Reichsbürger-Leitfaden erschienen

Die Aufklärer der Webseite "Der Goldene Aluhut" haben einen "Reichsbürger-Leitfaden" veröffentlicht. Die auch als Download verfügbare Broschüre soll helfen, über die Reichsbürger-Bewegung aufzuklären und Mittel und Möglichkeiten aufzeigen, was man gegen diese Verschwörungstheorie tun kann.

Spätestens seit dem 19. Oktober des vergangenen Jahres ist auch der Allgemeinheit der Begriff "Reichsbürger" bekannt: An diesem Tag wurde ein Polizist beim Versuch, bei einem "Reichsbürger" Waffen zu beschlagnahmen, erschossen. Doch auch wenn das ein medial bekannter Einzelfall ist: Die Szene der "Reichsbürger" ist bereits seit einigen Jahren gefährlich und wurde bis zu diesem Herbsttag oft nur belächelt. Obwohl es unter den "Reichsbürgern" teilweise auch Mitglieder gibt, die ein extremistisches bzw. revisionistisches Weltbild haben (Wiederherstellung des Deutschen Reiches, Rückgabe der ehemaligen Ostgebiete).

Die Broschüre beginnt mit der Erklärung des Begriffs "Reichsbürger", gefolgt von einem kurzen geschichtlichen Abriss der Reichsbürgerbewegung. Es schließt sich ein Überblick zur Struktur und den Akteuren der heutigen Reichsbürgerszene an und erklärt wird, weshalb Menschen eigentlich Reichsbürger werden und wer für diese Verschwörungstheorie besonders empfänglich ist.

Das Kapitel Hintergründe endet mit der Erläuterung des Begriffes Souveränität. Im Hauptteil des Werkes widmen wir uns dann den gängigsten Reichsbürgerthesen und ihrer Widerlegung, zum Beispiel den Behauptungen, dass Deutschland nicht souverän, noch im Krieg oder gar eine Firma sei. Auch den Fragen, ob unser Grundgesetz eine Verfassung ist und was es mit dem Personalausweis auf sich hat widmen wir uns in diesem Werk.

Am Ende des Heftes geht es dann auch um die Frage, wie mit Reichsbürgern umgegangen werden sollte, und wie ihnen im Freundes- und Familienkreis begegnet werden kann.

Trotz dieser Fülle an Inhalten war es doch unser Ziel ein kompaktes Werk zu schaffen, daher können diese Fragen nur kurz angerissen werden.

Trotzdem bietet die Broschüre einen gute Einstieg in das Thema. Für weitere Informationen steht das Team des Goldenen Aluhuts bei Facebook zur Verfügung.

Quelle der Zitate: http://blog.dergoldenealuhut.de

Kommentare (4)

Martin Mair (nicht überprüft)

Do. 4 Mai 2017 - 16:39

Meiner Erfahrung nach ist es am besten, solchen "Verschwörungsesoterikern" insofern Recht zu geben, indem wir eingestehen, dass der Staat und die Gesetze künstliche politische Konstrukte sind und insofern auch willkürlich, denn wir suchen und den Staat in den wir hineingeboren werden, ja nicht aus und haben auch keine Möglichkeit Opt Out. Die "Verschwörungsesoteriker" zeigen durchaus auf wunde Punkte, allerdings gehen deren Theorien irgendwie an der eigentlichen Sache - richtiger Staatskritik - knapp vorbei ...

Roland Fakler (nicht überprüft)

Fr. 5 Mai 2017 - 20:59

Welche Legitimität haben Leute, eine kommissarische Reichsregierung zu bilden? Das ist einfach nur eine lächerliche Anmaßung!
Da ich sowohl das Kaiserreich bis 1914, als auch die Diktatur von 1937 ablehne, haben diese Staaten für mich auch keinerlei Souveränität. Seit 1933 war Deutschland eine Diktatur. Das Volk konnte die Regierung nach 1933 nicht mehr wählen und nicht mehr abwählen. Schon die Wahl von 1933 war verfassungswidrig, weil die Opposition ausgeschaltet war. SPD und KPD wurden verfolgt. Damit waren alle Gesetze und alle Handlungen dieser Regierung unrechtmäßig, undemokratisch, verfassungswidrig. – Wieso sollte ein solches Reich weiterbestehen? Es fehlt ihm jede Legitimität, denn alle Staatsgewalt geht vom Volke aus.
Das Grundgesetz ist bei der überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung als die beste deutsche Verfassung anerkannt, die es je gab. Allein dadurch erhielte es seine Legitimität. Wie wenig Zustimmung erhielte dagegen das Kaiserreich oder gar das Dritte Reich? Die Bundesrepublik ist insofern durch eine überwiegende Mehrheit der Deutschen Staatsbürger als der rechtmäßige deutsche Staat legitimiert. Dies wird bei jeder Wahl aufs Neue bestätigt!

Roland Fakler (nicht überprüft)

So. 7 Mai 2017 - 12:55

Legitim waren zu Karl's Zeiten die Herrscher, die sich mit dem Papst verbündet haben. Legitim waren zu Otto’s Zeiten die Herrscher, die es geschafft haben, ihre Rivalen mit Gewalt zu besiegen und sich selbst an die Macht zu bringen. Legitim waren dann lange Zeit, die Kaiser, die den Kurfürsten die dicksten Bestechungsgelder bieten konnten und legitim waren schließlich die Nachkommen der Habsburger. Aber warum sollte eine Familie das Recht haben, den Kaiser zu stellen und die andern nicht? Für mich ist da gar nichts legitim.
Legitim ist die Regierung, die nach verfassungsgemäßer Ordnung in freien und allgemeinen Wahlen die Mehrheit der Bevölkerung hinter sich bringt.

struppi (nicht überprüft)

Di. 16 Mai 2017 - 18:19

Wer für den Frieden demonstriert ist ein Verschwörungstheoretiker?
http://blog.dergoldenealuhut.de/category/friedensdemos/

Und wenn man sich die Berichte durchliest, scheinen die Autoren von ihrer (welcher?) Mission sehr überzeugt zu sein.

Früher fand ich solche Seiten auch lustig. Mittlerweile verstärkt sich mein Eindruck sie sind ein Teil einer Propganadakampagne. Wobei ich mir nicht erklären kann warum es so Mode geworden ist, jede politische Debatte über Themen zu verhindern und jemanden der eine andere Meinung hat lächerlich zu machen oder wenn diese im Umgang mit Medien nicht so professionell sind wie es der Herr Journalist erwartet.

Allein schon der Begriff. Eine Theorie ist eine fundierte und begründete Annahme einer These. Von einer Verschwörung spricht man wenn mehrere Leute sich für ein Ziel verabrenden.

Also ungefähr auch das, was die Betreiber solcher Seiten machen. Ihre Theorie ist, dass es Menschen gibt die eine andere Meinung haben und diese auch öffentlich kundtun möchten. Das ist wohl so.

Nur werden solche Aktionen, wo Menschen lächerlich gemacht werden sollen, letztlich nur dazu führen, dass noch mehr in die Arme von dubiosen Politikern gelockt werden. Was mir mehr Angst macht als ein paar einzelne Spinner, die es überall gibt auch in der FDP und vermutlich auch beim HDP.

Etwas mehr Selbstreflektion und die Fähigkeit zu zuhören wären wesentlich wichtiger als noch mehr Hass und Ablehnung.

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