Ghana

Mindestens 22 Tote bei Kircheneinsturz

Auch beim Erhören von Gebeten sind Gottes Wege oft unergründlich.

Während eines Gottesdienstes in Ghana stürzte vergangene Woche das Gebäude über den betenden Gläubigen ein. Nach offiziellen Angaben kamen bei dem Einsturz mindestens 22 Menschen ums Leben.

Wie lokale Zeitungen berichten stürzte bereits am vergangenen Dienstag in der Stadt Akyem Batabi im Osten Ghanas ein noch im Bau befindliches Kirchengebäude der "Kirche des Wohlstands" ("Church of Prosperity") ein, während die Kirchengemeinde in dem mehrstöckigen Gebäude einen Gottesdienst abhielt. Ein Team aus Notfallhelfern, Polizei, Soldaten und Feuerwehrleuten unter Führung der National Disaster Management Organisation (NADMO) leitete umgehend Rettungsmaßnahmen ein und suchte nach Überlebenden.

In einer Pressekonferenz am vergangenen Freitag gab NADMO-Generaldirektor Eric Nana Agyemang Prempeh bekannt, dass bei dem Einsturz 22 Menschen ums Leben kamen, zehn Männer, elf Frauen sowie ein zweijähriges Mädchen. Acht der insgesamt 30 Personen, die vom Such- und Rettungsteam aus den Trümmern geborgen werden konnten, seien am Leben. Die Zahl der Vermissten blieb am Freitag jedoch weiterhin unklar. Lokale Medien hatten berichtet, dass sich zum Zeitpunkt des Unfalls mehr als 60 Personen am Unfallort befanden.

Vorläufige Untersuchungen haben laut dem NADMO-Generaldirektor ergeben, dass das mehrstöckige Gebäude der "Church of Prosperity" einstürzte, weil vom obersten Pastor der Kirche, Prophet Isaac Ofori alias Akoa Isaac, beim Bau minderwertige Eisenstangen, Sand und Späne verwendet worden waren.

Unterstützen Sie uns bei Steady!

Kommentare (2)

Roland Fakler (nicht überprüft)

Mo. 26 Okt 2020 - 13:43

„Oh Herr, was willst du uns damit sagen? Haben wir nicht genug Weihwasser in den Sand gemischt oder sollten wir jetzt besser wieder auf unseren alten Gott Ataa Naa Nyongmo vertrauen, den wir schmächlich verlassen haben?“

Gerhard Baierlein (nicht überprüft)

Mo. 26 Okt 2020 - 16:22

Da sieht man mal wieder, Religion ist Lebensgefährlich, besonders wenn geldgierige Pastoren am falschen Platz sparen wollen.
Also, wenn schon Kirche, dann im Freien.

Daniela Wakonigg

Die Autorin ist studierte Philosophin, Theologin und Germanistin. Sie lebt in Münster (Westf.) und arbeitet als freie Autorin und Journalistin für Hörfunk- und Print-Medien. Sie ist u. a. Redakteurin der Zeitschrift MIZ und war von 2016 bis Anfang 2024 stellvertretende Chefredakteurin des hpd.

Weitere Artikel der Autorin
Unterstützen Sie uns auf Steady!

Mehr lesen über:

Verwandte Artikel