Russland

Christlich-orthodoxer Religionsunterricht an staatlichen Schulen?

Russisch-orthodoxe Kirche
Goldene Zeiten für die russisch-orthodoxe Kirche

Laut Bericht der russischen Zeitung Kommersant könnte bald Unterricht in orthodoxer christlicher Kultur zum Lehrplan der Schulen in Russland gehören. Kritiker hatten bereits im August bei Ernennung der strenggläubigen orthodoxen Christin Olga Wasiljewa zur Bildungsministerin vor einer solchen Entwicklung gewarnt.

Das Fach "Orthodoxe christliche Kultur" soll laut Kommersant demnächst Kindern an staatlichen Schulen von der ersten bis zur elften Klasse erteilt werden. Darin fänden sich Inhalte wie "die moralische Kultur in der orthodoxen Familie", "der christliche Krieger" oder "verfälschte biblische Texte wie sie von Sekten genutzt werden". Auch die korrekte Benennung unterschiedlicher Arten von Kirchenglocken sowie die Nutzung des orthodoxen Kalenders gehörten zum Lernstoff.

Laut Moscow Times erhalten Kinder in Russland derzeit Unterricht in "religiösen Kulturen und säkularer Ethik" sowie "der spirituellen und moralischen Kultur der Völker Russlands". Der Vorstoß, den Lehrplan zu ändern, stamme von Mitgliedern der Russischen föderalen Vereinigung für Bildung und Methodologie, die für die Lehrpläne des Landes zuständig ist.

Bildungsministerin Olga Wasiljewa bestritt das Vorhandensein solcher Pläne. Die erst im August zur Bildungsministerin ernannte Wasiljewa ist strenggläubige orthodoxe Christin. Kritiker hatten bei ihrer Ernennung die Sorge geäußert, dass sie sich für die Wiedereinführung des Religionsunterrichts an staatlichen russischen Schulen einsetzen könnte, für die sich die russisch-orthodoxe Kirche bereits seit Jahren stark macht.

Kommentare (2)

David (nicht überprüft)

Di. 6 Dez 2016 - 09:29

haben will sie keiner, deshalb wurde früher gefoltert und heute gibt es den religionsunterricht

Wolfgang (nicht überprüft)

Do. 8 Dez 2016 - 16:48

Was heißt wieder, sie sei eine strenggläubige Christin? 3 mal oder 5 mal beten am Tag?
Oder hübsch geißeln und verdorbenes Fleisch hinter die Kiemen hauen? Strenggläubig heißt auch, sich vor solchen Personen zu schützen, denn sie sind zu allem fähig, zu allen anderen lebensnotwendigen Dingen allerdings unfähig. Das Christentum gilt als nicht lebensnotwendig, strenggenommen.

Daniela Wakonigg

Die Autorin ist studierte Philosophin, Theologin und Germanistin. Sie lebt in Münster (Westf.) und arbeitet als freie Autorin und Journalistin für Hörfunk- und Print-Medien. Sie ist u. a. Redakteurin der Zeitschrift MIZ und war von 2016 bis Anfang 2024 stellvertretende Chefredakteurin des hpd.

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