Wissenschaft

Amardeo Sarma

Von Klimaschutz, Armutsbekämpfung und dem richtigen Umgang mit Leugnung

Ohne den global gewachsenen Wohlstand der letzten Jahrhunderte gäbe es keinen Klimawandel. Warum wir daraus dennoch nicht folgern sollten, dass nur Wohlstandsverzicht das Problem lösen kann, erklärte Amardeo Sarma in einem von Kortizes organisierten Online-Vortrag am Dienstag, 28. April 2020. Auch beim Umgang mit Leugnung des Klimawandels warnte er vor Kurzschlüssen im Denken.

Steven Vertovec

Covid-19 und ein Stigma, das bleibt

In der Pandemie schüren Populisten und Stimmungsmacher derzeit Vorurteile gegen Migranten und machen sie für die Ausbreitung des Virus verantwortlich. Die Bewegungsfreiheit von Flüchtlingen oder bestimmten ethnischen Gruppen wird drastischer eingeschränkt als die der einheimischen Bevölkerung, um eine weitere Verbreitung der Krankheit zu verhindern - wie es offiziell heißt -, was jedoch die Betroffenen ebenfalls stigmatisiert.

Schimpanse im Zoo Leipzig

"Den Begriff 'Social Distancing' finde ich falsch"

In vielen Ländern herrschen seit Wochen Kontaktsperren. In der Folge sind die sozialen Kontakte vieler Menschen drastisch reduziert. Roman Wittig vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig untersucht, wie sich Sozialkontakte auf die Gesundheit von Schimpansen auswirken. Einige seiner Erkenntnisse lassen sich durchaus auf den Menschen übertragen.

Oberfläche des SARS-Coronavirus-2. Ein Molekül des Spike-Proteins ist durchscheinend dargestellt, um seine komplexe räumliche Struktur hervorzuheben.

Die Zacken in der Viruskrone

Das Glykoprotein Spike verleiht dem Coronavirus seinen Namen: Wie Zacken einer Krone stehen die Moleküle von der Virushülle ab. Forschende analysieren nun die Struktur dieses Proteins. Auf diese Weise wollen sie potenzielle Ziele für Antikörper und Hemmstoffe identifizieren – eine wichtige Voraussetzung für die Entwicklung neuer Impfstoffe und Medikamente gegen das Virus SARS-CoV-2.

Drei Millionen Jahre alte Gehirnabdrücke in fossilen Schädeln der Art Australopithecus afarensis (bekannt durch "Lucy" und das hier abgebildete "Dikika-Kind" aus Äthiopien) werfen ein neues Licht auf die Evolution des Gehirns.

Lucy hatte ein affenähnliches Gehirn

Eine neue Studie der Paläoanthropologen Philipp Gunz und Simon Neubauer enthüllt, dass Australopithecus afarensis ein affenähnliches Gehirn hatte. Die berühmte Lucy gehört dieser Urmenschenform an. Das lange Gehirnwachstum lässt jedoch vermuten, dass die Kinder dieser Art so wie bei Menschen lange Zeit auf elterliche Fürsorge angewiesen waren.

Symbolbild

Wissenschaftler entdecken den Vorfahren (fast) aller Tiere

Abdrücke eines 555 Millionen Jahre alten wurmartigen Lebewesens wurden in australischem Gestein gefunden. Es ist direkt mit heute lebenden Tieren verwandt und der früheste nun bekannte Vertreter des symmetrischen Körperbaus – einer entscheidenden Entwicklung. Ein weiteres Puzzleteil, das sich in das Gesamtbild der Evolution einfügt.

Dicker Reibach mit Verschwörungsmythen?

Nicht erst seit der Corona-Krise haben Verschwörungsmythen Hochkonjunktur. Wer dem Geraune um Chemtrails, 9/11, die "Neue Weltordnung" oder allem zusammen anhängt, dem bietet der Markt ein breites Spektrum an Büchern und Videos, die seine Ansicht bestärken und durch Falschinformationen weiter zementieren.