FGM

Aufklärungsarbeit gegen weibliche Genitalverstümmelung

Noch immer werden täglich tausende Mädchen weltweit an ihren Genitalien verstümmelt. Über 200 Millionen Frauen leiden an den zum Teil gravierenden Folgen, mit denen sie bis zum Tod leben müssen. 103.900 Mädchen und Frauen sind allein in Deutschland von weiblicher Genitalverstümmelung betroffen und bis zu 17.200 Mädchen gefährdet – das ergab die aktuelle Dunkelzifferschätzung von Terre des Femmes.

Anti-FGM-Kampagne in Walala Biyotey

Menschenrechte und die Rolle der Frau in Somalia

Am kommenden Donnerstag, den 26. Januar, lädt der HVD Bayern ab 20.15 Uhr zu seinem Online-Diskussionsformat "Humanistischer Campus" ein. Zu Gast ist eine konfessionsfreie, junge, starke und mutige Frau mit einer bewegenden Geschichte: Hadiya (Name aus Sicherheitsgründen geändert) wurde in Somalia geboren, mit 4 Jahren genitalverstümmelt (Opfer eines Beschneidungsrituals) und als 14-jähriges Mädchen mit einem über 30 Jahre älteren Mann zwangsverheiratet. Als junge Frau gelang ihr die Flucht aus ihrem häuslichen Gefängnis, aus Somalia. Mittlerweile lebt sie seit einigen Jahren in Deutschland.

Rückschläge für den Einsatz gegen Genitalverstümmelung und Kinderehen

Für das Jahr 2030 hatten die Vereinten Nationen ein Ende der weiblichen Genitalverstümmelung vorausgesehen. Kampagnen in 17 afrikanischen und nahöstlichen Ländern sollten für ein Ende der grausamen Tradition sorgen. Die Covid-19-Pandemie sowie schwere Dürren haben dem nun dramatische Rückschläge beschert. Die Zahl der Genitalverstümmelungen sowie der Verheiratungen Minderjähriger hat in den letzten Monaten wieder zugenommen.

Hohe Dunkelziffer bei weiblicher Genitalverstümmelung

In Deutschland sind schätzungsweise 20.182 Mädchen von weiblicher Genitalverstümmelung bedroht und 74.899 Frauen davon direkt betroffen. TERRE DES FEMMES – Menschenrechte für die Frau e. V. veröffentlichte gestern die jährliche Dunkelzifferstatistik zu FGM (female genital mutilation) in Deutschland.

Virtuelle Kundgebung schafft digitale Begegnungsstätte für Kinderrechte

Der WWDOGA (Worldwide Day of Genital Autonomy) wird traditionell um den 7. Mai in Köln und anderen Großstädten weltweit gefeiert. Er steht für das Recht auf genitale Selbstbestimmung aller Kinder – ohne Ausnahme. Seit 2013 kommen in Köln alljährlich Aktivist*innen aus der ganzen Welt zusammen und machen auf die Botschaft mit einem Demonstrationszug und einer Kundgebung aufmerksam.

Sudan verbietet barbarischen Brauch

Am 30. April kündigte die sudanesische Übergangsregierung einen neuen Artikel im Strafgesetzbuch an, der die Genitalverstümmelung bei Frauen verbietet. Nach Angaben lokaler Menschenrechtsorganisationen ist nach wie vor weit mehr als die Hälfte der Mädchen dieser barbarischen Praxis ausgesetzt.