Ausstellung von LebenskundeschülerInnen

Ausbildung in Demokratie

Die SchülerInnen zeigen ihre Plakate.
Die SchülerInnen zeigen ihre Plakate (rechts: Lebenskundelehrerin Susan Navissi)

An der Richard-Grundschule in Berlin-Neukölln haben mehr als 200 Kinder über Wochen eine Ausstellung vorbereitet, die sie gestern präsentierten. Die Kinder haben sich im Unterricht mit verschiedenen Fragen auseinandergesetzt, die die Erde und unser menschliches Leben auf der Erde betreffen. Bewusst wurde dabei der Heimatbegriff, frei von nationalen Interessen, genutzt.

"Die Erde ist unsere Heimat" – das ist das Credo der Ausstellung der LebenskundeschülerInnen der Richard-Grundschule. Deshalb forderten sie in zwei Kundgebungen auf dem Schulhof und in diversen Exponaten, den Planeten zu schützen. Ob Umweltschutz oder Tierrechte: Das Spektrum, das die Kinder bewegt, zeigte sich auf Plakaten, Bildern und in einem selbstkomponierten Rap.

An den beiden Kundgebungen zum Thema "Rettet die Erde" nahmen rund 250 SchülerInnen teil.

Kundgebung auf dem Schulhof der Richard-Grundschule in Berlin-Neukölln. Foto: © S. Navissi
Kundgebung auf dem Schulhof der Richard-Grundschule in Berlin-Neukölln. Foto: © S. Navissi

"Wir wollen die Erde schützen! Das wird uns allen nützen!" heißt es in dem Rap, den die Schüler auf dem Schulhof und später bei der Ausstellungseröffnung aufführten. Dort waren dann auch Aufnahmen der Reden zu hören, die LebenskundeschülerInnen bei den Kundgebungen gehalten haben. An die Erwachsenen gerichtet hieß es da von einer 5.-Klässlerin: "Bitte schützen Sie unsere Welt! … Schützt die Meere, die Fische, die Lebewesen oder die Ozeane." Denn nur sauberer Meere lassen uns Menschen leben.

Kinder in der Ausstellung, Foto: © F. Nicolai
Kinder in der Ausstellung, Foto: © F. Nicolai

Mara aus der 3b sagte: "Wir wollen die Welt retten. Bitte helft uns dabei. … Wir wollen, dass es keine Kriege mehr gibt und das alle gleich viel Geld haben und dass kein Müll mehr auf den Boden geworfen wird."

Auch wenn das alles vielleicht in den Ohren Erwachsener ein wenig naiv klingt: Die LebenskundeschülerInnen haben möglicherweise besser verstanden, dass es nur diese eine Erde gibt, die wir beschützen müssen, als es vielen Erwachsenen klar ist.

Eine Kundgebung, in der Kinder ihre Wünsche und Forderungen frei äußern können und eine Ausstellung, die ein Zeugnis von den Wünschen der Kinder gibt, sind "Ausbildung in Demokratie".

Foto: © Frank Nicolai
Foto: © F. Nicolai

Kommentare (9)

Sandra Moßner (nicht überprüft)

Fr. 14 Dez 2018 - 13:06

Boah, super, ich bin vollends begeistert von dieser Aktion und finde es bemerkenswert, den Schüler*innen den Raum zu geben sich bewusst und aktiv Gedanken zu einem existenziellen Thema zu machen, sich dabei als Verantwortung übernehmende, handelnde Menschen in Austausch miteinander erleben zu können. Ja,ich stimme zu: ganz direktes Demokratielernen!

Hans Trutnau (nicht überprüft)

Fr. 14 Dez 2018 - 15:58

Da haben die Kids das Wichtigste gelernt: Handlungskompetenz.

Gerhard Baierlein (nicht überprüft)

Mi. 19 Dez 2018 - 16:46

Antwort auf von Hans Trutnau (nicht überprüft)

Hallo H.T. ein phantastischer Artikel so sollte Schule immer sein, damit in Zukunft mündige Bürger*innen das sagen haben, die Kirchen haben in den Schulen nichts verloren, da diese die Köpfe von Kindern nur mit überflüssigen Schwachsinn vollstopfen um an neue Kirchensteuerzahler zu kommen

P.S. haben Sie meinen Kommentar zu Amalgam gelesen?

Kay Krause (nicht überprüft)

Fr. 14 Dez 2018 - 17:25

Eine tolle Idee, die aufgegriffen und vervielfältigt werden sollte! Und zwar: Anstelle von Religions-Unterricht!! (ich wage zwei Ausrufezeichen) Das ist doch ein wunderbarer Weg, die Erwachsenen-Arroganz abzulegen und die Kinder bewußt in die Politik zu holen, u.a. auch auf sie zu hören, denn sie SIND unsere Zukunft!
Ich hatte bereits 1958 - als Vorbereitung für meine Jugendweihe in Hamburg 1x wöchentlich einen "Heimabend", da wurden Staatsbürgerkunde und Demokratie behandelt, während die Lehrer in der Schule lediglich ihr abgedroschenes Lehrprogramm durchgezogen haben! Noch'n Ausrufezeichen.

annette barnscheidt (nicht überprüft)

Sa. 15 Dez 2018 - 13:02

Tolle Aktion, tolle Schüler*innen, tolle Lehrerin, beeindruckende Exponate und Worte auf der Kundgebung! Mit Blick auf die gerade beendete Klimakonferenz hören sie sich für mich in keiner Weise naiv, sondern erfrischend klar und deutlich, alle wichtigen Bereiche unser Heimat Erde umfassend, an! Also doch lieber die "Kinder an die Macht..."!?

Karol Dittel (nicht überprüft)

Mo. 17 Dez 2018 - 09:41

Da ich fast ums Eck wohne, habe ich mir das mal angeschaut ;) Ist super geworden.

Gerhard Baierlein (nicht überprüft)

Mo. 17 Dez 2018 - 11:26

Den ganzen vorangegangenen Kommentaren kann ich mich nur voll inhaltlich anschließen.
Der richtige Weg und ein Funke Hoffnung.

Julian Bierwirth (nicht überprüft)

Do. 20 Dez 2018 - 13:49

Eine schöne Aktion - keine Frage.

Aber ich frage mich, was genau sie mit "Demokratie lernen" zu tun hat. Die SchülerInnen haben sich Gedanken dazu gemacht, was sie für Misstände in der Welt sehen (Kriege, ökonomische Ungleichheit, Umweltverschmutzung) - aber zu der Frage, wie sich diese Zustände verändern lassen, ist damit ja noch nichts gesagt. Was bleibt da hängen - von einem "es wäre schön gewesen, wenn die mal auf uns hören würden" abgesehen?

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