Gesellschaft

"Würdige Gedenkkultur" für Werler "Hexenverfolger"?

Der Rat der Stadt Werl hat einen Antrag auf Umbenennung der Straße "Kleinsorgenring", die 1961 nach Angaben der Stadt nach der Familie Kleinsorgen, einer angeblichen Patrizierfamilie, benannt wurde, abgelehnt. Aus der Familie Kleinsorgen stammen Hexenjäger, die in Werl und im kurkölnischen Herzogtum Westfalen ihr mörderisches Unwesen trieben. Mit der Beibehaltung des Straßennamens konterkariert der Werler Bürgermeister sein Versprechen für eine "würdige Gedenkkultur" der Opfer der Werler Hexenverfolgung.

Kölner Dom

Ihr Empörten, beruhigt euch!

Die heftigen Reaktionen auf die Ereignisse in der Kölner Silvesternacht und auf das Verhalten der Polizei setzen eine Diskurstradition fort, welche die Meinungsverschiedenheit und Diskussion als solche verurteilt. Ein nüchterner und reflektierter Streit in der Sache ist zur Orientierung jedoch notwendig, meint Mukeba Muamba in einem Kommentar. 

Hodentritt und Eierreissen

Die Kölner Silvesternacht 2015/16 hat die Republik nachhaltig verändert. Frauen, die sich in dieser Nacht auf dem Platz zwischen Dom und Hauptbahnhof aufhielten, waren in großer Zahl Opfer sexueller Übergriffe geworden, begangen von Gruppen junger Männer vornehmlich aus dem nordafrikanischen und arabischen Raum. Vielfach wurden über die Sexualdelikte hinaus auch Eigentums- und Körperverletzungsdelikte verübt. Auch in anderen deutschen und europäischen Städten gab es derartige Vorfälle.

in der Bibliothek

Von postfaktisch über postreligiös zu postkulturell?

Wie schon der österreichische Sprachphilosoph Ludwig Wittgenstein (1889-1951) feststellte, enthält der Mythos komprimiert gespeicherte Lebensweisheiten mit realen und emotionalen Hintergründen. Das heißt: Mythen bedienen sich einer symbolischen Sprache, die sowohl gefühlsmäßig wie auch faktisch gedeutet werden kann.

Woher hat Pegida-Bachmann Täterwissen?

Gegenwärtig verdichten sich die Hinweise, dass der Tunesier Anis Amri der Fahrer des Trucks gewesen sein könnte, der am Montagabend in den Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche gerast ist. Alles was wir über ihn erfahren, spricht dafür, dass er ein Verbrecher und ein Feind der offenen Gesellschaft ist. Er soll sich sogar als Selbstmordattentäter angeboten haben. Ein Fanatiker, gewiss. Aber ist damit schon Klarheit geschaffen: war er am Montag der Täter - der Fahrer, handelte er allein oder gemeinsam mit anderen? Nein, noch ist gar nichts geklärt.

Angst vor Globalisierung oder Angst vor sozialem Abstieg?

Ende November stellte die Bertelsmann-Stiftung eine für die EU repräsentative Befragung vor, aus der hervorging, dass Europa gespalten ist: Knapp die Hälfte der Bevölkerung sieht in der Globalisierung eine Bedrohung. Die Werte schwanken zwischen 36 Prozent in Großbritannien und 55 in Österreich, für den EU-Durchschnitt ergaben sich 45 Prozent. Die Anhänger rechtspopulistischer Parteien wie der AfD (78 Prozent), des französischen Front National (76) und der FPÖ in Österreich (69) sehen sich durch die Globalisierung deutlich stärker bedroht als die anderen EU-BürgerInnen.

Bedrückt, aber nicht panisch

Gestern Abend fuhr ein LKW über den Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche. Dabei wurden 12 Menschen getötet und rund 50 zum Teil schwer verletzt. Heute Vormittag verdichteten sich die Hinweise, dass es sich dabei um einen terroristischen Akt gehandelt haben könnte. Berlin ist geschockt aber nicht kopflos.

Säkulare Krippe der FFRF

Vom Baby-Satan zum Marien-Dildo

In der Adventszeit schießen sie wie Pilze aus dem Boden: Weihnachtskrippen. Kaum ein Kaufhaus, in dem nicht irgendwo die heilige Familie in Hochglanz-Optik herumsteht. Doch es gibt auch alternative Krippen, die die christliche Variante aufs Korn nehmen.

Geschenke

Gegen den Hass

Die Unterstützung für geflüchtete Menschen scheint in Hamburg vorbildlich zu sein – leider jedoch ohne finanzielle Unterstützung des SPD-regierten Senats. Auch die sogenannten wütenden und "besorgten" Reichs- und andere Bürger verbreiten hier wenig oder kaum Angst und Schrecken. Woran liegt das? Was sagen jene, die von Anfang an, d.h. seit August 2015 effektiv und autonom Strukturen aufgebaut haben? Strukturen, die vielen der Ankommenden ermöglichen, sich zurechtzufinden?