Achtung, keine traditionelle Geschlechtsdarstellung!
Märchenbuch in Ungarn soll mit Warnhinweis versehen werden
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Man kennt die kleinen Warnhinweisschilder auf Videospielen, CDs oder Filmen, die mit Altersangaben den Verbraucher auf Gewaltszenen oder mögliche Jugendgefährdung hinweisen sollen. In Ungarn sollen solche Disclaimer nun ebenfalls eingesetzt werden, allerdings nicht etwa für Gewalt- oder Sexzenen, sondern wegen nicht stereotyper Geschlechterdarstellungen in einem Märchenbuch für Kinder.
Der ungarische Verleger von LGBTQ-Publikationen Labrisz erregte bei der ungarischen rechtskonservativen Regierung Viktor Orbans mit einem Märchenband Unmut, in welchem Geschichten mit diversen Charakteren besetzt worden waren. So gab es etwa zwei Prinzen oder Personen unterschiedlicher Hautfarben in den Geschichten. Der Band mit dem Titel "Das Wunderland ist für alle da" sollte dem Leser laut der Autoren den respektvollen Umgang mit Menschen unterschiedlichster Hintergründe vorleben.
Bei der Regierung unter Führung der Fidesz-Partei, die ohnehin einem liberalen Gesellschaftsbild den Kampf angesagt hat, kam das Märchenbuch scheinbar nicht so gut an. Sie verpflichtete daher die Verleger, Warnhinweise auf den Band zu drucken, die auf angebliches "Verhalten, das nicht mit dem traditionellen Geschlechterrollen-Verständnis übereinstimmt" hinweisen sollen, wie der Guardian berichtete.
Die Regierung ließ verlautbaren, dass Einband und Titel zwar wie ein Märchenbuch aufgemacht seien, aber die Geschichten einem traditionellen Geschlechterbild widersprechen würden. Eine solche "Verbrauchertäuschung" will die Regierung ihren Bürgen nicht zumuten.
Bereits im letzten Jahr hatte das Buch aufsehen erregt, als es auf einer Pressekonferenz einer weiteren ungarischen Rechtsaußen-Partei medienwirksam geschreddert worden war. Die regierende Fidesz-Partei blies daraufhin ins gleiche Horn und bezeichnete das Märchenbuch als "Homosexuellenpropaganda".
Labrisz und andere LGBTQ-Vereinigungen kritisierten die Warnhinweisanordnungen der Regierung als diskriminierend und nicht verfassungskonform.
Der Vorfall reiht sich nahtlos in eine Folge homosexuellenfeindlicher Aussagen und Gesetzgebungen der ungarischen Regierung ein. Erst im vergangen Jahr wurde etwa homosexuellen Paaren das Adoptionsrecht entzogen. Auch im wissenschaftlichen Bereich versucht die Regierung Einfluss auf die Freiheit der Lehre zu nehmen, indem sie Fächer wie Genderwissenschaften von ungarischen Universitäten verbannte.

Kommentare (16)
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Wenn die den Warnhinweis
Wenn die den Warnhinweis konsequent durchziehen und auch auf andere Bücher drucken, könnte er für manche zu einer Art Qualitätsmerkmal werden. Der Schuss könnte also nach hinten losgehen. Man denke an den Stolz, mit dem der Hinweis "Parental advisory - explicit lyrics" auf dem Cover vieler Musikalben prangt.
Leider wird dadurch auch der Echokammer-Effekt für die ewig Gestrigen verstärkt. Aber ich vermute, die würden sich solche Bücher sowieso nicht kaufen, mit oder ohne Warnhinweis.
Den "Warnhinweis" könnte man
Den "Warnhinweis" könnte man doch mit einer Gruppe jubelnder Menschen garnieren!
Richtig so! Ich möchte
Richtig so! Ich möchte jedenfalls nicht, dass meine Kinder mit 5 Jahren oder sp von irgendwelchen schwulen Prinzen und lesbischen Königinnen hört, weil sie das schlichtweg nicht einordnen können und verwirren würde. Warum wird solchen Minderheiten immer mehr Raum eingeräumt?
"Warum wird solchen
"Warum wird solchen Minderheiten immer mehr Raum eingeräumt?"
Weil die Suizidrate unter schwulen, lesbischen und transidenten Jugendlichen noch immer um ein Vielfaches erhöht ist. Die wird nur sinken, wenn sowas völlig selbstverständlich überall vorkommt, eben auch in Märchenbüchern.
Ich halte eine Sexualisierung
Ich halte eine Sexualisierung von Kindergartenkindern für falsch. Schauen wir dann mal, wessen Kinder im Leben besser klarkommen.
Was hat denn Bisexualität mit
Was hat denn Bisexualität mit Sexualisierung zu tun. Ich bezweifle mal ganz stark, dass da Sexszenen dargestellt werden. Hier geht es um Liebe, und sexuelle Aufklärung ist ein anderes, davon völlig unabhängiges Thema. Aber auch da frage ich mich, was Kinder verwirren soll. Im Kindergarten sind ständig schwangere Menschen zu sehen. Wollen sie die Fragen ihrer Kinder dazu ignorieren, bis sie ein ihrer Meinung nach angemessenes Alter erreicht haben und bis dahin ihrem kind irgendwelche Lügen vom Klapperstorch erzählen? Damit werden sie auf jeden Fall eine interessante Kindheit und Jugend haben.. Leute gibt's!
Es tut mir leid für Sie,
Es tut mir leid für Sie, wenn Sie früher an den Klapperstorch glaubten. Wenn man sagt "da müssen sich Mama und Papa ganz doll lieb haben", dann reicht das im Kindergartenalter vollkommen aus und dürfte auch angemessen sein. Aber nein, ich werde meinen Kindern es nicht als anzustrebenden Normalfall darstellen, dass 2 Männer zusammenleben oder ein Prinz die Prinzessin sitzen lässt, um sich mit einem anderen Prinzen zu beschäftigen.
Sorry, das ist rotgrüner Dünnschiss. Aber ich sehe schon, in Deutschland bin ich damit schon in der Mindermeinung, da die Ausnahmen dort schon die Regel sind. Schauen wir mal, wohin diese Entwicklung führt.
Warum ist es denn mehr
Warum ist es denn mehr "sexualisierend", wenn ein Prinz einen Prinzen heiratet statt eine Prinzessin? Und was haben Sie gegen Roma? Oder Prinzessinnen, die keinen Bock auf Ehe haben sondern Abenteuer erleben wollen?
Tut mir leid für Ihre Kinder,
Tut mir leid für Ihre Kinder, wenn ihr Vater sie für blöd hält. Zitat meine damals 4jährige Nichte über ihre Kindergärtnerin: "Annika ist eine Frau und ihr Liebhabmensch ist auch eine Frau. Sowas gibt's." So wurde die neue Information an mich weitergetratscht, und danach war schon wieder was anderes Thema, weil ein Kindergartenkind, das von seinen Eltern wegen des Themas Homosexualität nicht künstlich in den Krisenmodus gequatscht wird, überhaupt kein Problem damit hat. Das ist einfach nur eine Information unter vielen. "Liebhabmenschen" haben bei den meisten Leuten das andere Geschlecht und bei manchen das gleiche. Fertig aus.
Warum sollen Kinder nicht auch diese Facette des Lebens vermittels einer kleinen Geschichte in ihr Weltbild integrieren? Dann können sie es später viel unverkrampfter einordnen, wenn sie selbst oder ein:e Freund:in jemanden des gleichen Geschlechts liebt. Probleme werden sie nur haben, wenn man ihnen an und für sich langweilige Selbstverständlichkeiten als Problem verkauft oder die Realität gleich ganz von ihnen fernzuhalten versucht. Wer seinen Kindern den irren Jesus-Quatsch zumutet, braucht sich wegen ein bisschen Bildung über die verschiedenen Konstellationen in Herzensangelegenheiten nun wirklich keine Platte zu machen. Einfach den Paranoia-Schalter auf "off" umlegen.
Tolle Antwort, z.B. die
Tolle Antwort, z.B. die letzten beiden Sätze. Aber am besten (kannte ich wirklich noch nicht!) ist "Liebhabmensch".
Wenn Ihre Kinder das nicht
Wenn Ihre Kinder das nicht einordnen können, scheint das ihr Problem in der Erziehung zu sein. Was erzählen Sie Ihren Kindern denn, wenn sie ein homosexuelles Paar sehen?
Ich verstehe nicht, was daran so schwer sein soll, wenn man seinen Kindern etwas von Liebe erzählt, zu erklären, dass Männer Frauen, Frauen Frauen und Männer Männer lieben können. Das verstehen Kinder. Das können sie einordnen.
Ich finde es zum Beispiel viel schwieriger meinen Kindern etwas von Religion zu erklären. Wenn in einem Kinderbuch Gott vorkommt, DAS können meine Kinder nicht einordnen.
@ Stefan
@ Stefan
Kinder können das wunderbar einordnen. Da zählt die Liebe .
Das Problem sind Homophobe Eltern wie Sie, welche es nicht schaffen in engstirniges Weltbild zu erweitern
Sie schaden Ihren Kindern weitaus mehr als ein Buch welches mit der Thematik offen umgeht .
Wiki meint: Bis September
Wiki meint: Bis September 2020 hatten laut einer Umfrage des Bundesinnenministeriums unter den 16 Bundesländern insgesamt 413 Personen den Eintrag „divers“ erhalten, darunter 394 nach eigener Wahl und 19 Neugeborene.
In der Öffentlichkeit bestimmter Gruppen wird aber so getan, als seien dies Millionen. Ständig machen irgendwelche Organisationen "Werbung" dafür. Es tut mir leid, aber ich kann bei 413 zu 83.000.000 nichts erkennen, was dies rechtfertigt. Ich habe eher den Eindruck, dass gerade Heranwachsende durch das ständige Trommelfeuer stark verunsichert werden und dann Entscheidungen treffen, die ihnen nicht zum Vorteil gereichen. Etwas mehr Gelassenheit wäre angebracht.
Klar versuchen besonders
Klar versuchen besonders Linke und Grüne, sich mit diesem Thema zu profilieren.
Trotzdem ist es keine Werbung, wenn auch dieser Teil der Realität in Kinderbüchern vorkommt. Ich finde es eher problematisch, wenn gleich immer das ganze Buch voll davon ist. Queere Menschen sollten wie selbstverständlich hier und da mal in Kinderbüchern auftauchen, zwischen anderen Leuten, und das Thema des Buches darf dann bitte sehr gern ein anderes sein. Es muss dann nicht auf dem queer-Thema rumgeritten werden. Niemand wünscht sich das mehr als queere Menschen selbst.
Zu den Zahlen: es ist noch viel zu früh, diese Zahlen als Grundlage heranzuziehen. Die sind erst realistisch, wenn die erste Generation, die mit der Selbstverständlichkeit des diversen Geschlechtseintrags großgeworden ist, in den mittleren Jahren ist. Was glauben Sie, was aufgrund der z. T. schlimmen persönlichen Erlebnisse queerer Menschen für Hemmungen bei sehr vielen von ihnen fortbestehen, sich öffentlich, ja gar auf dem Amt dazu zu bekennen?
Man kann von niemandem, der sich nicht derart durch die ersten Jahrzehnte seines Lebens quälen musste, erwarten, das er das nachvollzieht. Ich würde Sie nur bitten, nicht die erste zarte Pflanze aus dem Boden zu reißen und darauf zu pochen, dass sie keine deutsche Eiche ist.
Welches Trommelfeuer meinen
Welches Trommelfeuer meinen Sie?
Das der Kirchen, der rechten Parteien oder vieler sogenannter "konservativen" Menschen?
Niemand ist gezwungen ein Buch zu lesen, niemand ist gezwungen eine bestimmte sexuelle Orientierung zu leben (außer in gewissen repressive Systemen wie Saudi-Arabien o.ä.).
Laut Wikipedia aus mind. 1% aller Menschen homosexuell (und das ist die niedrigste angenommene Zahl, die schwankt du stark nach oben!!). D.h. wir haben alleine in Deutschland mind. ca. 800.000 homosexuelle Personen.
Es gibt auch keine Studien die zeigen, dass es Kindern schadet darüber informiert zu werden. Im Gegenteil. Es tut ihrer Psyche gut!
Vor was haben Sie also Angst, dass sie die sexuelle Orientierung von mind. ca. 1% der kompletten Weltbevölkerung (= mind. 70.000.000 Menschen) unter den Tisch kehren wollen?
MfG
Martin
Information hat noch nie
Information hat noch nie geschadet. Jedenfalls dem, der sie hat. Das Gerede von "verwirrten" Kindern ist blanker Unsinn.