mit den Nationalsozialisten auseinandergesetzt hatte und seit Februar 1933 in KZ-Haft war, bis er dort 1938 seinem Leben selbst ein Ende setzte.
Unter falschem Namen hält sie sich immer wieder in Deutschland auf, um den dortigen Widerstand zu unterstützen und steht in Kontakt mit Fritz Eberhard, dem Leiter des nunmehr illegalen ISK in Deutschland.
1938 geht sie mit den Karikaturisten John Olday eine Scheinehe ein, um die britische Staatsbürgerschaft zu erlangen, was ihre Widerstandstätigkeit erheblich erleichtert.
Mit Fritz Eberhardt, der 1937 nach Aufdeckung seiner Organisation durch die Gestapo nach England fliehen konnte, veröffentlicht sie zwei Bücher („How to conquer Hitler" und „Help Germany to Revolt"). Sie arbeitet für die britische Antinazipropaganda, schreibt, hält Vorträge, spricht im Rundfunk. Das alles genügt ihr aber nicht, sie möchte weiterhin den Widerstand direkt und vor Ort unterstützen und befürwortet auch militante Aktionen, weshalb es zum Bruch mit dem ISK kommt.
Um ihr Ziel zu erreichen, stellt sie Kontakt zum US-Geheimdienst her, lernt Fallschirmspringen und lässt sich im September 1944 von einem Flugzeug in der Nähe des Genfer Sees in Frankreich absetzen. Sie geht illegal in die Schweiz und nimmt von dort aus Kontakt zu Widerstandskämpfern in Österreich auf, die sie persönlich aufsucht. Auf dem Rückweg in die Schweiz wird Hilde Meisel von einer deutschen Grenzpatrouille erschossen.