Spanien: Gefilmte Vergewaltigungen entdeckt – Priester festgenommen
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Ein katholischer Priester hatte im südspanischen Vélez-Málaga seine ehemalige Lebensgefährtin bei der Polizei angezeigt, weil sie ihm elektronische Geräte gestohlen haben soll. Wie sich herausstellte, befanden sich auf den Geräten Videos, die der Priester selbst gedreht hatte. In ihnen vergewaltigte er Frauen, die er vorher betäubt hatte. Ihm werden vier Vergewaltigungen und weitere Verbrechen vorgeworfen. Die von der ehemaligen Lebensgefährtin zuerst informierte Kirche hatte die Behörden nicht kontaktiert.
Mit 23 Jahren trat Francisco J. C. 2013 ins Seminario Mayor de Málaga ein, um zum Priester ausgebildet zu werden. 2017 wurde er dann Priester in der Kathedrale der Stadt. Im Jahr 2021 wurde er nach Melilla geschickt, um schließlich zu Beginn diesen Jahres wieder nach Málaga zurückberufen zu werden. Seine Verbindungen zur Kirche bestanden bereits früh, war seine Mutter doch bis zu seiner Geburt eine Nonne im Orden der Klarissen.
2017 scheint jedoch nicht nur das Jahr gewesen zu sein, in dem Francisco J. C. seinen Auftrag zum Dienst in der Kathedrale bekam. Aus diesem Jahr stammt auch der erste Ordner mit belastenden Fotos und Videos auf einer ihm gehörenden Festplatte.
Dass dieser und weitere Ordner in die Hände der Polizei gelangten, ist einer seltsamen Geschichte zu verdanken. Im Januar diesen Jahres entdeckte noch in Melilla die heimliche Lebensgefährtin des Kirchenmannes Francisco J. C. auf der Suche nach Filmen auf einer Festplatte hunderte Ordner mit Initialen. Darin befindlich Fotos und Filme von mindestens fünf Frauen aus dem Bekanntenkreis des Priesters. Alle waren mit einer starken Substanz betäubt worden und bewusstlos, während der Priester die unterschiedlichsten sexuellen Handlungen an ihnen durchführte. Die von ihr informierte Kirche ermunterte sie zur Anzeige und versetzte den Priester in die Gemeinde Vélez-Málaga. Mehr geschah von Seiten der Kirche nicht.
Im Juli wandte sich die Frau erneut an die Arbeitgeberin, die ihr wiederum empfahl, zur Polizei zu gehen. Selbst informierte die Kirche die Behörden jedoch nicht. Schließlich ging die Frau dann zur Polizei. Einige Tage später, als sich Francisco J. C. im August beim Weltjugendtag in Portugal befand, reichte sie die Daten der Festplatte bei der Unidad de Familia y Atención a la Mujer (Referat Familie und Frauen), ein. Diese Abteilung ist mit der Verhinderung und Aufklärung von Gewalt gegen Frauen, familiärer und sexualisierter Gewalt betraut. Im September schließlich erschien auch der Priester bei der Polizei. Jedoch nicht, um sich zu stellen, sondern um anzuzeigen, dass seine ehemalige Lebensgefährtin ihm elektronische Medien im Wert von etwa 3.000 Euro gestohlen habe.
Wenige Tage danach wurde Francisco J. C. festgenommen. Ihm werden mindestens vier Vergewaltigungen und fünf Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung vorgeworfen. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung entdeckte die Polizei weitere elektronische Medien, deren Inhalte gelöscht worden waren. Es besteht der Verdacht, dass die Beweise weiterer Verbrechen verheimlicht werden sollten.
Die Kirche löschte alle Informationen zu Francisco J. C. von ihrer Website. Zudem erklärte sie, dass sie jeden Fall von sexualisierter Gewalt bedauere und im Januar noch keine Informationen zu den Aufnahmen gehabt hätte. Die Versetzung von Melilla nach Málaga sei aus Gesundheitsgründen geschehen.
Den Priester erwartet eine langjährige Gefängnisstrafe.

Kommentare (6)
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Im Gefängnis wird man ihm
Im Gefängnis wird man ihm erklären, was es mit "Auge um Auge" so auf sich hat.
Das ist der wahre
Das ist der wahre humanistische Geist ^^
Ganz im Gegenteil ^^
Ganz im Gegenteil ^^
Herkunft: Teil eines Rechtssatzes aus dem Alten Testament der Bibel: „Entsteht ein dauernder Schaden, so sollst du geben Leben um Leben, Auge um Auge, Zahn um Zahn, Hand um Hand, Fuß um Fuß, Brandmal um Brandmal, Beule um Beule, Wunde um Wunde. “ (Exodus 21,23–25)
Die verantwortlichen Leute in
Die verantwortlichen Leute in der katholischen Kirche werden nie verstehen oder besser: verstehen wollen, dass ihre unnatürliche, verquere Sexualmoral der Grund allen Übels ist. Dabei hat die katholische Kirche das Problem, das sie in Sachen sexuellen Missbrauchs hat, schon immer. Früher konnte sie es nur viel besser vertuschen. Die sexuelle Not, die ganz offenbar in weiten Kreisen ihrer Verkündigungsmannschaft besteht – selbst höchste Kreise sind nicht verschont, neuester bekannt gewordener Fall: Bischof Hengsbach – betrifft einen ganzen Berufsstand. Wieviel Vertuschung, wieviel Anstrengung an Überlegungen, wie man solche Fälle vor der Öffentlichkeit verbergen kann, waren erforderlich. Inzwischen vergeblich! Die Vertreter einer Institution, die sich schon immer als Quelle und Hort der Moral verstand, müssen sich endlich gefallen lassen, dass die Kriterien von gesellschaftlich vereinbarter Moral auch für sie Gültigkeit haben. Welche Gründe sollte es denn geben, dass sie über den Moralgesetzen steht? Hat sie etwa einen besonderen Draht zu ihrem zusammenphantasierten höchsten Auftraggeber, der ihr das zugestanden hätte? Das ist nicht anzunehmen. Annehmen dagegen muss man wohl, dass sie sich offenbar über den Gesetzen der Moral stehend begreift. Tatsächlich dürfte es allerdings so sein, dass ihre Vertreter sich so verhalten, wie der durchschnittliche Mann in der übrigen Gesellschaft sich auch verhält: Viele kommen mit den moralischen Regeln, die sich die Gesellschaft gegeben hat, zurecht, manche wie selbstverständlich, manche mit mehr oder weniger großer Mühe, manche eben nicht. Die statistische Verteilung des Erliegens der Versuchungen dürfte sich von der übrigen Gesellschaft nicht wesentlich unterscheiden. Aber die übrige Gesellschaft hat eben – wie überall mit Ausnahmen – eine natürlichere Auffassung vom Umgang mit Menschen, denen man – sagen wir es mal so – seine innige Zuneigung zeigen möchte.
Genau da liegt das Problem,
Genau da liegt das Problem, das Bodenpersonal "Gottes" hält sich für etwas besseres als der
Rest der Menschheit und meint deshalb sich alles erlauben zu können und einen Freibrief
für derartige Schandtaten zu besitzen.
Wer den Anspruch erhebt die Moral erfunden zu haben, sollte sich auch dementsprechend verhalten und sich nicht wundern, dass, wenn er gegen seinen eigenen Anspruch verstößt besonders hart bestraft werden sollte.
Sie haben recht, Herr Lehnert
Sie haben recht, Herr Lehnert, die Kirche sieht sich als über der Moral stehend an. Sie setzt ja die Moral - für andere.