Elsass
Lehrer wird wegen Mohammed-Karikaturen suspendiert
Einen Tag nach Angriff auf die Redaktion des Pariser Satiremagazins "Charlie Hebdo" zeigte ein Kunstlehrer seinen Schülerinnen und Schülern Mohammed-Karikaturen, die von Charlie Hebdo veröffentlicht worden waren.
Er wollte damit den religiösen Tabubruch gegen die Werte der Republik – Meinungs- und Pressefreiheit – diskutieren. Dafür wurde er - nachdem sich 20 Schülerinnen und Schüler muslimischen Glaubens deshalb beschwert hatten - für 4 Monate vom Dienst suspendiert.
Der Leiter der Schulbehörde, Jean-Pierre Gougeon, wolle damit die Situation deeskalieren. Gegen diese Entscheidung gingen andere Lehrer in den Streik. "Die Aufgabe der Behörde wäre es gewesen, unsere Arbeit zu unterstützen" sagte einer von ihnen.
"Der vom Unterricht ausgeschlossene Lehrer bestreitet in einer Stellungnahme an elsässische Medien die Behauptung, er habe muslimische Schüler gezwungen, die Mohammed-Karikaturen aus Charlie Hebdo anzusehen. 'Ich habe ihnen gesagt, ihr habt das Recht, anderer Meinung zu sein als ich', wird er zitiert. 'Die Vorschriften der einzelnen Religionen gehören jedoch nicht in die Schule.'"
Das streng laizistische Frankreich hat nach Meinung (nicht nur des betroffenen Lehrers) Schwierigkeiten damit, mit dem Islam ebenso umzugehen wie mit allen anderen Religionen.
Kommentare (7)
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Mein ältester Sohn war einige
Mein ältester Sohn war einige Jahre lang Kunsterzieher in einem College in Muhlhouse. Er erzählte mir schon vor Jahren, wie angespannt die Situation in der Schule sei, in welcher etwa 2/3 der Schüler und Schülerinnen aus Familien stammen, in welchen die Väter aus der Türkei, Nordafrika und Westafrika als Arbeiter für Peugeot und Autozulieferer angeworben wurden. Heute sind die meisten Väter arbeitslos und die meisten Mütter verdingen sich als Putzhilfen. Diese jungen Franzosen reagieren oft sehr emotionell, die Jungens oft gewalttätig auf jeden Stress; denn sie machen sich große Sorgen um ihre Zukunft und leiden unter der Arbeitslosigkeit der Väter. Die Nerven liegen brach. So kann ich die Entscheidung der Schulbehörde durchaus verstehen, erst einmal für eine Beruhigung der Situation zu sorgen; denn die Gefahr ist groß, dass Häuser und Autos in Flammen aufgehen. Mulhouse ist schon seit Jahren ein soziales Pulverfass.
Das heißt, der Staat hat sich
Das heißt, der Staat hat sich bereits aufgegeben?
Ihre Haltung ist, mit Verlaub
Ihre Haltung ist, mit Verlaub, genau da Problem in unserer vermeintlich aufgeklärten Gesellschaft. Man verleugnet die eigenen Werte gegenüber einer Religion bzw. besser Ideologie, aus übertriebener Toleranz bzw. um Ruhe zu haben. So wird ein Wert nach dem anderen geopfert. Lieber einen Lehrer mit einem Berufsverbot belegen, als sich die Mühe zu machen, mit Überzeugung für unsere Werte zu stehen.
Viele Lehrer sind heute in
Viele Lehrer sind heute in einer trostlosen Situation: wenn sie sich darum bemühen, dass zentrale Leitprinzip unserer freiheitlichen Kultur zu erläutern - wenn sie die Welt des Lebendigen wahrheitsgemäß in ihren historischen Zusammenhang - den Zusammenhang der Evolution, Religion - stellen wollen, wenn sie die Natur des Lebens selbst erkunden und erklären, werden sie belästigt und behindert, gepiesackt und drangsaliert, ja müssen sogar um ihren Arbeitsplatz fürchten. Zumindest aber müssen sie ständig ihre Zeit verschwenden. Oft erhalten Sie bösartige Briefe von Eltern und müssen das sarkastische Grinsen und die gekreuzten Arme indoktrinierter Kinder über sich ergehen lassen.
Durch das offizielle Bekenntnis zum Multikulturalismus wird die Angst, als rassistisch zu gelten, noch verstärkt.
Dieser Lehrer hat genau das Richtige getan, - mit seinen Schülern über ein scheinbares Problem gesprochen - offensichtlich mit wenig Erfolg. CHARLIE HEBDO sollte vorerst an allen Schulen zum Lehrplan gehören, wie Schwimmunterricht für alle Mädchen auch, in zehn Jahren haben sich dann alle an die Gegebenheiten gewöhnt! (auch ich habe noch Träume).
Die Solidarität der Lehrerkollegen läßt erkennen, dass noch nicht alles verloren ist.
Für weitsichtige Zeitgeister ist ersichtlich, viel zu viel Nachsicht, wurde dem immaginären religiösen Alphamännchen bislang eingeräumt.
die Suspendierung wurde am
die Suspendierung wurde am letzten Donnerstag vollständig zurückgenommen. Alle Lehrergewerkschaften der elsässischen Departements haben diesen Lehrer verteidigt und entsprechenden Druck (Streikandrohung) gemacht. Nebenbei das Elsass und Mosel unterliegen dem Concordat von 1801 (Napoleon) und das Gesetz von 1905 (Trennung von Staat und Kirchen) findet nur eine sehr bedingte Anwendung, kann durchaus mit Deutschland verglichen werden. Also nicht laizistisch....
Der Kunstunterricht in einer
Der Kunstunterricht in einer sozialen Brennpunktschule von 13-14 jährigen Jugendlichen, davon 75% mit Eltern, die aus Nordafrika, Zentralafrika und der Türkei eingewandert waren und zumeist in sehr prekären Verhältnissen leben, ist nach meiner Meinung nicht der Ort, um einen Tag nach dem Attentat auf die Redaktion von Charlie Hebdo, als die Täter noch auf der Flucht waren, Karikaturen vorzuführen, welche eine emotionell schon äußerst angespannte Situation noch weiter auflädt. Dieser Ansicht zu sein, entspricht gesundem Menschenverstand. Der Kunsterzieher hat kein Berufsverbot bekommen, er erhält weiter sein Gehalt und wird entweder in 4 Monaten wieder vor dieser Klasse stehen oder vor einer anderen Klasse. Nein, der französische Staat hat sich nicht aufgegeben. Gerade der Bürgermeister von Mulhouse bemüht sich mit allen Kräften darum, dass sich die Lebenssituation der Bürger, welche von der Arbeitslosenhilfe oft in heruntergekommenen Sozialwohnungen leben, verbessert. Der Staat macht große Anstrengungen, dass alle jungen Menschen, gleich welcher Herkunft, dieselben Chancen erhalten, um sich entwickeln zu können. Aus diesem Grund sollte man die Beurlaubung eines Lehrers, welcher eine Klasse hochemotionalisierter 13-14 jähriger Kinder gegen sich aufgebracht hat, nicht hochstilisieren als Einknicken des Staates gegenüber Meinungsterror. Frankreich steht derzeit nicht vor einem Bürgerkrieg, jedoch in etlichen Städten, zu welchen Mulhouse gehört, vor enormen sozialen Problemen, z.B. einer Arbeitslosigkeit der 20-30 jährigen jungen Franzosen afrikanischer Abstammung von bald 40%.
Die Suspendierung war
Die Suspendierung war vielleicht als Schutzmaßnahme für den betroffenen Lehrer gedacht.
Wohl aber ist es trotz alledem ein Einknicken, wenn ein Kunstlehrer seine Schüler nicht mit den Objekten des Anstoßes vertraut machen darf.
Der Islam ist so intolerant, dies muss man sich vergegenwärtigen. Diese Religion manipuliert die ihre Gläubigen.
Wie kann man Humor töten wollen, Humor, dem es um Menschlichkeit geht?
Die Aufklärung der Kinder kann doch nicht aus falsch verstandener Rücksichtnahme suspendiert werden!!!!