Islamische Organisationen können auch gemeinnützig sein. Das ist einerseits selbstverständlich im Sinne der Gleichbehandlung. Aber da die islamische Gemeinschaft auch Islamisten umfasst, stellen sich die Fragen: Wie gelangen auch Vereine, die islamistisch ausgerichtet sind beziehungsweise von Islamisten geführt oder beeinflusst sind, an diesen Status? Wie behalten oder verlieren sie ihn?
Die Vereinigten Arabischen Emirate zeigen sich alarmiert über die Entwicklungen des Islamismus an britischen Hochschulen und kürzen daraufhin finanzielle Förderungen. Dass ausgerechnet ein islamisches Land – und keineswegs das einzige – entschiedener gegen den Politischen Islam vorgeht als viele europäische Staaten, sollte zu denken geben. Die "Abraham-Abkommen" mit Israel könnten dabei eine Rolle spielen. Im Fokus steht die Muslimbruderschaft.
Zu seiner Jahrestagung im Januar hatte der Arbeitskreis Säkularität und Humanismus in der SPD (AKSH) auch den Zentralrat der Konfessionsfreien eingeladen. Mit dabei waren außerdem Vertreter von fowid und dem ifw. Der Zentralrat begrüßt die Beschlüsse, die dort gefasst wurden: Mit einem Gesetzentwurf zur Ablösung der Staatsleistungen sowie einer Resolution zur aktiven Mitgestaltung des geplanten Bund-Länder-Aktionsplans gegen Islamismus gebe der AKSH zwei wichtige säkulare Impulse für die Sozialdemokratie.
Warum wenden sich Menschen dem Islamismus zu? Welche Rolle spielen die Sozialen Medien und was verbindet den islamischen Antisemitismus mit dem von links, rechts und aus der Mitte der Gesellschaft? Auf einer Veranstaltung des Zera Institutes Ende Januar in Berlin versuchten Seyran Ateş, Ariella Chmiel, Rebecca Schönenbach und Ahmad Mansour, Antworten auf diese und weitere Fragen zu finden.
Eine aktuelle Studie des französischen Meinungsforschungsinstituts IFOP sorgt für kontroverse Debatten: Während religiöse Bindungen in Europa insgesamt schwinden, zeigt sich unter jungen Musliminnen und Muslimen in Frankreich eine gegenläufige Entwicklung, verbunden mit einer stärkeren Abgrenzung von gesellschaftlichen Normen und republikanischen Werten. Kritiker werfen der Untersuchung Einseitigkeit vor, Befürworter sehen darin einen wichtigen Beitrag zur Analyse von Veränderungen.
Als erstes österreichisches Bundesland richtet Niederösterreich eine "Beobachtungsstelle Radikaler Islam" ein. Ziel ist es, Radikalisierungstendenzen frühzeitig zu erkennen, Hinweise systematisch zu sammeln und Entwicklungen zu erkennen, ehe sie eskalieren.
Die Entscheidung der EU, die iranische Revolutionsgarde als Terrororganisation einzustufen, markiert einen möglichen Wendepunkt in der europäischen Iranpolitik. Aktuelle Gerichtsverfahren in den USA, aufgedeckte Mordpläne gegen Exiloppositionelle und die wachsende internationale Vernetzung zeichnen das Bild einer Organisation, die weit über Irans Grenzen hinaus operiert.
Am Montag, 2. Februar ist der Philosoph und Podcaster Sebastian Schnelle zu Gast in Fürth: Im Kino Babylon am Rande des Fürther Stadtparks präsentiert er sein Buch "Gemeinsam gegen die moderne Welt: Wie Rechtsradikalismus und religiöser Fundamentalismus die offene Gesellschaft bedrohen", das im Februar 2026 bei Alibri erscheint.
Was haben Unternehmen wie "Haribo", "Nordzucker", "Biofino" oder die "Pommes Freunde" mit Islamismus zu tun? Dieser Frage geht Sineb El Masrar nach und rückt den wachsenden Halal-Markt jenseits rein ökonomischer Betrachtungen in den Fokus. Denn unter den Halal-Zertifizierungsstellen befinden sich Organisationen, die von Sicherheitsbehörden als islamistisch eingestuft werden.
Der Extremismusforscher Peter R. Neumann kritisierte, dass das Bundesinnenministerium "zwei der weltweit erfahrensten Praktiker der Terrorprävention" bei der Islamismus-Bekämpfung herausgeworfen habe. Welche Gefahren die "Praktiker" konkret abgewendet haben sollen, erklärte er aber nicht.
Ein weltanschaulich diverses Bündnis wirbt dafür, das beschlagnahmte Islamische Zentrum Hamburg nach Rechtskraft des Verbots in eine Gedenkstätte für die Opfer des Islamismus umzuwandeln. Eine Plakataktion in Hamburg und eine mehrsprachige Onlinekampagne bewerben das Konzept. Widerspruch kommt bereits aus islamistischen Kreisen, die das Projekt als unislamisch abwerten, obwohl der Erhalt der Moschee ausdrücklich Teil des Konzepts ist.
"Jin, Jiyan, Azadî" ("Frau, Leben, Freiheit") hallte es ab September 2022 mindestens ein Jahr lang durch die Straßen westlicher Metropolen. Der Fokus damals lag auf der Frauenrechtslage im Iran, ausgelöst durch den gewaltsamen Tod der Kurdin Jina Mahsa Amini. Heute transformiert sich Syrien unter Ahmed al-Scharaa faktisch zum Emirat. Die Situation der Frauen gerät jedoch aus dem Blick. An vorderster Front kämpfen erneut Kurdinnen, um das Thema auf die Agenda der Weltöffentlichkeit zu setzen. Eine Kampagne, maßgeblich angeführt von dem kurdischen Frauenverband Kongra Star, fordert vollständige politische Teilhabe und Gleichberechtigung der Geschlechter.
Konservative Muslime, die eine Einstufung der Muslimbruderschaft als Terrororganisation befürworten: ein Widerspruch? Keineswegs. Ein saudischer Journalist erklärt, warum ausgerechnet religiöse Konservative die politische Instrumentalisierung des Islam kritisieren und weshalb ihre Position überraschend eng mit humanistischen und sicherheitspolitischen Überlegungen im Westen zusammenfällt. Ein Kommentar.
Die Herrschaftsform des "Islamischen Staates" ist das gesonderte Thema einer Studie. Evelyn Bokler-Völkel, Islam- und Politikwissenschaftlerin, spricht von einer "ideokratischen Herrschaft". Die Begründung liest man in ihrer Habilitationsschrift: "Die Diktatur des Islamischen Staates und seine normative Grundlage".
Als mutiger Hoffnungsträger gegen radikal-islamische Koranschulen wirkt eine säkulare arabisch-deutsche Schule im Berliner Bezirk Neukölln. Auf ihren Leiter Hudhaifa Al-Mashhadani ist im November mutmaßlich ein Mordanschlag verübt worden. Er lebt fortan in der Gewissheit: "Es gibt Islamisten und Linksextreme, die mich töten möchten".