20. Jahrestag der Terroranschläge von 9/11

War der "Krieg gegen den Terror" erfolgreich?

Die Zwillingstürme des New Yorker World Trade Centers vor dem 11. September 2001.

Die Bilder der islamistischen Terroranschläge vom 11. September 2001 haben sich tief in unser kollektives Gedächtnis eingegraben. Die Anschläge veranlassten den Westen zum "War on Terror", dessen Auswirkungen wir bis heute spüren.

Mit strahlend blauem Himmel verspricht der 11. September 2001 in New York ein angenehm sonniger Spätsommertag zu werden. Doch während sich am Morgen zwischen 8 und 9 Uhr die Büros in den Zwillingstürmen des World Trade Centers langsam füllen, besteigen an den Flughäfen von Boston, Washington und Newark insgesamt 19 Islamisten vier Passagierflugzeuge. Einige von ihnen sind im Besitz einer Pilotenlizenz. Wenige Minuten nach dem Start bringen sie die Maschinen in ihre Gewalt und ändern den Kurs.

Um 8:46 Uhr schlägt American-Airlines-Flug 11 mit einer Geschwindigkeit von rund 750 Stundenkilometern in den Nordturm des World Trade Centers in New York City ein. Zu diesem Zeitpunkt vermuten viele zunächst einen tragischen Unfall. Doch als 17 Minuten später United-Airlines-Flug 175 auch den Südturm trifft, ist klar, dass es sich um einen Terroranschlag handelt.

Während in New York die Evakuierung des World Trade Centers in vollem Gange ist, schlägt American-Airlines-Flug 77 vor den Toren der Hauptstadt Washington D.C. in das Pentagon ein, den Sitz des US-amerikanischen Verteidigungsministeriums. Kurz darauf stürzen in New York die brennenden Zwillingstürme in sich zusammen.

Allein United-Airlines-Flug 93, der vermutlich das Weiße Haus treffen sollte, erreicht sein Ziel nicht, weil die Passagiere sich zur Wehr setzen. Das Flugzeug wird von den Entführern bei Shanksville in Pennsylvania zum Absturz gebracht.

Vor allem die Bilder der brennenden Türme des World Trade Centers haben sich tief in unser kollektives Gedächtnis eingegraben. Knapp 3.000 Menschen sterben an diesem Tag durch die Anschläge – mehr als bei jedem anderen terroristischen Anschlag der Weltgeschichte. Doch durch die Reaktionen, die der Terror von 9/11 hervorruft, werden noch viele weitere Menschen ihr Leben verlieren.

Zum ersten und bisher einzigen Mal wird der NATO-Bündnisfall ausgerufen

Präsident George W. Bush erklärt nach dem 11. September umgehend den "Krieg gegen den Terror". Als Urheber der Anschläge ist schnell das Terrornetzwerk Al-Qaida ausgemacht. Da Al-Qaida in Afghanistan unter dem Schutz der Taliban-Regierung Ausbildungslager betreibt, gerät das Land am Hindukusch in den Fokus des "War on terror". Weil die USA die Anschläge des 11. September als kriegerischen Akt gegen ihr Land werten – was eine äußerst fragwürdige Sichtweise ist – wird zum ersten und bisher einzigen Mal der NATO-Bündnisfall ausgerufen. Unter dem Schock der Ereignisse unterstützen die NATO-Partner den Militäreinsatz der USA in Afghanistan, der unmittelbar nach 9/11 im Oktober 2001 beginnt. Zwei Jahre später erklären die USA als weiteren Akt des "War on terror" dem Irak den Krieg. Die Opfer dieser beiden militärischen Aktionen übertreffen die Zahl derer der Anschläge vom 11. September 2001 um ein Vielfaches.   

Doch hat der Anti-Terror-Krieg wenigstens sein Ziel erreicht und den Terror besiegt? Nein. Eher das Gegenteil. Wie sich jüngst gezeigt hat, konnten die islamistischen Taliban Afghanistan sogar noch vor dem vollständigen Abzug der NATO-Truppen mit Leichtigkeit wieder an sich reißen. Und nicht nur das. Die Kriege in Afghanistan und im Irak führten laut Fachleuten für Islamisten zu Rekrutierungseffekten. Auch der kollektive Generalverdacht, unter den Muslime im Westen nach dem 11. September 2001 gestellt wurden, ist der Bekämpfung islamistischer Rekrutierungsbestrebungen wohl nicht sonderlich zuträglich gewesen.

Dabei haben doch schon die Anschläge von 9/11 eines der Hauptprobleme aufgezeigt: Radikalisiert haben sich die Leitfiguren der 19 Selbstmordattentäter, von denen 15 übrigens aus Saudi-Arabien stammten, nicht in den kargen Bergen Afghanistans, sondern in Hamburg. Und zwar während ihres Studiums. Eine effektive Terrorbekämpfung sollte also nicht zuletzt danach fragen, wie es sein kann, dass eine islamistische Radikalisierung von Menschen stattfindet, die mitten unter uns leben. Und natürlich auch, wie diese verhindert werden kann.

Eine Frage, die umso wichtiger ist, als die Terrorbekämpfung ausgerechnet durch die Maßnahmen zur Bekämpfung des Terrors nach 9/11 heute noch schwieriger geworden ist. Als durch die militärischen Maßnahmen der USA die großen Strukturen des Terrorsnetzwerks Al-Qaida zerschlagen wurden, zogen sich Islamisten immer häufiger in kleinere zurück. Kleine terroristische Zellen oder gar durchs Internet radikalisierte Einzeltäter sind seitdem die moderne Form des Terrors – was eine Überwachung durch Sicherheitsbehörden und die Verhinderung von Anschlägen noch schwieriger macht.

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Kommentare (56)

David Z (nicht überprüft)

Fr. 10 Sep 2021 - 12:52

Die Frage ist schwer bis gar nicht zu beantworten, denn wir wissen nicht, was uns durch den "Krieg gegen den Terror" erspart geblieben ist.

Ich denke zudem, dass die Sichtweise hier verdreht wird. Nicht die USA oder der Westen haben den "Krieg" begonnen. Sie haben den Waffengang lediglich angenommen, der von Gruppierungen begonnen wurde, die die Westliche Lebensweise verachtens- und bekämpfenswert halten. Ob der Waffengang aus Sicht des Westens stehts in die richtige Richtung bzw im angemessenen Umfang geführt wurde, ist eine andere Frage. Aber dass 9/11 eine starke, robuste Antwort notwendig gemacht hat, sollte klar sein.

Ich habe damals gehofft, dass die "starke, robuste Antwort" ausschließlich durch Luftanschläge stattfinden wird. Also Tora Bora komplett zerbomben, Bin Laden aus der Luft jagen, aber keine Bodentruppen einsetzen. Der Versuch, Demokratie zu exportieren war die schlechteste Idee.

Hallo Konrad, man hat hunderttausende unschuldiger Menschen umgebracht um letztlich Bin Laden zu ermorden und ein Folterregim durch die USA auf der ganzen Welt und besonders in Guantanamo zu errichten. Was hat das mit Rechtsstaatlichkeit zu tun?

David Z (nicht überprüft)

Mo. 13 Sep 2021 - 13:37

Antwort auf von Weber (nicht überprüft)

Sie verirren sich in Zahlen sowie Ihrer Wortwahl. Ein bischen mehr Sachlichkeit wäre der Sache schon angemessen.

Die USA haben weder "hundert tausende Personen umgebracht", nur um Bin Laden zu "ermorden" , noch hat die USA ein "Folterregime auf der ganzen Welt" errichtet.

Diese Wortwahl ist nicht nur unangemessen, verzerrend und tendenziös, sie ist schlicht und ergreifend falsch.

Ihre letzte Frage sollten Sie besser an sich selbst richten.

Hallo, ich empfehle Ihnen das Lesen "Der CIA Folterreport - Der offizielle Bericht des US-Senats zum Internirungs- und Verhörprogramm der CIA" ISBN978-3-86489-093-2, Westendverlag Frankfurt/Main. Wurden in Afghanistan nicht hunderttausende Zivilisten umgebracht? Was Sie Äußern ist Unwissenheit und Arroganz.

@Herr Weber
Dazu als Ergänzung - hoffe er liest es auch? - das:

"[...]Besatzungsökonomie ohne Besatzer

Afghanistans Wirtschaft liegt nach 20 Jahren westlicher Besatzung am Boden und steht nach dem Stopp westlicher Hilfszahlungen vor dem Kollaps.

BERLIN/KABUL (Eigener Bericht) - Nach dem Abzug des Westens aus Afghanistan suchen die Vereinten Nationen die Bevölkerung des Landes mit dem Nötigsten zu versorgen. Eine UN-Geberkonferenz in Genf konnte am gestrigen Montag Hilfszusagen von mehr als einer Milliarde US-Dollar einwerben; die Bundesrepublik stellte 100 Millionen Euro in Aussicht. Hintergrund ist, dass es dem Westen während der 20-jährigen Besatzungszeit nicht gelungen ist, die afghanische Wirtschaft aufzubauen: Sie blieb von umfangreichen Zahlungen aus dem Ausland abhängig, die bestimmte Sektoren aufblähten - etwa Dienstleistungen für westliches und Regierungspersonal -, aber nicht für den Aufbau einer auch nur annähernd eigenständigen Produktion sorgten. Während korrupte Regierungsfunktionäre unter den Augen des Westens Milliardensummen nach Dubai schleusten, verarmte die Bevölkerung zusehends; bereits vor dem Abzug des Westens war gut die Hälfte der Afghanen auf humanitäre Hilfe angewiesen. Dass die Hilfsgelder nach der Machtübernahme der Taliban nicht mehr fließen und die USA Sanktionen in Kraft gesetzt haben, versetzt der afghanischen Wirtschaft den Todesstoß....[...]"

Quelle und kompletter, sehr aufschlußreicher Text:

https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/8702/

Gruß Bernie

David Z (nicht überprüft)

Mi. 15 Sep 2021 - 14:35

Antwort auf von Bernie (nicht überprüft)

Was soll uns das sagen? Dass die afghanische Regierung unfähig war oder dass der Westen nun die Taliban unterstützen soll?

Dass es Folter gab, steht ausser Frage. Das macht die USA aber nicht zu einem "Folterregime".

In jedem Krieg sterben Menschen. Das ist doof, aber so ist das nunmal im Krieg.

Auf Fakten hinzuweisen ist weder "Unwissenheit" noch "Arroganz".

Hallo David, Folter ist inhuman und systematische, staatliche Folter ist verboten, wenn sich ein angeblich fortschrittlicher und moderner westlicher Staat entschließt auf Folter zu setzen, dann ist es kein humaner Staat mehr. Die USA haben sich durch die systematische Anwendung der Folter außerhalb ihres Staatsgebiets selbst disqualifiziert, was Behörden wie das FBI selbst fest stellten.

Das Menschen im Krieg sterben ist offensichtlich, daher ist der Krieg als Gewaltmittel abzulehnen. Deshalb wurde auch nach dem 2. Weltkrieg die UNO gegründet. Kriege sind keine Naturgesetze.

Welche Fakten meinen Sie?

David Z (nicht überprüft)

Mi. 15 Sep 2021 - 18:23

Antwort auf von Weber (nicht überprüft)

1. Ob Folter inhuman ist, kommt auf die Umstände und die Intention an.

2. Es gibt keinen "humanen" Staat auf diesem Planeten. Der Vergleich mit einer Utopie verbietet sich.

3. Fakt ist: Die USA ist kein "Regime" sondern eine rechtstaatliche Demokratie. Sie erwähnen ja selbst die Untersuchungen des FBI.

4. Ohne "Krieg" können unter Umständen durchaus mehr Menschen sterben, als mit "Krieg". Krieg daher grundsätzlich abzulehnen, ist reine Gesinnungsethik. Gesinnungsethik ist keine Eigenschaft des Humanismus.

5. Kriege und Gewalt sind Realität und bleiben dies bis auf weiteres. Ob wir es wollen oder nicht. Sich dem Thema mit utopischen Moralmassstäben zu nähern, ist illusorisch.

1. Ridikül!
2. Sie wissen nicht was Humanismus ist! Was sich aus Ihrer Gewaltbejaung ergibt.
3. Es ist gewiss, dass mehr Menschen so sterben als im Krieg. Das ist eine einfache, ja banale Wahrheit.
4. Mit Ihren Ansichten werden Sie mit viel Gewalt konfrontiert sein. Man muss schon (juristisch) bewerten, welche Gewalt zulässig ist.
5. Die USA sind eine Demokratie und Putin ist ein wahrer Demokrat.
6. Sie sollten an Ihrer Bildung arbeiten!

David Z (nicht überprüft)

Sa. 18 Sep 2021 - 09:50

Antwort auf von Weber (nicht überprüft)

1. Nein. Verantwortungsethik.

2. Ob Sie glauben, ich wisse nicht, was Humanismus ist, ist unerheblich.

3. Nein, das können weder Sie noch ich wissen.

4. Ja, der Gewalteinsatz muss selbstverständlich wohlüberlegt sein.

5. Erster Satzteil ist korrekt, zweiter Satzteil offensichtlich eher nicht.

6. An seiner Bildung arbeiten sollte jener, der postuliert, die USA sei keine rechtstaatliche Demokratie.

1. Folter ist in jedem Fall Insulaner und steht unter Strafe. Fall Metzler!
2. Was treiben Sie sich auf der Seite des humanenistisch Pressedienstes herum, wenn Sie kein Humanist sind?
3. Es kommt nicht nur auf das Überlegen an, man muss auch die Mittel haben.
4. Alles richtig.
5. Wer ohne nachzudenken den USA auf den Leim geht, dem ist nicht zu helfen.

Konrad Schiemert (nicht überprüft)

Di. 14 Sep 2021 - 14:54

Antwort auf von Weber (nicht überprüft)

Gezielte Luftanschläge gegen Al Quaida wären angemessen gewesen. Also Zivilbevölkerung so weit wie möglich schonen, aber unbedingt Stärke zeigen und Al Quaida schwächen. Natürlich hat das nicht mit Rechtsstaatlichkeit zu tun. Ein UNO-Beschluss um den Terror zu verurteilen wäre nur ein Witz gewesen.

Die Idee halte ich grundsätzlich betrachtet nicht notwendigerweise für falsch, WENN man sich im klaren ist, auf was man sich personell, finanziell und zeitlich einlässt.

Aber ich stimme, dass Luftschläge, gezielte Drohnen und Kommandounternehmen womöglich angemessener gewesen wären. Was absolut gar nicht geht, ist das, was wir jetzt sehen: eine Operation am offenen Herzen vorzunehmen und dann, weil die OP zu lange dauert und sich als recht kompliziert herausstellt, einfach zu sagen "jetzt hab ich aber keine Lust mehr" und den OP Saal zu verlassen.

Bernie (nicht überprüft)

Mo. 13 Sep 2021 - 23:37

Antwort auf von David Z (nicht überprüft)

Gerade wir Deutschen sollten die Auswirkungen eines Partisanenkrieges - aus den Erfahrungen der Wehrmacht im Russlandfeldzug von 1941 - 1945 - kennen....die Taliban haben eben den längeren Atem gehabt und für die NATO und die USA wäre es an der Zeit in sich zu gehen und zu sehen das ein Partisanenkrieg nicht zu gewinnen ist. Ich hab da so ein Bild im Kopf, dass einen sowjetischen Partisanen am Lagerfeuer mit Wehrmachtssoldaten zeigt, die offensichtlich keine Ahnung davon haben, dass der angeblich einfache russische Bauer ein sowjetischer Partisan ist. Da kann eine Armee noch so modern sein, wenn die Bevölkerung mehrheitlich gegen sie eingestellt ist ist ein solcher Krieg nicht zu gewinnen. Wer weis wieviele Bundeswehr-, US- oder NATO-Soldaten mit angeblich friedlichen Bauern einen Tee getrunken haben, die sich später als Taliban-Partisanen entpuppt haben? Da frage ich mich warum lernen wir eigentlich nichts aus dieser uralten Erfahrung? Ein Partisanenkrieg ist nicht zu gewinnen, und schon gar nicht ein solcher wo die Bevölkerung mehrheitlich - aus diversen Gründen, nicht nur wegen dem gemeinsamen islamischen Glauben sondern z.B. wegen Rachegründen - auf Seiten der Partisanen (=Taliban = Paschtunen) steht.
Gruß
Bernie

Ich denke nicht, dass man das Unterdrückungs- und Vernichtungsregime der Wehrmacht in RU mit dem Afghanistaneinsatz vergleichen kann. Auch meine ich, dass die Mehrheit der Afghanen nicht notwendigerweise gegen den Westen eingestellt war und ist. Die Erklärung für die Entwicklung hat zahlreiche Ursachen.

Ja, Partisanenkriege sind nicht einfach zu führen. Das Austrocknen solcher Strukturen bedarf neben militärischen Massnahmen grade auch soziale und politische. Und ganz wichtig: Zeit, grade in einer Region, wo man ganz von vorne beginnen muss. Und Zeit war man nicht bereit zu investieren.

@David Z - Um einen solchen Vergleich ging es mir auch nicht sondern einfach darum zu zeigen, dass unsere Ahnen schon Erfahrung mit Partisanenkriegen hatten - nicht nur in der UDSSR sondern auch im Rest Europas - Partisanenkriege darum ging es mir und nicht um einen Vergleich des Afghanistaneinsatzes mit der Wehrmacht.
Gruß
Bernie

Die Militärgeschichte kennt zahlreiche Beispiele für Partisanenkonflikte, weit mehr als die von Ihnen erwähnten. Aber das dürfte Ihrem Argument ja nur entgegenkommen. :)

Ich denke nicht, dass man die Militärischen Erfahrungswerte komplett ausser acht gelassen hat. Man hat sich vielmehr stark überschätzt bei der Hearts&Minds Komponente, die in einem so archaisch geprägten Land ja noch schwieriger umzusetzen ist als damals in Vietnam.

Bis auf den Vergleich den ich angeblich gemacht haben soll sehe ich es wie Sie, aber wie schon gesagt wir müssen den geflohenen säkularen Afghanen und afghanischstämmigen in unseren Ländern zuhören damit wir es verstehen. Gruß Bernie

Danke für die Klarstellung.

Ich weiss zwar wie Ihr letzter Satz gemeint ist, aber lassen Sie mich etwas polemisch sein: Nicht wir müssen den Afghanen zuhören, die Afghanen müssten endlich mal uns zuhören.

Hallo David, Peter Ustinov sagte, Krieg ist der Terror der Reichen, Terror ist der Krieg der Armen. Beides ist inhuman! Und durch der diesen Krieg wurde nur Leid geschaffen und kein Problem gelöst. Ihr Standpunkt ist aus humanistischen Sicht nicht haltbar. Ich erinnere an der 11. September 1973, als auf Betreiben des US-Aussenminister Kissinger die demokratisch gewählte Regierung Chiles durch das faschistische Regime Pinochets niedergeputscht wurde.

Im Gegenteil. Es ist Ihr Standpunkt, der aus humanistischer Perspektive nicht haltbar ist: zu glauben, die Welt liesse sich ohne Gewalt stets zum besseren bewegen.

Ich erinnere an Srebrenica und Ruanda. Und dass Al-Quada keine mittellose Gruppierung war, dürfte doch wohl klar sein.

Weber (nicht überprüft)

Mo. 13 Sep 2021 - 21:19

Antwort auf von David Z (nicht überprüft)

Mord und Totschlag sind wohl humane Werte? Ich bin kein Pazifist, aber alles muss verhältnismäßig sein. Und Der Etat von el-Quada steht wohl in keinem Verhältnis zu dem der NATO-Staaten. Und was soll der Hinweis auf Srebrenica und Ruanda? Was wurde dort durch wen verhindert?

1. Ihre Frage sollten Sie an sich selbst richten, wenn Sie als Humanist nicht erkennen, dass Gewalt nicht notwendigerweise immer falsch ist.

2. Ob der Etat von Al-Quada im Verhältnis mit dem der Nato steht ist unerheblich. Erheblich ist der Umstand, dass Sie Armut als Motivationstrigger anführten und das trifft ganz offensichtlich nicht zu.

3. Wenn Ihnen Srebernica und Ruanda nichts sagen, erklärt das zumindest Ihre schräge Sichtweise.

Hallo, Ihnen ist wohl nicht klar was Humanismus bedeutet.

Es bedeutet „Menschlichkeit“. Allgemein bezeichnet man mit Humanismus eine Geisteshaltung oder Einstellung. Wer eine humanistische Geisteshaltung hat, achtet die Würde jedes einzelnen Menschen. Er strebt ein Leben ohne Gewalt an, in dem jeder seine Meinung frei äußern darf.

Auch ist der von Herrn Ustinov gewählte Vergleich richtig, denn es kommt auf die relative Armut an. Gewaltakte gegen Gesellschaften bedürfen immer auch Geld, aber die Relation zur eigenen Gesellschaft ist entscheidend. Die Bevölkerung Afghanistans ist arm, sonst würde keine UN-Geberkonferenz einberufen.

Mir sind die Vorkommnisse in Srebernica und Ruanda sehr wohl bekannt, meine Frage war, welche Gewalt die Gewalttaten während deren Ausführung verhindert haben. Mir ist aber auch der 11. September 1973 bekannt und die Inhumanität der USA.

Ich rate Ihnen an, Ihren Standpunkt unter der Definition Humanismus zu überdenken.

1. Auf Gewalt zu verzichten, wenn man Menschen helfen kann, ist naiv bis grob fahrlässig. Naivität und Fahrlässigkeit sind keine Eigenschaften von Humanismus.

2. Der Kommentar von Ustinov ist nicht richtig. Er ist an simplifizierender Einfältigkeit und Eindimensionalität kaum zu überbieten.

3. Dass Afghanistan arm ist, ist eine Binsenweisheit. Es gibt auch andere arme Länder, ohne dass sich dort ähnliches abspielt. Im Gegenteil. Andere ehemals arme Länder entwickeln sich prächtig.

4. Wenn Ihnen die Vorkommnisse in Srebrenica und Ruanda bekannt wären, würden Sie nicht diese Frage stellen.

5. Die USA als "inhuman" zu bezeichnen, bei all den tatsächlichen inhumanen Regimen auf diesem Planeten ist grotesk und drückt eine ziemliche Unreflektiertheit und Realitätsferne aus.

Was hat dieses wirres gedöns noch mit diesem Artikel des humanistischen Pressedienstes zu tun? Gewalt einzusetzen um anderen Menschen zu helfen - Was soll denn das? Z. B. Wird den Nordkoreanern von deren Regiem Gewalt angetan ( unter anderem Hungersnot) wie wollen Sie das mit Gewalt lösen? Die Freiheitsbewegung in Hongkong wird durch die chinesische Regierung brutal unterdrückt, setzen Sie jetzt Ihre Gewalt ein? Es gibt eine Vielzahl von armen Ländern in denen sich ähnliches abspielt wie in Afghanistan, warum ignorieren Sie das? Hat der Beschluß der UNO, Srebrenica als Schutzgebiet zu erklären, das niederländische Militär zu Heldentaten bewegt? Nein! Es wurden die Massaker durchgeführt. Ebenso wurden die Massaker in Ruanda nicht durch von außen wirkende Gewalt verhindert. Black lives matter, ein Ausdruck der Humanität der USA. Es zählt nicht die Gleichbehandlung im Unrecht, da es nur die Gleichbehandlung im Recht gibt. Bitte erweitern Sie Ihren Horizont, bevor Sie Humanismus predigen.

1. Ich antworte lediglich auf Ihre Kommentare.

2. Ja, es kann Umstände geben, da muss man Gewalt einsetzen, um Menschen zu helfen bzw es kann Umstände geben, bei denen ein Gewaltverzicht unendliches Leid verlängert oder ermöglicht. Daher mein Hinweis auf Srebrenica und Ruanda.

3. Selbstverständlich ist nicht jede Situation ethisch mit Gewalt lösbar. Genausowenig wie nicht jede Situation mit Gewaltverzicht ethisch lösbar ist.

4. Ein konventioneller Krieg gegen Korea ist mit zahlreichen Unbekannten verbunden. Es sind Atomwaffen im Spiel. Die Risiken für mehr Leid anstelle von weniger sind offensichtlich sehr hoch.

5. Sie haben sich immer noch nicht über Srebrenica und Ruanda informiert. Das Ausbleiben der militärischen Intervention zwecks Unterbindung der Massaker ist doch grade der Punkt.

6. Niemand ist verpflichtet geschweige denn fähig zu solchen Operationen wie die der USA in Afghanistan. Zu fordern, man müsste nun in jedem Winkel der Welt mit gleichen Massstäben rangehen, ist naiv.

7. Black live matter hat mit Humanismus herzlich wenig zu tun. Im Gegenteil.

Macht und Befugnis, Recht und die Mittel, über jemanden, etwas zu bestimmen, zu herrschen, das ist staatliche Gewalt. Aber es gibt auch rücksichtslos angewandte Macht; unrechtmäßiges Vorgehen. Gewalt ist immer von der Gesinnung des Anwenders abhängig und den Möglichkeiten der Kontrahenten, sich dem entgegenzusetzen. Die niederländischen Blauhelme in Srebrenica wurden als Geiseln genommen und hatten keine ausreichende Macht, um gegen die Drina-Korps der bosnisch-serbischen Armee und die Paramilitärs vorzugehen. Das Massaker an den Bosniaken wurde aber auch durch den internationalen Strafgerichtshof geahndet. Zu Ruanda: Ein Kernelement des Arusha-Abkommens bestand in der Aufstellung von UN-Friedenstruppen in Ruanda. Der kanadische General Roméo Dallaire befehligte ab Oktober 1993 die UNAMIR,[99] die von Beginn an mit erheblichen Problemen kämpfte. RTLM unterstellte dem belgischen Kontingent der UNAMIR, auf Seiten der Rebellen zu stehen. Der Großteil der Blauhelmtruppe, die Ende März 1994 eine Stärke von zirka 2500 Mann erreichte, waren Soldaten aus Ghana und Bangladesch. Die militärischen Fähigkeiten und Ressourcen insbesondere der Bengalen erwiesen sich in den kommenden Monaten oft als unzureichend. Die Finanzierung der Truppe war über lange Monate ungesichert.[100] Eine weitere Schwierigkeit lag im Mandat. Die UNAMIR hatte einen Auftrag nach Kapitel VI der Charta der Vereinten Nationen. Allein die Förderung des Friedens, eine sogenannte Friedensmission, war möglich, nicht die Erzwingung des Friedens gegen eine oder mehrere Kriegsparteien – ein solches Vorgehen hätte ein Mandat nach Kapitel VII der Charta erfordert. Den UNAMIR-Soldaten war der Einsatz von Waffen nur im äußersten Notfall zur Selbstverteidigung gestattet. Auch hier arbeiten Gerichte die Untaten auf. es gibt jedoch noch andere Greultaten auf der Welt, welch nicht durch die unzureichenden Mittel der UNO verhindert werden können. Einen Krieg mit Nordkorea wollen Sie nicht befürworten, obwohl dort eine Hungersnot viele Opfer unter der Zivilbevölkerung fordert. Sie beziehen sich darauf, dass nicht in jedem Winkel der Welt die gleichen Maßstäbe angesetzt werden können, da niemand verpflichtet sei, Operationen gegen Unrecht durchzuführen, dass steht ja wohl im Krassen Widerspruch zu Ihren Beispielen von Srebrenica und Ruanda. Na wenn das nicht blond gedacht ist ...

Dass die afroamerikanische Bevölkerung in den USA nicht nur benachteiligt wird, sondern zunehmend unter staatlicher (polizeilicher) Gewalt zu leiden hat, sehen Sie nicht als humanistisches Problem. Da stellt sich die Frage, was Sie unter Humanismus verstehen - auf der einen Seite draufhauen und dann zu große Risiken sehen oder ein humanistisches Problem negieren.

Ernst-Günther Krause (nicht überprüft)

Fr. 10 Sep 2021 - 14:22

Ich denke, dass der 2001 begonnene "Krieg" gegen die Taliban und Al-Qaida in Afghanistan ohne den Einmarsch 2003 in den Irak unter Umständen anders verlaufen wäre. An mehreren Fronten zugleich zu kämpfen, ist selten ein Erfolgsrezept.

Roland Weber (nicht überprüft)

Fr. 10 Sep 2021 - 15:55

Hatte die damalige Regierung in Kabul die Amerikaner und andere darum gebeten auf ihrem Staatsgebiet einen Krieg gegen Terroristen zu führen? Welche Anmaßung steckt darin, sich über Staats- und Völkerrecht hinwegzusetzen.
Wie kann man (mögliche) Verbrecher mit einem Staat verwechseln?
Von der "Wahrheit um 9/11" mal ganz abgesehen ...
Zur Frage: Nein, alles reiht sich nur in die endlose Geschichte verlogener Politik ein!

Die damalige Taliban Herrschaft war kein "Staat". Es war eine von Stämmen und warlords geprägte Anarchie. Welche Anmassung steckt darin zu glauben, hier hätte man um "Erlaubnis" bitten sollen.

Weber (nicht überprüft)

Di. 14 Sep 2021 - 16:46

Antwort auf von David Z (nicht überprüft)

Wie definiert sich ein Staat?
Bildergebnis für Staat Definition:
Das klassische Völkerrecht kennt drei Merkmale des Staates: eine Bevölkerung (Staatsvolk), einen geographisch abgrenzbaren Teil der Erdoberfläche (Staatsgebiet), eine stabile Regierung, die effektive Gewalt ausübt (Staatsgewalt). War das 2001 in Afghanistan nicht gegeben?

Nur international anerkannte Regierungen sind echte Subjekte des Völkerrechts. Aber egal, wenn eine Terrororganisation Organisation (Al-Quaida) dem Westen und seinen Verbündeten den Krieg erklärt und einen Angriff realisiert bei dem mehr Menschen umkommen als in Pearl Harbour und diese Organisation Stützpunkt und Ruheraum in einem bestimmten Land gewährt bekommt, welches sich dann auch weigert, durch Auslieferung und Schließung von Einrichtungen zu kooperieren, dann begeht diese Land einen kriegerischen Akt gegen die Nato. Es ist dann ein legitimes Ziel einer militärischen Intervention. Dafür gab es sogar ein Mandat der UNO.
Ob es sinnvoll ist, daraus einen Jahrzehntelangen Versuch zu machen Nation-Building zu betreiben, ist eine andere Sache.
Die Tötung von Osama bin Laden als Mord zu bezeichnen, ist abstrus.

Aber Hallo, wo haben Sie denn Jura studiert? Auf alle Fälle muss dabei Völkerrechtlich ausgefallen sein. Al-Quaida hat niemandem den Krieg erklärt und auch nicht den Anschlag vom 09/11 durchgeführt. Was soll nun in diesem Zusammenhang der Angriff der japanischen Flotte auf Pearl Harbour? Also recht konstruiert Ihre Argumentation, wegen fehlender Kenntnis der Fakten. Wenn die USA in Kenntnis des Aufenthaltortes von Bin Laden eine Spezialeinheit des Militärs einsetzt und diesen dann nicht gefangen setzt (Bin Laden hatte sich nicht zur Wehr gesetzt) um ihn vor ein Gericht zu stellen, dann ist das Mord. Das hat also mit Rechtsstaatlichkeit nichts zu tun. Es sollte nach Rechtsstaatlichkeit gehen und nicht nach der Bibel.

"Aber Hallo, wo haben Sie denn Jura studiert? Auf alle Fälle muss dabei Völkerrechtlich ausgefallen sein.“

Ich habe nicht Jura studiert, sondern Wirtschaftswissenschaften. Dort gehörte in der Tat Völkerrecht nicht zum juristischen Teil. Wenn jemand meint, dass meine darüberhinausgehenden Bemühungen als vielseitig belesener Autodidakt nicht ausreichend Früchte tragen, kann da gerne was richtigstellen, aber dann bitte unter Wahrung der Qualitätskriterien:

Wissensbasiertheit
Objektivität (die vertretene Meinung darf nicht durch Wunschdenken bedingt sein)
Gedankliche Klarheit
Logische Folgerichtigkeit

Ich fürchte, dass Sie in dieser Hinsicht keine Ansprüche erheben können. Die diesbezügliche Bedeutung des Status einer internationalen Anerkennung einer Regierung und eines Beschlusses des UN-Sicherheitsrates scheint Ihnen nicht geläufig zu sein. Darüber hinaus ist Ihnen auch nicht bewusst, dass über die Rechtskonformität die Rechtsprechung entscheidet. Die Bundesregierung wird vom GG auf die Grundsätze des Völkerechtes verpflichtet. Die Rechtsprechung des BVG hat aber die deutsche Beteiligung hinsichtlich der Kosovo-Intervention und in Afghanistan trotz diverser Klagen nicht moniert. Erstere erfolgte sogar ohne UN-Beschluss.

„Al-Quaida hat niemandem den Krieg erklärt und auch nicht den Anschlag vom 09/11 durchgeführt.“

Mit Kriegserklärung meine ich die „Fatwa“ Osama bin Ladens vom Februar 1998, wo er die Pflicht jeden Muslims Zivilsten und Militär der USA und Ihrer Verbündeten zu töten, um den universellen islamistischen Gottesstaat zu schaffen, proklamiert. Er selbst bekannte sich schon vor dem 09.11. zu den Anschlägen in Nairobi und Daressalam und ebenso zu ersteren, wenn auch erst nachdem er nicht mehr Rücksicht auf die Taliban nehmen musste. Die Urheberschaft von Al-Quaida an den Vorgängen am 11.09.2001 ist zeithistorischer Konsens und deckt sich mit der Selbstauskunft Bin Ladens. Wenn Sie die bestreiten, tragen Sie die Begründungslast. Welche Verschwörungstheorien favorisieren Sie sonst noch? Klimaskepsis? Impfskepsis?

„Was soll nun in diesem Zusammenhang der Angriff der japanischen Flotte auf Pearl Harbour?“

Ich wollte mit dem Vergleich auf die vielfach höhere Opferzahl deutlich machen, dass ein kriegerischer Akt – zumindest im Sinne eines asymmetrischen Krieges - vorliegt. Das ist sicher sinnvoller als Ihr mehrmaliger Querverweis auf den Chile-Putsch 1973.

„Also recht konstruiert Ihre Argumentation, wegen fehlender Kenntnis der Fakten.“

Siehe vorherige Abschnitte.

„Wenn die USA in Kenntnis des Aufenthaltsortes von Bin Laden eine Spezialeinheit des Militärs einsetzt und diesen dann nicht gefangen setzt (Bin Laden hatte sich nicht zur Wehr gesetzt) …

Woher wissen das? Es gibt mehrere Versionen.

„... um ihn vor ein Gericht zu stellen, dann ist das Mord. Das hat also mit Rechtsstaatlichkeit nichts zu tun. Es sollte nach Rechtsstaatlichkeit gehen und nicht nach der Bibel.“

Rechtsstaatlichkeit bedeutet, dass die Exekutive sich im Rahmen der Gesetze und der Verfassung bewegen muss. Die westlichen Gesetze zum Militäreinsatz unterwerfen, meines Wissens nach, das Militär keineswegs dem gleichen Übermaßverbot, wie es für die Polizei im eigenen Hoheitsgebiet gilt. Der Feind ist zu fangen oder zu töten, ohne das für ersteres grundsätzliche Priorität vorliegen muss. Nur wenn er sich ergeben möchte und trotzdem getötet wird, ist das rechtswidrig.

Mit der Bibel haben Sie vielleicht mehr zu tun als Ihnen lieb ist. Manche ihrer gesinnungsethischen Darlegungen, etwa im Schlagabtausch mit Herrn David Z., sind ähnlich fragwürdig, wie gewisse Phrasen in der Bergpredigt.

Übrigens. Meine politische Meinung zur Sicherheitspolitik bilde ich nicht nach dem Völkerrecht, sondern nach meinen ethischen Überzeugungen, nämlich nach einer humanistischen Verantwortungsethik. Wenn jemand nachweist, dass meine Darstellung des Völkerrechts nicht korrekt ist, dann werde ich das sehr schade für das Völkerrecht finden. Recht ist nicht Gerechtigkeit.

Weber (nicht überprüft)

Fr. 17 Sep 2021 - 14:38

Antwort auf von Jochen Beck (nicht überprüft)

Hallo, Sie mögen recht belesen sein, jedoch hinsichtlich der Stringenz Ihrer Argumentation fehlt es. Z.B. Was hat die Gründung eines Staates mit der internationalen Anerkennung zu tun? Nicht alle bestehenden Staaten dieser Erde sind UNO-Mitglied und auch nicht zwangsläufig von anderen Staaten anerkannt.

Die Fatwa ist ein Rechtsgutachten eines islamischen Rechtsgelehrten, das in Bezug auf ein bestimmtes Problem ein nicht bindendes Gutachten auf Grundlage der Quellen der Scharia ist. Und was wollen Sie damit zum Ausdruck bringen? Also Osama bin Laden war kein Mufti.

Der Koran kann überspitzt ausgelegt werden, wie es Bin Laden und der IS taten, denn der Koran gebietet Toleranz und Gastfreundschaft, besonders gegenüber Ungläubigen. Der Islam verbietet Selbstmorde und Tötungen von Fremden. Daher kann ich mich als atheistische Europäer frei in vielen muslimischen Ländern bewegen.

Auch die "westlichen" Staaten unterliegen dem Völkerrecht, dem internationalen Bestimmungen des Kriegsrecht und den Menschenrechten, also internationalen Regelungen bei deren Verstoß ein Verfahren vor dem internationalen Gerichtshof droht. Dass die USA diesem Gerichthof nicht beigetreten ist ... Setzen Sie sich doch einmal mit dem Nürnberger-Kriegsverbrecher-Prozess auseinander, ein Anlass zur weiteren Ausgestaltung des Kriegsrechts. Westlichen Gesetze zum Militäreinsatz gibt es nicht.
ich verbiete mir Ihre Unterstellungen, dass ich Anhänger von Verschwörungstheorien, Klima- und Impfskepziker sei. Das sind ungeheuerliche Unterstellungen.

Am 18. September forderte der UN-Sicherheitsrat das Talibanregime auf, Bin Laden „sofort und bedingungslos“ der amerikanischen Justiz zuzuführen. Bei der Militäroperation gegen Osama bin Laden wurden nach Ersten Angaben behauptet, dass Bin Laden am Feuergefecht beteiligt gewesen sei, das korrigierte die US-Regierung wenige Tage später: Er sei unbewaffnet gewesen.

Quellen: Beck Enzyklopädie der Rechts- und Staatswissenschaft, Manssen Staatsrecht, Protokolle des Nürnberger Prozesses, Koran, Koranexegese, diverse Dokumentationen von ARD und ZDF (in den Mediatheken nachzuschauen) Statut des internationalen Strafgerichtshof von Den Hag, International Humanitarian Law – Treaties & Documents, Literatur über Kriegsvölkerrecht im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek Leipzig, Wikipedia

Gerhard Baierlein (nicht überprüft)

Mo. 13 Sep 2021 - 14:01

Antwort auf von Roland Weber (nicht überprüft)

Hallo Roland, ganz allgemein gesagt, Rache war noch nie ein guter Ratgeber, man sollte es mal mit Verzeihen versuchen und zwar auf allen Seiten.

@Gerhard Baierlein

Stimme zu zumal die USA ja ganz offensichtlich das falsche Land in die Steinzeit gebombt haben - Der neue US-Präsident Biden hat Akten herausgegeben wo Angehörige von WTC-Opfern nun sicher sind es war:

Saudi-Arabien.

Dumm für Afghanistans Taliban war nur, dass man ganz offensichtlich die Anschläge des 11. September 2001 begrüßt, und den Topterroristen Osama Bin Laden beherbergt hat, der sich darüber gefreut hat sowie damit sich sein Todesurteil durch eine US-Spezialeinheit unterschrieben hat.

So zynisch es jetzt klingen mag, gerade stelle ich mir vor was wohl passiert wäre das George W. Bush seine Truppen mit seinen Kreuzzugsworten gegen die Kaaba in Mekka geschickt hätte?

Hätten wir dann nicht längst den 3 Weltkrieg Islam gegen Christentum - mit bürgerkriegsähnlichen Zuständen in den westlichen Demokratien und den USA?

Über diese Dystopie sollte man einmal nachdenken.....Rache ist keine Lösung, eben....da sind wir einer Meinung.....

Gruß
Bernie

Hermann Q. (nicht überprüft)

Fr. 10 Sep 2021 - 18:31

in der New-York-Times wurde Afghanistan ganz offen als das Saudi-Arabien des Lithium bezeichnet und hier wird noch mit Anti-Terror-Krieg argumentiert - ich fasse es nicht, empfehle aber nachzulesen, warum Horst Köhler 2010 als Bundespräsident plötzlich nicht mehr tragbar war

wichtige Rohstoffe haben zu wollen, ist das eine, sie tatsächlich Ausbeuten zu können, das andere

mein vorläufiges Fazit:
die westliche Verbrämung der Wirtschaftskriege (Stichwort: Menschenrechte) taugt nicht mehr - der chinesische Ansatz (Betonung partnerschaftlichen Zusammenwirkens) scheint für die nächste Zeit wirkungsvoller - auch bezogen auf den Lithium-Zugriff

Wichtige Rohstoffe haben zu wollen, ohne sie ausbeuten zu können, wäre ziemlich dumm, insbesondere bei einer Denkspanne von 20 Jahren. Der USA diese Intention zu unterstellen, ist nicht schlüssig.

Der Westen hat Wirtschaftskriege nicht verbrämt, siehe Iran, Russland und Belarus. Sie sind und bleiben ein wirksames Werkzeug der Politik. Dass China nun in das Machtvakuum in Afghanistan hineinstößt, ist nicht verwunderlich und ganz sicher kein Zeichen von Freundlichkeit, weder auf der Chinesischen Seite noch auf der der Taliban.

Aber Sie haben Recht, dass dem Westen das wirtschaftlichen Zusammenarbeiten mit Totalitären Regimen schwerer fällt als wenn Totalitäre Regime untereinander Geschäfte machen.

Bernie (nicht überprüft)

Fr. 10 Sep 2021 - 19:39

"[...] Wie sich jüngst gezeigt hat, konnten die islamistischen Taliban Afghanistan sogar noch vor dem vollständigen Abzug der NATO-Truppen mit Leichtigkeit wieder an sich reißen[...]"
Da bin ich skeptisch, denn das sich eine Supermacht wie die USA von sandalentragenden Taliban kampflos besiegen läßt halte ich nach wie vor für ein Märchen. Das gilt auch für die NATO-Truppen und die von den USA und NATO-Truppen ausgebildete afghanische Armee.
Was wirklich passiert ist werden wir - ähnlich wie beim 11. September 2001 wohl nie erfahren. Das könnte auch neuen Verschwörungstheorien Aufschub bereiten? Was wenn die USA - aus Rivalität zu Russland und China - freiwillig und in nicht guter Absicht die Generation der Afghanen/-innen verraten hat, die anti-taliban und säkular eingestellt sind? Man blicke auf die Landkarte. und erinnere sich an die jeweiligen Probleme von Russland und China mit Islamisten im eigenen Land bzw. im Ausland.....wer da wohl? Was da wohl gelaufen ist?

Ein Taliban-Sprecher soll übrigens auch gesagt haben "Die USA haben sich selber besiegt".

Sollte das wahr sein, dann bin ich mal gespannt was die nächste Zeit zeigen wird.....abwarten....meine Devise....

Gruß
Bernie

David Z (nicht überprüft)

Mo. 13 Sep 2021 - 13:59

Antwort auf von Bernie (nicht überprüft)

Dass dies so kommt, war jedem klar, der sich ein wenig mit der Sache, insbesondere der ANA, beschäftigt hat. Allein die Geschwindigkeit kam überraschend. Früher oder später holt die Realität die politischen Phrasendrescher mit ihren Wohlfühlparolen im In- und Ausland dann doch ein.

Gerhard Baierlein (nicht überprüft)

Mo. 13 Sep 2021 - 17:34

Antwort auf von Bernie (nicht überprüft)

Warum haben sich die, von den USA ausgebildeten Streitkräfte in Afghanistan, nicht gewehrt?
Antwort: weil diese letztendlich auch Islamisten sind, wenn auch noch nicht so radikal wie die
Taliban oder der IS.
Na immerhin haben diese jetzt auch noch moderne Waffen von den USA, so einfältig wie die USA war, ist der jetzige Zustand in Afghanistan nicht weiter verwunderlich.

@Gerhard Baierlein
Da bin ich anderer Ansicht:

Ich denke es gibt mehrere Gründe warum die von den USA ausgebildeten Streitkräfte sich nicht gewehrt haben. Zunächst einmal, der afghanische Krieg ist schon länger als der 30jährige Krieg in Deutschland vor 500 Jahren - seit42 Jahren, 1979, und da kann ich verstehen dass sich die Menschen nach Frieden sehen - egal woher der kommt, dann gab es offensichtliche Kriegsverbrechen der NATO und der USA in Afghanistan, die Drohnenkriege gegen überwiegend Zivilisten, die als "Terroristen" weggelogen wurden, und bei Australischen Einheiten sogar Initiationsrituale afghanische Zivilisten zu ermorden, das trieb rachsüchtige Familienmitglieder direkt in die Arme der Taliban - ganz ohne Islamismus. Im übrigen die Taliban, die via Drohne ins jenseits befördert werden sollten leben noch. Also welche Person starb an dessen Stelle mit Hilfe einer Hellfire-Rakete einer Predator-Drohne? Das trieb den Kampfgeist der afghanischen Armee sicher auch nicht an - ebensowenig wie die Korruption in weiten Kreisen der afghanischen (groß-)städischen und militärischen Eliten. Die Taliban sind da sicher nur das kleinere Übel - und das schreibe ich obwohl ich den Islamismus wie Sie verdamme. Wie schon gesagt, die Zeit wird zeigen was wirklich geschah. Übrigens den Abzug der USA sehe ich auch anders seit ich mitbekommen habe, dass die USA im Inland schon bald - angeblich wegen der Corona-Krise - auf einen Bürgerkrieg zusteuern. Ich hoffe, dass das eine nachrichtliche Ente war, aber wie schon erwähnt, die Zeit wird zeigen was wirklich geschah und wir müssen aufpassen nicht den Lügen der vermeintlichen Sieger - in diesem Fall der Taliban - und deren Propaganda zu glauben......
Gruß
Bernie

Gerhard Baierlein (nicht überprüft)

Di. 14 Sep 2021 - 11:09

Antwort auf von Bernie (nicht überprüft)

Danke Bernie für die klärenden Worte und deine Sichtweise, die Wahrheit liegt m.E. wie so oft irgendwo in der Mitte unserer Anschauungen.

Bernie (nicht überprüft)

Di. 14 Sep 2021 - 13:25

Antwort auf von Gerhard Baierlein (nicht überprüft)

Denke ich auch, und wir werden es wohl nie erfahren, was die Wahrheit nach der Machtübernahme der Islamisten in Afghanistan ist, deswegen ist es gerade jetzt wichtig geflohenen sakulären Afghanen/innen, oder solchen die sich, aus diversen Gründen, mit der Thematik der alten Heimat, wie der österreichisch-afghanische Journalist Emran Feroz in seinen Büchern und seiner Arbeit, zuzuhören.
Gruß
Bernie

Daniela Wakonigg

Die Autorin ist studierte Philosophin, Theologin und Germanistin. Sie lebt in Münster (Westf.) und arbeitet als freie Autorin und Journalistin für Hörfunk- und Print-Medien. Sie ist u. a. Redakteurin der Zeitschrift MIZ und war von 2016 bis Anfang 2024 stellvertretende Chefredakteurin des hpd.

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