Umfrage in Kanada
Religion schadet mehr als dass sie nützt
Pedro Szekely
Kanada wird ja oft als der zivilisierte Bruder der Vereinigten Staaten gesehen: Höflicherer Umgang, weniger Aufschneidertum, kein ungeregelter Zugang zu Waffen wie er in der christlichen Nation USA nahezu selbstverständlich ist. Um nur ein paar der gängigsten Klischees zu bemühen. Was die Einstellung zu Religion angeht, kann man nun sogar auf ein paar aktuelle Zahlen zugreifen. Eine Mehrheit der Kanadier findet: Religion schadet mehr als dass sie nützt.
Das hat kürzlich eine Ipsos-Umfrage im Auftrag von Globalnews herausgefunden. Während also etwas weiter südlich, im bräunlichen Fahrwasser von Donald Trump, die trübsten, krudesten Bibelfundamentalisten nach oben gedümpelt sind, zeigen sich die Kanadier immer weniger beeindruckt von Heiligtuerei und Schrifttum aus der Bronzezeit. Sie bilden sich lieber in den Nachrichten, und das scheint zu ihrer spürbaren Skepsis gegenüber Religiosität zu führen. Zumindest ist das die Deutung von Sean Simpson von Ipsos: "Im Moment passiert vieles auf der Welt im Namen der Religion - natürlich mit dem IS als Hauptbeispiel dafür, wie Religion als Legitimation für jede Tat genommen werden kann."
Nun ist natürlich nicht Religion gleich Religion, und schon gar nicht ist jede Vorstellung von einem Gott mit islamistischem Fundamentalismus gleichzusetzen. Aber zumindest in Kanada scheint sich doch die Erkenntnis durchzusetzen: Dass der Glaube an nicht belegbare Gottheiten, die von antidemokratischen Männerkasten propagiert werden, einen vielleicht nicht unbedingt klüger macht, und dass in derart geprägten Systemen immer auch eine Gewaltbereitschaft schlummert. Als Optimisten hoffen wir: Auch in den USA (sowie dem Rest der Welt) wird sich dieser schlichte Gedanke irgendwann durchsetzen.
Kommentare (14)
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Warum in die Ferne schweifen?
Warum in die Ferne schweifen?
Warum nicht diesen "schlichten Gedanken" bei uns, hier in Deutschland, endlich realisieren?
Religionsunterricht schon in der Schule: Zwietracht säen schon bei den Jüngsten, nach dem Prinzip - Teile und Herrsche -?
Alle Mitglieder der Bundesregierung benutzten die Floskel - sowahr mir Gott helfe -, mir wäre es lieber, diese Politiker würden ihren Verstand nutzen und nicht Götter, Geister oder Gespenster um Beistand anrufen!
Der Oberbürgermeister zum
Der Oberbürgermeister zum Pfarrer flüstert auch heute noch:
Halt du sie dumm, ich halt sie arm.
Ein naives Volk läßt sich viel leichter am Nasenring durch das Land führen.
Und von allen gemeinen Dingen
Und von allen gemeinen Dingen, der Staat hält ja schützend seine Hände über die Lügner und Betrüger des imaginären Gottes, koste es, was es wolle. Die Dummheit wird weiter gehegt und gepflegt und so gehen Politik und Theologie gemeinsam Hand in Hand, die eine wäscht die andere, die Kirche nur ein Waschsalon aber der schwarze Dreck bleibt. Das naive Volk mag Nasenringe und getönte Brillen. Denken muss an der Kirchenpforte abgegeben werden. Halt du sie dumm, ich halt sie arm. So hallt es weiter von allen Kirchtürmen und der Kuppel des Reichstages.
Jetzt kapiere ich es. War es
Jetzt kapiere ich es. War es das, was Karl Marx meinte, als er schrieb, Religion ist Opium fürs Volk?
Der Vergleich - Frau/Herr
Der Vergleich - Frau/Herr Allemann - ist gut, ist aber mit Vorsicht zu genießen. Unser großer Philosoph K.Marx hat zwar den Kommunismus propagiert und mitbegründet, aber verkauft und überstülpt worden ist er (der Kommunismus) dem Volk als eine Art Glaube, also Opium, ganz ähnlich wie die Religionen es machen. Real existiert hat der von Marx und Mitstreitern propagierte Kommunismus allerdings zu keiner Zeit und in keinem Staat. Er ist lediglich als sogenannte Ideologie benutzt worden, um Völker zu unterdrücken und auszubeuten, um Macht auszuüben. Auch hier wieder die verblüffende Ähnlichkeit zu den Ma(fia)chenschaften der Kirchen!
"Zitat:
"Zitat:
Opium fürs Volk"
Ob Karl Marx zu seiner Zeit ähnliche Gedanken hatte, kann sein; aber ich meide, wenn mir möglich, das sogenannte "Schubladendenken".
Eins scheint mir jedoch offensichtlich:
So sehr die Kirchen nach Ende des 2. Weltkrieges hilfreich bei der geistigen Neuausrichtung waren, so hinderlich sind sie heute bei der Gestaltung der "offenen Gesellschaft".
Die Strafrechtsreform in den 70ger Jahren war ein Schritt in die richtige Richtung.
Die klare Trennung von Staat und Kirche im Grundgesetz (insbesondere Art. 7(2), 7(3) und Art. 140) wäre eine weitere positive Entwicklung in Richtung "offene Gesellschaft", d.h. zum "mündigen Bürger".
Diese Trennung sollte eigentlich schon seit über 100 Jahren vollzogen worden sein, jedoch von den Kirchen und der "Realitätspolitik" bis heute hintertrieben worden!
Karl Marx, Zur Kritik der
Karl Marx, Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophi, Einleitung: Religion ist der Seufzer der bedrängten Kreatur, ihr allgemeiner Trost und Rechtfertigungsgrung, Geist geistloser Zustände, das Gemüt einer herzlosen Welt. "Sie ist das Opium DES Volks." MEW Bd.1 S. 378 ff. Für Marx ist Religion eben nicht erklärbar als Priesterbetrug, Opium für das Volk. Die Menschen schaffen sich ihre Religion, ihre Gottesbilder.
... und Tom Robbins schrieb:
... und Tom Robbins schrieb: "Religion ist nicht Opium, sondern Zyanid für's Volk"!
Was von beidem hat eine schnellere, tödlich Wirkung?
Nach dieser Logik wäre
Nach dieser Logik wäre Atheismus wohl Koks für das Volk. Scheint auf jeden Fall zu einer maßlosen Selbstüberschätzung und überzogenem Ego zu führen.
Aber lebt ruhig weiter in eurer horizontreduzierten Traumwelt.
Nein, Timo. Nach dieser Logik
Nein, Timo. Nach dieser Logik sind Atheistinnen drogenfrei. Oder was glaubst du, welche Marke ein Nichtraucher raucht?
Aber lebe ruhig weiter in deiner horizontreduzierten Märchenwelt.
Kanada sei Dank! ...die
Kanada sei Dank! ...die juristisch verkirchlichte BRD wird wohl noch etwas brauchen... Man lebt auf, wenn es solche Nachrichten gibt. Karin Resnikschek
Religion schadet, aber
Religion schadet, aber niemals seinen verlogenen Scheinheiligen und Märchenerzählern, bei denen nützt die Religion ungemein. Gemein, gelle?
Gut gesprochen, treffend
Gut gesprochen, treffend gesprochen, ehrlich gesprochen! Nicht gemein, sondern schmerzlich für die Fantasten!
"..., und dass in derart
"..., und dass in derart geprägten Systemen immer auch eine Gewaltbereitschaft schlummert."
Eine gewisse Gewaltbereitschaft schlummert, natürlich im individuell unterschiedlichen Ausmaß, in jedem Menschen.
Entscheidend ist, wie wirksam und intelligent ein Gewalttabu in Familie und Gesellschaft verankert ist.
Diesbezüglich gibt es sowohl zwischen verschiedenen religiösen als auch nichtreligiösen Systemen deutliche Unterschiede.