Iran: Lange Haftstrafen für Kopftuchgegnerinnen
Foto: via My Stealthy Freedom (https://tinyurl.com/y9898lgx)
Am 31. Juli 2019 wurden in Iran die Menschenrechtsaktivistinnen Mojgan Keshavarz, Yasaman Aryani sowie deren Mutter Monireh Arabshahi aufgrund ihres Engagements gegen die Kopftuchpflicht zu langen Haftstrafen verurteilt.
Nach Angaben von Amnesty International wurden Monireh Arabshahi und Yasaman Aryani zu je 16 Jahren Haft verurteilt. Gegen Mojgan Keshavarz ist eine Gefängnisstrafe von 23 Jahren und sechs Monaten verhängt worden. Bei Letztgenannter kommen zu den 16 Jahren noch sieben weitere Jahre Haft wegen Blasphemie hinzu.
Die Beauftrage der Bundesregierung für Menschenrechtspolitik und humanitäre Hilfe im Auswärtigen Amt, Bärbel Kofler, sagte dazu gestern: "Ich bin bestürzt über die Verurteilung der drei Frauenrechtsaktivistinnen […]. Sie haben sich friedlich und mit großem Engagement für die Rechte der Frauen im Iran eingesetzt. Sie haben gegen die Kopftuchpflicht protestiert und Blumen verteilt!" Kofler fordert ihre sofortige Freilassung "und die aller anderen festgehaltenen Frauenrechtsaktivistinnen". Sie appelliert an die iranische Regierung, die von ihr eingegangenen menschen- und bürgerrechtlichen Verpflichtungen einzuhalten.
Die drei Frauen waren im April 2019 verhaftet worden, weil sie am internationalen Frauentag ein Video ins Internet gestellt haben, das die Aktivistinnen zeigt, wie sie in Teheran ohne Kopftuch durch einen U-Bahn-Waggon gehen und Blumen an Frauen verteilen.
Die drei wurden wegen "Versammlung zum Verstoß gegen die nationale Sicherheit", "Propaganda gegen den Staat" und "Anstiftung und Begünstigung von Verdorbenheit und Prostitution" verurteilt. Amnesty International bezeichnet sie als "gewaltlose politische Gefangene, die allein deshalb in Haft gehalten werden, weil sie sich gegen das diskriminierende Verschleierungsgesetz im Iran engagieren."
Während hierzulande das Kopftuch als "modisches" Stilmittel oder gar als Symbol der kulturellen Identität verteidigt wird, zeigt sich im Iran mehr als deutlich, worum es sich tatsächlich handelt: Um ein Mittel der Unterdrückung.
Kommentare (7)
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Die Politiker und
Die Politiker und Religionswächter in diesen Ländern müssen eine fürchterliche Angst haben vor ein paar mutigen Frauen, die friedlich protestieren, vor einem gesellschaftlichen Umsturz. In sehr vielen westlichen Ländern erhalten die schlimmsten Verbrecher keine solch harten Strafen. Und mit solchen Ländern sollen die wirklich grossen Probleme auf dieser schönen Erde angegangen und bewältigt werden? Auf dieser Erde gibt nur ein wirkliches Problem und das ist der Mensch selbst!
Ob das für
Ob das für Kopftuchträgerinnen in der freien Welt nicht ein geeigneter Anlass sein könnte, für ihre Geschlechtsgenossinen zu demonstrieren, indem sie ihr Kopftuch für ein paar Stunden an den Nagel hängen? Damit könnten sie gleichzeitig demonstrieren, dass es wirklich ihre freie Entscheidung ist, hier ein Kopftuch zu tragen.
Könnte es durchaus. Mit der
Könnte es durchaus. Mit der Betonung auf KÖNNTE. Ich würde Geld drauf wetten dass das hier nur sehr eingeschränkt interessiert, wenn ich denn welches hätte. Da müsste man bzw frau ja die eigenen geliebten Gewohnheiten überdenken, pfui!
Ich versuche, meist
Ich versuche, meist vergeblich, mich gegen meinen Eindruck zu wehren, dass es wohl in erster Linie Männer sind, die sich für gleiche Rechte aller Menschen –außer vielleicht in belanglosen Dingen- einsetzen
Beschämend - aber immerhin
Beschämend - aber immerhin kein Todesurteil.
Könnte da also ein Umdenken bewirkt haben.
Ich bin mir nicht sicher, ob
Ich bin mir nicht sicher, ob 23 Jahre in einem Iranischen Gefängnis als Frau soviel besser ist.
Solche Urteile sind in meinen
Solche Urteile sind in meinen Augen ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit und treten die allgemeinen Menschenrechte mit Füßen. Zugleich liefern sie Zündstoff für die Agressionen der USA gegenüber dem Iran, die zu Lasten der gesamten Bevölkerung gehen und überdies den Weltfrieden gefährden.
Die verantwortlichen Richter scheinen sich mit ihren Gebetsritualen die Birnen weichgeklopft zu haben.