ISAH Saarland: Neue Stimme für Konfessionsfreie im Saarland
Am Montag fand in Saarbrücken die Gründungsversammlung der Initiative ISAH Saarland statt, auf der sich ein bisher informeller Kreis säkularer Humanisten als Verein organisierte. Die Initiative Säkularität, Aufklärung und Humanismus Saarland (ISAH Saarland) hat sich zum Ziel gesetzt, zukünftig die Interessen konfessionsfreier, humanistisch orientierter Menschen im Land öffentlich zu vertreten.
Foto: © ISAH Saarland
Das Saarland ist trotz voranschreitender Säkularisierung gesellschaftlich und politisch noch stark kirchlich geprägt. Dennoch gehören über 30 Prozent der Saarländerinnen und Saarländer keiner Konfession an. Diesem Teil der Bevölkerung möchte ISAH Saarland eine kritische, säkulare und humanistische Stimme verleihen. Der Verein setzt sich für die weltanschauliche Neutralität des Staates ein und fordert eine bessere Berücksichtigung der Belange nichtreligiöser Menschen in den Bereichen Bildung, bei ethischen Debatten sowie bei der Repräsentanz in öffentlichen Gremien.
ISAH Saarland versteht sich ausdrücklich nicht als religionsfeindlich, sondern als Stimme für eine offene und pluralistische Gesellschaft. Grundlage der Vereinsarbeit sind Aufklärung, Vernunft, Menschenwürde, Selbstbestimmung und soziale Verantwortung.
Die Initiative befürwortet zum Beispiel die Einführung nicht-konfessioneller Religionskunde oder eines Ethikunterrichts bereits in der Grundschule, setzt sich ein für ein selbstbestimmtes Leben im Alter und am Lebensende und fordert einen kritischen Umgang mit religiösem Fundamentalismus.
Die Gründung steht auch im Zeichen des Gottesbezugs, der 2026 in eine neu geschaffene Präambel der saarländischen Verfassung aufgenommen wurde. Die Durchsetzung dieser Forderung religiöser Kreise zeigte nach Auffassung der Initiative eine bedenkliche Verflechtung von Religion und Politik. „Religionsfreiheit bedeutet auch die Freiheit von Religion – und beides muss durch den Staat gleichermaßen gewährleistet werden“, erklärt die Initiative.
ISAH Saarland lädt alle Menschen zur Mitwirkung ein, die sich für Säkularität, Humanismus und eine weltanschaulich offene Gesellschaft einsetzen möchten. Der Verein wird die Eintragung in das Vereinsregister veranlassen und die Anerkennung der Gemeinnützigkeit beantragen.
In der Gründungsversammlung wurde ein Vorstand gewählt, bestehend aus Werner Röhrig (Vorsitzender), Isabel Bicker (Stellvertretende Vorsitzende) und Joachim Steffen (Schatzmeister).