"Moderate Muslime machen sich zu Komplizen des ISIS-Erfolgs"
Die jordanische Königin Rania hat die islamische Welt mit einer Rede erschüttert. Darin sagt sie: "Wir – die moderate Mehrheit – gehören gesamthaft getadelt. Unser Schweigen spricht Bände. Die Stille von uns moderaten Arabern macht uns zu Komplizen des ISIS-Erfolgs."
Auf dem "Abu Dhabi Media"-Gipfel in den Vereinigten Arabischen Emiraten sprach sich die 44-Jährige Monarchin klar gegen die IS-Propaganda aus. Sie rief die moderaten Muslime auf, sich gegen die ISIS-Propaganda stark zu machen. Denn "wenn wir uns nicht entscheiden, was unsere Identität und unser Erbe ist, dann werden es die Extremisten für uns tun."
Kommentare (4)
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Frauen an die Macht! Warum
Frauen an die Macht! Warum spricht (kaum) ein Mann in dieser Deutlichkeit aus, was Königin Rania völlig richtig feststellte? Was würde Aiman Mazyek bei uns darauf antworten? "Was haben wir moderaten Muslime mit der islamischen Welt zu tun?" Aber ich freue mich wirklich, dass inzwischen aus innerislamischem Mund derart Kluges zu vernehmen ist. Aber dazu bedarf es einer Frau, weil der orientalische Mann zu viel mit seiner Ehre und seinem Stolz zu kämpfen hat.
Moderate wie
Moderate wie fundamentalistische Muslime berufen sich auf dieselbe Quelle. Aber immerhin; so fängt Aufklärung an.
Ob die aber von der Königin ehrlich so gemeint ist?
Mich beschleichen da Zweifel; denn Machterhalt kennt viele Gesichter.
Schätze ich ähnlich ein.
Schätze ich ähnlich ein.
Aber: Der Satz "Wir – die moderate Mehrheit – gehören gesamthaft getadelt. Unser Schweigen spricht Bände. Die Stille von uns moderaten Arabern macht uns zu Komplizen des ISIS-Erfolgs." ist schon bemerkenswert.
Traurig, dass diese Art der Selbstkritik vermutlich schnell verpuffen wird. Der gemütliche Konsens lautet ja weltweit: "Das hat mit dem Islam nix zu tun!" und diese Haltung ist einfach intellektuell zu bequem, um ihn aufzugeben.
>Der gemütliche Konsens
>Der gemütliche Konsens lautet ja weltweit: "Das hat mit dem Islam nix zu tun!" und diese Haltung ist einfach intellektuell zu bequem, um ihn aufzugeben.< Richtig! Doch dieser Satz entfaltet auch seine Wirkung (und ist deswegen bequem), solange europäische Politiker auf ihn reinfallen. Was habe ich gestern in einer Nachrichtensendung gehört? "Moderate Islamisten!" War das ein Versprecher oder eine neue Wortkreation? Diese ganze Auf- und Haarspalterei, in wie viele Grüppchen der Islam zerfällt, wenn es um seine negative Seite geht, ist nicht mehr zu ertragen. Erst, wenn Politiker aufhören willkürliche Grenzen zu ziehen und dadurch die Verantwortung aller deutlich machen, wird diese Argumentationsfigur sterben. Und dann beginnt ein echter Dialog, dessen zentrale Fragen diese sind: Was IST der Islam? Was SIND Muslime? Und WIE können sie ihre religiösen Traditionen modernisieren?