BfG fordert Teilnahme an Söders "Runden Tisch zu Werten, Kultur und Identität" ein

Gehören Säkulare und Konfessionsfreie nicht zu Bayern?

Tanz auf und vor der großen Bühne der Humanisten auf dem Corso Leopold 2018
Tanz auf und vor der großen Bühne der Humanisten auf dem Corso Leopold 2018

In den gestrigen Morgennachrichten konnte man erfahren, dass der bayerische Ministerpräsident Markus Söder – vermutlich aufgrund des Wirbels des von ihm angeregten Kabinettsbeschlusses, in allen bayerischen Behörden im Eingangsbereich Kreuze aufzuhängen – nun einen runden Tisch zu Werten, Kultur und Identität einrichten möchte.

Zur Diskussion seien Vertreter der beiden christlichen Kirchen geladen, Vertreter der jüdischen Gemeinden und anderer Religionsgemeinschaften sowie Vertreter aus Brauchtum, Kultur und Wissenschaft. Die Vertreter der säkularen und konfessionsfreien Bevölkerung sind den Meldungen zufolge nicht geladen.

"Als alteingesessene bayerische Organisation, die sich seit vielen Jahrzehnten einsetzt für die Trennung von Staat und Kirche, werden wir Ministerpräsident Söder auffordern, uns zu diesen Diskussionsrunden an den runden Tisch mit einzuladen", sagte dazu Assunta Tammelleo, stellvertretende Vorsitzende des Bundes für Geistesfreiheit München. "Es kann nicht sein, dass Vertreter der Religionen in einer zunehmend säkularer werdenden Bundesrepublik auch in diesem Zusammenhang immer weiter privilegiert werden. Auch dies verletzt das grundgesetzliche Gebot der Neutralität des bundesdeutschen Staates gegenüber den Weltanschauungen und Religionen. Und noch ist Bayern Teil der Bundesrepublik!"

Kommentare (4)

Hans Trutnau (nicht überprüft)

Fr. 18 Mai 2018 - 13:09

Der hat das einfach versödert, Assunta; mal freundlich auf die Finger klopfen.

Frohmut Menze (nicht überprüft)

Fr. 18 Mai 2018 - 15:18

Der Kampf für Demokratie und Menschenrechte, für Gleichberechtigung der Frauen in allen Bereichen, der Kampf für das Recht auf die eigene Sexualität war seit vielen Jahrhunderten immer ein Kampf gegen die Amtskirche. Nichts gegen Religion. Das darf jeder halten, wie sie es will. Aussage eines Nichtreligiösen: "Ihr dürft ruhig auch für mich beten. Ich denke dafür für euch."
Furchtbar, diese Söders: Ein negativer Gottesbeweis. Gäbe es Gott wirklich, würde er ihr Auftreten verhindern.

Beck Johann (nicht überprüft)

Fr. 18 Mai 2018 - 22:39

Mein Vorschlag an bfg zum Antrag der Teilnahme an die Söder-Administration:
Die Einladung des bfg würde eine Zeichen nach aussen für seine Weltoffenheit bedeuten.
Vielleicht verlockt dieses, dann hätte der bfg schon mal einen Fuß in der Tür.
Wenn nicht, kennen wir uns noch besser aus.

Resnikschek Karin (nicht überprüft)

Mi. 23 Mai 2018 - 12:25

Das darf nicht wahr sein: runde Tische von Staat und Religionen ohne 40% Konfessionsfreie? Das ist offene Diskriminierung durch Staat und Kirche - bloß weil wir eine andere Weltanschauung haben? Wir werden schon lange behandelt wie Aussätzige, wie die AfD, bloß sind wir nicht rechts wie ein Teil von ihnen. Ungläubigen Kopf ab - das steht im Koran und passt einigen klerikalen Christen. Daher die Gemeinsamkeiten! Und dass einige Konfessionsfreie es im Osten in die AfD verschlagen hat, ist ja nur das Ergebnis einer jahrzehntelangen Missachtung ihrer Versuche, ihre überwiegend humanistische Wertesicht geschätzt zu bekommen. (Mehr) Trennung von Staat und Kirche forden viele Demokraten, darunter die HUMANISTISCHE UNION. Der Staatskirchenkuddelmuddel ist weltanschaulich hochgradig intolerant uns loyalen Staatsbürgern gegenüber, die wir in allen Parteien und ehrenamtlichen Gruppen dem Staat und der Zivilgesellschaft dienen. Lassen wir nicht ab davon, dieses Unrecht anzuprangern. Das sind wir unserer Demokratie und dem Staat und dem Grundgersetz (Art. 1, 3, 4 u.a.) schuldig! Karin Resnikschek, Tübingen

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