Während einer Gebetssitzung mit Geistlichen der evangelischen Kirche behauptete die kenianische Vizepräsidenten-Gattin Rachel Ruto effekthascherisch, schmutziges Wasser mit der Kraft ihres Glaubens gereinigt zu haben. Das stimmt Menschen, die nicht von der Existenz übernatürlicher Kräfte ausgehen, skeptisch. So auch einen atheistischen Verein in Kenia, der sie prompt um eine Wiederholung ihrer Tat bittet, um ihre Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Vermöge sie dies nicht, solle sie besser aufhören, die Öffentlichkeit zu täuschen, meint die Initiative.
Weil ihr Kind bei einem Exorzismus verstorben ist, wird derzeit gegen eine Mutter in der kalifornischen Stadt San Jose ermittelt. Wie die Tageszeitung San Jose Mercury News berichtet, ist die dreijährige Arely Naomi Proctor im Verlauf des zweistündigen Rituals erstickt.
Der polnische Pfadfinderverband möchte Jugendlichen die Möglichkeit geben, ihren eigenen weltanschaulichen Weg zu finden. Darum ist es nicht mehr notwendig, dass sie sich im Pfadfinderversprechen auf Gott verpflichten. Diese Entscheidung begrüßen nicht alle. Kritiker warnen vor einer gottlosen Welt.
1952 wurde der internationale Dachverband humanistischer Organisationen Humanists International als International Humanist and Ethical Union (IHEU) in Amsterdam gegründet. Bei der diesjährigen Generalversammlung am 5. Juni anlässlich des 70-jährigen Bestehens der Organisation verabschiedeten die Humanists International eine neue Erklärung des modernen Humanismus, die die sogenannte "Amsterdamer Erklärung" von 2002 ersetzt. Der hpd gibt die neue Erklärung hier in deutscher Übersetzung wieder.
Der Journalist Lukas Hermsmeier legt mit "Uprising. Amerikas neue Linke" eine reportageartige Überblicksdarstellung vor, worin die diversen Erscheinungsformen einer neuen Linken in den USA thematisiert werden. So erhält man einen locker geschriebenen Einstieg ins Thema, allerdings häufig ohne kritische Erörterungen und eine formale Struktur.
Der kongolesische Menschenrechtler Floribert Chebeya wurde vor über einem Jahrzehnt in staatlichem Auftrag von Polizeibeamten ermordet. Doch erst vor wenigen Wochen sind beide Hauptverdächtige der Tat verurteilt worden.
Mikhail Iosilevich ist nicht nur Aktivist und Verleger, er hat vor einigen Jahren auch den russischen Zweig der Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters gegründet. Ende Mai wurde er wegen Zusammenarbeit mit einer "unerwünschten Organisation" zu einer Haftstrafe von einem Jahr und acht Monaten in einer russischen Strafkolonie verurteilt.
Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) warnt davor, auf die erneuten Erpressungsversuche des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan einzugehen. Dieser versucht, aus den Beitrittsersuchen Finnlands und Schwedens zur NATO außenpolitisches Kapital zu schlagen.
Der "Neue" wird fast fünf Meter größer sein als der weltberühmte "Cristo Redentor" (Christus, der Erlöser) in Rio de Janeiro. Gebaut wird er in der brasilianischen Kleinstadt Encantado. Er wird den Namen "Cristo Protetor" (Christus, der Beschützer) tragen. Der Bau hat zu einem freundlichen Wortgefecht zwischen den Bürgermeistern der Metropole und des kleinen Städtchens geführt.
In der Spielzeugwerbung stehen noch immer häufig pink gekleidete kleine Mädchen in rosa Puppenküchen und üben die Haushaltsführung, während kleine Jungen in dunklen Hosen und Shirts mit Superhelden-Aufdruck Fußbälle kraftvoll über das ganze Feld kicken. In Spanien soll sich das durch eine Selbstverpflichtung des Spielzeugverbandes ab Dezember dieses Jahres ändern.
Wer sich für die Rechte von Frauen einsetzt, wird in der Türkei immer mehr zur Zielscheibe der repressiven Politik einer stark religiös geprägten Regierung. Doch die Frauenrechtler:innen lassen sich nicht unterkriegen, sondern kämpfen trotz der Gefahr willkürlich langer Haftstrafen oder gar einer Lynchjustiz weiter.
Seit Jair Bolsonaro in Brasilien herrscht, gilt das Recht des Stärkeren. Die Wirtschaft gewinnt gegen Umweltschutz und Indigene. Machohafte Männer gewinnen gegen Frauenaktivistinnen. Bolsonaros Hardliner-Politik könnte im Herbst einen Denkzettel bekommen. Am 2. Oktober wird in dem Land am Amazonas gewählt. Die Umfragen sprechen gegen den amtierenden Präsidenten.
In Tschechien sind laut Umfragen mehr als zwei Drittel der Bevölkerung mittlerweile Konfessionslos. Die Zahl der Christen sank dementsprechend auf lediglich nur noch 27 Prozent. Zuwachs konnten allerdings die Anhänger des "Jediismus" verzeichnen. Die Zahl der "Gläubigen" Star-Wars-Fans wuchs auf 21.023 und sie konnten im Vergleich zum letzten Zensus 2011 ihre Anhängerschaft um mehr als ein Drittel erhöhen.
Im Januar dieses Jahres hatte der Bischof von Teneriffa, Bernardo Álvarez, im Fernsehen Homosexualität als Todsünde bezeichnet und mit Handeln unter Alkoholeinfluss verglichen. Aussagen, die schockierten und die Anzeige einer Gewerkschaft nach sich zogen. Die Staatsanwaltschaft nahm die Untersuchungen auf. Am 17. Mai nun gab die Staatsanwaltschaft bekannt, die Anzeige wegen Mangel an Beweisen für eine Straftat einzustellen. Ein fatales Zeichen in einem Land, in dem die Ermordung Samuels, eines jungen Homosexuellen, kaum ein Jahr her ist.
Ein aktueller Bericht von Amnesty International zur weltweiten Anwendung der Todesstrafe für 2021 zeigt eine besorgniserregende Zunahme von Hinrichtungen und Todesurteilen. Insgesamt sind 579 Menschen hingerichtet worden – 20 Prozent mehr als im Vorjahr. Eine Bilanz des Grauens.