Abtreibung ist kein Menschenrecht, findet der Papst

Papst Franziskus
Papst Franziskus

Eine neue Expertenmeinung zum Schwangerschaftsabbruch aus dem Vatikan: Nach dem Vergleich von Abtreibungen mit Auftragsmorden hat der alleinstehende ältere Herr an der Spitze der katholischen Kirche, der selbst noch nie ein Kind großgezogen hat, ein neues Statement zum Thema abgegeben.

Anlass dafür war der von den italienischen Bischöfen gegründete "Tag für das Leben" am vergangenen Samstag, an dem der Pontifex die "Bewegung für das Leben" empfing, ein Zusammenschluss aus über 600 Lebensschutzorganisationen. Die Geburt eines Kindes bedeute Zukunft und Hoffnung, sagte der Papst laut katholisch.de. Die Tötung von ungeborenem Leben sei ein ernsthaftes Problem und Ausdruck einer in der Gesellschaft weit verbreiteten "kalten Berechnung". "Dann wird sogar das Leben auf Konsumgüter reduziert, die verwendet und bei Bedarf weggeworfen werden." Noch nicht geborene Kinder seien bereits Kinder der Gesamtgesellschaft, zitiert ihn Der Standard.

Somit könne Abtreibung kein Menschenrecht sein. Mit Menschenrechten und deren Bewertung kennt sich der katholische Kirchenfürst aus: Der Vatikan, der Frauen nicht für das Priesteramt zulässt und Homosexualität zur Sünde macht, hat die UN-Menschenrechtskonvention nach wie vor nicht unterzeichnet.

Der Papst sah sich genötigt, sich bei der Gelegenheit auch gleich noch in die Politik einzumischen: Er rief "alle Politiker" dazu auf, "unabhängig von ihrer Glaubensüberzeugung die Verteidigung des Lebens als Grundstein des Gemeinwohls zu achten und hierfür in der Gesellschaft einzutreten", wie kath.net berichtet. Denn: Die Gesetzgebung vieler Staaten unterstütze Schwangerschaftsabbrüche, was falsch sei.

Kommentare (21)

Gerhard Baierlein (nicht überprüft)

Mo. 4 Feb 2019 - 14:19

und das spricht ein katholischer Papst, dessen Vorgänger in der Geschichte des Katholizismus zig Millionen von Menschen ermordet haben um Ihren Glauben zu verbreiten
und jeglichen Wissenschaftlichen Fortschritt zu verhindern.

Gerhard Baierlein (nicht überprüft)

Mi. 6 Feb 2019 - 11:11

Antwort auf von Gerhard Baierlein (nicht überprüft)

Was muß das für ein Gott sein, der einen derartigen Stellvertreter auf Erden hat.

Lila Grütze (nicht überprüft)

Mo. 4 Feb 2019 - 15:11

Was soll man von einem alten Mann ohne jede Erfahrung als Familienvater anderes erwarten, als solch ein Statement? Täglich grüßt das vatikanische Murmeltier.

Hans Trutnau (nicht überprüft)

Mo. 4 Feb 2019 - 15:12

"... Expertenmeinung zum Schwangerschaftsabbruch aus dem Vatikan ... Vergleich von Abtreibungen mit Auftragsmorden ... Abtreibung kein Menschenrecht ..."
Der alleinstehende ältere Herr hat bei mir seit seiner Antrittsmesse als >Papst< verschissen: "Wer nicht zum Herrn betet, betet zum Teufel."

Dieter Bauer (nicht überprüft)

Di. 5 Feb 2019 - 01:56

Antwort auf von Hans Trutnau (nicht überprüft)

Ob Herr, ob Teufel, Beide sind nicht anbetungsfähige Märchenfiguren, sind Erfindungen menschlichen Kenntnismangels. Doch welchem "Ungeist" kann oder soll das als "Erbsünde" anlastbar sein? ( ! Vorsicht, Unwissenheit schützt nicht vor Strafe! Päpste sind nicht ausgenommen.) ! Satire !

Andrea Diederich (nicht überprüft)

Mo. 4 Feb 2019 - 15:52

Warum sagt der Papst nichts dazu, das tägliche unschuldige Kinder verhungern oder durch Kriege grausam getötet werden?

Heinz König (nicht überprüft)

Di. 5 Feb 2019 - 10:41

Antwort auf von Andrea Diederich (nicht überprüft)

Das wird aus gutem Grund verschwiegen, denn genau da, könnte Kirche helfen, allerdings würde das Geld kosten und die RKK ist ja so bettelte. Sie hat ja nur so 500.000.000.000.-- Euro..

@ Andrea Diederich Natürlich äussert sich der Papst dazu, dass "unschuldige Kinder verhungern", oder "durch Kriege grausam getötet werden", dauernd. Ich frag mich schon länger, was mit der "atheistischen Community" los ist: wie kann die Wahrnehmung so verzerrt sein?

Moin Andreas! Sie haben recht! Der Papst redet /schwabelt/ seibelt ueber allesMoegliche.
Aber ueber Missbildungen in der Gesellschaft reden, und aktiv gegen diese Missbildungen yu wirken, dass sind doch wohl 2 Paar Stiefel ! Und aufgrund ihrer politischen wie finanyiellen Macht haette gerade die katholische Kirche die Moeglichkeit, weltweit hungernden Kindern yu helfen!
Sorrz for Mistakes, mein Komm/Puter hat Grippe
Und die

G. Hantke (nicht überprüft)

So. 10 Feb 2019 - 23:04

Antwort auf von Andrea Diederich (nicht überprüft)

Solange mehr Kinder geboren werden als krepieren, scheint die Welt der Kirchen doch in Ordnung.
Wäre den Kirchen das Wohl der Menschen wichtig, müßten sie eine Geburtenreduzierung anstreben.

Marek Nowakowski (nicht überprüft)

Mo. 4 Feb 2019 - 16:06

"Abtreibung ist kein Menschenrecht, findet der Papst"

Erst bitte die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte von 1948 unterschreiben und erst dann sich auf die Menschenrechte berufen.

Rene Goeckel (nicht überprüft)

Mo. 4 Feb 2019 - 18:03

Kein Mensch auf diesem Planeten ist vom Wesen eines Vaters oder einer Mutter (und jedes normalen Menschen) weiter entfernt als dieses lächerlich verkleidete, geistergläubige Etwas mit der Bezeichnung "Papst". Und es versucht, uns Vorschriften zu machen. Sind dahinter redliche Absichten zu vermuten? Oder geht es eher darum, dass unerwünschte Kinder mit erwartungsgemäß schlechten Bildungschancen ganz im Sinne der RKK sind?

Arno Gebauer (nicht überprüft)

Mo. 4 Feb 2019 - 21:19

Moin,

der Chef des Papstes hat seinen Sohn per Auftragsmord hinrichten lassen, um den Menschen zu zeigen, wie sehr er diese liebt. Er ist ein großer Anhänger der Todesstrafe!
Das ist der Grund, warum die kath. Kirche die Menschenrechtskonvention nach wie vor nicht unterzeichnen wird.

Die Fehlgeburt ist wie jede Abtreibung auch ein Schwangerschaftsabbruch.
Die Fehlgeburt ist gott oder papstgewollt und die Abtreibung entspricht dem Menschenrecht.

Gruß
Arno Gebauer

libertador (nicht überprüft)

Di. 5 Feb 2019 - 10:27

Antwort auf von Arno Gebauer (nicht überprüft)

Ihr Argumentationsmuster könnte man allerdings auch auch weiterspinnen. Tod durch Krankheit oder Erdebeben ist von Gott gewollt und auch Mord ist ein Tod. Deswegen entspricht Mord dem Menschenrecht. Das wäre ein ziemlich absurder Dreh der Theodizee.

Man kommt um eine Abwägung hier nicht herum. Man muss abwägen zwischen möglichen Rechten eines Ungeborenen und den Rechten der Mutter. Ich sehe die Rechte der Mutter hier als höhere Priorität an, im Gegensatz zum Mord, wo das Recht des Mörders auf Entfaltung seiner Persönlichkeit geringer ist als Rechte des Opfers.

Arno Gebauer (nicht überprüft)

Mi. 6 Feb 2019 - 10:04

Antwort auf von libertador (nicht überprüft)

Moin,

hat nicht der Christengott und der Gott der Juden Völker umgebracht, Kinder opfern lassen, usw? Nach dem Glauben der religiös Geprägten, ist ihr Gott für alles verantwortlich, auch für Mord., Kriege, usw.. Für den brutalen Christengott sind höhere Prioritäten ein Konstrukt, mehr nicht.
Kriege, Mord sind seit Anbeginn der Zeit ein Menschenrecht, auch ohne Religion.

Gruß
Arno Gebauer

jutta lingos (nicht überprüft)

Di. 5 Feb 2019 - 16:50

Antwort auf von Arno Gebauer (nicht überprüft)

Ja, Tod als Strafe, das ist schön anzusehen. Tod als Erlösung ist in allen Religionen nicht vorgesehen .

Wolfgang Schaefer (nicht überprüft)

Di. 5 Feb 2019 - 21:24

Ein Papst redet aber ohne vorher seinen Boss zu fragen, ob er seine Thesen verkünden darf. Seltsamer Weise keine Verhaltensanordnungen von oben.

Kay Krause (nicht überprüft)

Mi. 6 Feb 2019 - 12:22

Auch der Papst ist nicht als Papst geboren,
Auch er war mal ein junger Mann,
der nicht ständig onanieren kann.
Auch er beglückte manche Damen,
mit seinem jugendlichen Samen,
ging wohl auch gern mal schnell,
still und heimlich in's Bordell?
Wieviele Hymen hat er wohl verletzt?
Wieviele Kinder in die Welt gesetzt,
die leider nicht am Leben blieben,
weil vorsorglich abgetrieben?
Soll er doch vor eig'ner Türe kehren,
und nicht UNS Moral und Sitte lehren!
Tät' er auf seine "Gottesmänner" passen,
und sie nicht von der Leine lassen,
blieben uns're Kinder, die bereits geboren,
von diesen Männern ungeschoren!
Sitzt wer in einem Glasgebäude,
und hat an Jungs und Deerns die helle Freude,
und wirft mit Steinen nach des Volkes Meute,
wird er selber schnell zu dessen Beute!
Macht sich zum Spott und Klerus-Witzen,
und es kann kein Gott ihn davor schützen!

"Eine neue Expertenmeinung zum Schwangerschaftsabbruch aus dem Vatikan: Nach dem Vergleich von Abtreibungen mit Auftragsmorden hat der alleinstehende ältere Herr an der Spitze der katholischen Kirche, der selbst noch nie ein Kind großgezogen hat, ein neues Statement zum Thema abgegeben."

Das zusammen- stehende jungsche Weib wiederholt alte Klamotte.
Die Begriffe "Auftrag", "Mord" werden nicht von deutschen Gerichten definiert, von einem System, welches ständig mit der vermeintlichen Unzulässigkeit von Vergleichen befasst ist, anstatt ohne Einschränkungen die Beleidigungsparagraphen zu streichen.

Der Papst legt seinen moralischen Massstab oder den des Himmels zugrunde, wie könnte es anders sein. Um Expertenmeinungen kann es nicht gehen, Moral bestimmt sich alleine im Inneren des Menschen, dürfte nicht von aussen diktiert sein.
Experten zum Thema, schon bei der Frist werden schnell in den Bereich der Quantenphysik vorstossen.
Der Paps betreibt Missionw ie alle, auch der HPD, das ist aktive Teilnahme am gesellschaftlichen Leben.
Leider ist seine Mission durch seine Interessen bestimmt. Man wünschte sich beständige Anklage und Hinweise darauf, wie und wo Kapitalismus mit Humanismus oder auch Christentum unverträglich ist. Von der Kirche ist kaum Aufklärung über die Widersprüche in der kapitalistischen Gesellschaft zu erwarten, weil sie nur opportunistisch auftreten kann.
Nun muss man Experten verstehen, die wissen, dass Gehirne, jung an Jahren, eo ipso sauberer denken als ältere, man muss wissen, dass Menschen, die noch nie ein EIGENES Kind grossgezogen haben, nicht verstehen können, dass solche, denen Bauch, Uterus wie Vagina gehören, wissen, wovon sie reden, wenn sie sich das wegmachen lassen wie einen Furunkel.

Dieter Bauer (nicht überprüft)

So. 10 Feb 2019 - 20:19

Wird der Papst nicht auch "Heiliger Vater" von seinen ihm "treu ergebenen" Untertanen" genannt? Ein Priester aller Priester, dem Zölibat (Ehelosigkeit) verpflichtet, kommt zur "Vaterschaft"; häh?
Wie kann es sein, dass solch ein "Fantasiegottverehrer" über die Rechtslage der menschlichen Spezies zu entscheiden befugt sein kann? Hat dieser "Möchtegerngott" schon mal was von realem Sein, von Wahrheit (nicht interpretationsverfälscht!) gehört? !!!Satire!!!

Gisa Bodenstein

Die Autorin studierte Kulturgeographie mit den Wahlfächern Politische Wissenschaft, English and American Studies und Physische Geographie in Erlangen. Danach war sie für die Erlanger Nachrichten und die Berliner Morgenpost tätig. Seit 2017 arbeitet sie für den hpd und hat im April 2025 den Posten der Chefredakteurin übernommen.

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