USA-Wahlen

Evangelikale und Republikaner

Die Vereinigten Staaten sind ein Land, in dem zwischen einzelnen Bevölkerungsgruppen in vielerlei Hinsicht tiefe Gräben verlaufen. Das zeigt sich auch im Wahlverhalten. So sind es vor allem weiße Evangelikale, die mit großer Mehrheit die Republikaner wählen. Ein Trend, der sich auch bei des jüngsten Midterm Elections bestätigte.

Laut Befragung der Wähler nach Verlassen des Wahllokals (United States House Exit Poll) haben bei des jüngsten Midterm Elections drei Viertel aller weißen Wähler, die sich selbst als evangelikale oder wiedergeborene Christen beschrieben, die Republikaner gewählt. Insgesamt haben 61 % der Protestanten die Republikaner gewählt. Bei Katholiken und Angehörigen anderer christlicher Konfessionen hielten sich die Stimmabgaben für die Republikaner mit denen für die Demokraten in etwa die Waage. Menschen, die angaben, einer anderen Religionsgemeinschaft oder keiner Religionsgemeinschaft anzugehören, wählten hingegen zu 70 % die Demokraten. Übertroffen wurden sie nur von einer einzigen religiösen Bevölkerungsgruppe: den Juden, die zu 79 % die Demokraten wählten. Wie eine Zusammenstellung der Exit-Poll-Daten der letzten vier Midterm-Wahlen durch das Pew Research Center zeigt, ist das Wahlverhalten der genannten Bevölkerungsgruppen – abgesehen von kleineren Schwankungen – weitgehend gleich geblieben.

Beispielbild
© Pew Research Center

Dass vor allem die Frage, wie stark eine Religion gelebt wird, Einfluss auf die Wahlentscheidung hat, zeigt die Tatsache, dass Wähler, die angaben, einmal oder häufiger in der Woche den Gottesdienst zu besuchen, zu 58 % republikanisch wählten, während von jenen, die sagten, dass sie nie einen Gottesdienst besuchen, 68 % demokratisch wählten.

Weitere spannende Erkenntnisse der Befragung: 61 % der Waffenbesitzer wählten die Republikaner, 72 % der Nicht-Waffenbesitzer die Demokraten. Schwarze Wähler wählten zu 90% die Demokraten. Überhaupt sind sowohl Hautfarbe als auch Schulbildung wichtige Faktoren für das Wahlverhalten. Nicht-Weiße wählten zu 76 % die Demokraten – unabhängig davon, ob sie einen höheren Bildungsabschluss (College Degree) hatten oder nicht – weiße Wähler hingegen nur zu 44 % Prozent. Vor allem bei Weißen ohne höheren Bildungsabschluss sind die Republikaner beliebt, 61 % von ihnen wählten die Partei.

Kommentare (2)

Hans Trutnau (nicht überprüft)

Fr. 9 Nov 2018 - 14:21

Früher hieß es mal, WASP wählt Rep...
Nebenbei - die Flagge im Bild wird upside down gehalten.

Frank (nicht überprüft)

Sa. 10 Nov 2018 - 12:17

Eine sehr oberflächliche Analyse, bei den Wahlen ging es nicht um Weiß gegen Schwarz, es geht um die Konflikte zwischen den Großstädten und den ländlichen Gegenden. Die Wähler in den ländlichen Gegenden sehen wie progressive Ideen zu mehr Chaos führen, sie sahen, wie die politische Führung sich mehr um die Recht von Transgender und Hühnerkäfige Sorgen machten, als um die Menschen in den ländlichen Gegenden. Sie lesen über linke Aktivisten wie Lena Dunham, die schreiben Christen seien das Problem.
http://www.cracked.com/blog/6-reasons-trumps-rise-that-no-one-talks-about/

Daniela Wakonigg

Die Autorin ist studierte Philosophin, Theologin und Germanistin. Sie lebt in Münster (Westf.) und arbeitet als freie Autorin und Journalistin für Hörfunk- und Print-Medien. Sie ist u. a. Redakteurin der Zeitschrift MIZ und war von 2016 bis Anfang 2024 stellvertretende Chefredakteurin des hpd.

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