Ultraorthodoxer Rabbiner in Israel verbietet Schülern Blick auf 50-Schekel-Schein

Bloß nicht das Geld anschauen!

Weil der auf dem Geldschein dargestellte jüdische Dichter Saul Tschernichowski mit einer Christin verheiratet war, verbot Rabbi Ben-Zion Muzafi seinen Schülern, den Schein anzuschauen.

Selbst wenn man glaubt, man hätte schon jeden religiösen Unfug gehört, gelesen oder gesehen: Manchmal wird selbst der Hartgesottenste noch schockiert. Ob der iranische Oberayatollah Ali Khamenei Frauen das Fahrradfahren verbieten will oder der saudische Prediger Bandar al-Khaibari kundgibt, dass ihn Gottes Weisheit gestreift und dabei verlautbart habe, dass es keine Erdrotation gäbe – immer wieder kann man lauthals lachen oder den Kopf schütteln über den hanebüchenen Unsinn, den Geistliche von sich geben. (Ja, auch Jungfrauengeburt und Himmelfahrt zählen zu diesem Unsinn; aber den glauben erstaunlich viele Menschen.)

Einen neuen Höhepunkt erreicht die religiöse Unsinnologie in Israel: Dort hat der ultraorthodoxe Rabbi Ben-Zion Muzafi Schüler verboten, den israelischen 50-Schekel-Schein zu anschauen. Sie dürften keinesfalls das Bild des jüdischen Dichters Saul Tschernichowski sehen, weil dieser mit einer gläubigen Christin verheiratet war, "die jeden Sonntag in der Kirche betete".

50-Schekel-Schein
50-Schekel-Schein

Er selbst trage deshalb die 50-Schekel-Banknoten nur zusammengerollt in der Tasche, dann kann nichts passieren.
Das erinnert mich an Otto Waalke, der mal "predigte": "Ich selbst habe immer eine geweihte Christopherrosplakette an meiner Orgel und bin seit dem noch nie mit einer anderen Orgel zusammengestoßen."

Kommentare (8)

Thomas Gerlach (nicht überprüft)

Di. 5 Dez 2017 - 22:29

Wie groß und wie quälend muss (zurecht) der Zweifel des armen Rabbiners an seinen angeblich ewigen Glaubensgewissheiten sein, wenn schon ein Blick auf einen Geldschein diese zu erschüttern droht! So ein allmächtiger Riesengott! Das ganze Universum hat er mal eben aus dem Nichts geschaffen, und dann genügt ein banales Bildchen auf dem schnöden Mammon, um seine Schafe zum Abfall vom Glauben zu bringen. Nicht wirklich überzeugend, diese ewigen Wahrheiten und dieses halbe Hemd von einem Allmächtigen. Wenn den schon eine Ehe mit einer Ungläubigen aus dem Gleis wirft, was macht der dann erst, wenn es mal richtig zur Sache geht? Entscheidungsschlacht gegen Konkurrenzgötter oder so. Von wegen "ein feste Burg"...

Tobias Stel. (nicht überprüft)

Di. 5 Dez 2017 - 22:59

Schlimm ist, dass diese Wahnvorstellungen bitterer ernst sind und überall politisch implementiert sind.
Sonst gäbe es ja nichts zu berichten und wir hätten hier knallhartes Bildzeitung- und Bunte-Niveau.
Wir würden sonst niemals über z.B. Patient 7 auf der Psychiatrie in Buxtehude spotten...

Dieter Bauer (nicht überprüft)

Mi. 6 Dez 2017 - 00:41

Bloß nicht das Geld anschauen! ????
Hört, hört, was euch ein ultraorthodoxer Rabbiner zu sagen hat. Frage: Von was lebt dieses frömmelnde Wesen? Kopf wackelnd an der stummen Klagemauer Klagelieder singen ist, aller Wahrscheinlichkeit nach, doch ein recht einträgliches Geldgeschäft. Und wenn dabei mal eine eingerollte 50-Schekel-Banknote den Besitzer wechselt, kann auch ein Rabbiner nicht unbedingt nein sagen. ...Oh heilige Einfalt ....

Wolfgang (nicht überprüft)

Mi. 6 Dez 2017 - 10:13

Die Welt ist ein Irrenhaus, doch sage mir, wo ist die Zentrale?

Sascha Konrad (nicht überprüft)

Mi. 6 Dez 2017 - 17:53

typisch religiöse Inkonsequenz: steckt die Scheine zusammengerollt in die eigene Tasche - statt sich von diesem gotteslästerlichen Teil zu trennen, indem er sie seinen Schülern als Taschengeld zusteckt

(notfalls zerteilt wie der Mantel von jenem St. Martin von der Konkurrenzfraktion...)

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