Kanada

Montreal: Katholische Priester dürfen mit Kindern nicht mehr allein sein

Kind allein
Katholische Priester dürfen in Montreal nicht mehr mit Kindern allein sein

BERLIN. (hpd) Der Erzbischof von Montreal hat ein Dekret erlassen, das es Priestern und anderen kirchlichen Mitarbeitern in der Diözese Montreal verbietet, mit Kindern allein zu sein.

Laut des am vergangenen Mittwoch veröffentlichten Dekrets von Erzbischof Christian Lépine soll die neue Anweisung "die Sicherheit und Unversehrtheit der Menschen gewährleisten, denen wir das Wort Gottes bringen und unsere Seelsorge anbieten". Darüber hinaus sollen auf diese Weise jedoch auch Priester vor Anzeigen wegen Missbrauchs geschützt und "die Unversehrtheit, Sicherheit und der gute Ruf der Menschen Gottes bewahrt werden".

In einem Begleitbrief sagte Lépine: "Ereignisse in jüngerer Zeit haben eine entsetzlichen Missbrauch von minderjährigen und wehrlosen Menschen durch Mitglieder der Kirche ans Licht gebracht. Diese nicht hinnehmbaren Vorkommnisse haben die Weltkirche ebenso schockiert und aufgewühlt wie die gesamte Bevölkerung, der wir die Frohe Botschaft Christi verkünden wollen. Die Päpste Johannes Paul II., Benedikt XVI. und Franziskus haben diese Vorkommnisse verurteilt und klare Anweisungen erteilt, dass jede Diözese selbst die notwendigen Maßnahmen ergreifen muss, um solchen Missbrauch zu verhindern."

Das Dekret von Erzbischof Lépine soll ab September zunächst in einem Pilotprojekt umgesetzt werden, an dem einige Kirchengemeinden der Diözese Montreal teilnehmen. Nach und nach soll die Umsetzung des Dekrets auf die gesamte Diözese ausgedehnt werden.

Kommentare (8)

Klaus Bernd (nicht überprüft)

Di. 28 Jun 2016 - 13:15

Aus dem verlinkten PDF-Dokument kann ich eine so konkrete Maßnahme, wie sie im Titel des Beitrags formuliert wird, aber nicht entnehmen.
Da ist nur von "ensure the sound management and supervision of its personnel" die Rede. Wo ist die "policy of Responsible Pastoral Ministry"
formuliert ?

David (nicht überprüft)

Di. 28 Jun 2016 - 13:24

also nicht 1 Pädophiler Priester sondern 2 Pädophile Priester die sich geegnseitig schützen. der kirche traue ich das zu.

Andi (nicht überprüft)

Di. 28 Jun 2016 - 15:11

Mit den "Menschen Gottes" darf man seine Kinder nicht allein lassen um sie vor sexuellem Missbrauch zu schützen!? Was für eines Gottes Menschen mögen das denn sein??? Ist es noch Ernst oder ist es schon Satire?

Kay Krause (nicht überprüft)

Mi. 29 Jun 2016 - 06:30

Ich vermisse hier einen öffentlichen Aufschrei und Protest der (kanadischen) ANSTÄNDIGEN Gottes- und Kirchendiener! Ist das schlechte Gewissen wirklich so groß, dass sie es sich alle kommentarlos gefallen lassen, unter einen Scheffel gestellt zu werden?

Wolfgang (nicht überprüft)

Fr. 1 Jul 2016 - 14:45

Antwort auf von Kay Krause (nicht überprüft)

Geschrien haben die Männer und Frauen auf den Scheiterhaufen, aber
es kam kein Gott, um dieses Morden zu stoppen! Er kommt auch heute nicht, wetten das???

Wolfgang (nicht überprüft)

Mi. 29 Jun 2016 - 09:56

Wenn ein Kind zu seinen Eltern gekommen ist und hat gesagt, der Priester hat mich "da unten" angefasst, gab es eine Ohrfeige. "So etwas sagt man nicht von einem Priester!" Und hat sich bis heute wirklich etwas verändert??

Bernd Kammermeier (nicht überprüft)

Do. 30 Jun 2016 - 16:46

Antwort auf von Wolfgang (nicht überprüft)

"Und hat sich bis heute wirklich etwas verändert??"

In Ewigkeit Samen...

Noncredsit (nicht überprüft)

Fr. 1 Jul 2016 - 16:29

So groß ist das Vertrauen in das allmächtige, allsehende, allwissende und allgütige Wesen inzwischen geworden, dass man dieses Wesen NICHT zutraut, sein eigenes Bodenpersonal zu führen? Beinahe könnte man auf die Idee kommen, etwaige übernatürliche Entitäten, welche angeblich die Macht besäßen in dieser Welt per "Wunder" einzugreifen, würden nicht existieren :)

Daniela Wakonigg

Die Autorin ist studierte Philosophin, Theologin und Germanistin. Sie lebt in Münster (Westf.) und arbeitet als freie Autorin und Journalistin für Hörfunk- und Print-Medien. Sie ist u. a. Redakteurin der Zeitschrift MIZ und war von 2016 bis Anfang 2024 stellvertretende Chefredakteurin des hpd.

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