Glyphosat: Substanzlose Kritik und "gekaufte" Befürworter
Foto: © Frank Nicolai
BERLIN. (gwup) Die Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP) kritisierte die Blockade der Glyphosat-Zulassung durch die Bundesregierung. Darauf gab es viele kritische Kommentare, die der Vorsitzender der GWUP, Amardeo Sarma, zum Anlass nahm, auf die Diskussion noch einmal genauer einzugehen. Auch an dieser Veröffentlichtung gab es – in den Kommentaren hier im hpd sowie in den sozialen Netzwerken – Kritik. Amardeo Sarma hat auch darauf geantwortet.
In der Diskussion um die Glyphosat-Zulassung gibt es seitens der Kritiker so viele irreführende Behauptungen, dass eine weitere Entgegnung erforderlich ist. Dies ist gerade jetzt umso wichtiger, da die Gegner der modernen Landwirtschaft einen Etappensieg errungen haben: Die EU-Staaten haben sich vorerst nicht auf eine Verlängerung der Zulassung des Herbizids geeinigt. Damit wird eine weitere Abstimmung in einem Vermittlungssausschuss nötig.
Pauschale Ablehnung der modernen Landwirtschaft greift um sich
Viele angeführte Kritikpunkte gehen über eine Kritik an Glyphosat und Gentechnik hinaus und stellen die moderne Landwirtschaft insgesamt in Frage. Das heißt nicht, dass es nicht auch problematische Entwicklungen gibt, wie Resistenzen oder übermäßige Anwendung von Düngemittel. Diese sind in der Forschung und Praxis bekannt. An ihnen wird gearbeitet.
Wer aber behauptet, wie in der Diskussion bei hpd, wir müssten "zurück zu umweltgerechten Anbaumethoden" oder gar "Die konventionelle Landwirtschaft wird auf Dauer nicht in der Lage sein, die Menschheit zu ernähren", lebt in einer Scheinwelt.
Erst die grüne Revolution (Düngemittel, Pflanzenschutz, neue Fruchtsorten mit neuen Methoden) hat erreicht, dass heute trotz des Bevölkerungswachstums weniger Menschen in absoluter Armut leben als 1820 oder 1970, als das Maximum erreicht wurde:
Es ist den vielen Beteiligten aus dem Bereich der konventionellen Landwirtschaft und der Verwendung der Gentechnik zu verdanken, dass es uns so gut geht, unter anderem durch die Pionierarbeit von Norman Borlaug, der durch die grüne Revolution Entwicklungsländern die Unabhängigkeit von Importen aus Industrienationen gebracht hat:
Promotion, Friedensnobelpreis, zwei Ehrendoktorwürden, Medal of Freedom, Ehrenmedaille des Kongresses, Aufnahme in diverse Akademien der Wissenschaften (u.a. Royal Society) und eine eigene Bronzestatue. Diese Auszeichnungen wurden Norman Borlaug zu Lebzeiten, bzw. nach seinem Tod im Jahr 2009 zuteil. Trotzdem dürfte kaum jemand diesen Namen in langer Zeit, bzw. überhaupt jemals gehört haben.
Natürlich sollte man alles tun, um Verteilungsprobleme zu verbessern und Missstände zu korrigieren. Das ist reine Mathematik: Was ankommt, hängt von der Produktion und der Verteilung ab. Aber die Bevölkerung vor allem in ärmeren Ländern in der Zwischenzeit hungern zu lassen, bis die Verteilungsprobleme gelöst sind, ist keine Alternative. Selbst bei 100 Prozent optimaler Verteilung – unrealistischer Idealwert – wäre eine Landwirtschaft "zurück zur Natur" eine Katastrophe für die Ernährung der Menschheit.
Sie würde den Rückfall in die Zeit vor Norman Borlaug bedeuten, als Hungersnöte an der Tagesordnung waren.
Angriffe auf Fachleute und Behörden: Sind sie "industrienah"?
Unter anderem wird das Bundesinstitut für Risikoforschung (BfR) aufgrund seiner angeblichen "Industrienähe" kritisiert. Hier möchte ich speziell auf einen Kommentar eingehen, der, wie ich glaube, eine Antwort erfordert. Dieser sehr wichtige und richtige Kommentar lautet:
Das muss von unabhängigen Instituten regelmäßig und genau überprüft werden. Das geht nur auf Staatskosten und die Gelder müssen zur Verfügung gestellt werden.
Genau solch eine Institution wurde bereits 2002 unter der rotgrünen Regierung eingerichtet, eben das BfR. Über seine Aufgaben und Ziele heißt es in einer Verlautbarung des BfR:
Die Unparteilichkeit und Unabhängigkeit des BfR ist gesetzlich verankert. Das BfR wurde am 1. November 2002 unter Federführung der Grünen-Ministerin Renate Künast gegründet, um unabhängig, wissenschaftlich und überparteilich Risikoeinschätzungen vornehmen zu können und den gesundheitlichen Verbraucherschutz zu stärken.
Alle am BfR beschäftigten Beamtinnen und Beamten sowie die Beschäftigten des Bundes müssen die rechtlichen Bestimmungen des öffentlichen Dienstes einhalten. Dazu gehören zum Beispiel behördliche Regelungen zur Unbefangenheit, Effektivität, Sachkunde und Korruptionsprävention, wie sie von den deutschen Gesetzen und den Ausführungsbestimmungen des Bundesministeriums des Innern vorgeben sind (siehe z. B. das Bundesbeamtengesetz, § 10 Verwaltungsverfahrensgesetz und andere Vorschriften).
Hauptaufgabe des BfR ist es, Stellung zu möglichen gesundheitlichen Risiken von Lebensmitteln, Produkten oder Chemikalien zu beziehen und somit die Bundesministerien bei ihren politischen Entscheidungen unabhängig wissenschaftlich zu beraten. Aus Gründen der Unabhängigkeit werden keine finanziellen Mittel aus der Industrie eingeworben, das BfR beteiligt sich auch nicht finanziell an solchen Forschungsprojekten.
Angesichts der eingangs erwähnten unsinnigen Angriffe ist es an Zeit, dass sich die Grünen (und ihrem damaligen Koalitionspartner in der Bunderegierung, die SPD) vor ihr Baby stellen. Sie haben das BfR aus meiner Sicht aus gutem Grund geschaffen. Warum stehen sie heute nicht dazu?
Bewertet das BfR "Leserbriefe"?
Sylvia Liebrich schreibt in der Süddeutschen Zeitung:
Recherchen der Süddeutschen Zeitung zeigen, dass für eine Neubewertung der Krebsrisiken unter anderem Leserbriefe an eine Fachzeitschrift als Studien gewertet werden. Ein großer Teil stammt von Wissenschaftlern, die direkt oder indirekt für einen der größten der Glyphosat-Hersteller arbeiten, den US-Agrarkonzern Monsanto.
Diese Behauptung zu den "Leserbriefen" ist irreführend. Wer sich auch nur flüchtig mit wissenschaftlichen Publikationen beschäftigt, weiß, dass "Letters" oder "Letters to the editor" in einer Fachzeitschrift nicht im Geringsten mit Leserbriefen in Tageszeitungen oder Wochenmagazinen vergleichbar sind.
Darüber hinaus hat Liebrich offenbar noch nicht einmal richtig gelesen, was sie zitiert. Sie schreibt:
Eineinhalb Seiten ist das Schreiben, das der Wissenschaftler Peter Langridge an die Fachzeitschrift "Food and Chemical Toxicology" geschickt hat. Eineinhalb Seiten, auf denen er Partei ergreift für ein höchst umstrittenes Pflanzenschutzmittel, für Glyphosat, das im Verdacht steht, Krebs zu erzeugen. Eineinhalb Seiten, die das Magazin in der Rubrik "Letters to the Editor", Briefe an den Chefredakteur, veröffentlicht.
Hier eine Erwiderung aus dem Blog des Molekularbiologen Ludger Weß:
Der "Letter to the Editor" von Peter Langridge ergreift mit keiner Silbe "Partei für ein hochumstrittenes Pflanzenschutzmittel". Stattdessen kritisiert Langridge ausführlich die Methodik der umstrittenen Séralini-Studie, die schließlich wegen fachlicher Mängel zurückgezogen wurde (und auch inzwischen von der IARC in ihrer Glyphosat-Monographie als nicht auswertbar bezeichnet wurde, wegen eben der u.a. von Langridge kritisierten methodischen Mängel).
Irreführend ist auch die Behauptung, dass "die Krebsforscher der WHO (gemeint ist der IARC) seit der Veröffentlichung ihrer Einschätzung schwer unter Beschuss von Herstellern und Lobby-Verbänden" stünden. Nein, es sind keine "Lobbyverbände" – da soll wohl wieder einmal ein Vorurteil geschürt werden –, sondern Wissenschaftler, die einiges bemängelt haben. Zwei Stimmen von vielen:
Dr Oliver Jones von der RMIT University in Melbourne: "This sounds scary and IARC evaluations are usually very good, but to me the evidence cited here appears a bit thin … From a personal perspective, I am a vegetarian so I eat a lot of vegetables and I’m not worried by this report."
Prof. Alan Boobis von der Imperial College London sagt das, was viele Wissenschaftsblogger auch in Deutschland geschrieben haben: "The IARC process is not designed to take into account how a pesticide is used in the real world … In my view this report is not a cause for undue alarm."
Kurz: Der Beitrag von Sylvia Liebrich hat wenig mit der Realität zu tun – ebensowenig wie ein Kommentar bei hpd, der auch mir unterstellt, dass "erfolgreiche Lobbyarbeit bei der GWUP wirksam war".
Man geht anscheinend grundsätzlich davon aus, Wissenschaftler und die GWUP seien "gekauft", wie auch das BfR und die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA).
Wo Argumente fehlen, müssen pseudowissenschaftliche Anti-GMO-Aktivisten sich in Ad-Hominem-Attacken flüchten.
Man sollte Industrie-Studien und Studien von Interessengruppen, wie Greenpeace oder Foodwatch, mit der notwendigen, der Wissenschaft immanenten Skepsis begegnen. Deshalb werden zur Bewertung Universitätsstudien einbezogen und staatliche Institutionen geschaffen.
Zu Glyphosat ist der wissenschaftlicher Konsens klar
Zu dieser Feststellung hätte bereits die Wikipedia-Recherche über die Gefahreneinschätzung ausgereicht.
Die überwältigende Mehrheit der wissenschaftlichen Einzelstudien, Übersichtsarbeiten und Behörden bestätigt, dass die zugelassenen Anwendungen von Glyphosat keine Gesundheitsrisiken bergen. Es sind lediglich Interessengruppen, wie der Naturschutzbund Deutschland, Greenpeace oder Friends of the Earth, die den Außenseiterstandpunkt vertreten, dass wir mit Glyphosat erhebliche Gesundheits- und Umweltrisiken eingehen.
Hier zeigt sich auch, dass manche Verbände eben nicht vertrauenswürdig sind – sie vertreten ihre Interessen unabhängig von Tatsachen und den tatsächlichen Auswirkungen auf die Gesundheit oder auf die Umwelt.
Die folgende Anmerkung – ebenfalls ein Kommentar zu meinem Artikel bei hpd – verdient ebenfalls eine Antwort:
Welche hinterhältigen, "wölfischen" Ziele verfolgen denn Organisationen wie NABU und Greenpeace in Wahrheit, wenn sie scheinheilig vorgeben, der Umwelt- und Naturschutz liege ihnen am Herzen? Welche Gewinne generieren sie damit?
Nicht nur materieller Gewinn und Profit können zu Stellungnahmen und Handlungen motivieren, die sich letztendlich gegen Gesundheit und Umweltschutz richten. Die Aussicht auf großen politischen Einfluss und die Durchsetzung der eigenen Weltanschauung kann ein ebenso starker Antrieb sein.
Gewiss glauben einige Anti-GMO-Aktivisten aufrichtig, der Umwelt oder der Gesundheit zu dienen. Das gilt sicher für viele Unterstützer, die in gutem Glauben und ohne jede böse Absicht einem Zeitgeist folgen und in diesen Verbänden unkritisch nur "das Gute" sehen.
Dabei verfolgen "Bio"-Unternehmen, die Hand in Hand mit manchen Interessenverbänden arbeiten, selbstverständlich ebenso wirtschaftliche Interessen wie Unternehmen der konventionellen Landwirtschaft. Auf diesem Auge scheinen viele blind zu sein. Es wird mit zweierlei Maß gemessen.
Dass man jetzt jegliches Maß verloren hart und ohne Rücksicht auf Verluste knallharte Interessenpolitik betreibt, zeigt der neueste Beitrag von Greenpeace: Es wird die "Systemfrage" gestellt. Der Bremer Journalist Jan-Phillip Hein bemerkt dazu in einem Facebook-Kommentar:
Dankenswerterweise sagt Greenpeace hier deutlich, was es will: den Totalumbau der Landwirtschaft. Dafür ist jedes Mittel recht: Demagogie bis an den Rand der Verhetzung und gezieltes Schüren von Ängsten. Traurig, wie viele Medien da mitspielen. Ich fürchte, dass wir den Tiefpunkt dieser Kampagne immer noch nicht erlebt haben.
Glyphosat im Vergleich
Aber zurück zu Glyphosat: Wikipedia trifft die Problematik im Vergleich mit anderen Herbiziden ziemlich gut. Auch der "pro-science skeptical activist" the "Credible Hulk" hat hierzu aufgezeichnet, wie sehr viel problematischere Herbizide mit der Zeit aus dem Verkehr gezogen worden sind:
Many people never even hear about the herbicides that were phased out in favor of glyphosate simply because they aren’t pertinent to the anti-agricultural biotech narrative, and because their popularity had waned by the time it had become trendy to demonize GMOs and everything remotely associated with them.
Viele andere, wesentlich problematischere Herbizide wurden aus dem Verkehr gezogen, und deshalb stieg der Verbrauch von Glyphosat an. Der Beitrag skizzert treffend die Folgen eines Glyphosat-Verbots:
Opponents of glyphosate often seem to hold this unfounded notion that, if they can manage to get glyphosate banned or simply willingly abandoned, then it would mean an improvement in both food and environmental safety, but the truth is it would likely be the exact opposite of that. Weeds are a legitimate problem in farming that has to be dealt with one way or another. In its absence, it would have to be replaced with something else, and it would likely be something more caustic: not less.
Das Problem der Unkräuter wird dadurch nicht gelöst. Da der Verzicht auf Herbizide in Deutschland und vielen anderen Ländern aufgrund der dann drohenden Ernteeinbußen unrealistisch ist, müsste man auf andere Herbizide ausweichen. Und diese wären sehr wahrscheinlich problematischer.
Zurück zur Vernunft
Unsere Probleme werden nicht gelöst, wenn wir auf Interessengruppen – egal ob Industrie oder vermeintliche Umweltschützer – hören statt der Einschätzung von Fachverbänden zu folgen, die speziell zu diesem Zweck als unabhängige, staatliche Institutionen geschaffen wurden. Politiker aller Parteien sollten dies zu Herzen nehmen, besonders die Parteien, die diese Institutionen geschaffen haben.
Übernahme mit freundlicher Genehmigung des Autoren von blog.gwup.net.
Kommentare (49)
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Ich möchte ein paar Gedanken
Ich möchte ein paar Gedanken zu staatlichen Organisationen machen. Dass kritische Bürger öfter ein Problem mit diesen haben, kommt nicht von ungefähr. Man denke nur an das Eisenbahn Bundesamt (EBA). Auch dieses sollte unabhängig seine Kontrolle und Entscheidungen gegenüber der Bahn AG ausüben. In Sachen Stuttgart 21 fällt es einem sehr schwer an eine Unabhängigkeit zu glauben. Es würde hier zu weit führen, tiefer in die Materie einzusteigen. Selbst der Bundesrechnungshof hält sich beim Streit um die Kosten von S21 so zurück, dass man davon ausgehen muss, dass es mit seiner Unabhängigkeit nicht weit her ist. Oder denken wir an das Kraftfahrt-Bundesamt. Dessen Verhalten im Abgasskandal spricht auch nicht für diese so strapzierte Unabhängigkeit. Herr Sarma, eine gesetzlich veränderte Überparteilichkeit und Unabhängigkeit ist noch lange kein Beweis, dass dies auch so praktiziert wird.
Sag mir was die Wahrheit ist,
Sag mir was die Wahrheit ist, wenn Universitätsstudien durch Sponsorengelder erst ermöglicht werden, wenn Gutachten von Interessengruppen in Auftrag gegeben sind, wenn die Aussagen von sauber arbeitenden Landwirten untergebuttert werden, wenn Lobbyisten, des perönlichen Gewinnstrebens wegen, ihren ganzen Einfluss geltend machen?
Für mein Umfeld wünsche ich einen sorgsameren Umgang mit unseren -hoffentlich unvergifteten- Nahrungsmitteln.
Danke für diesen Beitrag.
Danke für diesen Beitrag.
Ich darf hinzufügen, dass ich in der letzten Zeit bei Diskussionen zum Thema Glyphosat, gleich ob im persönlichen Gespräch oder in sozialen Netzwerken, geradezu gebrandmarkt wurde. Die Deutungshoheit der Interessenverbände mit dem "positiven Image" wirkt sich gewaltig aus.
Fairerweise muss ich aber auch erwähnen, dass es hier und da gelingt, einen Einbruch in die vorhandene Denkhemmung zu erzielen. Vielen ist nicht einmal klar, dass es bei Glyphosat überhaupt nicht um ein neues Mittel geht, dass es vielmehr schon seit längerer Zeit angewandt wird. Zudem ist es auch für viele Menschen interessant, einmal etwas über die Wirkungsweise von Glyphosat im Vergleich zu früher verwendeten Pestiziden zu erfahren. Und über die Volumentoxizität, die unter der von Kochsalz liegt. Nur durch solche "Highlights" ist es manchmal möglich, einen Anstoß zu geben.
Sapere aude!
Zurück zur Vernunft klingt
Zurück zur Vernunft klingt gut.
Aber ich denke nicht, dass Amardeo Sarma sich selbst, der GWUP und der (noch nicht ausgestandenen) wissenschaftlichen Debatte um Glyphosat & Co. einen großen Gefallen tut, indem "Substanzlose Kritik, unsinnige Angriffe" einerseits und "gekaufte" Befürworter andererseits so pauschalisiert werden wie in dem aktuellen Beitrag.
Solange die Bakteriologin und Mykologin Monika Krüger und ihre Erkenntnisse/Veröffentlichungen (vgl. z.B. https://www.youtube.com/watch?v=-iMA4HxZ1hc und den Wikipediaeintrag mit Quellen) nicht zur Kenntnis genommen (speziell die zeitliche und räumliche Koinzidenz von Missbildungen und Anwendung von Totalherbiziden) und nachverfolgt werden, fehlt da etwas.
Norman E. Borlaug und seine (traditionell gezüchtete) Weizensorte in Ehren; ich wäre gespannt, könnte er zur Diskussion etwas beitragen.
Interessant auch die Grafik bzgl. 'extreme poverty'. Auffällig, das deren prozentualer Anteil bereits lange vor der Anwendung von Glyphosat beständig abnahm. Ist der Anteil seit der Anwendung sprunghaft geschrumpft?
Und (resistente Super-)Weeds. Es erscheint wie ein quasi-evolutionäres Wettrüsten: Glyphosat erzeugt Resistenzen (jenseits der gewünschten Nutzpflanzen). Gegen diese resistenten Pflanzen werden weitere, stärkere ('problematischere') Herbizide entwickelt. Wurden sie?
Aber ja. Das namentlich und auch strukturell ähnliche und vom BMELV als REPRODUKTIONSTOXISCH eingestufte Glufosinat wird bereits eingesetzt (vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Glufosinat#cite_ref-roempp_1-0). Wohin könnte das führen?
Glyphosat & Co sind keine PflanzenSCHUTZmittel; sie sind als Totalherbizide (mit Ausnahme der resistenten Pflanzen) PflanzenVERNICHTUNGSmittel.
Zurück zur Vernunft - und wissenschaftliche Abwägung, wie es sich gehört. Der 'wissenschaftliche Konsens' ist (im Gegensatz zur Klimadebatte) m.E. überhaupt noch nicht klar.
"Interessant auch die Grafik
"Interessant auch die Grafik bzgl. 'extreme poverty'. Auffällig, das deren prozentualer Anteil bereits lange vor der Anwendung von Glyphosat beständig abnahm. Ist der Anteil seit der Anwendung sprunghaft geschrumpft?"
Ich verstehe die Frage nicht. Die Grafik bezieht sich auf die "Grüne Revolution" und deren Auswirkung auf extreme Armut. Aber sie hat doch primär nichts mit Glyphosat zu tun?!
P.S.: Unglücklicherweise funktioniert in der Graphik der "Relative"-Button nicht (Im Originalartikel http://blog.gwup.net/2016/06/11/glyphosat-substanzlose-kritik-und-gekaufte-befurworter/comment-page-1/#comment-63580 kann man zwischen den Ansichten wechseln).
Richtig moniert. Aber wenn
Richtig moniert. Aber wenn Glyphosat signifikant zur Abnahme der Armut beigetragen hätte, dann müsste sich das seit dessen Anwendung Ende der 1970er Jahre in der Grafik niederschlagen.
Wie kommen Sie darauf? Es ist
Wie kommen Sie darauf? Es ist ja nicht so, dass mit Glyphosat Mitte der 1970er Jahre erstmalig Herbizide zum Einsatz gekommen wären.
Wie wollen Sie die Wirkung eines speziellen Produktes einer Firma anhand dieser Graphik dingfest machen (Genauso gut könnten Sie m.E. (überspitzt ausgedrückt) versuchen, aus der Verteilung von Brot weltweit Schlüsse bezüglich des Umsatzes der Bäckerei um die Ecke zu ziehen,)?
Am steilsten verläuft die Kurve in der Relativansicht zwischen 1970 und 1987, und es liegt nahe, dass dies auf Düngemittel, Pflanzenschutz sowie neue Fruchtsorten mit neuen Methoden zurückzuführen ist. Das kann man m.E. aus der Graphik schließen, mehr nicht.
Mehr nicht, wenn überhaupt
Mehr nicht, wenn überhaupt (vllt. bes. neu gezüchtete Fruchtsorten wie beim Weizen; rvtl. bessere Verteilung). Aber warum wird die Grafik dann zum Thema Glyphosat gebracht?
Kurvendiskussion: Das Gefälle der relativen Kurve wird (im Mittel geglättet) bis 1981 stetig steiler; danach fast linear.
Hätte Glyphosat einen signifikanten Einfluss, würde ich spätestens ab 1981 ein noch steileres Gefälle erwarten.
Aber das ist nur ein Nebenschauplatz. Viel wichtiger erscheinen mir, wie erwähnt, die zeitliche und räumliche Koinzidenz von Missbildungen und Anwendung von Totalherbiziden einerseits und der Einsatz schärferer Herbizide (Glufosinat) nach Auftreten von Glyphosat-Resistenzen.
"Das Gefälle ...bis 1981
"Das Gefälle ...bis 1981 stetig steiler; danach fast linear".
Wieso nicht schon ab 1970!?
Ihren Referenzzeitraum weiß ich jetzt immer noch nicht, aber es kann eigentlich nur das steile Teilstück von 1970 bis 1981 sein. War für den starken Knick 1970 vielleicht der Glyphosat-Vorgänger verantwortlich? Womöglich gar DDT? Was meinen Sie?
Würde es sich hier um einen Aktienkurs-Chart handeln, wäre das eine Super Anti-Extrem-Armut-Aktie! Seit 1970 gibt es einen stabilen Abwärtstrend. Und das, obwohl sich die Weltbevölkerung seit 1970 verdoppelt hat (jedoch nicht die Anbauflächen)!
Hat also die Verwendung von Glyphosat den Trend stabilisiert? Wenn ich Ihrer Argumentation folge, könnte man das doch so sehen. Vielleicht wäre ja der Trend ohne Glyphosat längst aus dem Ruder gelaufen. Vielleicht gibt es also diesen signifikanten Einfluss von Glyphosat tatsächlich, und „Sie sehen“ ihn nur deshalb in der Kurve nicht, weil sich gleichzeitig auch noch etliche andere Parameter geändert haben.
Also um es kurz zu machen:
Also um es kurz zu machen: Ihre Aussage "Hätte Glyphosat einen signifikanten Einfluss, würde ich spätestens ab 1981 ein noch steileres Gefälle erwarten." ist schon alleine deswegen völlig illusorisch, weil die Population nicht konstant gehalten wurde (die Erdbevölkerung hat sich seit 1970 verdoppelt).
In meinem Browser (Firefox)
In meinem Browser (Firefox) funzt übrigens die relative Grafik...
Es ist leider so: wer
Es ist leider so: wer Glyphosat verbieten will, muss Alternativen anbieten.
Hacken? Vergessen Sie es, wir könnten unsere Lebensmittel nicht mehr bezahlen, ohne Sklavenwirtschaft einzuführen. Andere Unkrautvernichtungsmittel sind noch schädlicher als Glyphosat. Außerdem gehen die Erträge trotzdem deutlich zurück, was Ausbau der Anbauflächen bedeuten würde und damit noch höheren Bedarf an Arbeitskräften für eine Arbeit, die keiner machen will, weil es Knochenarbeit ist.
Wer Glyphosat verbietet, muss alle anderen Pflanzenschutzmittel konsequenterweise ebenfalls verbieten und das Kochsalz in der Küche noch dazu, weil es bei unsachgemäßer Anwendung ebenfalls zum Tode führen kann.
Das Kochsalz-Argument ist
Das Kochsalz-Argument ist ziemlich daneben.
Und die schädlicheren Mittel sind ja bereits im Einsatz: GLUFOSINAT (s.o.; überlesen?).
Ja, natürlich hat die
Ja, natürlich hat die Versorgung der Weltbevölkerung mit Lebensmitteln schon vor Glyphosat beständig zugenommen. Schließlich gab und gibt es auch noch andere weitaus giftigere Pflanzenschutzmittel (DDT etc.), die die Erträge gesteigert haben und steigern. Die "Grüne Revolution" wurde nicht durch Glyphosat gestartet, das Mittel ist nur ein wichtiger Baustein.
Wie zeigt sich dieser
Wie zeigt sich dieser wichtige Baustein denn in der Grafik? Nicht signifikant.
Ach ja - und ich erinnere mich an die Diskussion um das angeblich "weitaus giftigere" DDT: Es war eine fast vergleichbare Debatte wie heute; völlig harmloses Mittel, bis es bereits 'nur' unter KanzerogenitätsVERDACHT verboten wurde.
Ich frage mal anders: Auf
Ich frage mal anders: Auf welchen Referenzzeitraum beziehen Sie sich überhaupt? Wollen Sie die Graphik einfach in eine Zeit vor und nach Glyphosat eingeteilt sehen? Also den Zeitraum 1980 (Gerne auch früher: Die Substanz kam erstmals 1974 als Wirkstoff des Herbizids Roundup auf den Markt) bis jetzt und als Referenz die Zeit von 1820-1980?
Bitteschön. Wie Sie wollen. Vergleichen Sie mal die Steigungen. Das soll nicht signifikant sein?
Habe ich weiter oben
Habe ich weiter oben beantwortet; ein Nebenschauplatz. Das erneute Fragen danach kommt bei mir wie eine Nebelkerze an, die von Wichtigerem ablenkt. In diesem Fall die Ähnlichkeit der heutigen Debatte mit der ehemaligen um DDT.
Beachten Sie doch bitte die
Beachten Sie doch bitte die Chronologie!
Diese "erneute" Frage an dieser Stelle habe ich am 17.6. gestellt. Wenn Sie so tun, als hätten Sie die Frage bereits weiter oben längst beantwortet und mir daher eine Nebelkerze unterstellen, dann gucken Sie doch mal auf Ihr obiges Antwortdatum. Sie haben erst am 18.6. geantwortet!
Meine 2 Antworten vom 18.6.
Meine 2 Antworten vom 18.6. auf 2 Kommentare vom 17.6. - passt doch. Aber jetzt nochmals Nebel am 19.6.? Nö, reicht mir.
Ach so. Dann bitte ich Sie
Ach so. Dann bitte ich Sie vielmals um Verzeihung, dass ich Sie am 17.6. "erneut" etwas gefragt habe, was Sie längst am 18.6 beantwortet hatten.
Zu "Interessant auch die
Zu "Interessant auch die Grafik bzgl. 'extreme poverty'. Auffällig, das deren prozentualer Anteil bereits lange vor der Anwendung von Glyphosat beständig abnahm. Ist der Anteil seit der Anwendung sprunghaft geschrumpft?":
Das ist echt ein Strohmannsargument, eine Widerlegung einer gar nicht gemachten Aussage. Im Artikel steht doch ziemlich klar:
"Erst die grüne Revolution (Düngemittel, Pflanzenschutz, neue Fruchtsorten mit neuen Methoden) hat erreicht, dass heute trotz des Bevölkerungswachstums weniger Menschen in absoluter Armut leben als 1820 oder 1970, als das Maximum erreicht wurde".
Hier habe ich weder Glyphosat noch Gentechnik erwähnt. Es scheinen also viele Dinge hineinzuinterpretieren, die aus dem Text gar nicht hervorgehen.
Aber bitte, das war doch
Aber bitte, das war doch keine Widerlegung, sondern nur eine harmlose Frage (nach dem Sprung) - so wie diese: Was soll die Grafik (die nichts über Glyphosat aussagt?) in diesem Glyphosat-Artikel bezwecken? Soll Glyphosat mit Düngemittel und Pflanzenschutz usw. assoziiert werden?
Und was soll eigentlich der
Und was soll eigentlich der suggerierende Gentechnik-Strohmann? Habe ich mWn nirgends erwähnt. Da gebe ich das 'hineinzuinterpretieren' doch mal eben flugs zurück.
Herzlichen Dank an die
Herzlichen Dank an die Redaktion!
Ich denke die Diskussion hat gerade erst begonnen:
http://www.welt.de/debatte/kommentare/article156076783/An-den-Flutschaeden-ist-auch-der-Maisanbau-schuld.html#disqus_thread
um nur ein Beispiel und das den HPD Artikel begleitende Foto zu benennen.
Es geht, wie der Autor schon zu erkennen gibt, nicht nur um Glyphosat, sondern um die Art und Weise der Ernährung regional und weltweit und ohne subventionierte Herstellung mit nachfolgend nochmals subventionierten Export von Lebensmitteln und Herbiziden durch die sogenannte westliche Welt an Drittstaaten oder Enwticklungsländer oder wie auch immer die Bezeichnungen lauten.
Die grüne Revolution habe den
Die grüne Revolution habe den Hunger in der Welt drastisch verringert, ist nun aber wirklich ein (je nachdem, wer es verwendet) entweder sehr naives oder interessengeleitetes Argument. Und es ist falsch.
Nur auf die Technik zu schauen oder darauf, was Studien zu irgendeiner einzelnen Chemikalie sagen oder nicht sagen oder ob Glyphosat im Vergleich zu anderen Herbiziden die bessere Wahl ist, greift viel zu kurz. Und eine Auseinandersetzung damit fehlt mir bei den verschiedenen Beiträgen von Amardeo Sarma zur Glyphosatproblematik völlig.
Die kapitalintensive, auf Agrochemie basierende und große Flächen bevorzugende Landwirtschaft ist Teil des Problems und nicht Teil der Lösung, weil sie dazu geführt hat, dass in armen Ländern für den lokalen Lebensmittelbedarf produzierende Kleinbauern in großem Stil enteignet wurden oder ihre Unabhängigkeit verloren und auf immer mehr Flächen Futtermittel für den Export anstatt Nahrungsmittel für die lokale Bevölkerung angebaut wurde. Darin liegt im Kern das Problem des Hungers, nicht im Ernteertrag pro Hektar. Hinzukommt dass für den Anbau von Futtermitteln zur Fleischproduktion dass Siebenfache an Fläche gebraucht wird als für den Anbau einer entsprechenden Menge pflanzlicher Lebensmittel.
Solange der Fleischkonsum in den reichen Ländern also derart hoch ist wie heute, mutet es doch etwas zynisch an, den Bevölkerungen in armen Ländern den Einsatz von Herbiziden (die sie bei Konzernen aus den reichen Industrieländern kaufen sollen) zu empfehlen, damit sie nicht verhungern.
Ich möchte hier auf das schon 1980 erschienene Buch "Vom Mythos des Hungers" von Joseph Collins und Frances Moore Lappé hinweisen.
Das ist eigentlich alles ein alter Hut und mich wundert es sehr, dass Amardeo Sarma gar nicht darauf eingeht. Und wenn man da einen blinden Fleck hat, dann ist natürlich auch klar, dass man überhaupt keine Idee hat, wie denn Umweltverbände überhaupt zu ihrer kritischen Haltung kommen können. Und dann fallen einem natürlich nur unlautere Motive ein.
"Es ist den vielen
"Es ist den vielen Beteiligten aus dem Bereich der konventionellen Landwirtschaft und der Verwendung der Gentechnik zu verdanken, dass es uns so gut geht." Das Gutgehen scheint der Autor nur an Erträgen zu messen. Die Belastung von Nord- u. Ostsee, des Mittelmeeres oder regional des Trinkwassers in DE durch ausgeschwemmte Düngemittel, Herbizide und Pestizide, sowie weitere Begleitschäden für die Artenvielfalt usw. scheint in seiner Rechnung nicht vorzukommen ("Daran wird gearbeitet"). Eben wegen dieser Fakten jenseits der Ertragshöhe ist es vollkommen legitim, dass mit Blick auf die Zukunft auch die Systemfrage gestellt wird. Selbige wurde ja auch bei der Frage der Energieversorgung bzgl. fossile Brennstoffe gestellt.
Der Autor wiederholt sich mittlerweile mit seiner Propagierung des "kleineren Übels" Glyphosat. Statt in zwei von drei Folgen Kommentare von Lesern abzuarbeiten, wäre es sinnvoller, dass der Autor seine Sicht mal in einem Streitgespräch mit einem ausgwiesenen Kritker der konv. Landwirtschaft verteidigt. Dann wäre Gegelegenheit deren "Nachhaltigkeit" nachzuweisen.
Ich habe mich nicht mit den
Ich habe mich nicht mit den Einzelheiten von Glyphosphat beschäftigt, aber seit Jahrzehnten mit (Umwelt-)Politik. Es stimmt, dass es in einem Großteil der Bevölkerung ein sehr romantisches (heißt idotisches) Naturverständnis gibt. Es werden die Konsequenzen der eigenen Vorstellungen nicht bedacht und sehr häufig ist gut gemeint das Gegenteil von gut gemacht.
Auf der anderen Seite haben wir aber tatsächlich das andere Extrem. Ein durch und durch korruptes System aus Politik, Behörden und Wissenschaftlern, welche sich wie reine Marionetten einzelner Multinationals oder Industrieverbänden verhalten. Von Unabhängigkeit oder echter Wissenschaftlichkeit nicht die Spur zu sehen. Dies ist dermaßen offensichtlich, dass man feststellen muss, dass die romantische Haltung der Bevölkerung als Reflex auf diese Korruption erfolgt. Weil die beteiligten Wissenschaftler jedes Ansehen verspielt haben, wird einfach alles abgelehnt.
Das nächste Problem ist, dass es unter den Anhängern "moderner" technischer Lösungen, ebenfalls eine ideologische Ignoranz gegenüber den hieraus resultierenden Problemen gibt. Insbesondere werden systemische Probleme vollständig ausgeblendet. Es herrscht ein romantischer Fortschrittsglaube.
Gerade die Landwirtschaft ist ein exemplarisches Beispiel hierfür. Die moderne Landwirtschaft ist in weiten Bereichen nicht nachhaltig. D.h. für kurzfristige Profite werden die natürlichen Ressourcen zerstört, welche es ermöglichen würden auch in der nächsten Generation noch ausreichend Nahrungsmittel zu produzieren. Zu nennen sind z.B. die Bodenerosion, die Vergiftung von Böden und Grundwasser, der Verlust an Biodiversität. Aber auch systemische Probleme wie Überproduktion. Die Antwort auf die gerade akute Milchkrise kann nicht sein noch leistungsfähigere Milchkühe genetisch zu erschaffen. Hier muss man zu einer Reduktion der Milchproduktion kommen, was kein technisches, sondern ein gesellschaftliches Problem ist. Techniker meinen aber immer dass alles ein technisches Problem wäre.
Glyphosate soll nicht für den
Glyphosate soll nicht für den Mensch Schädlich sein??
Antwort: Monsanto-Lobbyist: Glyphosat ist trinkbar!!!
Rastet aus als er es trinken soll!
https://www.youtube.com/watch?v=CYKE9xk7bWs
Dieses Video kenne ich - und
Dieses Video kenne ich - und es ist längst als Unsinn entlarvt.
Koffeein (nur mal zum Beispiel) nehmen wir täglich zu uns. Wer uns jedoch ein Glas reines Koffeein anbieten würde, möchte uns vergiften.
Es gilt auch hier: die Dosis macht's.
Hallo Elias,
Hallo Elias,
trinken Sie doch einfach mal ein Glas 20%ige Kochsalzlösung. Ja, genau das harmlose Zeug, das sie ständig über Ihr Frühstücksei schütten, damit es schmeckt. Die Hinterbliebenen werden sich freuen.
Natürlich ist ein Pflanzenschutzmittel kein Lebensmittel, aber man kann es sachgerecht anwenden, wenn man weiß, wie.
Das ist nicht der Punkt, Karl
Das ist nicht der Punkt, Karl-Heinz, und ich vermute, du weißt das von dem Film. Der PUNKT ist, dass der Typ behauptet, du könntest ein ganzes Glas trinken, es würde dir nicht (!) schaden, was das haargenaue Gegenteil deiner Aussage ist. Er selbst will es aber wiederum nicht (!) trinken, er sei doch kein Idiot... Ein klassisches Eigentor, selten so treffend.
Und: Glyphosat ist ein Pflanzenvernichtungsmittel, kein -schutzmittel.
JaJa, das glaubt ihr selber
JaJa, das glaubt ihr selber nicht ;-)
Dieses Video entzaubert
Dieses Video entzaubert vollkommen die Substanzlosigkeit des "Monsanto-Lobbyist" Videos:
https://www.youtube.com/watch?v=M8sgEhpHM4k
Es fängt schon damit an, dass Patrick Moore ein Mitgründer von Greenpeace war. Nix mit Monsanto, was man leicht hätte recherchieren könnte - wenn man nur wollte. Aber offenbar lebt man viel besser mit den eigenen Vorurteilen und glaubt einfach Alles.
Und: Natürlich trinkt man kein Getränk von einem Fremden, die einem nichts Gutes möchte antun möchte. Also handelte Patrick Moore in diesen Video rational, um sich nicht zu gefährden.
Gleichzeitig finde ich es von Patrick Moore wenig klug zu behaupten, man könne Glyphosat zu trinken ohne die Konzentration zu erwähnen. Selbtverständlich kann man sich mit sehr hohen Dosen umbringen. Diese Auseinandersetzung war vermeidbar.
Im Übrigen trinkt Steve Burguiere Glyphosat, um Patrick Moore zu rehabilitieren. In seiner "Stuicide" trinkt er die 5-Monatsdosis von Glyphosat. Das Video ist einfach köstlich.
Prost!
Nur zur Klarheit: Wie im Video erwähnt sollte niemand versuchen, das nachzumachen! Steve Burguiere genau berechnet, was noch ungefährlich ist. Glyphosat ist ein Herbizid und kein Lebensmittel.
Das ist ja Lächerlich...
Das ist ja Lächerlich...
Und dieses Video wäre nicht Propaganda für Glyphosat ?
Ich warte mit Zuversicht , dass neue unabhängige Studien die Gefahren dieser Totalherbizid auf den Menschen und die Umwelt beweisen !! Und mit unabhängig meine ich wirklich unabhängig!!
Das Herbizid Glyphosat ist laut Internationaler Krebsforschungsagentur "wahrscheinlich krebserregend" Tierversuche hätten derweil "ausreichend Beweise" für die Karzinogenität der Substanz geliefert. In der Summe: Glyphosat ist "wahrscheinlich krebserregend für Menschen".
Lesen Sie diesen Artikel, über den Möglichen Interessenskonflikt bei Pflanzenschutzmittel-Bewertung der WHO (18. Mai 2016)
http://www.zeit.de/wissen/umwelt/2016-05/glyphosat-pflanzenschutzmittel-who-forscher-studie
"Gleichzeitig finde ich es
"Gleichzeitig finde ich es von Patrick Moore wenig klug zu behaupten, man könne Glyphosat zu trinken" - richtig; genau das war mein PUNKT für das Eigentor.
Glaube zwar auch nicht an die
Glaube zwar auch nicht an die Harmlosigkeit von Glyphosat. Es macht sich aber schlecht, wenn des Herbizid im ersten Abschnitt des Artikels als Pestizid bezeichnet wird. So ein Patzer lässt Zweifel am Fachwissen aufkommen.
A propos Patzer: "Die
A propos Patzer: "Die Pestizide können nach ihren Zielorganismen weiter unterteilt werden:" heißt es im gleichnamigen Wikipedia-Artikel, und nun folgt eine kleine Aufzählung, welche mit Bakteriziden beginnt und mit ... Herbiziden endet!
Tatsächlich hätte es im
Tatsächlich hätte es im ersten Absatz (auch) Herbizid oder Pflanzenschutzmittel heißen sollen. Dieser Absatz wurde aus aktuellem Anlass zuletzt geschrieben, und der Fehler rutschte leider durch. Im Original ist er inzwischen auch korrigiert.
Aus diesem Beitrag selbst, wo Glyphosat später im Text explizit im Vergleich mit anderen Herbiziden benannt wird, sowie aus dem gesamten Kontext dieser und früherer Beiträge ging klar hervor, dass es sich um ein Herbizid handelt.
Das man hier aber nicht nur einen (tatsächlichen) Fehler benennt, sondern mit einem ad hominem Angriff versucht, daraus Kapital schlagen zu wollen spricht denke ich für sich.
In dieser Diskussion ist das nichts Neues.
Warum nicht Pestizid? Passt
Warum nicht Pestizid? Passt doch; genau wie dessen Untergruppe Herbizid. Aber das beschönigende PflanzenSCHUTZmittel? (Ja, ich weiß, dass das mitunter so benutzt wird, bei mir aber immer euphemistisch verharmlosend ankommt.)
Breitband-HERBIZIDE (wie Glyphosat oder das inzwischen selbst im Obstbau empfohlene, 'schärfere' und reproduktionstoxische Glufosinat) sind expressis verbis PflanzenTÖTUNGSmittel, selbst wenn sie künstlich bzw. natürlich resistente Nutz- bzw. Krautpflanzen dadurch 'schützen' (z.B. vor Konkurrenz), indem nicht resistente Pflanzen vernichtet werden.
Zurück zur Vernunft - und wissenschaftliche Abwägung, wie es sich gehört - finde ich aber zielführend und gut, wie ich bereits schrieb.
Es ist ja schon mal positiv, dass das Thema überhaupt noch in der Debatte ist.
Hier sollte man die
Hier sollte man die tatsächliche Anwendungspraxis anschauen. Hier der häufigste Anwendungsfall:
Nach der Ernte werden die Felder mit Glyphosat statt mit mechanischen Methoden von Unkräutern befreit. Ob man mit der martialischen Wortwahl von "Pflanzenvernichtungsmittel" hier zur Versachlichung der Debatte führt bezweifele ich.
Es folgt die nächste Aussaat (Direktsaat) von Nutzpflanzen, die dann nicht mit Unkräutern konkurrieren müssen.
Damit ist der Ertrag auf die Fläche bezogen höher (da weniger Unkräuter) und man vermeidet das klimaschädliche Pflügen.
Das martialische Wort ist
Das martialische Wort ist lediglich die direkte Übersetzung von Herbizid. Stattdessen Pflanzenschutzmittel zu benutzen, ist verharmlosend wie "befreit". - Und es war mal an der Zeit, das klimaschädliche Pflügen zu erwähnen.^^
Ausnahmsweise bringt es
Ausnahmsweise bringt es Telepolis (hier der Autor Marcus Hammerschmitt) auf den Punkt:
http://www.heise.de/tp/artikel/48/48568/1.html
Skeptisch sein gegenüber Esoterikern und unwissenschaflichen Ökos ist gut und richtig, aber man sollte auch skeptisch sein, wenn es um große Unternehmen geht, deren Ziel (logischerweise) ihr Gewinn ist - und nicht den Welthunger zu besiegen oder die Umwelt zu retten.
Zunächst das Wesentliche in
Zunächst das Wesentliche in diesem Zusammenhang: Er moniert nicht (er unterstützt eher) meine Kritik an Glyphosat-Gegner und ihre Argumentation. Er kritisiert wie er es sieht die "Schrille Lobesarie für Agrochemie und Gentechnik".
Darauf gehe möglicherweise separat detailliert ein: sie ist kurzgesagt genauso substanzlos und von einer extremen antikapitalistischen Ideologie getrieben. Besonders perfide ist sein untauglicher Versuch, eine Verbindung zur AfD zu konstruieren.
Wer Kritik an "großen Unternehmen" üben möchte liegt zum Beispiel bei Monsanto (sicher ist dieser doch gemeint) falsch, denn Monsanto kleiner, als die größte US Bio-Kette "Whole Foods". Eine große Firma ist zum Beispiel Apple, Lieblingskind vieler, die sonst so antikapitalistisch sind.
Egal wo man die Grenze bei "großen Firmen" zeiht sollte man nicht mit zweierlei Maß messen.
Sicher wollen Monsanto, Whole Foods und zum Beispiel Demeter Gewinn machen. Das Problem ist, dass sogenannte Umweltverbände problemlos und offen das Geschäft der Bio-Unternehmen und somit ihre finanziellen Interessen fördern, in dem sie Angst vor ihren Konkurrenten schüren und die Konkurrenz ganz (Gentechnik) oder über ihre Arbeitsweise (Glyphosat) ausschalten wollen.
Kein mir bekannter Kritiker der Bio-Industrie fordert dagegen, die Bio-Industrie auszuschalten oder ihr wilkürliche Steine in den Weg zu legen. Sie soll sich nur der Kritik stellen. Die Schonzeit ist allerdings vorbei, wie auch Steven Novella (US Skeptiker) schreibt:
http://theness.com/neurologicablog/index.php/gmos-have-we-turned-a-corner/
Nur eine Nebenthema:
Nur eine Nebenthema: Ausgerechnet Apple soll ein Lieblingskind "anti-kapitalistischer" Menschen sein? Habe ich da einen Witz nicht verstanden? Eher Lieblingsfeind, oder?
"Kein mir bekannter Kritiker
"Kein mir bekannter Kritiker der Bio-Industrie fordert dagegen, die Bio-Industrie auszuschalten oder ihr wilkürliche Steine in den Weg zu legen." Das muss auch kein Kritiker, weil es der konv. Landwirtschaft hörige Politiker in den Parlamenten seit Jahren tun, indem bspw. in Sachsen die Förderprämien zur Umstellung auf Ökolandbau erheblich reduziert wurden, und die Anbaufläche bundesweit immer noch gerade mal bei rund 6% dümpelt, obwohl die Konsumentennachfrage erheblich höher ist. Biomärkte in Berlin suchen vergeblich nach genügend Zulieferern aus dem Umland. Selbst einheimische Produkte können saisonal nicht aus dem Inland abgedeckt werden, sondern müssen in erheblichen Umfang importiert werden. Der "Markt" wird politisch mit reichlich Steinen zugunsten der konv. Landwirtschaft manipuliert. Von der Vergesellschaftung der Folgekosten wie bspw. der Nitratbelastung im Grundwasser durch chem. Überdüngung ganz zu Schweigen.
Ich kann mich der Kritik auf Telepolis zu manchen Positionen der Skeptiker nur anschließen:
http://www.heise.de/tp/artikel/48/48568/1.html
Vielen Dank für den Hinweis
Vielen Dank für den Hinweis auf den Telepolis-Artikel, den ich jedem der Diskutanten hier im Blog ausdrücklich ans Herz legen kann.
Der Autor spart nicht mit Kritik speziell an Armadeo Sarma, aber die Kritik ist m.E. konstruktiv und hat daher auch ihre Berechtigung.
Zitierungswürdig ist angesichts der hier geführten Diskussion sicher das Resümee von Telepolis-Autor Marcus Hammerschmitt:
"Irgendwie haben es die naiveren unter den besagten Naturromantikern geschafft, Glyphosat und die Herstellerfirma Monsanto zum Doppel-Beelzebub zu machen, der pars pro toto für alles Schlechte steht, was zu Recht oder zu Unrecht der industrialisierten Landwirtschaft angehängt wird. Es gibt wie immer in solchen Angelegenheiten keine hundertprozentige Klarheit, und die wird es auch nie geben.
Aber man kann mit hoher Sicherheit sagen, dass Glyphosat weder als neues Dioxin noch als Agent Orange der Agrarwirtschaft in die Geschichte eingehen wird: Einer theoretischen Gefahr durch Glyphosat, die in Laborversuchen festgestellt wurde, steht eine hohe Anzahl von Daten gegenüber, die den überlegten, begrenzten Einsatz in der Landwirtschaft vertretbar erscheinen lassen."
Knüppeldick uffen Punkt.
Knüppeldick uffen Punkt. Danke für den Link!
In diesem Zusammenhang auch
In diesem Zusammenhang auch interessant: http://www.sueddeutsche.de/gesundheit/krebsrisiko-staendig-alarm-1.3046047-2
Die Diskussion um Glyphosat
Die Diskussion um Glyphosat ist wohl ziemlich entglitten. Sie ausarten zu lassen auf eine Konfrontation mit der Biolandwirtschaft, das ist mehr als daneben. Hier wird von zwei Seiten die Wissenschaftlichkeit zum Vorwand genommen für Ideologie. Wobei Ideologie beileibe nichts Schlimmes ist, sie sollte nur deutlich gemacht werden.
Völlig außer acht bleibt dabei der Segen der Biolandwirtschaft für Bodengesundheit und Artenvielfalt. Wer ist denn in erster Linie für den Rückgang der Insektenvielfalt verantwortlich? Eindeutig unsere ach so segensreiche und menschenfreundliche moderne Landwirtschaft. Zwar ist Glyphosat ein Herbizid, aber wenn die Nahrungspflanzen für Insekten wegfallen, dann wirkt es wie ein Breitbandinsektizid.
Ich kann der GWUP nur empfehlen, sich da raus zuhalten, wo es letzlich um politische (ja, meinetwegen: ideologische) Entscheidungen geht.
Und Monsantos schlechter Ruf? Der ist ehrlich erworben, nicht als Großkonzern, sondern als konsequenter Monopolist in Sachen Gentech mit kombiniertem Totalherbizid. Dadurch und durch Patentierungen die Landwirte abhängig zu machen, das ist das Übel.
Auch auch hier: Das ist Politik. Und da wünsche ich mir von der GWUP: raushalten.