Problematische Visite: Papst Leo XIV. in Frankreich
Papst Leo XIV. hat bei seinem viertägigen Frankreichbesuch für katholische Werte geworben, Abtreibung und Sterbehilfe kritisiert und junge Menschen zum Engagement für die Kirche aufgerufen. Zugleich traf er in Lourdes Opfer sexuellen Missbrauchs. Für Irritationen sorgte die Teilnahme von Staatspräsident Emmanuel Macron an der Abschlussmesse in Metz.
Foto: Kalepom via Wikimedia Commons CC0 Creative Commons
Leo XIV. hat seine viertägige Frankreichreise am gestrigen Montag beendet. Paris, Lourdes und Metz waren die wichtigsten Stationen seines ersten offiziellen Besuchs in Frankreich. Frankreich gilt seit der Taufe des Frankenkönigs Chlodwig als „älteste Tochter der Kirche“. Gleichzeitig ist die Trennung von Staat und Kirche seit 1905 ein Grundpfeiler der französischen Republik und beschränkt den institutionellen Einfluss der Religion auf den Staat. Die katholische Kirche hat sich mit diesem Selbstverständnis letztlich nie abgefunden. Die Französische Bischofskonferenz bezifferte die Kosten der Reise auf rund 27 Millionen Euro. Anders als in Deutschland werden sie von den Ortskirchen und durch Spenden getragen; die Sicherheitskosten kommen hinzu und werden vom Staat übernommen.
Der Papst und die französische Laizität
Leo XIV. warb im Stade de France in Paris für eine stärkere religiöse Bindung junger Menschen. Missionarisch lobte er ihren „spirituellen Durst“ und forderte sie auf, sich mit ihrer ganzen Energie für die Kirche und für priesterliche Aufgaben einzusetzen. Zudem mischte er sich vehement in aktuelle gesellschaftspolitische Debatten ein, so beim Thema Sterbehilfe.
Frankreich hat im August ein Gesetz verabschiedet, das Betroffenen ein Recht auf „Hilfe zum Sterben“ ermöglicht. Voraussetzung ist unter anderem eine schwere und unheilbare Erkrankung mit lebensbedrohlicher Prognose sowie ein freier und aufgeklärter Wille. Leo XIV. stellte sich in Lourdes entschieden gegen diese staatliche Regelung. „Es ist unmöglich, das Herbeiführen des Todes als normal anzusehen“, sagte er. Die gesetzliche Regelung bezeichnete er als Ausdruck einer „falschen Barmherzigkeit“ und betonte: „Was legal ist, ist nicht unbedingt moralisch.“ Damit kritisierte der Papst zugleich eine der wichtigsten gesellschaftspolitischen Entscheidungen der Amtszeit Emmanuel Macrons: Das französische Parlament hat – ähnlich wie Belgien, die Niederlande, Luxemburg, Kanada und Uruguay – nach jahrelanger gesellschaftlicher und politischer Debatte eine eigene Entscheidung über den Umgang mit schwerstkranken Menschen am Lebensende getroffen.
Obwohl es bei dem Gesetz um die persönliche Entscheidung unheilbar kranker Menschen geht, rückte der Papst diesen Wunsch in ein eigenartiges Licht, als er in Lourdes bei einer Begegnung mit kranken und behinderten Menschen sagte, es sei ihm wichtig zu verdeutlichen: „Ihr seid keine Last. (…) Es muss daher der Versuchung widerstanden werden, unter dem Vorwand falschen Mitleids das Leben zu beenden.“
In Lourdes, dem größten Marienwallfahrtsort Europas, traf Leo XIV. außerdem sieben Betroffene, die in der Privatschule Bétharram Opfer des sexuellen Missbrauchs durch Vertreter der katholischen Kirche geworden waren (der hpd berichtete). Das Gespräch war ein wichtiger Termin während seines Besuchs. Betroffene kritisierten hingegen die immer noch mangelnde Bereitschaft zur Aufklärung in der katholischen Kirche.
Macron bei der Papstmesse
Für Emmanuel Macron stellte der Papstbesuch einen heiklen Balanceakt dar. Als Staatsoberhaupt empfing er Leo XIV. am Flughafen Orly und im Élysée-Palast, hielt sich aber von den Gottesdiensten demonstrativ fern. Bei der Abschlussmesse in der Kathedrale von Metz erschien er am Montag überraschend mit seiner Frau Brigitte. Rechtlich ist die Situation dort eine andere als in Paris: Offiziell gibt es in der Region keine Trennung von Staat und Kirche, da Elsass-Lothringen 1905 nicht zu Frankreich gehörte.
Politisch ist der Auftritt Macrons erklärungsbedürftig. Wer die französische Laizität als republikanisches Prinzip verteidigt, kann als Staatspräsident die Teilnahme an einem offiziellen katholischen Gottesdienst nicht mit dem Sonderstatus von Metz rechtfertigen.
Zum Abschluss seiner Reise sprach Leo XIV. in Metz über die aktuelle politische Lage in Europa. Er forderte die Europäer zu neuen Friedensanstrengungen auf und kritisierte das „sinnlose Gemetzel“, das in der Ukraine jeden Tag zivile Opfer fordere. Präsident Macron hatte dazu die Staats- und Regierungschefs der EU eingeladen. Anwesend waren nur die Staatsoberhäupter von Luxemburg und Monaco; Deutschland wurde durch die saarländische Ministerpräsidentin Anke Rehlinger vertreten.
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Wie lange muß die Menschheit…
Wie lange muß die Menschheit diese verlogenen Pfaffen noch erdulden, welche nur ihren eigenen Interessen und ihrer Macht und Geldgier nachgeht und die Menschen verdummt mit den Lügen eines ewigen Lebens, sowie sie diesen Vorschriften machen möchten wie
diese sich zu verhalten müssten.
Die Menschheit ist erst wirklich frei wenn sie die Religionen weltweit abgestellt haben, welche die Menschen NUR belügt und betrügt zum Vorteil der Kirchen.